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Ärztepfusch! Was tun?

P/hilxey hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

vorab kurz meine "Leidensgeschichte":

- War vor knapp 2,5 Monaten beim Orthopäden, weil ich dachte, dass ich mir einen Nerv oder so unter dem Schulterblatte eingekemmt hätte

- die Orthopädin meinte, dass ein Wirbel falsch sitzt - hat mich eingerenkt und mir Physio verschrieben - sollte 10 Tage später nochmals zur Kontrolle vorbei kommen

- war nach 10 Tagen wieder da, Rücken gings im Vergleich zum Ursprungssschmerz um Welten besser, aber immer noch da.

- Dazu kam ein seltsam stechender Knieschmerz: Sie hatte einige Tests gemacht und meinte, es würde alles auf eine Meniskusläsion sprechen ---> also Termin beim MRT und dann wieder zum Orthopäden

- MRT wurde gemacht, laut Orthopäde (die Ärztin war inzwischen in Mutterschutz) ein leichter Meniskusanriss, aber nichts weiter schlimmes - vielleicht kommen die Beschwerden ja von ner Entzündung

- Spritze ins Knie und soll erst dann wieder kommen, wenns schlimmer wird (konnte zu dem Zeitpunkt schubweise schon kaum mehr gehen)

- am darauffolgenden Samstag musste ich mit einem uralt Fahrstuhl (da an Treppensteigen nicht mehr zu denken war) fahren, die Schmerzen wurden im Laufe des Tages immer schlimmer und auch das Knie schwoll ganz dick an.

- auf zur Ambulanz, dort war eine Ärztin im Dienst, die momentan auch Probleme mit dem Meniskus hatte und die Schmerzen gut nachvollziehen konnte - hatte sich intensiv meiner angenommen (dachte ich zumindest) und kam zu dem Schluss, dass mein Innenmeniskus sich immer wieder im Kniegelenk "verhedert" und ich dadurch immer wieder schubweise Beschwerden habe, die aber immer kurzfristiger werden und innerhalb kürzester Zeit gar nicht mehr weggehen würden (passte ja in mein Beschwerdebild). Sie meinte, ich sollte mich unbedingt in der kommenden Woche operieren lassen.

- Der Orthopäde stellte mir ohne weiteres einen Einweisungsschein aus und am Tag vor Christi-Himmelfahrt wurde ich dann arthroskopiert (in einer Klinik, die von Berlins Kniegeschädigten aller Schichten empfohlen wird)

Jetzt beginnt das Dilemma:

- nach der OP waren die Schwestern schon sauer auf die OP-Schwestern, denn mein Verband war so stark gebunden, dass meine Zehen schon dunkellila waren.

- 2h nachdem ich auf dem Zimmer war durfte ich schon aufstehen und alleine ins Bad gehen (10 Min. vorher kam noch dieselbe Schwester und meinte, ich müsse den Nachttopf verwenden, da ich noch lange nicht aufstehen dürfe.....)

- ich hinkte mehr schlecht als Recht vor mich hin und gab den Schwestern auch Bescheid, dass mir schwindlig ist und sich mein Bein auch komisch anfühlt. Auf die Frage hin, ob ich Gehhilfen haben könnte wurde mir nur gesagt, dass das die Kasse leider nicht bezahlt, wenn ich das Bein sofort wieder belasten dürfe.

- am nächsten Morgen (dem Feiertag) kam nur kurz eine Assistenzärztin vorbei und drückte mir den Entlassbogen in die Hand. Einen Arzt, der mir irgendwas zur OP sagen konnte hatte ich nie gesehen ;(

- die Schwewster kam kurze Zeit später noch vorbei, gab mir 2x Voltaren resinat und eine handvoll magenunterstützende Tabletten (wegen der Voltaren) und 2 Thrombosespritzen mit, die ich abends setzen soll. Wichtig wäre das Bein zu schonen und gut zu kühlen, asserdem müsse ich unbedingt am darauffolgenden Tag zum Arzt um mir weitere Spritzen und Voltaren

- mit dem Entlassbogen ging ich zu meiner Hausärztin, die mir lediglich die Voltaren verschrieb und den Rest abtat mit: Das sind alles Medikamente, die Sie Ihrem Körper zuführen. Das muss ja nicht sein. Ich fragte sie nochmal wegen der Thrombosespritzen, da meinte sie, dass ich die überhaupt nicht mehr brauche und die, die ich habe auch nicht mehr setzen sollte, da ich ja bereits das Bein voll belasten könnte und das nur unnötig für den Körper wäre. Hab die Thrombosespritze in Vertrauen auf die Ärztin brav in der Apotheke abgegeben (man will ja nichts vergeuden).....

- am Dienstag hatte ich dann nen Termin beim Orthopäden, der zwar nen Bluterguss feststellte, der aber nicht so schlimm sei. Ausserdem sollte ich das Bein absolut schonen und möglichst ruhig halten - die weitere Behandlung könne auch der HA übernehmen.

- am Abend begann plötzlich mein Bein taub zu werden, die Zehen wurden blau

- am nächsten Tag rief ich bei meiner HÄ an, die meinte ich soll entweder zum Orthopäden oder eben ins KH

- Termin hatte ich für den Donnerstag beim Orthopäden bekommen, der meinte es spräche alles für eine Thrombose. Blutabnehmen, nach Hause gehen: Wir rufen sie an - nach 5h rief eine Arzthelferin an und meinte die Blutwerte sind i.O. ---> keine Thrombose!

- am Freitag war ich bei meiner HÄ, zum Fädenziehen, hab ihr von der Taubheit und den blauen Zehen erzählt, da meinte sie nur, das wäre der Bluterguss und völlig normal. Könne aber jederzeit zu ihr kommen, wenn ich weiterhin solche Angst hätte

- nun war das Pfingstwochenende und ich hab mich halt mit den Schmerzen abgefunden. Nachdem mein Freund nun aber einmal live dabei war, als das Bein anschwoll setzte er mich am Pfingstmontag eigenhändig in der Ambulanz (in dem KH, in dem ich operiert wurde) ab.

- Erst wurde ich blöd angemacht, was ich hier täte, denn für ne Nachsorge wäre ja der Orthopäde oder der HA da. Dann wurde dort wieder von einer Thrombose gesprochen und nochmals Blut abgenommen (Gerinnungswerte waren leicht erhöht, aber die D-Dimere waren ok). Sollte am nächsten Morgen für ne Dopplersonographie nochmals vorbei kommen.

- Dopplersonographie war in Ordnung und irgendwann gab eine Ärztin kleinlaut zu, dass vielleicht bei der OP ein Lymphgefäß verletzt worden sein könnte. Solle das Bein weiterhin ruhig halten, Voltaren für min. 2 Wochen nehmen und 7-8x täglich für 30 Min. kühlen. Ausserdem war sie fassungslos, dass mir keine Thrombosespritzen mehr verschrieben wurden.

- Bin im Anschluss daran nochmals zur HÄ wegen einer Krankschreibung (arbeite im Büro, da isses leider nicht so einfach mit Hochlagern). Diese meinte nur wortwörtlich: "Na, ich habe ja gehofft, dass ich Sie hier nicht mehr sehe!" Krankschreibung gab sie mir nur sehr widerwillig und auch um die Schmerzmittel musste ich förmlich betteln (dazu sei erwähnt, dass ich selbst bei einer starken Migräne eher mit aller Gewalt versuche einzuschlafen bevor ich ne Tablette auch nur ansehe).

- Ging brav zur Physio und hab mich mit meinem Schicksal abgefunden. Arzt wollt ich erstmal keinen mehr sehen.

- An diesem Dienstag war (zum Glück) unser Betriebsarzt zu einer Besprechung im Haus und als er mich sah, meinte er nur, dass das 3 Wochen nach der OP nicht mehr so aussehen dürfe (Bein war zwar nicht geschwollen, aber tat immer noch höllisch weh - weiterhin war immer noch dieses Taubheitsgefühl). Er machte mir das Angebot, dass ich mich allgemeinärztlich bei ihm untersuchen lassen könne.

- Hab nach langem Hin und Her das Angebot angenommen und fand mich am Mittwoch in seiner Praxis ein, dort hat er in einer beispielslosen Aktion einen Termin für ein MRT (dauert in Berlin als Kassenpatient normalerweise 6 Wochen) für den nächsten Tag bekommen und einen Termin bei einem Chefarzt einer orthopäd. Tagesklinik für heute besorgt.

- Der hat sich heute das MRT angesehen und hatte mich noch ganz komisch zig Mal gefragt, ob das wirklich die Aufnahme von nach der OP wäre. Der Meniskus ist absolut intakt - da war noch nie etwas, ein Knorpelschaden, der angeblich geglättet worden wäre ist noch immer da (hab ihm dann zum Vergleich die Bilder vom ersten MRT noch gegeben) - und sogar an absolut der selben Stelle. Es ist also absolut nichts während der Arthroskopie gemacht; zumindest absolut nichts was auf dem Befund stand.

- Er hat diverse Tests gemacht und ein Pilcasyndrom festgestellt, dass inzwischen soweit fortgeschritten ist, dass er nur noch hoffen kann, dass man es mit Medikamenten in den Griff bekommt, ansonsten muss nochmal operiert werden.

- Weiterhin hat er eine Skoliose diagnostiziert, die zu 98% den Ausschlag für die Knieschmerzen am Anfang gewesen sind. In jedem Fall muss ich jetzt viel KG machen und hoffen, dass man alles noch in den Griff bekommt.

- Erwähnt sei auch noch, dass ich vor 10 Jahren an meiner Blinddarm-OP aufgewacht bin und den Ärzten von meiner Narkoseangst erzählt habe. Trotzdem nehmen die eine vollkommen sinnlose OP in Vollnarkose vor!

Ich habe leider keine Rechtschutzversicherung, weswegen ich mir einen langwierigen Prozess nicht leisten kann - meine Frage nun, was würdet ihr tun? Mit der Krankenkasse möchte ich in jedem Fall sprechen, da ich Angst habe, dass die mir irgendwann Leistungen ablehnen, weil ich zig Ärzte für ein harmloses Problem beschäftige.....

Antworten
m iniandanaxs


Selbst, wenn Du eine RS-Vers. hättest, bräuchtest Du starke Nerven und Durchhaltevermögen.

Was die Verschreibung der Thrombosespritzen betrifft:

Die Thrombosegefahr ist besonders bei Knie- und Hüft-OP´s gegeben. Das sollten die Ärzte wissen. Man muss solange spritzen, bis man das Bein wieder voll belasten kann.

Du bist kein Einzelfall. Auch unser HA hielt die Verschreibung der Thrombosespritzen für unnötig, obwohl sie 4 Wochen lang auf Krücken ging. Auch die Blutuntersuchung hielt er für unnötig. Wir gingen zu einem anderen Arzt. Sie hatte erhöhte Thrombozyten! Von diesem Arzt bekam sie auch weitere Thrombosespritzen.

Mein PC läuft jetzt etwas langsam. Sonst würde ich mich auch zu Deiner "Geschichte" äußern.

Es ist bitter, wenn man als Patient nur zum Lernen dient und als Einnahmequelle.

Alles Gute

Pth;iley


Aber ist das nicht unglaublich? Man nimmt die Gefahr einer Thrombose billigend in Kauf?

Das tut mir sehr Leid für euch, dass ihr so ähnliche Probleme hattet! Auf wen kann man denn noch vertrauen, wenn schon nicht mehr auf den Hausarzt?

Hab vorhin mit meiner Krankenkasse telefoniert, die meinten lediglich: "Naja, Sie können ja nicht beurteilen, was die Ärzte operiert haben. Und wenn Sie meinen, dass Ihr jetztiger Arzt besser ist, ist das Ihre freie Entscheidung, Sie haben ja glücklicherweise den Vorteil, dass Sie in Deutschland leben und soviele Ärzte wie Sie wollen zu Rate ziehen können." ......... und da wundert man sich dann, dass die Krankenkassen jammern, dass Ihnen das Geld nicht reicht.... ???

H]yp=eri&oxn


Hm

Du solltest auf jeden Fall den Hausarzt wechseln und auch die Krankenkasse. Wenn die Kasse dich nicht ernst nimmt und mit som blöden Satz abwimmelt würde ich mir eine neue suchen.

Auf die Frage hin, ob ich Gehhilfen haben könnte wurde mir nur gesagt, dass das die Kasse leider nicht bezahlt, wenn ich das Bein sofort wieder belasten dürfe.

Natürlich gibs Gehilfen von der Kasse. Allerdings muss man auch bei Hilfsmittel etwas zuzahlen z.B. 5 € oder so. Der Arzt hätte dir also welche verschreiben können!

Siehe Link:

[[http://www.vitanet.de/rundumsalter/rat_hilfe/hilfsmittel/kosten]]

Gerade die ersten 4-5 tage nach einer ASk sind Gehilfen sinnvoll um das operierte Knie zu entlasten.

Gruss

PQhilLey


Hallo Hyperion,

glaub mir: ich hätte auch € 20,-- oder mehr bezahlt.

Das schönste war ohnehin, dass ich am Tag nach Pfingstmontag von einen der Ärzte im Krankenhaus gefragt worden bin, wo denn meine Stützen wären.....

War knapp davor ihm was anzutun...

Hab mich dazu entschieden, unseren Betriebsarzt auch als allgemeine Patientin zu beehren ;-)

So einen Einsatz habe ich seit Jahren nicht mehr bei einem Arzt gesehen (leider ist er schon etwas älter und ich hoff, dass er noch ein klein wenig erhalten bleiben wird)....

Danke aber in jedem Fall für deine Antwort.

LG

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