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"Angst" vor der Hüft-OP

J;asuxte


Hallo Sunflower,

ich danke für die Rückmeldung zu meinem Tagebuch.

Ich kann dein Warten verstehen. Ging mir ja genauso. Meine Entscheidung hat auch 2 Jahre gedauert. Aber weiterhin mit Schmerzen und solchen Einschränkung leben? Das muss wirklich nicht sein. Natürlich habe ich immer noch Sorgen, dass mir irgendwann die Zeit davon läuft und es keine Möglichkeit der Revision gibt. Aber....ich lebe jetzt!

Da konnten die in dem einem Krankenhaus mir gut raten, noch zu versuchen 3-5 Jahre rauszuholen....das ging einfach nicht mehr. Und wenn wir mal ehrlich sind....warum sollte ich die rausholen? Die 5 Jahre sind dann ja auch schon fast egal, und dafür soche Schmerzen? Wo ist da meine Lebensqualität?

Auch solltest du zwei Dinge bei deinem Warten bedenken: 1. Es wird nicht besser werden und 2. deine Schonhaltung wird sich immer weiter einprägen und der Heilungsprozess danach wird schwieriger.

Letzlich wirst du den Startschuss geben müssen. Diese Entscheidung kann keiner sonst treffen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für deinen Weg. Egal wie es weiterhin verläuft.

Lieben Gruß

Jasute

CRhryTs\enixs


Hallo und danke für die netten Wünsche *:),

vor der Op ist mir zwar schon etwas mulmig, aber ich hab jetzt keine Riesenpanik. Ich hab für Mitte Juni einen Op-Termin bei den Barmherzigen Brüdern in München vereinbart, fahr aber trotzdem morgen mal nach Garmisch in die Endogap und laß mich dort beraten - scheint mir eine sehr gute Klinik zu sein.

Ich bin auch schon mehrfach voroperiert (2 Umstellungen beidseits mit 2 und mit 18 Jahren) und wegen meiner Arthrose wollten mir die Ärzte schon vor 15 Jahren künstliche Hüften einsetzen. Mit Feldenkrais, Osteopathie, Muskelaufbautraining usw. hab ich es bis jetzt noch rausschieben können. Seit der Schwangerschaft/Geburt meines Kleinen ging´s mit meiner linken Hüfe aber rapide bergab und seit März geht gar nichts mehr. Die Schmerzen sind mittlerweile so heftig und strahlen in die Beine aus, daß kein Schmerzmittel mehr hilft (Ibuprofen, Voltaren, Arcoxia, Opiate...), deshalb kann es nach der Op eigentlich nur noch besser werden :)z

Die meisten Gedanken mache ich mir aber über die Zeit nach der Reha. Mein Kleiner ist erst 3 Jahre alt und ich muß mich ziemlich oft bücken oder in die Hocke gehen (Schuhe anziehen, ständig auf die Toilette - wir üben grad ohne Windel, Bockanfälle ]:D...). Meine Krankengymnastin hat mir heute gesagt, ich darf mindestens 6 Wochen nach der Op meine Hüfte nicht über 45 Grad beugen, damit das Gelenk nicht wieder rausspringt - puuh, wie soll das denn gehen? Außerdem kommt dann ja mit der rechten Hüfte (sieht auch nicht viel besser aus als die linke, tut nur a bisserl weniger weh) dasselbe in grün... da darf ich noch gar nicht dran denken.

Vielleicht hat ja jemand ein paar Alltagstipps für die Zeit nach der Op für mich?

Habt ihr euch eigentlich auch irgendwie auf die Op selbst vorbereitet?

Lieben Gruß an alle

Chryseis

J>aspute


Hallo Chryseis,

du wirst die OP mit allen ihren Folgen mit Sicherheit gut meistern! Ich kann verstehen, dass du Angst hast, alles andere wäre nicht normal :)z

Weißt du schon, welche Prothese du bekommen wirst? Zementiert oder zementfrei? Welcher Zugang wird gemacht ("normal" oder minimal-inversibel)? Wurde schon über die Belastung nach OP gesprochen?

Sowohl von der Art der Prothese wie auch von der Art der OP hängt ab, wie du dich danach verhalten musst.

Bei der minimal-inversibel darf man normalerweise wieder das Bein schneller belasten und dort ist die Gefahr der Luxation (auskugeln des Gelenkes) nicht so hoch ebenso ist man schneller wieder fit, da dies eine schonendere Methode (für Muskeln und Sehnen, Weichteile) ist.

Bei einer zementfreien Variante darf man das Bein meist länger nicht oder nur teilbelasten da die Prothese erst anwachsen muss, bis sie das Körpergewicht tragen kann und somit stabil genug ist. Bei einer zementirten darf mal relativ schnell wieder komplett belasten,

Die größte Gefahr nach der OP ist die Luxation. Sollte das Gelenk auskugeln kann es sein, dass man erneut operiert werden muss und im schlimmsten Fall muss die Protehse, weil die beschädigt ist, ausgetauscht werden. Also diesbezüglich größte Sorgfalt!

Generell gilt, dass man das Bein nicht über 90 (!) Grad anwinkeln darf. Also wenn man auf einem Stuhl sitzt, sollte man also immer drauf achten,wie halt auch sonst, dass das Knie immer tiefer ist als die Hüfte. Dies wird für 3 bis 6 Monate nach der OP geraten. Also nicht auf einem Untergrund sitzten (wie Bett/Couch) wo man tief einsacken kann. Auch aufpassen, sich nicht im sitzten zu weit nach vorne beugen, weil man dann auch über 90° anwinkelt. Dies bedeutet auch, niemals die Socke an dem operierten Bein alleine anziehen, keine Zehennägel alleine schneiden etc!

Des weiteren sollte man das Bein nicht rotieren. Das bedeutet, wenn du z.B. auf dem Rücken liegst, dürfen die Zehen immer nur gerade nach oben schauen, niemals nach links oder rechts abkippen. Um das künstliche Gelenk muss sich erst eine Pseudogelenkkapsel bilden. Gilt natürlich immer, egal ob Liegen, Stehen etc. Auch sollte man nicht im Liegen das gestreckte Bein anheben. Dies ist erst ab einer Belastung von ca. 20 Kg erlaubt.

Die ersten 3 bis 6 Monate sollte man nur auf dem Rücken schlafen. Achtung, hier gehen die Meinungen weit auseinander. Manche sagen, das gilt nur für die ersten Tage, dann dürfe man auch auf der Seite schlafen. Auch auf welcher Seite man liegen darf, sind die Ärzte sich nicht einig. Manche sagen, man dürfe auf der operierten Seite liegen (nachdem die Fäden gezogen sind) andere widerum sagen, auf der nicht-operierten Seite mit einem Kissen zwischen den Beinen. Du musst dir selbst eine Taktik zum Schlafen entwickeln.

Du wirst viele Aussagen hören, die unterschiedlich sind. Bei allem gilt: Höre auf dich und deinen Körper! Lass dich niemals überfordern, sei lieber ein bißchen zu vorsichtig als zu mutig!

So, nun zur Vorbereitung:

Versuche schon vor der OP auf dem Rücken schlafen zu können, du wirst darüber froh sein, wenn du es kannst!

Wenn möglich, lasse dir vorher schon entsprechende Hilfsmittel von deinem Orthopäden (kläre es ggf. mit der Krankenkasse (Kk)) verschreiben. Ansonsten wird dies normalerweise im Krankenhaus (Kh) gemacht.

Die gängisten Hilfsmittel sind Greifzange (weil man sich ja nicht bücken darf also zum aufheben oder auch als Anziehhilfe), Strumpfanzieher (sehr wichtig!), Schuhlöffel, Toilettensitzerhöhung, evtl. einen Duschhocker und ggf. ein Arthrodesekissen (es ginge auch ein Kelikissen aber diese werden von den Kk nicht bezahlt).

Das wichtigste Hilfsmittel ist aber die Unterarmgehstützen (UAGST). Versuche welche mit ergonomisch geformten Softgriff zu bekommen. Diese schonen die Handgelenke ein wenig und die Daumen schlafen nicht so ein. Wenn möglich auch schon vor der OP, dann kannst du etwas üben und bist dann sicherer im Umgang.

Nehme in das Krankenhaus feste Schuhe wie Turnschuhe mit. Solltest du jetzt einen Ausgleich unter deinem Schuh haben weil deine Beine unterschiedlich lang sind, besorge dir welche ohne Ausgleich. Die Beinlänge kann sich ändern. Es gibt im Sanitätshaus elastische Schnürsenkel. Dann kann man in die Schuhe schlüpfen ohne sie aufzumachen. Denke dran, du darfst dich nach der OP nicht zum Fuß runterbücken. Oder besorge dir Schuhe mit Klettverschluss. Diesen kannst du mit der Greifzange schließen.

Bereite zu Hause alles so weit wie möglich vor. Stelle alle notwendigen Sachen so, dass du sie gut erreichen kannst. Koche vor. Kaufe ein...alles was vorher machtbar ist, mach es. Es gibt die Möglichkeit von der Kk eine Haushaltshilfe zu bekommen. Wer kümmert sich um deine Kinder?

Nach einer TEP ist normalerweise eine Anschlussheilbehandlung (AHB) geplant, Diese muss innerhalb 14 Tage nach Entlassung aus dem Kh begonnen werden. Weißt du schon wo du die machen möchtest? Kläre es ggf. vorher mit dem sozialen Dienst vom Kh, die können dir in deiner Wunschklinik evtl. einen Platz reservieren. Man kann diese ambulant oder stationär machen. Muss man abwägen, hat beides seine Vor- und Nachteile. Evtl. gibt es ja auch Einrichtuungen, wo man sein/e Kind/er mitnehmen darf? Weiß ich aber nicht, diese Problem hatte ich nicht.

Überlege dir, wie es nach der AHB weiter gehen soll. Reicht dir nur Krankgengymnastik (Kg) oder gibt es für dich die Möglichkeit der IRENA? Bist du in einem Fitnessstudio angemeldet? Du wirst täglich deine Übungen machen müssen, je nachdem wie lange und ausgeprägt deine Schonhaltung vorher war umso intensiver.

Normalerweise sagt man, dass man solange an UAGST geht, bis das Gangbild wieder einwandfrei ist, dies bedeutet also immer wieder viel Training!

Vielleicht magst du dir meinen Erfahrungsbericht durchlesen, auch wenn er mittlerweile recht lang geworden ist. Vieleicht hilft es dir?!

Nun habe ich sehr viel geschrieben...Entschuldigung....wollte ich eigentlich garnicht :-)

Wenn mir noch was einfällt, ergänze ich es noch...ansonste...frag einfach!

Lieben Gruß

Jasute

s>ellxi60


Hallo Jasute

ich wollte mich nur nochmal kurz melden. Vorerst brauche ich mir keine Gedanken zu machen, wie ich eine erneute OP überstehen werde ... :|N

Die Szintigrafie hat ergeben, dass das Gelenk auch nach 17 Jahren noch bombenfest sitzt. Es gibt keinerlei Anzeichen einer Lockerung! :)=

Da war meine Erleichterung natürlich groß. Das heißt aber, dass meine Schmerzen ja trotzdem eine Ursache haben müssen und sicher muskulär bedingt sind. Ich lasse mir demnächst manuelle Therapie verschreiben - habe mir von der Physiotherapeutin, die bei uns das Funktionstraining macht, genau erklären lassen, was gemacht werden sollte. Sie sagte aber, das kann nicht jede Physiotherapeutin - sie selber hatte in der Fortbildung auch das erste Mal davon gehört. Aber sie hat auch keine Spezialisierung für die manuelle.

Ansonsten werde ich weiter dein Tagebuch verfolgen. Es wird für Viele sehr hilfreich sein. :)^

Vor 17 Jahren gab es diese Möglichkeit ja noch nicht - da hat man sich jede Information nur mühsam herangeholt.

Liebe Grüße von

JSasTutxe


Hallo Selli,

das ist ja mal eine gute Nachricht. Herzlichen Glückwunsch :)= Das freut ich für dich. Wow...17 Jahre alt und immer noch top in Ordnung, spitze! Ich hoffe, dass meine auch diese stolze Alter erreicht und vielleicht ja auch noch ein paar Jährchen mehr....im Krankenhaus habe ich gesagt, dass wir uns erst in mindestens 20 Jahren wiedersehen :)z

Ja, manuelle Therapie habe ich auch schon einmal gehört. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, dass du dir mal Krankengymastik verschreiben lässt. Oder vielelicht kannst du ja auch mal eine Kur/Reha beantragen auf Grund deines Rheumas. Ich habe eine während der Reha getroffen, die war fast so alt wie ich und sie hatte die Reha wegen ihres Rheumas bewilligt bekommen.

Ansonste hilft leider nur : Immer regelmäßiges Training, Bewegung so regelmäßig wie möglich. Gelenkschonendes wie Schwimmen und Fahrrad fahren....hach ja, wenn da nicht immer der ISH (innere Schweinehund) ist :=o

Selli, ich wünsche dir noch viel Zeit mit deinem "alten Eisen" und gute Besserung bzgl. deiner Schmerzen.

Lieben Gruß

Jasute

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