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Bws C6/C7 - sinnvolle Physiotherapie/ReHa

xJenSophexnia


Nachtrag

was mir hilft

- immer einen Schal/ein Tuch um den Hals (ja, auch bei 25 Grad Celsius - es gibt ja Wind)

- lieber zu warm als zu kühl angezogen sein

- Massage der Akkupunkturpunkte

Zur besser Nachvollziehbarkeit habe ich mir mal die Nervenstränge und die Muskeln im Anatomiebuch angeschaut. Jetzt weiß, ich auch, warum Trizeps und Zeigefinder betroffen sind: Wegen der gemeinsamen Nervenbahn.

x\enoAphexnia


Tag 25: HWS-Kosten bislang 1.740 €!

Medikation: KEINE

Krankengymnastik: KG-Übungen, Crosstrainer (ohne Armbewegung)

Immer mehr Rechnungen trudeln ein. Die Radiologie stellt die MRT für einen "zervikalen Bandscheibenschaden"1) in Rechnung. Bei dieser Bezeichnung fühle ich mich wirklich behindert ... {:(

Bis jetzt belaufen sich die Kosten für Behandlung und Medikamente auf 1.740 € im Privattarif. Die meisten Leistungen wurden 2,3-fach, einige 1,8-fach und manche 1,0-fach liquidiert. Große Posten sind die neurologische Untersuchung (~400 €) und die Magnetresonztomographische Untersuchung (~620 €). Die "helfende Spritze" (PRT = periradikuläre Therapie = Spritze an die Nervenwurzel unter Computertomograph) kostete rund 300 €. - Eine gute Investition! - Dies als Anhaltspunkt für andere Betroffene, die aufgrund eines Selbstbehalts und Beitragsrückerstattungsvereinbarung mit ihrer privaten Krankenversicherung überlegen, ob sie die Rechnungen selbst tragen. Es fehlen noch die Rechnungen für Fango und Massage sowie für Krankengymnastik.

Wieder ein Tag ohne Medikamente. Klar, etwas drückt die Wirbelsäule, aber so kann man abschätzen, welche Bewegungen gut und welche schlecht für die Gesundheit sind.


1) Mehr Infos zum zervikalen Bandscheibenschaden: [[http://www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php?icd=5593 Info auf aok.de]]

xLenoaphexnia


Tag 26: Ein kleiner Rückschritt oder natürlicher Gesundungsprozess?

Medikation: 1 x Tetrazepam (nachts), 1 x Pantozol, 1 x Voltaren Resinat (morgens)

Bewegung (gestern): KG-Übungen, 2 x 20 min. Crosstrainer (ohne die Arrme mitzuschwingen). Werde auch heute an diesem Program festhalten

Vielleicht gehört es ja zu den besonderen Prozesssen, dass sich Nerv und Bandscheibe wieder an ihre Stellen finden... ??? Gestern drückte der Wirbel und nachts bekam ich die Muskulatur derbe zu spüren. Also doch wieder Tabletten und ABC-Salbe. Auch der Schal darf bei 20 Grad nicht fehlen ]:D

Vielleicht fehlte auch feiertagsbedingt die Massage oder die Krankengymnastik.

Mal sehen, was dieser Tag sonst noch bringt ....

xsenop3he*nxia


Tag 29: Kleine, kleine Fortschritte

Medikation in den letzten Tagen: Wechselweise Tetrazepam oder Voltaren Resinat, 1/Tag

Übungen: aus der Krankengymnastik ca. 10 mal täglich mit 15-20 Wiederholungen, 1-2 mal täglich Crosstrainer (ohne Arme mitzuschwingen)

Täglich sind Fortschritte zu spüren, doch der Finger bleibt ein Hindernis, speziell beim Tastschreiben, denn der Mittelfinger tendiert dazu, die Funktionen des Zeigefingers automatisch zu übernehmen. Auch der Trizeps verharrt auf ca 50% Einsatzkraft.

Naja, gut Ding will Weile haben.

xceFnophebnia


Tag 33: Start der Gerätegymnastik

Medikation: keine. Nachts: ABC-Salbe

bei mir gibt gbt es Fortschritte! Vor drei Tagen habe ich mit gerätegebundener Krankengymnastik angefangen. Die Übungen sind primär für die Halsmuskulatur und nicht für den Trizeps. Aber sie strecken auch den Nerv. Der Trizeps ist zwar immer noch schwach, aber der Finger fühlt sich schon fast normal an! Dafür habe ich das Gefühl, dass irgendetwas im Arm "knacken" müsste, damit alles wieder beim Alten ist.

Die Regeneration des Nervs macht sich so bemerkbar:

- Stechen in der Fingerkuppe

- Ziehen am Handgelenk

- Ziehen im Handstrecker (in Höhe Unterarmmuskel)

jeweils mit einigen Tagen dazwischen. Das Ziehen (nicht unangenehmen, aber ein "es-tut-sich-was"-Gefühl) ist heute in Höhe des Ellenbogens angekommen.

Neben der Handstreckübung, der Türübung und dem Crosstrainer snd zwei Geräteaufgaben dazu gekommen:

1. Die Hände nach vorn ausgestreckt in einer Höhe nach Hinten ziehen (mit kleinen Gewichten)

2. Die Hände von oben (ausgestreckt über dem Kopf) nach unten ziehen (auch mit Gewichten)

Die namen der Geräte habe ich mir nicht gemerkt- sehen allesamt für mich aus wie Folterinstrumente ;-)

Die Physiopraxis bietet eine KG-Flatrate für die angeleitete Gerätenutzung an. Die werde ich direkt am Dienstag vereinbaren und jeden Tag meine Einheiten trainieren. Das Monatsabo kostet rd. 60 € und man kann so oft und so lange an die Geräte, wie man will. Ein Physiotherapeut ist immer dabei.

Allerdings kann man die Übungen bestimmt auch mit den Gymnastikgummibändern zu Hause durchführen, aber wahrscheinlich sind die Bewegungen dann nicht so kontrolliert wie am Gerät.

Die einzigen Zipperlein beziehen sich mittlerweile auf die Armmuskulatur und den dazugehörigen Nerv. Da sind immer wieder Veränderungen zu spüren. Eine Entkrampfung oder Schmerzunterdrückung mit Tabletten ist nicht mehr nötig. Ich hoffe, dass dies so bleibt.

In Sachen Kosten bin ich bei 1.800 € mittlerweile angelangt und warte auf die Rechnungen von Physiotherapie, Fango und Massage. - Zur Info: Das sind die abgerechneten ärztlichen Leistungen. Natürlich trägt die Versicherung einen großen Teil. Also bitte nicht an Kosten denken, sondern schnellstmöglich zum Arzt, wenn sich ein Prolaps oder eine Vorwölbung bemerkbar macht!

Frohe Pfingsten und gute Besserung!

xBenolphenixa


Tag 42: Kleine Einsichten

Medikation: ABC-Salbe (Nachts und nach Krankengymnastik sowie Sport)

Übungen: aus der Krankengymnastik, Crosstrainer (Arme mitschwingen)

Schmerzfrei, aber noch nicht wieder gesund. So kann man den Zustand beschreiben. Der Trizeps ist etwas stärker geworden. In der gerätegestützten Krankengymnastik arbeite ich mittlerweile mit 20 Wiederholungen im Dreierintervall und 10 kg. Außerdem mache ich natürlich so häufig wie möglich spezielle Übungen für Nacken,- Rücken- und Trizepsmuskulatur.

Arbeitsmäßig ist bei einseitiger Haltung/Bewegung nach sechs Stunden Schluß (und der nächste Tag ist wirklich blöd). Mit Abwechslung in der Haltung bzw. Bewegung stehe ich locker den ganzen Tag durch und bin auch am nächsten Tag fit. In 6 Tagen steht der nächste Check beim Orthopäden/Osteopathen/Sportmediziner an. Ich bin gespannt. Außerdem habe ich eine neue Zwischendurchübung:

Schulter-Nacken-Übung

Im Sitzen (ohne Lehne), im Stehen oder im Schneidersitz usw.: Die Arme in die Horizontale (Schulterhöhe) ausstrecken. Die Handflächen zeigen zur Decke. Der Kopf ist aufrecht und schaut geradeaus. Nun bemüht man sich, die Arme ganz weit nach Außen und den Kopf nach Oben zu strecken. Nach einer kurzen Zeit zeigt sich eine Muskelanspannung in der tiefer liegenden Nacken-/Rückenmuskulatur. Diese kurz halten und anschließend durch Zusammensinken entspannen: Kopf runter, Arme langsam entspannen und an den Körper heranziehen. Wirkt Wunder! - Natürlich mehrfach wiederholen. "Kurz halten" ist recht individuell: Nicht Überlasten. Ich mache drei Atemzüge bis ich wieder entspanne. Die Übung hat dadurch etwas Meditatives. Tut wirklich gut. Auch zur Vorbeugung!

Nach den ersten Anwendungen spürte ich so etwas wie Muskelkater auch in meinem Trizeps, der ja nun seit sechs Wochen außer Gefecht ist. Ich hoffe auf endgültiges Verschwinden der letzten Taubheitsgefühle in der Fingerkuppe.

--> Aus der Krankenaustauschgeschichte <--

Ich habe jemanden getroffen, der einen Prolaps einen Wirbel höher hatte: C5/6. Der ist aufgrund der Beinlähmung sofort (vom Rücken aus) operiert worden und ist damit super glücklich. Er war nach wenigen Tagen wieder fit und vor allem sofort schmerzfrei. Ich bin hingegen froh, die OP erst einmal umschifft zu haben. Weniger aufgrund von Angst als vielmehr wegen der Chance, den Körper besser kennen zu lernen und das eigene Verhalten anzupassen. - Also: Bitte nicht von indviduellen Geschichten auf die eigene Lage schließen. Liest die genauen Umstände und Erfahrungen. Verallgemeinerungen können zu Fehlinterpretationen führen!

xReGnophen/ia


Tag 63: Mäßige Fortschritte

Hallo Welt!

Die letzten Wochen in Kürze: Keine Schmerzmittel oder andere Pharamzeutika.

2 * Krankengymnastik/Massage/Fango wöchentlich. Fitness und KG-Übungen täglich.

Arbeitskapazität bis zu acht Stunden, dann aber keine "Freizeit", da ich mich auf das Bett legen muss.

Neee, hätte mir das einer vor 63 Tagen gesagt ... ich hätte gedacht "Was für ein eingebildeter Kranker". Ein Beinbruch ist - glaube ich - einfacher. So ein "doofer Rücken" kann einen wirklich beschäftigen. Irgendwann ist einfach die Luft raus. Und wenn ich an einem Tag übertreibe wie dem heutigen, dann bin ich zwei Tage "out of order". Keine Schmerzen im engeren Sinne. Nur weiß ich nicht ob ich stehen, liegen, sitzen oder rennen soll. Es ist wie ein Fremdkörper im Rücken. Dazu kommt der nevrig taube FDinger. Der ist nur dann taub, wenn ich mich überanstrenge, aber das kommt schneller als gedacht :-o - immer noch.

Und jetzt was für die Optimisten:

1) fühle ich mich täglich fitter

2) war es immer noch der beste Anlass, über "Arbeitsfleiß", "schlechtes Gewissen" und "Pflichtbewusstsein" nachzudenken.

3) ich streife täglich eine Aufgabe ab (auch wenn es viel innere Kraft und Überwindung kostet) ... und das ist toll!

Insgesamt: Leute, stellt auch auf eine echte Lebensveränderung mit neuen Qaulitäten ein!

Beruflich bin ich übrigens sehr offensiv damit umgegangen und sage jetzt nur noch "voraussichtlich August wird es besser." (Zum Jahr mache lieber keine Angabe ) ;-)

Zu den Fakten:

- Trizeps bei ca. 80% - stemme 1,5-Liter-Flaschen (voll!) über den Rücken mit überwiegender Trizepsanspannung

- Finger hängt nicht mehr ganz so verloren am Handgelenk - nur wenn der Körper müde ist

- und auch auf der Seite liegend habe ich schon wieder mal ein Nickerchen gemacht. Ansonsten Mumienhaltung ohne Kopfkissen

Insgesamt bin ich trotz "Auskotzerei" ganz zufrieden mit Krankheitsverlauf und klassischer Therapie.

Gute Besserung allerseits!*:)

xIen'ophen7ixa


Tag 77: Kleine Zipperlein nach HWS C6/7

Knapp 2 1/2 Monate nach dem Bandscheibenvorfall C6/C7 sind noch Spuren vorhanden:

Der Trizeps ist bei rd. 70 %, der linke Zeigefinger wird nach wie vor nach sechs Stunden taub. Abhilfe: Abwechslungsreiches Arbeiten. Bislang bin ich schmerzfrei und ohne weitere Rückfälle.

Therapie:

2 x wöchentlich Krankengymnastik manuell und an Geräten. Die dabei eingesetzten Gewichte sind jetzt bei 12,5 kg.

Massagen 2 x wöchentlich

Fango/Heißluft 2 x wöchentlich

Crosstrainer 2 x 15 Minuten täglich

diverse Dehn- und Muskelübungen mit und ohne Gewicht (1,5 kg - ich nehme eine große PET-Flasche) einmal täglich

Schlafen bedeutet immer noch auf dem Rücken ohne Kopfkissen, dafür mit Schal und in Mikrofleece eingehüllt. Die ersten Male habe ich mich beim seitwärts Schlafen "erwischt". - Ohne weitere Probleme.

Die Kosten belaufen sich bislang auf rd. 2.200 € - also rund 28 € je Tag für den "Spaß". :-o

Nach wie vor suche ich nach sinnvollen weiteren Übungen. Zum Programm gehören:

1. "Streckübung" zur Dehnung der Nervenbahn - siehe weiter oben

2. Streckübung zur Aktivierung der Rückenmuskulatur - siehe weiter oben

3. Türrahmenübung für Triizeps und Bizeps

4. Flaschenübung für den Bizeps

Alle Übungen habe ich oben im Strang beschrieben. Dazu experimentiere ich mit den Gymnastikbändern, habe aber noch nicht die optimale Übung gefunden.

Frohe Genesung allerseits *:)

x%enop;he|nixa


Tag 174: Hier und da zuckt es noch

Tja, wer hätte es vor 174 Tagen gedacht, dass es soooo lange mit dem Bandscheibenvorfall dauert. Physiotherapie habe ich beendet. Der Orthopäde möchte mich erst im nächsten Jahr wiedersehen, vbergaß aber nicht, mich daran zu erinnern, dass es mit dem tauben Finger noch dauern wird.

Aber nicht nur mecker: Es häufen sich die Tage, an dem ich nichts mehr merke. Allerdings werde ich für jeden Versuch, ein Kopfkissen zu nutzen, verdreht zu schlafen oder andere Fisimatenten sofoirt mit kribbelndem Finger ´bis zur Auswirkung auf den ganzen Arm bestraft.

Tja, da hilft nur Disziplin, die im Vorfeld den Vorfall wahrscheinlich verhindert hätte .... :)z

Genesende Grüße

Xe

RjemXu-lxa


:)^ Danke für deinen fortlaufenden Bericht! Sehr inspirierend!

Ich habe ähnliche Probleme in der LWS und linkem Bein, allerdings in sehr viel schwächerer Form. Mache auch regelmässig meine Übungen und vermeide "Fisimatenten" wie du es nennst :-D Wenn ich die Übungen mal ein paar Tage nicht mache kommt das blöde Kribbeln auch gleich wieder voll zurück!

Dir weiterhin Alles Gute! @:)

xtenophUenia


Tag 268: Der Mensch kann soo dankbar werden ...

Hallo Remu-la,

ja, so eine Diagnose ist hart, ob Lenden,- Hals- oder Brustwirbel. Hätte mir vor 268 Tagen der Arzt in der Notaufnahme gesagt, dass ich heute noch damit beschäftit wäre (...) Ich weiß nicht, ob ich daran zerbrochen wäre. Als Einzelkämpfer hätte ich nur meinen wirtschaftlichen Ruin vor Augen gehabt, der im übrigen nicht eingetreten ist, denn wider Erwarten habe ich mehr gearbeitet als gedacht bzw. empfunden.

Wie geht es heute? Bewegung, Übungen und immer noch: keine Lieblingsschlafhaltung auf der Seite (nein: immer noch wie eine Mumie auf dem Rücken), kein freier Hals (immer Tuch, Rolli oder Schal), kein Kopfkissen usw. - Die Tage ohne Taubheitsgefühl mehren sich. Aber da sind sie noch, die Momente, in denen mir einfach etwas aus der Hand fällt, mein Finger nicht die Tastatur berührt und Buchstaben im Text fehlen. Manchmal werde ich dann wütend. Nicht auf mich, nicht auf den Fingewr oder die Hand, nicht auf mein Schicksal. Ich werde wütend, weil mein Körper nicht so funktioniert, wie ich es mir in meinem Hirn ausdenke.

Ich habe einmal mehr und noch größeren Respekt vor Menschen, denen ungleich Schlimmeres widerfahren ist.

Aber zur Beruhigung aller Mitleser: Es ist leb- und arbeitbar und wirklich eine Chance zur Restrukturierung. Meine Diclofenac und Tetrazepam hüte ich wie einen Augapflel, habe diese aber seit Ende Mai 2009 nicht mehr gebraucht. Erst wenn ich diese Tabletten der Verwertung (beim Apotheker oder dem Restmüll) übergebe, bin ich wieder gesund. Solnage dies mein letztes Problem ist, kann ich damit aber beruhigt eine lange Zeit leben :)*

Viele Grüße und gute Besserung an alle Lerinnen und Leser!

xeenophe8nia


Tag 270: Einsicht erreicht

Hallo Welt!

270 Tage ist mein Bandscheibenvorfall her. Leider funktioniert mein linker Zeigefinger noch immer nicht, was mich weiterhin beim Tippen dieses und auch anderer Texte behindert. Aber dafür habe ich wirklich viel gewonnen:

1.) Mein Tag sieht vollkommen anders aus und ich steuere diesen - wenn möglich - nach meinen wahren Kapazitäten (und beute mich nicht selbst weiter aus)

2) "Strress"-Faktoren sind gar keine!: Verzichten Sie/Ihr einfach mal auf stressige Situationen!

3) Jeder Tag mit funktionierendem Zeigefinger ist Gold wert!

4) Wenn jeder Tag mit funktionierendem Körper Gold wert ist, dann bin ich Pincess of my Life (und ich liebe diese Rolle).

Leicht gelähmte Grüße vom "Großen auf Links"

Xe

xMenoLphenixa


Tag 2965

Durch Zufall bin heute auf diesen, "meinen", alten Thread gestoßen. Wie das so ist mit den Communities ... ich war schon lange nicht mehr hier. In meinem Postfach befand sich eine Anfrage zu meiner weiteren "Leidensgeschichte" aus dem letzten Jahr. Leider hat sich dieser Mensch aus diesem Forum abgemeldet. So gebe ich hier die Antwort auf die Frage

"wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen? Hattest du einen erneuten Vorfall (- ich hoffe nicht), ist dein Zeigefinger wieder in Ordnung?"

1) ERNEUTER VORFALL?

Nein, ich hatte keinen neuen Vorfall. Ab und zu merke ich Überlastung, z.B., wenn ich einen Wasserkasten (Glasflaschen) gehoben habe. Ich habe daher einen neuen, sehr leichten und leider von der Schnittbreite her sehr kleinen Rasenmäher, beispielsweise ... so gehe ich manche Wege häufiger mit weniger Belastung.

Außerdem mache ich die KG-Übungen immer noch fleißig und munter, allerdings nicht mehr so häufig.

2) LEBEN HEUTE

Ja, ich habe den Bandscheibenvorfall genutzt, um vieles zu ändern, was nicht einfach war, denn ich bin seit zwei Jahrzehnten selbständig. Ich ging durch ein tiefes finanzielles Tal, das mir aber Lebenssfreude, Lebenssinn und Lebensenergie wieder brachte. Ich habe meine Existenz schlichtweg überdacht und neu erfunden, sozusagen.

Ehrlich: Als ich gerade die Zeilen von Damals las wollte ich auch wissen, wie es weiter gegangen ist. :-D

Faszinierend, wie ich minutiös meine Eindrücke festhielt. Es war mir so präsent als wäre es gestern erst passiert.

Mein Leben heute: Home Office, kaum Reisen oder Autofahrten, dafür viel zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Motorrad. Letzteres erwies sich geradezu als Therapieobjekt.

Ich lebe sehr entschleunigt gegenüber meiner früheren Lebens- und Arbeitsweise. Es geht halt nicht alles an einem Tag. Und weil das so ist bin ich noch produktiver geworden in den Momenten, in denen ich wirklich "schufte". Statt drei Tage Palaver um eine Präsentation reichen heute 45 Minuten (okay, ich habe auch viel mehr, auf das ich zurück greifen kann).

Für nichts und niemand verzichte ich auf das Essen, was ich mag (clean eating, go fruit yourself und so) zu der Zeit, die mir wichtig ist, oder auf Pausen, Bewegung oder ganz einfache menschliche Bedürfnisse. Ich überlege dreimal, ob ich wirklich physisch vor Ort sein muss oder ob es nicht virtuell zu stemmen ist.

- Dies ist nun sehr privilegiert. Als Kassierin, Pflegerin oder Schalterbeamtin könnte ich dies nicht so einrichten ... aber dann würden auch andere Mechanismen in dieser Gesellschaft greifen ... ich bin Freiberufler. Da interessiert es niemand, ob ich heute nicht mehr so kann wie gestern. Ich bin gefragt, meine Leistung neu zu erfinden.

3) ZEIGEFINGER & ARM

Der Finger ist an einer kleinen Stelle noch immer taub, aber nicht gefühllos. Schwer zu beschreiben. Gegenüber den anfängliche Taubheit vielleicht noch 25%. Der Arm ist auch nicht bei 100%, vielleicht bei 80 oder 90% - die klassische "Brücke" als Gymnastikübung traue ich mich bis heute nicht, weil ich mich nicht auf die Kraft meines linken Armes verlassen will (vielleicht nur Kopfsache?). Das war mir bei der Neurologin schon klar, als die sagte, es sei fast schon chronisch im Befund mit der Lähmung und Nervenirritation ...

Seit Dezember 2014 kann ich wieder Gitarre spielen, was mir zuvor nicht mehr möglich war. Das sind 5 1/2 Jahre, bis die linke Hand das tat, was ich dachte und wollte, so ganz im Detail und nicht nur im groben Alltag ...

Tja, eines und das ist vielleicht das Wichtigste, das ich gelernt habe: Zeit ist relativ und Stress machst Du Dir selbst, indem Du Deine Ziele überhöhst, Dich einfach zu wichtig nimmst. Daher hast Du diesen oder einen anderen "Dämpfer" erhalten, ganz frisch und direkt vom Universum :-)

Schalte runter, bleib gelassen, über Dich im Sein und das im Jetzt.

Wenn Du jetzt mit einem frischen Bandscheibenvorfall dies Ganze liest, schau noch einmal auf die ersten zwanzig Beiträge. Erfolg und Besserung stellt sich ein und nein: du bist auch nicht behindert. Ganz im Gegenteil: Du kennst nun Deine Grenzen. :-)

Liebe Grüße und gute Genesung,

xe.

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