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Alles vom Rücken - oder doch nicht?

S3V_81 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leute,

was jetzt folgt ist eine etwas längere Erklärung meiner momentanen Situation, zu der ich mir gerne Meinungen von Dritten holen möchte. Ich kann natürlich jeden verstehen, der sich den Text nicht bis zuende durchlesen möchte, dennoch bin ich dankbar wenn sich jemand die Zeit nimmt.

Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich den Beitrag über mehrere Postings verteile, denn aufgrund der Größe ist die maximale Anzahl an zulässigen Zeichen überschritten worden. Bitte um Verzeihung.

Zuerst etwas zu meiner Person: Ich bin männlich, 28 Jahre alt, 1,79 cm groß, Gewicht schwankend von 79-82 kg, je nachdem wie ich mich mit Naschen zurückhalten kann ;-). Ich bin seit über 10 Jahren berufstätig als Bürofuzzi, der viel vor dem PC sitzt und daheim verbringe ich Hobbymäßig ebenfalls viel Zeit vor dem Computer. Mein Leben war bisher das tollste, was man sich vorstellen kann. Ich habe seit ein paar Jahren einen festen Freund mit dem ich mir ein Haus gekauft habe, die beste Familie die es gibt und einen super Freundeskreis. Körperlich war ich immer in guter Verfassung, hatte nie besondere Krankheiten oder Krankenhausaufenthalte etc. ausser eine krumme Wirbelsäule, Hohlkreuz, Haltungsfehler oder was auch immer, aber das ist wohl auf die PC Hockerei zurückzuführen. Geistig war ich immer voll auf der Höhe (obwohl meine Freunde behaupten, ich sei ein wenig verrückt im positiven Sinne) und ich habe mir auch noch nie Gedanken über ernsthafte Krankheiten gemacht und Leute, die einen auf Hypochonder machen eher belächelt nach dem Motto "Oh ja, es wird schon nix schlimmes sein...was hast denn jetzt schon wieder?". Im Internet habe ich desöfteren sehr interessiert über Krankheiten wie Krebs und Konsorten gelesen ohne mir weiter etwas dabei zu denken, eigentlich eher aus Wissensdurst. Auf gut deutsch: Ich bin mit meinem Leben rundum zufrieden und es könnte mir nicht besser gehen.

Ich schildere nun meinen Verlauf so genau es geht:

Angefangen hat es vor 2 Jahren, als ich plötzlich in den Wintermonaten starken Reizhusten bekommen habe. Ich muss dazu sagen, dass wir in unserem Hauf mit Ölofen heizen und in dem Raum, in dem ich mich die meiste Zeit aufhalte ist ebenfalls einer. Der Husten war wirklich extrem, auch Nachts habe ich rumgebellt wie ein Weltmeister, bis mir der ganze Brustkorb wehgetan und meine Lunge gebrannt hat und ich fast schon einen Würgereiz hatte ohne Erbrechen natürlich. Für die Phasen ohne Husten war ich wirklich dankbar, dass ich ein wenig Ruhe hatte. Die ganze Geschichte hat sich über 3 Monate hingezogen und war Ende Dezember eigentlich so gut wie verflogen, bis es schließlich komplett abgeklungen ist ohne weitere Beschwerden. Zum Arzt bin ich in der Zeit nicht gegangen, da eine Kollegin von mir zuvor auch ein paar Wochen lang starken Husten hatte und ich mir eingebildet habe, dass es bestimmt das selbe ist und es wie bei ihr wieder vergeht.

Weg war der Husten und ich habe das ganze Jahr über keinen weiteren Gedanken mehr daran verschwendet. Im Oktober letzten Jahres, hat es allerdings wieder haargenau so angefangen mit der Husterei. Hier habe ich auch gemerkt, dass der Ölofen irgendwie kaputt sein muss, da er extrem gerußt und gestunken hat, so dass ich immer gelüftet habe. Wir wollen selbigen dieses Jahr auch rausschmeissen und durch einen neueren ersetzen. Dieses Mal bin ich aber zum Arzt und hab ihm alles erzählt (ausser die Ofengeschichte) und er hat mir Antibiotika und ACC Akut verschrieben, welches ich eine Weile genommen habe, ohne nennenswerte Besserung. Er meint es wäre eine post-Virale-Dingsbums (tut mir leid ich kriegs nimmer zusammen) als Folge von der kleinen Grippe, die ich ein paar Wochen vorher hatte. Ende Dezember vor meinem Urlaub ging ich nochmal zum Arzt, da der Husten jetzt nichtmehr ganz so extrem war, aber dennoch präsent mit einem ständigen Kitzeln im Hals und er hat mir für 2 Wochen Kortisontabletten verschrieben, die ich brav genommen habe. Nachdem ab diesem Zeitpunkt 3 weitere Wochen verstrichen sind, war der Husten im Großen und Ganzen verschwunden.

Was blieb war dieses ständige Kitzeln im Halsbereich, von der Mitte bis an der der Übergang vom Kehlkopf/Hals zum Brustkorb, also da wo die Knochen anfangen. Dieses Gefühl verstärkt sich wenn ich mit dem Kopf nach oben schaue und den Hals durchstrecke. Dazu ein komisches, linksseitiges Gefühl in der Lunge, als würde es hin und wieder rasseln/blubbern inklusive einem leichten Schmerz auf der linken Seite und unter dem Schulterblatt. Es hat sich also alles komplett links abgespielt auf eine Art wie ich es noch nie erlebt habe. Wegen diesen Symptomen war ich dann wieder beim Hausarzt, welcher ein bischen abgehorcht und getastet hat und hat mich wegen BWS Syndrom zum Orthopäden überwiesen. Ein bischen skeptisch, dass der Rücken solche Beschwerden verursachen kann, bin ich dann nach Hause und mir einen Termin geben lassen, welcher leider erst Ende März möglich war.

Jetzt kommt das, was ich besser nicht hätte tun sollen, aber das war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Im Nachhinein bin ich schlauer und hätte mich selbst Ohrfeigen können. Nachdem ich über den späten Termin sehr unzufrieden war und lieber gleich gewusst hätte, was mit mir los ist als später, dachte ich mir hey schaust halt mal schnell im Internet nach ein paar Symptomen was es sein kann, denn man will ja nicht ewigkeiten in Ungewissheit leben. Nungut, Google aufgemacht und Begriffe wie "blubbern in Lunge/rasselgeräusch in Lunge" eingegeben und auf diverse Krankheiten gestoßen unter anderem auch dem sogenannten Pneumothorax. Da dachte ich mir "Hä, was ist denn das? Noch nie gehört..." und hab mal ein bischen weiter recherchiert. Je mehr ich darüber gelesen habe, umsomehr habe ich meine Symptome darin wieder erkannt. Es klingt verrückt, aber ich war felsenfest (!) davon überzeugt einen Spontanpneumothorax zu haben weil echt alles gepasst hat, nachdem ich mehr auf meine Atmung geachtet habe. Ein bischen im Pneumothorax Forum gestöbert und die Berichte der Betroffenen durchgelesen. Dazu kam noch ein lustiges Bild auf dem man gesehen hat, dass bei einem Pneumothorax ein Lungenflügel eingefallen ist und die Panik, die in mir aufkam, war perfekt. Vorher hatte ich NOCH NIE diesen Begriff gehört, geschweige denn was das sein soll und ich bin mir sicher, wenn ich ihn nicht in Google gefunden hätte, dann hätte vielleicht nie etwas darüber erfahren.

Meinen Freund hab ich mit dieser Entdeckung gleich total schallu gemacht, welcher mich aber beruhigt hat und meinte, dass es totaler Quatsch wäre und der Arzt beim Abhören etwas hätte hören müssen. Der Gedanke hat mich aber nichtmehr losgelassen und ich bin ständig dagehockt und hab auf meine Atmung geachtet, ob ich Atemnot bekomme oder ob es schlimmer wird etc. Nachdem ich mich eingermaßen beruhigt hatte, hab ich mir selbst eingeredet, dass es Blödsinn ist weiter darüber nachzudenken, aber ich habe mich immerwieder dabei ertappt eben doch daran zu denken. Also am nächsten Tag wieder zum Hausarzt und ihn nochmal kontrollieren lassen, welcher aber meinte dass er nichts auffälliges hören kann und meine Atmung total in Ordnung wäre. Ich soll den Termin im März wahrnehmen, denn er ist davon überzeugt, dass meine Probleme durch die Wirbelsäule hervorgerufen werden.

Danach habe ich mir andauernd versucht einzureden, dass da nichts ist und das das irgendwelche andere Ursachen haben muss, ich konnte es aber dennoch nicht lassen weiter im Internet danach zu forschen und hab mich ständig verrückt gemacht. Selbst wenn ich durch andere Dinge total hätte abgelenkt sein müssen, nagte der Gedanke an mir wie ein schleichendes Gift in meinem Unterbewusstsein, was mich total angekotzt hat. Normalerweise bin ich geistig überhaupt nicht labil und verfalle nicht so schnell in Panik, aber das war echt ein Gefühl das ich noch nie hatte. Der Termin beim Orthopäden rückte immer näher und dieser war in der letzten Märzwoche am Dienstag. Die Gedanken an Pneumothorax hab ich mir so gut wie ausgeredet, jedoch waren sie immernoch leicht vorhanden. Zwei Wochenenden vor diesem Termin ging es mir noch relativ gut, mal abgesehen vom ständigen Kratzgefühl im Hals und ich hab noch munter im Haus geputzt, hab aber dann am Montag ein wenig Halsschmerzen bekommen, zu denen ich mir nichts weiter gedacht habe, da sie ein paar Tage später wieder weg waren. Am Wochenende vor dem Termin habe ich meiner Oma noch beim Umzug geholfen, aber am Sonntag abend kam dann etwas neues zu meinen Beschwerden dazu.

Ich hatte plötzlich ein ganz komisches Druckgefühl hinter dem Brustbein, als wäre ein Fremdkörper dahinter, der drückt. Dazu musste ich dauernd Luft aufstoßen bzw. habe es von mir aus hervorgerufen um den Druck ein wenig zu lockern. Natürlich gleich im Internet geschaut, ob das bei einem Pneumothorax auch vorkommen kann und siehe da, ich wurde leider fündig. Der Montag war für mich schrecklich. Ich bin auf der Arbeit gehockt und meine Gedanken haben sich nur noch um ein Thema gedreht und am Dienstag, dem besagten Termin, war die Zeit auf der Arbeit die Hölle. Ich konnte nur noch an Pneumothorax denken und dass der Druck auf dem Brustbein ein Vorbote sein muss, dass es allmählich schlimmer wird. Ich bin wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend gerannt und habe schier einen Kreislaufzusammenbruch bekommen, da mir schwarz vor Augen wurde, aber ich konnte es immer noch unterdrücken. Ich habe die Sekunden gezählt, bis endlich Feierabend war und mich mein Freund abgeholt und zu dem Termin gefahren hat.

Fortsetzung im nächsten Beitrag.

Antworten
SdVq_81


Dort angekommen musste ich nach der Röntgenuntersuchung natürlich erstmal Ewigkeiten im Wartezimmer zubringen, bis ich dran kam, ständig in Gedanken dass ich demnächst zusammenklappen könnte. Ich versuchte krampfhaft eine Zeitschrift zu lesen, aber die Buchstaben haben garkeinen Sinn ergeben, da ich so in Panik war. Es hat wirklich nichtmehr viel gefehlt und ich wäre zur Sprechstundenhilfe gestürmt und hätte sie versucht zu überreden, dass ich jetzt drankommen will. Dann kam aber doch der erlösende Aufruf meines Namens und ich habe mich zusammengerissen und bin rein. Der Arzt war echt nett und hat mir anhand vom Röntgenbild erklärt, dass ein paar meiner Wirbel blockieren und ich eine Wirbelsäulenkrümmung habe (irgendwas mit Kyphose). Er würde jetzt etwas mit mir machen, dass vorrübergehend ein bischen Linderung verschaffen soll und er hat mich dann auf einer Liege mit ein paar Bewegungen eingerenkt, dass es richtig geknackt hat. Am Ende habe ich ihn gezielt auf Pneumothorax angesprochen und ob meine Symptome darauf hindeuten, dann ist er zum Röntgenbild zurück und hat gemeint, dass ich auf keinen Fall einen hätte, sonst würde er das sehen und auch keinen sog. "spitzen Pneumothorax" und er kann mir Entwarnung geben.

Das hatte mich doch schon erheblich beruhigt und ich bin wieder nach Hause gefahren, jedoch hat sich das Gedankenkarusell weitergedreht, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass sowas wirklich vom Rücken kommt. Nungut, dass ich einen krummen Rücken habe wusste ich schon eine Weile und ich hatte mir vorgenommen jetzt mal öfter ins Schwimmbad zu gehen und mich dazu zu zwingen, in aufrechter Haltung vor dem PC zu sitzen. Desweiteren habe ich mich beim Schlafen auch in eine andere Position gelegt. Der Druck hinter dem Brustbein, inklusive Aufstoßen von Luft, war jedoch mein ständiger Begleiter und das hat mich nichtmehr losgelassen. Daher habe ich im Internet nach eben diesen Symptomen gesucht und stieß auf Refluxkrankheit, Magen/Speiseröhrenkrebs, Divertikel, Zwerchfellhernie und hab mir sehr ausführlich die Symptome durchgelesen um eventuell meine "rauszufiltern". Zwei Tage später bin ich dann zum Hausarzt um die Sitzung beim Orthopäden zu besprechen und hab ihm auch gleich meine Sorge wegen dem Druck erzählt. Er hat mir dann lang und breit erklärt, dass vom Rücken die komischsten Symptome auftreten können wenn irgendwelche Wirbel die Nerven einklemmen, dass einem sogar der kleine Zeh deshalb weh tun kann etc. Durch meine Wirbelsäule würde das nach vorne in den Brustbereich strahlen und daher käme der Druck und das Aufstoßen, ich soll mir keine Sorgen machen. Er hat mir Diclac 75 mg mitgegeben um eventuelle Verspannungen zu lösen.

Ich war weiterhin nicht überzeugt, dass ein Rücken solche Symptome verursachen kann. Nicht falsch verstehen, ich vertraue meinem Hausarzt und er ist wirklich ein sehr guter, aber ich wollte es irgendwie nicht wahrhaben, dass es "nur" der Rücken ist. Also ging meine Suche im Internet weiter, dazu hab ich die Diclac überhaupt nicht vertragen und mir wurde übel ohne Erbrechen und ich bekam 2 Tage lang jeden Morgen Durchfall. Jeden Tag immer eine anhaltende Übelkeit, Druck hinter dem Brustbein und auf dem Magen und Aufstoßen von Luft. Wenn ich mich irgendwie komisch bewegt habe oder nach meiner Jacke auf dem Kleiderständer gegriffen habe, hat es in meinem Magen geblubbert und gebrummt, was ich als sehr unangenehm empfand. Wenn ich geschlafen habe, war meine beste Zeit, denn da hatte ich keine Beschwerden und bin auch nicht aufgewacht. Falls ich mal aufgewacht bin, waren natürlich meine ersten Gedanken was mit mir los sein könnte und morgens nach dem Aufstehen ist es mir ebenfalls sofort durch den Kopf geschossen. Die wildesten Szenarien habe ich mir im Kopf ausgemalt. Was ist wenn ich Krebs habe? Was wird dann aus unserem Haus? Ich kann doch meinen Freund nicht im Stich lassen. Ich führe doch ein so glückliches Leben, warum kann ich es nicht bis zum Ende leben? und so weiter...

An einem Samstag hatte ich fast einen Kreislaufkollaps erlitten. Mir war so dermaßen übel und beinahe schwarz vor Augen, dass ich versucht habe meinen Hausarzt anzurufen, welcher aber nicht da war. Hab dann die Nummer vom Notfalldienst im Krankenhaus angerufen und mein Freund hat mich dann direkt hingefahren. Der Notfallarzt (hab ihm meinen bisherigen Symptomverlauf erzählt) hat mir den Magen abgeklopft, Herz und Lunge abgehorcht, den Puls gefühlt und meinte nur, dass ich viel Luft im Magen hätte, aber ich sollte vielleicht mal ein EKG machen und mich gegebenfalls wegen Zwerchfellhernie und Reflux untersuchen lassen.

Am darauffolgenden Montag, bin ich direkt zum Hausarzt, welcher mir eine Überweisung zur Magenspiegelung gegeben hat um eine eventuelle Refluxkrankheit bzw. Zwerchfellbruch auszuschließen. Zuhause bei 2 Internisten angerufen, von denen ich die Adressen bekommen hatte, einer war im Urlaub der andere hatte erst einen Termin in 5 Wochen, was mir definitiv zu lange war. Beim Hausarzt angerufen, welcher mir empfohlen hat es beim Internist im örtlichen Krankenhaus zu versuchen. Dort habe ich einen Termin vereinbart, welcher erst in 3 Wochen war, aber den habe ich dann angenommen. Oh mann, wieder 3 Wochen warten, bis ich weiß was mit mir los ist *grrrrr*. Ich wollte es aber jetzt sofort wissen, falls es was schlimmes wäre, das keinen Aufschub mehr duldet. Also hab ich mich in diversen Internetforen (hauptsächlich hier) genau über Reflux & Co. informiert und von was es kommen und was man dagegen tun kann. In der Zeit habe ich meine Ernährung radikal umgestellt und alles vermieden was irgendwie die Magensäureproduktion anregt. Das Kopfende von meinem Bett habe ich extra hochgestellt um nächtlichen Magensäurerückfluss zu vermeiden. Alles auf Verdacht, denn ich wusste ja nicht wirklich ob es Reflux war, aber man kann ja nie wissen und vorbeugen schadet nicht. . Ich habe jedenfalls die Tage gezählt und konnte es kaum noch abwarten bis ich endlich zur Magenspiegelung drankomme. Morgens hatte ich überhaupt keinen Hunger mehr und musste mich regelrecht zwingen etwas zu essen. Ich habe bestimmt 5 kg abgenommen, aber darüber war ich einerseits froh, denn ich wollte ja sowieso wieder mal ein bischen abnehmen. Die dauernde Übelkeit ging bis zu dem besagten Tag nie weg, aber ich habe mich in der Zeit nicht ein einziges Mal übergeben müssen.

Bin dann mit meinem Freund zur Magenspiegelung gegangen und war überhaupt nicht aufgeregt, sondern erleichtert wie noch nie es endlich zu erfahren was Sache ist. Ich habe dem Internisten alles haargenau erzählt, wie es vor 2 Jahren angefangen hat mit dem Husten, bis zum heutigen Tag. Als ich nach der Narkose aufgewacht bin, musste ich noch eine Weile im Ruheraum warten, bis ich dann schließlich zum Arzt ins Büro beordert wurde. Dieser erklärte mir dann, dass er rein garnichts finden konnte. Keinerlei Anzeichen für Sodbrennen bzw. Reflux, die Speiseröhre und der Magen ist total in Ordnung, auf keinen Fall Zwerchfellbruch und der Helicobacter pylori Schnelltest war auch negativ. Soweit so gut, das hat mich wirklich sehr beruhigt. Mir ging es einen Tag später schon viel besser und über das kommende Wochenende ist die Übelkeit komplett verflogen.

An diesem Punkt muss ich sagen, dass ich mich bestimmt habe mitreißen lassen, von den ganzen wilden Geschichten, die man so im Internet liest und dadurch hat mein Körper komplett verrückt gespielt und psychosomatische Symptome erzeugt. Mein Freundeskreis und meine Kollegen haben auch immer abgewunken und gemeint, dass mein vegetatives Nervensystem mir einen Streich spielen würde. Ab dem Tag habe ich mir vorgenommen Informationsquellen aus dem Internet mit Vorsicht zu genießen und mich nichtmehr reinzusteigern. Die Magenspiegelung war wie eine Wunderheilung für mich, zumindest was die Übelkeit betrifft. Irgendwie hat diese Information gereicht um mich soweit zu beruhigen, dass es von alleine wegging.

Jetzt kommt das große ABER. Die Übelkeit war zwar weg, jedoch waren die Symptome mit denen alles angefangen hat nach wie vor da. Von meiner Halsmitte abwärts dieses Kitzeln, welches stärker wird wenn ich den Hals durchstrecke. Der Druck hinter dem Brustbein in der Brustmitte, da wo die Knochen zusammenlaufen unter dem Halsanfang. Ich musste zwar gelegentlich immernoch aufstoßen, aber nichtmehr so extrem wie zuvor. Hinzu kam dieses unangenehme Fremdkörpergefühl direkt unter dem Halsanfang, als säße da ein großer Ball, der von innen auf meinen Brustkorb drückt. Um dieses Gefühl zu lockern, habe ich mir angewöhnt von mir aus ein bis zweimal zu Husten und das alle 2-3 Minuten, manchmal auch öfters. An manchen Tagen brennt es dann direkt in meiner Brustmitte, mit einer Tendenz auf die linke Seite, als wären meine Lungen überreizt von der Husterei. Es ist eigentlich nur in gerader Linie runter direkt in der Mitte und gelegentlich in Richtung Herzgegend. Ich mag mich vorher ein bischen verrückt gemacht haben und habe mir manche Beschwerden vielleicht eingebildet, aber dieses Gefühl ist geblieben und ich war mir sicher, dass irgendwas mit mir nicht stimmen muss. Also bin ich in der nächsten Woche direkt zum Arzt um die Magenspiegelung und eventuelles, weiteres Vorgehen zu besprechen. Ich habe ihm gesagt, dass ich gerne noch einen Termin zum Ultraschall für den Unterleibsbereich hätte, um wirklich alles auszuschließen, für welchen er mir dann wieder eine Überweisung gegeben hat. Termin vereinbart -> anderthalb Monate Wartezeit...unglaublich.

Fortsetzung im nächsten Beitrag

SJV_8x1


Ok, warte ich halt weiter auf den nächsten Arzttermin, bin ich ja inzwischen gewohnt. In dieser Zeit, habe ich meinen Freund vollgejammert, wie scheisse ich mich doch fühle und dass ich gerne einfach wieder so unbeschwert leben möchte wie früher, ohne jede freie Minute an meine Beschwerden denken und mir den Kopf darüber zerbrechen zu müssen und dass SOWAS doch nicht einfach nur vom Rücken kommen kann. Das muss doch was anderes sein! Ich danke ihm sehr dafür, dass er mir immer zuhört bzw. dass er mein dummes Gejammere ertragen muss wie von einem alter Tattergreis, der hunderte Gebrechen hat. Manchmal verfluche ich mich dafür und mein Freund tut mir so leid, aber ich kann mit ihm irgendwie offener über alles reden, als mit meinem Arzt, dessen Vermutungen und Diagnosen ich nicht einfach in Frage stellen möchte. Ich fühle mich wie ein anderer Mensch dessen Leben sich um 180 Grad gedreht hat. Ich habe mir früher nie Gedanken über meine Gesundheit gemacht, aber inzwischen höre ich andauernd in mich hinein, ob da nicht irgendwo was zwickt und zieht und denke gleich daran was es sein könnte. Oder ich sitze da und taste z.B. meinen Hals ab, ob da nicht irgendwo eine dickere Stelle ist und wenn ich irgendwo eine komsiche Stelle am Körper finde, stelle ich mir gleich die Frage, ob das schon immer da war und vergleiche gegebenfalls mit meinem Freund ob er Knubbel XYZ auch hat etc.

Zwei Wochen vor dem Ultraschalltermin, bin ich nochmal zu meinem Hausarzt. Ich wollte ganz sicher gehen und jede andere organische Ursache ausschließen, bevor ich das mit dem Rücken einfach hinnehmen kann und hab ihm gesagt, dass ich gerne noch eine Blutabnahme machen würde und zum Lungenarzt möchte, denn das Quartal springt ja bald um und ich müsste dafür dann wieder 10 Euro zahlen. Er hat mich nur ungläubig angeschaut und gemeint, dass es doch eindeutig diagnostiziert worden wäre mit meiner Kyphose und was ich mir von einer Blutuntersuchung erhoffen würde. Als ich das Thema Krebs erwähnt habe, hat er mich nur angelächelt und gemeint, wenn das so einfach wäre und man das im Blut erkennen würde, dann wäre das ein riesen Fortschritt und der Traum eines jeden Arztes, aber das ginge nicht so einfach. Auf die Frage wegen dem Lungenarzt, habe ich ihm gesagt, dass ich eventuell Asthma haben könnte oder eine Allergie, woraufhin er mich in so ein Gerät pusten lies mit unterschiedlichen Atemtechniken. Das hat laut ihm ergeben, dass mein Lungenvolumen absolut in ordnung wäre und Asthma wäre so gut wie ausgeschlossen bei diesen Werten. Ich soll den Termin zum Ultraschall wahrnehmen und danach sehen wir weiter. Für ihn ist total klar, dass es einzig und allein von der Kyphose herkommt, dass auf einen Nerv gedrückt wird oder was weiß ich und dadurch strahlt das in bestimmte Bereiche des Körpers ab, je nach betroffenem Wirbel.

Nach diesem Arztbesuch war ich schon etwas niedergeschlagen und hab regelrecht resigniert. Keine Blutuntersuchung und kein Termin für den Lungenarzt, na schön. Irgendwie will ich es ja wahr haben, dass mein Rücken an allem schuld ist und ich glaube ihm auch, aber ein kleiner Teil in mir würde lieber gerne gleich alles machen lassen um auch wirklich sicher zu gehen und das nagt halt dauernd an mir. Wenn er mir das wieder alles persönlich ins Gesicht gesagt hat, bin ich auch kurz danach eine Weile beruhigt, aber irgendwann klopft dann halt wieder dieses ungute Gefühl an meine Tür und das Gedankenkarusell beginnt sich erneut zu drehen. Bis zum Termin für den Ultraschall, waren meine Beschwerden unverändert und ich hab mir wieder tausend Sachen vorgestellt, wie das nun so weitergehen soll. Nach der Sonografie wurde nichts gefunden, bis auf eine ganz leichte Fettleber, also alles weitgehend bestens und ich hab mich jetzt damit abgefunden, dass in meinen Därmen/Magen alles ok ist und denke auch überhaupt nichtmehr daran. Dem Internist habe ich dann das mit dem Rücken erzählt und er hat auch gemeint, dass das durchaus möglich wäre, aber solche ähnlichen Symptome könnten auch auftreten, wenn man etwas am Herz hat und ich sollte vielleicht mal ein Langzeit EKG in Betracht ziehen und Herzultraschall.

Nach diesem Gespräch (das war Mitte Juni) war ich nichtmehr beim Hausarzt. Ich wollte mal schauen, ob ich vielleicht tatsächlich plem plem geworden bin und probierte ob die Beschwerden von alleine weggehen bzw. besser werden, wenn ich mal eine weile nicht zu Ärzten renne. Bis zum heutigen Tag, ist es aber leider keinen Deut besser geworden, eher kamen nochmehr Kleinigkeiten dazu. Mir kam es teilweise so vor, als hätte ich Sehstörungen, denn wenn ich irgendwo hingeschaut habe, fiel es mir schwer mich zu konzentrieren und habe zu allem Überfluss noch Kopfschmerzen und ein Druckgefühl auf der linken Kopfseite bekommen. Dazu gesellte sich hin und wieder ein Schmerz hinter dem linken Auge, der zu spüren war wenn ich in eine bestimmte Richtung geschaut habe oder wenn ich das Auge geschlossen habe. Teilweise tut mir dann der ganze Knochen um die Augenhöhle weh und meine komplette linke Kopfhälfte dröhnt wenn ich mich Bücke oder wenn ich Huste. Morgens wenn ich aufstehe (und nur morgens) kann ich nicht voll kräftig einatmen, denn ab einem Gewissen Punkt fängt es dann an zu kitzeln und ich muss vorher husten, bevor ich zuende einatmen kann. Das ist aber nur für 2-3 Minuten bis ich ein bischen rumgelaufen bin und dann ist es wieder normal und nur das Halskitzeln und das Druckgefühl bleiben. Nachts beim Schlafen habe ich rein garnichts, das ist mir auch die liebste Zeit, weil ich da Ruhe vor dem ganzen Mist habe.

Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich mir nicht ganz sicher bin, was ich weiterhin unternehmen soll. Ich kann mit meinem Arzt einfach nicht so frei reden und meine Gedanken erzählen, wie meinem Freund und wenn er wieder vom Rücken anfängt, nimmt er mir auch immer schnell den Wind aus den Segeln und ich spare mir alles weitere was ich ihm eigentlich erzählen wollte. Ich will ihn auch auf keinen Fall in frage stellen, dass er von mir denkt, dass ich ihm nicht vertraue aber ich würde zuuu gerne den Komplettcheck meines Körpers fortführen damit ich am Ende endgültig die Rückengeschichte glauben und mich damit abfinden kann, dass ich mir den ganzen Dreck nur wie ein Psycho eingebildet habe. Ich wäre auch jederzeit bereit für irgendwelche Orthopädische Maßnahmen und Krankengymnastik, aber bevor ich auf sowas eingehe, hätte ich halt lieber erst alle Zweifel beseitigt, bevor ich damit unnötigerweise Zeit verbringe und nachher ist es doch was ganz anderes. Mein Freund hat mir schon angeboten, dass er mit mir zusammen hin will, damit er auch mal mit ihm sprechen kann, aber ich meine wie sieht denn das aus wenn ich nicht mannsgenug sein kann und eine Begleitung brauche? Ich finde es ja schön, wenn er mir so beisteht, aber ich möchte halt auch nicht wie der letzte Depp dastehen, der dem Arzt nicht glaubt und jetzt auch noch jemand anderes vorschickt, wenn ihr versteht was ich meine :).

Ich denke ich werde einfach nochmal einen Termin vereinbaren, ganz unverbindlich um nochmal wegen der Sonografie zu labern und wie es weitergehen soll. Ich muss mich dann einfach irgendwie aufraffen, ihm meine Sorgen zu unterbreiten, ohne dass er gleich wunder weiß was denkt. Nächste Woche habe ich Urlaub und genügend Zeit dazu. Es tut wirklich gut das einfach mal alles hier nieder zu schreiben und ich finde das auch ein tolles Forum, in dem sich die Leute ein bischen austauschen und gegenseitig Mut machen können. Wenn ich hier so manches lese, geht es mir kurzzeitig schon etwas besser und ich fühle mich nicht ganz so alleine.

Jetzt habe ich aber genug geschrieben und würde gerne erstmal ein paar Meinungen zu meinem Fall einholen (falls jemand bis hierher gelesen hat). Kommen diese Symptome jemandem bekannt vor? Bin ich wirklich ein psychosomatisches Wrack geworden bzw. kann man zu einem Hypochonder werden, auch wenn man vorher nichtmal eine Tendenz dazu hatte? Kann das wirklich alles vom Rücken kommen oder hat eventuell meine Lunge/Bronchien einen irreparablen Schlag abbekommen, durch den rußenden Ölofen? Ich habe normal einen starken Willen, aber so langsam zweifle ich echt an meinem Verstand. Ich will einfach nichts weiter, als mein altes Leben zurück, in dem ich noch viele beschwerdefreie Jahre verbringen möchte. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass es immer so weitergehen soll, könnte ich fast wahnsinnig werden.

Tut mir leid, wenn ich es eventuell ins falsche Forum gepostet habe, aber dieser Bereich erschien mir am sinnigsten, wegen der Rückengeschichte.

Vielen Dank fürs lesen! :)

Sven

wYaxgf


hallo sven,

mich würde interessieren wieviel grad dein kyphose hat..grundsätzlich passt sich der körper den veränderungen der wirbel immer von alleine an. deswegen operiert man heutzutage selbst bandscheibenvorfälle nur noch äußerst selten. symptome durch den rücken verursacht kommen und gehen, bleiben aber nicht.. bei einer skoliose und kyphose ist eine erhöhte infektanfälligkeit der lunge bekannt, da die lunge nicht so "gleichmäßig belüftet" wird. da hilft nur symptomatische behandlung. du schreibst antibiotika hat nicht geholfen.... bist du evtl irgendwo mit schimmelsporen in kontakt gekommen ??? habts schimmel im haus ?

was ich an deiner stelle machen würde

3 übungen für den rücken (muskelaufbau verlangsamt kyphose. solltest so oder so was gegen tun)

a)gehst auf alle viere, setzt dich dann auf deine waden...stellst dir vor da sei eine stange unter der du wegtauchen müsstest 20 cm übern boden...beine auseinander und schön tauchen beim zurückgehen dann einen buckel machen und ausatmen..das lockert auf

b)auf den bauch legen beine auseinander, hände hinter dern kopf und dann den oberkörper anheben... bein und pomuskeln möglichst nicht benutzen ...immer 10 sekunden lang

c)zum schluß einfach in schneidersitz und die wirbelsäule strecken...soweit wie möglich nach oben mit dem kopf, schultern nach hinten..

um was gegen deine fettleber zu tun hol dir am besten mistelextrakte aus der drogerie... schützt und regeneriert die leber nachweislich.. zudem wirkt es auch positiv auf die galle.. druckgefühl in der brust kann auch von der galle stammen..

wenn alles nichts hilft dann denk dran wir sterben alle mal und schenk den symptomen nicht zuviel aufmerksamkeit sonst wirst in der tat noch zum hypochonder =))

p.s schau mal ob deine zunge irgendwelche veränderungen aufweist...wenn nicht dann brauchst dir auch keine sorgen mehr zu machen laut chinesischer medizin =)

s.ilk0e69


Hallo Sven,

hast du denn schon ein MRT für deinen Rücken bekommen?

Viele Beschwerden die du aufführst kenne ich nur zu gut.

Auch ich bin 6 Monate von Arzt zu Arzt und keiner hat etwas gefunden. Auch mir hat man versucht zu erklären das ich mir alles nur einbilde.

Nach 9 Monaten habe ich dann den Orthopäden gewechselt, ein MRT bekommen und siehe da, 4 Bandscheibenvorfälle, HWS und BWS. Mittlerweile mache ich seit 2 Monaten KG und Yoga und es wird immer etwas besser. Und es ist kaum zu glauben was die Wirbelsäule für Beschwerden machen kann. Ein Laie findet da überhaupt keinen Zusammenhang.

Der Druck hinterm rechten Auge, kann evtl. mit der HWS zusammenhängen.

Siehe mal diesen Link:

[[http://www.dorntherapeuten.de/de/wirbelfehlstellung.aspx]]

Aber auch ich bin nicht so gläubig das ich ALLES auf meine Wirbelsäule schiebe. So bekomme ich nächste Woche wieder eine Magenspiegelung, da meine Speiseröhre krampft und ich auch nicht glauben kann das dies an meiner WS liegt.

Ich weiß aber auch das ich mich selber so ängstigen kann, das ich diverse Schmerzen, wie z.B. das Gefühl von Sehstörungen, meiner Psyche zuschreiben kann.

Bestehe mal auf ein MRT, denn nur so weißt du ob du auf dem richtigen Weg bist oder nicht.

Berichte doch bitte wie es dir weiter ergangen ist.

Gute Besserung,

Silke

S`V_8p1


Hallöchen,

ich habe gedacht, ich melde mich mal wieder zu dem was sich so in der Zwischenzeit getan hat.

Vor kurzem war ich erneut bei meinem Hausarzt und hab ihn auf das Ergebnis vom Ultraschall angesprochen, dass alles OK war und anschließend habe ich mich bestimmt 30 Minuten lang mit ihm über meine Situation unterhalten. Fand ich super, dass er sich so viel Zeit genommen und mir zugehört hat! Ich hab ihm dieses Mal alles genau erklärt, was ich denke und wie ich mich fühle und hab ihm von den linksseitigen Kopfschmerzen und dem etwas dickeren, linken Lymphknoten erzählt, der hin und wieder weh tut. Ich habe ihn gefragt, ob mit der Schilddrüse was sein kann und ob man da nichtmal deshalb Blut nehmen soll bzw. einen Ultraschall machen sollte nur um sicher zu gehen. Ausserdem hab ich auch noch gemeint, dass es vielleicht schon ganz gut wäre, wenn man alle anderen Ursachen vorher ausschließen könnte, bevor man den Rücken endgültig als Problem aller Symptome abstempelt.

Er nahm mich sehr ernst und seine Reaktion/Antwort war ungefähr so:

Er sagte zu mir, dass er überhaupt kein Problem damit hätte, mir Blut abzunehmen wegen der Schilddrüse oder irgendwelche weiteren Untersuchungen einzuleiten, aber dass er nichts finden würde. Gerade für die Schilddrüse, würden sämtliche Begleiterscheinungen fehlen, die zu einer Unterfunktion etc. gehören. Ich wäre für mein Alter und die Symptome so gut untersucht worden, wie es normal garnicht üblich ist, weil für ihn steht es schon längst fest, dass es der Rücken ist. Es können noch so viele Untersuchungen gemacht werden, aber wie weit sollen wir gehen bzw. wieviele Untersuchungen sollen noch gemacht werden, bis man an dem Punkt angelangt ist und es akzeptiert, dass es vom Rücken kommt? Ich steigere mich vielleicht zu sehr rein und habe dadurch vielleicht eine Angststörung entwickelt, die einfach mit mir durchgeht und die ich nichtmehr unter kontrolle habe. Die Menschen sind verschieden und manche zucken nach so einer Diagnose einfach mit den Schultern und sagen "Nagut, dann hab ich das und das halt." und überlegen garnicht groß weiter was es noch sein könnte.

Ich finde er hat schon recht mit seinen Argumenten und ich sehe das auch ein, dass so viele Untersuchungen schon etwas krass sind, daher hab ich ihm auch zugestimmt.

Er hat gefragt, ob wir zusätzlich in die Richtung Angststörung was machen sollen, denn ihm ist eine psychische Sache bei den Patienten genauso ernst, wie wenn jemand organische Beschwerden hätte und dass jeder Tag mit der Angst ein verlorener Tag wäre und ich habe einer Überweisung zum Neurologen zugestimmt. Ausserdem hat er mir noch eine Überweisung zum Orthophäden gegeben, der mir vielleicht weitere Schritte zur Behandlung des Rückenproblems geben kann, wie z.B. Krankengymnastik etc. aber diese Entscheidung soll beim Orthophäden liegen.

Nach diesem Gespräch fühlte ich mich schon etwas besser und hab einen Tag später beim Neurologen angerufen und 3 Tage später (!) einen Termin bekommen. Ich war natürlich total überrascht so schnell einen Termin zu bekommen.

Dieser Termin lief so ab:

Ich kam zum Arzt und hab ihm meine komplette Geschichte reingedrückt mit allen Symptomen usw. Während dem Gespräch hat er mich Sachen gefragt, ob ich diese Beschwerden auch nachts habe und als ich dann verneinte, meinte er dass das alles für eine psychische Störung sprechen würde, aber er wird mich jetzt mal ein bischen untersuchen. Er hat mich dann auf verschiedene Sachen getestet, ob ich was Rieche, was höre, mit dem Finger und geschlossenen Augen die Nasenspitze anfassen, Reflexe an den Knien und noch ein paar Dinge. Anschließend hat er mich zum EEG geschickt. Nach dem EEG bin ich wieder zu ihm und er sagte EEG wäre absolut normal und unauffällig. Er fragte mich auch, ob ich Probleme mit meinen Eltern/Freund habe und er glaubt nicht daran, dass die Skoliose (er hat nicht Kyphose gesagt) an meinem Druckgefühl auf der Brust oder dem komischen Gefühl im Hals verantwortlich ist, sondern die Psyche. Er sagte das wäre ein typischer Fall von "Globus neurotikus" (kann sein dass ich es falsch geschrieben habe) wäre und er rät mir dringend Sport zu machen. Er hat mir ein Blatt gegeben mit verschiedenen Gymnastikübungen, die ich jeden Morgen machen soll und hat garnicht weiter nach den Kopfschmerzen gefragt oder nach dem Lymphknoten geschaut, sondern einfach gemeint ich soll Pfefferminzöl auf die Schläfen machen.

Er war bei all dem total ernst und hat gesagt, dass ich auf keinen Fall ein Simulant bin, sondern diese Symptome wirklich erlebe, als ich ihm meinen Zweifel diesbezüglich geschildert habe, da man sich durch die Psyche doch nicht einbilden könnte, dass der Hals kratzt/verschleimt ist usw. Sein Abschlussatz war, dass organische Beschwerden anders aussehen würden und ich dringend Sport machen soll bzw. mich irgendwie körperlich betätigen auch wenn es nur einmal im Monat wäre und wenn dann die Beschwerden weniger werden, würde das ja nochmehr für was psychisches sprechen. Keine Medikamente oder irgendwelche Psychotheraphien, sondern einfach nur Sport.

Nungut, ich glaube ihm einerseits schon, aber andererseits kann ich es mir immernoch nicht vorstellen, dass ich ein "Psycho" sein soll, vor allem weil es mir doch immer gut ging. Warum kann man sich nicht einfach mit Diagnosen der Ärzte zufrieden geben und muss immer weiter darüber nachdenken? Egal, jedenfalls werde ich seinen Rat beherzigen und mir eine sportliche Aktivität suchen. Sollte ich eh mal machen.

Letzte Woche habe ich mich als Blutspender registrieren lassen. Erstens wollte ich das schon immer machen und zweitens hatte ich die Blutuntersuchung im Hinterkopf zu der mir letzten Donnerstag Blut abgenommen wurde um meine Tauglichkeit zu prüfen. Gestern kam ich wieder hin um die Ergenisse einzusehen und zum ersten Mal Blut zu spenden. Die Ärztin hat gemein dass meine Werte in Ordnung wären, nur das Gesamteiweiß würde etwas aus der Reihe fallen, aber das wäre egal. So stand der Wert auf dem Zettel: 8,8 g/dl (Normalwert 6,6 - 8,7), was auch immer das bedeuted, aber wenn die Ärztin sagt es wäre nichts dolles, mach ich mir mal weiter keinen Kopf darüber.

Als nächstes werde ich die Tage mal zum Orthophäden gehen. Ich habe damit noch abgewartet um zu sehen was der Neurologe sagt.

zu wagf:

Tut mir leid, aber genaue Angaben zu der Kyphose kann ich leider nicht machen, da der Arzt bei der Erklärung mit lauter seltsamen Begriffen um sich geschmissen hat und ich nur gedacht hab "Aha ok, wird schon seinen Sinn haben..." aber ich werde bei meinem nächsten Orthophädenbesuch näher darauf eingehen. Ich wüsste nicht dass wir Schimmel im Haus hätten, werder im Bad noch sonstwo. Rückenübungen werde ich ja dann eh machen und mich daheim auch ein bischen "verbiegen". Die Zunge sieht meiner Meinung nach normal aus, obwohl ich nicht genau weiß, wie eine "normale" aussehen muss, jedenfalls wachsen mir bisher keine Sachen darauf, die da nicht hingehören ;-)

zu silke69:

MRT habe ich nicht bekommen und ich werde das eventuell mal den Orthophäden fragen, ob das Sinn macht. Mal sehen ob ich es schaffe, dass ich darauf bestehen kann. Hattest du auch Beschwerden im Bereich der oberen Brust, Atmung bzw. mit dem Hals (kratziges Gefühl, oft Heiserkeit/verschleimt)?

Aber auch ich bin nicht so gläubig das ich ALLES auf meine Wirbelsäule schiebe.

Tja, das ist das blöde. Wenn einmal Psyche/Rücken diagnostiziert ist, wie kann man da noch zukünftige Symptome ausseinanderhalten/zuordnen?

Dankeschön für eure Antworten. Ich werd mich mal aufraffen und den Rat der Ärzte beherzigen. Obwohl ich noch gerne das Ergenis diverser, weiterer Untersuchungen gehabt hätte, zumindest Schilddrüse oder den Hals/Lunge einmal komplett durchleuchten. Wenn es wirklich von der Psyche sein soll und mir solche "schwarz auf weiß" Ergenisse die Angst ein wenig nehmen würden, dann wäre das doch der richtige Schritt zur Besserung. Hat man ja nach der Magenspiegelung gesehen, dass es mir kurz darauf nichtmehr übel war. Vielleicht bin ich einfach so ein Typ Mensch, der das als Bestätigung braucht, denn nur ein "Sie haben nichts." genügt mir nicht und ist auch nur für den Moment beruhigend. Gewisse Restzweifel und Gedanken bleiben dadurch meine ständigen Begleiter.

hoyppochon


hört sich ähnlich an wie bei mir das alles, ich hab so ziemlich die gleichen Gedanken wie du, aber einige andere Symptome und Ängste. Bei mir ists natürlich auch Krankheitsangst aber eben vor anderen Krankheiten, natürlich ist eine schlimmer als die andere und jede 2te endet sowieso tödlich. Die meisten sind so akut, dass man eigentlich innerhalb von 3 Tagen o.ä. stirbt. Naja. Soviel zu meinen Gedanken. Nerve damit auch immer mehr Leute in meinem Umfeld, ich kann dir das alles also echt gut nachempfinden. Bei mir geht die Ärzte Odyssee auch so weit, dass ich echt jede scheiß Untersuchung mitmache, mittlerweile ist es tatsächlich fast schon ein echtes Hobby geworden (kein Scherz!).

Morgen z.B. fang ich meine Psychotherapie an, danach geh ich zu einer Heilpraktikerin, am Donnerstag erfahre ich dann Blutuntersuchungsergebnisse und danach kriege ich ein Kopf-MRT. Einfach bescheuert, und keiner findet etwas.

Mein Hausarzt ist längst verzweifelt und schiebt mich auch auf die Psychoebene. Glaube trotz aller Untersuchungen, die ohne Befund sind, trotzdem nicht daran! Einfach scheiße, sowas. Ich werde auch alle Untersuchungen bis zum Ende durchziehen, denn, so mein Kopf: es könnte ja DOCH etwas absolut schreckliches sein, was die Ärzte halt ÜBERSEHEN haben. Liest man ja leider auch viel zu oft!

Die Diagnose Rücken fiel schon bei meinem ersten Klinikaufenthalt, leider haben die da nicht weiter nachgeforscht. Also werde ich jetzt auch noch zu einer Orthopädischen Klinik fahren, und mir Rat einholen.

Und, soweit ich weiß (und ich habe mittlerweile viel zu viel medizinisches Fachwissen) können all deine Beschwerden tatsächlich gut vom Rücken kommen, lass dich da vllt DOCH einfahc nochmal durchchecken, kann nicht schaden. Und, was noch wichtig ist: viele Rückenerkrankungen lösen Depressionen und Angstzustände aus. Und dann kommt die Rückenproblematik und Psychosomatik zusammen und macht einen fertig, ich kenn das.

lG

snilktex69


Hallo Sven,

ich bin total gespannt was deine Untersuchung beim Orthopäden bringt.

Halte uns bitte auf dem laufenden!

Wenn ich eure Berichte hier lese, glaube ich wir können einen Club eröffnen!

Mir geht es ähnlich.

Ich hatte vor 2 Wochen eine Magenspiegelung, da ich nicht glauben wollte das meine Beschwerden von

meinen Bandscheibenvorfällen kommen. Mein Brustbein krampfte, ich hatte Schleim im Hals, ab und an einen Kloß den ich nicht runterschlucken konnte.

Befund: leichte Magenschleimhautentzündung, kleiner Reflux.

Nun glaube ich aber nicht mehr das die Beschwerden nur vom Magen kommen......

In Bewegung geht es mir besser,oder soll ich sagen wenn ich Ablenkung habe?

Könnte es ein Reizmagen sein, die Symptome würden passen?

Oder habe ich doch was ganz schlimmes Unentdecktes?

Könnte mir doch nur einer irgendwie beweisen das es nicht schlimm ist, dann ging es sicher besser!

Also, du siehst, selbst wenn man einen, bzw. mehrere Befunde bekommt, solange Beschwerden da sind

zweifelt man. Würde auch gerne alles so entspannt und locker sehen wie meine beste Freundin, aber ich komme auch aus meinem eigenen Körperstress nicht raus und vor Pillen dagegen habe ich Angst.......

Viel Glück und vorallem viel Stärke und Gelassenheit,

Silke

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