» »

Was tun wenn man nur 20% bekommt nach Sgb9?

AOntragUstHelxler hat die Diskussion gestartet


Noch 6 1/2 Jahre bis zur Rente. Leider hat sich das Rückgrat, bzw. die unterste Bandscheibe verabschiedet, nur noch halb so dick wie der kleine Finger. Schmerzen kommen in Schüben, bzw. bei schon geringer Belastung wie bücken. Zeitweise ist ankleiden nur im sitzen möglich. Längeres stehen oder sitzen am PC werden schnell schmerzhaft. Die rechte Schulter ist irgendwie kaputt. Z.B. eingießen aus einer Kaffeekanne geht oft nur mit 2 Händen. Beim einlegen vom Rückwärtsgang (bei mir nach rechts unten) schießt ein Schmerz in die Schulter.

Schwindelanfälle sobald ich mich hinkniee oder kauere und dann wieder aufstehe. Was schon Stürze zur Folge hatte da mir dann oft schwarz vor Augen wird. Einmal auch den Hinterkopf an einem Schreibtisch aufgeschlagen. Behandelt werde ich wegen Diabetes, Gicht und Bluthochdruck.

Bis 05/09 noch selbständig gearbeitet und wegen der geschilderten Beschwerden beim Versorgungsamt Antrag nach SGB9 gestellt. Jetzt kommt der Bescheid daß ich nur 20% Schaden hätte.

Um mit 60 in den Vorruhestand gehen zu können brauche ich aber 50%.

Krankengeld, ALG, EU-Rente stehen mir nicht zu da ich keine 3 Jahre versicherte Tätigkeit nachweisen kann.

Der Gedanke daß ich mich nun die nächsten 6 1/2 Jahre arbeitslos ohne Leistung anmelden soll, treibt glatt in die Depression. Wie bewege ich das Versorgungsamt mir die 50% zu bewilligen?

Auf einem TV-Sender las ich, daß man mit 60 ohne Abzüge in Vorruhestand gehen könne. Allerdings nur über einen teuren Faxabruf waren nähere Informationen zu bekommen. Wer weiß da mehr?

Antworten
G{aroyu78


Hallo Antragsteller,

das Problem ist grds. dass das Versorgungsamt weiß, dass Du die Prozente benötigst, um in Rente gehen zu können. Das gleiche Probleme hast Du z.B. auch, wenn Du das Merkzeichen "aG" beantragen willst.

Hast Du schon den Widerspruch gegen die Entscheidung gestellt? Du hast nach Zustellung des Bescheides eine Frist von 4 Wochen einzuhalten.

Es ist wichtig, dass in dem Widerspruch eine ärztliche Bescheinigung bzw. Gutachten von einem Facharzt beigefügt wird. Fast immer sind die Mitarbeiter im Versorgungsamt "Titel-Fetischisten." Auf keinen Fall reicht eine Bescheinigung vom Hausarzt. Es muss ein Facharzt für z.B. Orthopädie sein. Noch besser ist es, wenn Du vielleicht eine Bescheinigung/ärztlicher Bericht vom Krankenhaus beifügen kannst. Sehr gut macht es sich, wenn dieser Bericht vom Chefarzt unterschrieben wird.

Wenn alle Stricke reissen, bleibt Dir noch die Möglichkeit in ein paar Monaten einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Diesen Antrag kannst Du beliebig oft stellen, bis es von Erfolg gekrönt ist. Bekannte von mir haben die Sachbearbeiter beim Versorgungsamt so lange mit Verschlimmerungsanträgen genervt, bis Ihnen das Merkzeichen "aG" zugeteilt wurde.

LG

Heiko

FVla<mxe79


Hast Du schon den Widerspruch gegen die Entscheidung gestellt?

das ist erstmal das A und O :)z :)^

Widerspruch einlegen und zwar ganz schnell.

Und dann immer wieder zum Arzt rennen und deine Beschwerden schildern, immer und immer wieder. Auch wenn´s nevt.

Gut ist es auch, wenn du deine "Depressionen" (die du ja sicher durch die Schmerzen und Beschwerden hast ;-) ) durch einen Psychologen bestätigen lässt.

Du musst- so blöd es klingt, Prozente sammeln, bis du auf 50% kommst.

Es ist ein langer und harter Weg :-/ :-/ :-/ :-(

Viel Glück!!!

****

PS: wir haben für meinen Vater nach einer KrebsOP (wo er anschließend 80% Schwerbehinderung hatte) ganze 5 jahre um eine Rente gekämpft und letztlich vor dem Sozialgericht auch gewonnen und bekommen.

Mühsam aber es hat geklappt.

A$ntrag>stellexr


Hallo Garou78 - hab schon gehört dass es Schwierigkeiten geben soll, wenn man als Patient an die Rentenkasse will um Leistung zu beziehen. Jedenfalls bestärkt mich diese Aussage etwas. Danke!

AHntr=agstGeller


Hallo Flame79 - danke für die Antwort, merk schon dass es Kampf werden wird. Ich muss auf die 50% kommen. Mit den 20% bin ich noch relativ arbeitsfähig, aber mit 58 sowieso nicht vermittelbar. Da ich keine andern Bezüge beanspruchen kann, habe ich ja keine andere Wahl als den Vorruhestand.

S unflo8wer_73


Ich befürchte, dass Du die 50% mit den Beschwerden nicht bekommen wirst... Widerspruch und am besten direkt Klage beim Sozialgericht (entweder über spezialisierten Anwalt oder Mitglied beim VDK werden) kann helfen, aber:

So eine Klage zieht sich i.d.R. knapp 2 Jahre. Sagte mir mein Anwalt direkt zu Beginn, und so war es dann auch.

Das übliche Procedere bei vielen Versorgungsämtern scheint zu sein: 20% anbieten; bei Widerspruch auf 30% hochgehen. Bestenfalls bekommt man dann nach Klage 40%, aber eben nicht 50%.

Wenn man sich die GdB-Kataloge so anschaut, muss man schon sehr angeschlagen sein, um 50% zu bekommen. Eine kaputte Bandscheibe und Schulterprobleme dürften da nicht reichen. Zumal da auch "normale" altersbedingte Abnutzung eine Rolle spielt. Wenn Du 20 wärst, würde es evtl. anders aussehen.

Und: SCHMERZ zählt schlichtweg nicht, da nicht messbar. Traurig, aber wahr.

Die Psycho-Schiene ("Depression") empfehle ich Dir nur begrenzt; da müssten schon Symptome aktenkundig sein beim Arzt VOR Einreichen des Antrags. Bei Ablehnung oder nicht zufriedenstellendem GdB mal eben immer neue Symptome aus dem Ärmel schütteln (v.a. Psycho-Symptome), wird nicht entsprechend "gewürdigt" von den Gutachtern (Erfahrung, die ich wiederholt beruflich gemacht habe).

Würde trotzdem weiterkämpfen, vielleicht hast Du ja Glück. Aber nicht mehr auf eigene Faust.

FSlagme7x9


ja stimmt, mein Vater ist dann auch Mitglied beim VDK geworden und hatte auch von dort einen Anwalt bekommen.

Akn+tra"gstellxer


Na das klingt alles nicht sehr ermunternd. Mit solchen Problemen hat man auch null Chancen auf eine Tätigkeit die zum Gesundheitsbild paßt, abgesehen davon, dass ich 58 bin. Die noch gar nicht erwähnten Dinge sind: Diabetes Typ II, Gicht und neuerdings Blutungen hämorrhoidal. Die ersten zwei werden behandelt, Rücken und Schultern gar nicht. Bei 50% könnte ich mit 60 in den Vorruhestand. Das andere wäre dann für die nächsten 6 1/2 Jahre beim AA anmelden. Natürlich ohne Leistung, auch kein Krankengeld, denn ich war zuvor selbständig. Demzufolge auch keine EU-Rente möglich. H4 auch nicht wegen noch berufstätiger Frau. Gibts noch einen andern Weg an eine kleine Rente zu kommen als über die Gesundheit? Glaube kaum.

FklamWe17\9


mein Vater war 48 als er Krebs hatte und wie gesagt, es zog sich ganze 5 Jahre von der Antragstellung bis zur Genehmigung.

Allerdings bekam er sofort nach seiner OP seine 80% Schwerbehinderung. Hat ihm trotzdem nix genutzt. "Man" meinte, mit 80 % kann man sehr wohl noch arbeiten.

Ja sicher kann man das, wenn man aber vorher 30 Jahre eine körperlich schwere Arbeit gemacht hat, kann man nicht einfach mal eben so- einen Bürojob machen.

Er hatte ja nun mal die Ausbildung zu diesem Job und zu keinem Bürojob.

Und wer bildet denn einen 50 jährigen aus? Wenn doch nicht mal Ausbildungsstellen für die Jugend da sind...

Naja egal.

Mein Vater "kratzte" auch alle seine Beschwerden zusammen. (also fehlende Niere durch den Krebs, Bandscheibenprobleme, Bluthochdruck, Gicht, sämtliche Allergien...) Alles half ihm nix,

Er ging dann zum VDK und der Anwalt schickte ihn umgehend zum Psychologen...

Dort ging er dann brav regelmäßig hin (tat ihm nach der Krebsdiagnose ohnehin gut).

Nach 3 weiteren Jahren und einer Verhandlung vorm Sozialgericht, bekam er die Rente (befristet auf 2 Jahre - nun verlängert um 3 jahre....)

Du kannst dich gefasst machen, auf viele viele Arztbesuche, die dir angeordnet werden. Nix mit freier Arztwahl. DIE sagen dir, wann du wo sein sollst.

Ich kann dich und deine Sorgen verstehen. Existenzängste machen einen echt fertig.

Ich sage immer, mein Vater einen sozialen Abstieg Rekordverächtig hingelegt.

Er war nie krank, hat immer gearbeitet. Hat wirklich gutes Geld verdient.

Dann bekam er (bei einer Vorsorgeuntersuchung ) an den Kopf geknallt, dass er Krebs hat. 3 tage später lag er schon im OP. Dann Reha...

Dann gings "Drama" los.

Erst Krankengeld, dann Übergangsgeld...später Hartz 4.

Dann folgten jahre als Hartz4 Empfänger- ein harter Tobak für ihn...ER, der immer gutes Geld hatte...musste sich nun auf dem A-Amt rumstreiten (frag nicht, was wir für Ärger wir teilweise mit denen hatten).

Er zog sich immer mehr zurück.

Die Rente nach 5 Jahren waren einfach eine Erlösung für ihn.

Er hat ein Haus abzuzahlen, ist von meiner Mutter geschieden. Ich hatte teilweise echt Angst um ihn.

Es ist eine Frechheit, wie man in diesem Staat mit den Leuten umgeht, die immer fleißig waren und dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr können.

Ich drück dir wirklich alle Daumen, dass es klappt. Du musst Gedult haben!!! Lass dich nicht unterkriegen!!! Und hol dir HILFE!!! Alleine kriegste das nicht durch.

@:) @:) @:) @:) @:) @:) @:)

A?ntragZst%eller


Echt harter Tobak Flame 79! Da kann ich mich ja wirklich auf etliches gefasst machen. Es geht eben um die Einnahmen aus der Rentenkasse, die so schon aus Steuermitteln bezuschußt wird, genauso wie H4. Und da wird knallhart gespart und der Sack eng zugeschnürt, egal wie lange man gearbeitet hat als Steuerzahler und für die Bezüge der Beamten und Regierungsmitglieder. Die Kleinen hat man ständig am Wickel, da die so schön vom Finanzamt zu kontrollieren sind und alles offenlegen müssen, auch an die Bankonten kann ja nun jeder Sachbearbeiter. Dank Schily der das mal eingebrockt hat. Oder wars Schäuble?

Egal. War nun heute beim Doc. Der hat mir das alles bestätigt. Rücken 20%, Schultern bringen noch mal 20% und dann ist erstmal Feierabend. (Hab eine Überweisung zum Orthopäden bekommen und schon Termin.) Ja also der hat gesagt das sich das GdB (heißt das so?) liest wie der Fahrplan einer Amputierungswerkstatt. Und der Bescheid hatte die Belehrung dass die Feststellung unabhängig von Beruf, Berufswunsch oder Berufsmöglichkeit erfolgt. Ob eine wie auch geartete Vermittelbarkeit vorliegt, steht gar nicht zur Diskussion.

Zu den Schwindelanfällen sagt der Doc, dass das an der zu langsamen Blutzuführung zum Gehirn läge nach dem aufrichten vom Boden. Mein Blutdruck ist seit ich dafür Pillen bekomme wieder normal. Die Schwindelanfälle aber schlechter. Gäbe keine Lösung sagt der Doc, er könne nun schlecht was Blutdrucksteigerndes verschreiben. Ich müsse eben künftig alles langsamer machen. Ansonsten würde er gern jeden Antrag unterschreiben, die könne man ja stellen, aber er wäre nicht der Entscheider. Also weiter fleissig Ärzte aufsuchen und alle paar Monate Verschechterungsantrag stellen.

Danke für den wissenwerten Eintrag!!! *:) @:)

S>unflow#er_73


@ Antragsteller:

Ich hatte das Glück, in meinem Verfahren selbst einen Gutachter aussuchen zu dürfen; hat mein Anwalt bei Gericht durchgeboxt. Das Gutachten (der Arzt war sehr neutral, aber entschied halt nach Untersuchung und nicht nach Aktenlage) war dann tatsächlich gut, und ich habe die 40 bekommen.

Vielleicht besteht da ja eine Chance...

Aber die machen halt auch einen erheblichen Unterschied zwischen 40 und 50 GdB; weil die 50 einfach so viel bedeuten.

Und jetzt ohne Dir nahetreten zu wollen:

Leider sichern sich offensichtlich zu wenig Selbständige gegen Arbeitsunfähigkeit ab... Ich plane mittelfristig eine Selbständigkeit und beschäftige mich gerade mit dem unerfreulichen Thema dieser Absicherung (Fazit: schwierig & teuer). Bist Du da gar nicht abgesichert, bspw. über eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wie gesagt:

Nicht aufgeben, aber es wird wahrscheinlich ein langer und unschöner Kampf...

A>ntragJst`elflexr


Hallo Sunflower_73

Für die Absicherung zur AU ist es bei mir leider zu spät. Meine Frau hatte eine mit mtl. rund 150€ bezahlte Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Aspecta. Nach Mobbing aus der Leitungstätigkeit heraus über 1 Jahr krank, 2x zur Kur, der Med. Dienst bestätigte dass sie nicht wieder in der Funktion arbeiten könne. Die Aspecta zahlte nicht! Sie könne ja was anderes arbeiten. Daher habe ich auch keine Absicherung für eine AU-Versicherung gemacht. Die sind grundsätzlich zahlungsunwillig und berufen sich letztlich auf das Verweisungsrecht zu einer zumutbaren Tätigkeit.

Übrigens: Der teure BU-Vertrag meiner Frau war ohne Verweisungsrecht. Haben trotzdem nicht gezahlt. Sondern deutschlandweit zu Untersuchungen in diverse Kliniken verwiesen die gar nicht nachvollziehbar waren. Und letztlich, nachdem sie wieder einen schlechter bezahlten Job angenommen hatte auch nicht besuchbar ohne Probleme mit dem Arbeitgeber. Die Aspecta hat dann wegen fehlender Unterlagen den Vertrag gekündigt - aber tausende an Beitrag eingenommen!!!

Bleibt mir weg mit Versicherungen. :(v

S"unflow{er_73


Sowas habe ich schon wiederholt gehört... Ich kriege aufgr. Gesundheit nicht mal eine BU-Versicherung, von daher... Hatte jetzt auch eher sowas wie Verdienstausfall für Selbständige im Hinterkopf. Die zahlen tatsächlich zuverlässig (zumindest, was ich bislang so mitbekommen habe) - aber sind halt auch richtig teuer.

AZntratgstelwle<r


Na ja Sunflower. Im Moment ist eh keine Kohle da für irgendwelche neuen Versicherungen. Die 2 Autos kosten und in Kürze ist der Januar wo sich alle Versicherungen auf uns stürzen, bei mir auch noch die relativ hohe Steuer Steuer für den alten Van.

Ok hab noch 1 1/2 Jahre um die vom Versorgungsamt zu nerven. Ach, und die BfA, heute Rente Bund hat mich zur Klärung eingeladen. Bin ich aber gespannt. Zum AA bin ich aber nicht gegangen bisher. Hab ja keinen Leistungsanspruch. Und nur damit die mich von einer blöden Stelle und einer Ablehnung zur andern schicken und ich ständig Protokolle schreiben muss, nein Danke. Muss beim Arbeitgeber ja immer angeben dass ich Antrag gestellt habe und was ich alles noch kann und was nicht. Geht sowas von gar nicht. :(v

a;liIthxeaa


Ich wünsche Dir gute Nerven. Mir wurde in der Reha von Ärzten und vom Sozialdienst gesagt, ich müsse mindestens mit 50% eingestuft werden. Angegeben wurden 5 Diagnosen. 2 Diagnosen wurden vom Versorgungsamt ganz gestrichen, "weil es Medikamente gibt, mit der diese Krankheiten gut behandelbar sind"- dass das bei mir nachweisbar nicht der Fall ist, interessierte niemanden. Weitere 2 Diagnosen wurden mit jeweils 10% bewertet und fielen damit unter den Tisch, weil in die Gesamtsumme nur Werte von mehr als 20% kommen. Meine Hauptdiagnose wurde dann mit 20% bewertet...andere gehen mit "nur" dieser Krankheit in Rente. Ein Einspruch über den Sozialverband hat mir leider auch nichts gebracht...von einer Klage habe ich abgesehen- ich stelle lieber beizeiten einen "Verschlechterungsantrag". Die Zeiten haben sich sehr geändert...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH