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Starke Schmerzen nach Bandscheiben Operation

p1hiliOpp__d hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Vater (49) hatte vor ca. 3 Monaten eine Bandscheiben Operation.

Nachdem es ihm nach der OP zunächst gefühlt besser ging, sind danach starke Schmerzen zurückgekehrt, vor allem beim Sitzen.

Die Schmerzen sind inzwischen eher schlimmer als vorher. Der Orthopäde sagt, es liegt an der Narbenbildung. Eine erneute Untersuchung hat nämlich ergeben, dass kein Bandscheibenvorfall mehr vorliegt.

Er hat daher (von einem anderen / Bundeswehr Arzt) Morphin Tabletten verschrieben bekommen und nimmt diese bereits seit Wochen.

Mir macht das sehr angst, was man im Internet so über die Nebenwirkungen von Morphin liest.

Das kann er doch nicht auf die Dauer nehmen!?

Er hat einen Termin zu einer Schmerztherapie, allerdings erst ende August!

Wie würdet ihr vorgehen?

Einen anderen Orthopäden konsultieren? Aus eigener Tasche zu einem anderen Schmerztherapeuten gehen? Das Morphin bis Ende August weiter täglich nehmen?

Was sollte man sonst beachten?

Vielen Dank für euren Rat

Philipp

Antworten
R7emu-xla


Eigentlich sind Neurochirurgen bessere Ansprechpartner bei Bandscheibenproblemen. Er sollte sich dort eine Meinung holen und der hat wahrscheinlich auch bessere Schmerzmittel. Ein erneutes MRT oder CT sollte gemacht werden, wenn nicht schon getan. Lass dir alle Unterlagen vom KH und em Orthopäden geben.

Ob er aber bei einem Neurochirurgen schneller einen Termin bekommt ist auch wieder ein grosses Fragezeichen. ":/ Du musst es dringend machen, die starken Schmerzen beschreiben.

Bei Operationen an den Bandscheiben gibt es leider keine Garantie, dass sie helfen. Es passiert vergleichsweise oft, so wie bei deinem Vater, dass Leute danach immernoch oder wieder Schmerzen haben. Narbenbildung ist tatsächlich eine Ursache.

tChefrieRndly>helpxer


Dir macht es angst dass er opiate nimmt. Wegen den Nebenwirkungen.

Ich schätze du bist jemand der ohne zu überlegen alles in sich hineinstopft was er im Supermarkt kauft oder vom Arzt an Drogen verschrieben bekommt, nimmst du Aspirin?

Aber dir macht es Sorgen dass er Morphin nimmt. Wäre es dein Leben wäre es schon idiotisch. Aber über einen anderen zu urteilen und hinter seinen Rücken zu sagen, es wäre besser für ihn mit Schmerzen sein restliches Leben zu genießen anstatt die Schmerzen zu lindern ist krank.

t9he-cQavxer


Es gibt viele Gründe, warum nach einer Bandscheiben-OP Schmerzen nicht besser werden – Narbenbildung ist in der Tat einer davon. Allerdings erklärt das nur Schmerzen im Bein, nicht die im Rücken.

Morphin und andere Opiate sollte man als Dauerlösung nur geben, wenn andere Möglichkeiten systematisch versucht wurden und versagt haben – die Langzeiterfolge bei Rückenschmerzen sind nämlich eher bescheiden. In Schmerzkliniken werden heute mehr Patienten von Opiaten entzogen als neu darauf eingestellt...

Wenn es sich tatsächlich um einen Nervenschmerz aufgrund von Narbenbildung handelt, gibt es auch andere Medikamente, die man versuchen sollte: Bestimmte Depressionsmittel helfen bei Nervenschmerzen, bestimmte Epilepsiemittel ebenso. Wenn mit Medikamenten auf Dauer keine ausreichende Linderung möglich ist, gibt es z.B. die Möglichkeit der Rückenmarksstimulation (SCS), auch als "Schmerzschrittmacher" bekannt (ist aber ziemlich aufwendig und teuer, deswegen versucht man erst mal andere Dinge).

Wichtig zu wissen ist aber auch: Die prognose nach einer bandscheiben-OP hängt auch ganz entscheidend vom Patienten selbst ab! Nicht nur die körperliche Aktivität spielt eine Rolle, sondern (mindestens genauso wichtig) auch das seelische Gleichgewicht (Menschen mit erhöhter Depressivität, Ängstlichkeit oder Unzufriedenheit im Beruf haben z.B. ein viel höheres Risiko für bleibende Schmerzen). In einer guten Schmerztherapie werden diese Punkte mit berücksichtigt und bearbeitet.

Wenn schon ein erneuter Vorfall mit CT oder Kernspin ausgeschlossen wurde, sollte man jetzt nicht schon wieder eines machen – 3 Monate nach der OP kann man Narben noch nicht sicher genug beurteilen.

Grüße

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