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Schmerzen Hws und Bws sowie Nacken und Schultern

s)unny0x501 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

Bin neu hier und total gefrustet und ich hoffe hier ein paar tips zu bekommen oder vieleicht hat jemand sowas ähnliches durch und heute schmerzfrei ???

Zu mir: Ich habe mich anfang des Jahres wegen schmerzen in der Linken rippe und schmerzen in der Bws behandeln lassen. Mrt wurde auch gemacht wobei nix raus kamm und alles in ordnung sein soll ausser leichten verschleiß linke seite. Da meine schmerzen aber nach vorne austrahlten bekamm ich 3 Prt Spritzen. Es brachte keine besserung im gegenteil dazu kammen die nebenwirkung vom Kortison. Naja dachte mir gehstmal zum Chiropraktiker vieleicht hilft er dir weiter...Ja wurde eingerengt in der Bws und wegen öfteren Kopfschmerzen auch in der HWS...Zweitage gings gut danach hatte ich schmerzen ohne ende bis heute. Heute is es was minimal besser nicht mehr so heftig aber es reicht das man echt am verzweifeln is ob das je wieder weg gehen wird. Ich fange mal an was dazu kamm nach dem einrenken. Schmerzen zwischen den schulterblättern das gefühl da klemmt was gewaltig es knirscht u knackt, schmerzen auf den schultern schulterkreisen schmerzt ungemein. Rechtes schlüsselbein, ab u an kieferverspannung und ab u zu ohrenschmerzen. Das Brustbein schmerzte auch ne lange zeit das ist aber zum glück besser geworden. Ab und zu die muskeln am hals krampfen zusammen als würde mich jemand würgen...Ich hatte nie probleme mit der hws gehabt ausser ab und zu mal verspannungen, jetzt das :( Daraufhin wurde nochmal ein mrt gemacht um zu schauen das alles ok is.Alles in ordnung ausser eine minimale vorwölbung die keine probleme macht und ne streckstellung der Hws. Wo die her kommt ??? Hatte kurz vorher bei dem ersten mrt keine streckstellung...Was isen das? Kann dies jemand erklären

Ich gehe brav zur physiotherapie, gehe schwimmen (wobei ich denke das macht es schlimmer) gehe zum doc werde gequaddelt bekamm diese Tapesdies linderte aber es kommt immer wieder. Knirsche neuerdings mit den zähnen und dazu habe ich ne schniene zur nacht bekommen. Knirsche aber seitdem ich die schmerzen habe vorher nicht. ich hoffe ihr könnt wir tips geben. Liebe grüsse

Antworten
jEacqu2esmonrceau


Hallo, ich kenne deine Beschwerden nur zu gut.

Vergiss Chiropraktiker. Damit kannst du dir nur noch mehr Schaden zufügen und wirst dabei nur ärmer. So ging es mir jedenfalls und auch anderen Leuten, die ich in Foren getroffen habe. Manualtherapie ist eindeutig die bessere Wahl und vor allem von der Krankenkasse anerkannt und bezahlt. Das hat seinen Grund. Manualtherapie ist nachweislich wirksam und es werden die Wirbelgelenke geschont, während Chiropraktik vergleichsweise grob ist. Beide Behandlungsformen sind zwar in ihren Wurzeln verwandt, aber dennoch sehr unterschiedlich in ihrer Behandlungsphilosophie. Es ist besser, ausschließlich über die Muskulatur zu arbeiten anstelle sich "einrenken" zu lassen. Mit manipulativen Methoden ist nicht zu spaßen, vor allem nicht an der HWS. Die Manualtherapie übt keine ruckartigen Manipulationen aus! Auch die Effekte sind langfristiger, während bei der Chiropraktik durch immer wieder erneutes "Zurechtrücken" alles nur noch weiter "ausleiert". Dass Chiropraktik so toll sein soll, ist ein Volksmythos. Auch wenn es manchem durchaus hilft, spar dir das Geld. Es gibt quasi eh nichts in der Chiropraktik, was die Manualtherapie nicht auch leisten kann – aber eben besser, effektiver, langfristiger und billiger, da auf Rezept.

Dass du Probleme mit dem Kiefer hast, kann ein Hinweis auf CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) bzw. TMD (Temporo Mandibular Disorder) sein, muss aber nicht. Ich selbst habe Kieferprobleme (jetzt weniger), hatte auch eine Knirscherschiene, obwohl ich gar nicht knirsche. Die Schiene wurde mir dennoch "präventiv" angedreht. Ergebnis: Keine Besserung, aber um ein paar hundert Euro erleichtert... – was aber nicht heißen muss, dass es für den ein oder anderen vielleicht was bringt. Mir hat es jedenfalls nicht geholfen.

Denn bei mir kommts von der Halswirbelsäule, insbesondere die ersten vier Halswirbel sind bei mir betroffen und auch ich hatte teilweise Probleme mit der BWS dadurch, inklusive Ausstrahlung in Schulter/Arm. Aber auch ein Problem in einem anderen Bereich der Wirbelsäule kann Auswirkungen bis hoch zum Kiefer haben und umgekehrt. Es kann sogar zu Wechselwirkungen bis runter zur Lendwirbelsäule kommen.

Wer hat denn gesagt, dass du mit den Zähnen knirschst? Hast du das selbst festgestellt? Oder hat das nur ein Arzt behauptet? Bitte beachte, dass in dem CDM-Sektor viele schwarze Schafe ihr Unwesen treiben. CMD ist in Deutschland für so manchen Zahnarzt eine goldene Einnahmequelle geworden und Patienten werden oft sinnlose Knirscherschienen verpasst. Die Ursachen sind aber meist vielfältiger Natur, insbesondere psychischer Stress usw. Zudem sagt man nur in Deutschland CMD dazu, aber eigentlich ist dies eine unglückliche Bezeichnung. Es gibt sowohl zustimmende, als auch kritische Stellungnahmen zum Thema CMD.

Wie auch immer. Es ist jedenfalls nicht so leicht, einen seriösen CDM-Behandler zu finden. Zu viel Geld ist hier zu machen, weil solche Behandlungen vom Patienten privat bezahlt werden müssen und teilweise tausende Euros kosten, wenn eine Schienentherapie gemacht wird. Im Gesundheitssektor wird pro Jahr mehr Umsatz gemacht als in der Autoindustrie. Ein Arzt kann noch so vertrauenswürdig wirken. Wenns um Kohle geht, werden alle Menschen nett. Deshalb ist Vorsicht geboten, an wen du dich wendest. Und wie gesagt, es muss auch nicht unbedingt vom Kiefer kommen. Deshalb ist es wichtig, dass du zunächst einmal eine einigermaßen stimmige Diagnose bekommst. Oft sind die Kieferbeschwerden nur eines von mehreren Symptomen, nicht jedoch unbedingt der Auslöser. Zum Beispiel sind laut Statistik circa 40% aller Rückenbeschwerden psychosomatischer Natur und unmittelbar durch Stress und Anspannung im privaten oder beruflichen Bereich ausgelöst.

Eine Streckstellung der HWS kann übrigens an einem zurückliegenden Trauma liegen, wie z.B. einem Autounfall. Oder aber an jahrelanger falscher Sitzhaltung (PC Arbeit, etc.). Und bei vielen Menschen ist es schlicht angeboren. Viele Menschen haben eine Streckstellung und keinerlei Beschwerden. Die Streckstellung hat sich bei dir evtl. deshalb eingestellt, weil dein Körper wegen der Beschwerden die Muskelspannung verändert hat und du wohl dann auch in Schonhaltung usw. gehst und sich dadurch auch der Zug von Muskeln und Bändern auf den HWS-Bereich ändert. Manchmal aber reicht schon ein kalter Luftzug vorm MRT und die HWS sieht auf dem Bild anders aus, weil die Muskulatur sich anders verhält.

Was du brauchst, ist ein Physiotherapeut, der sich auch mit Kieferbehandlung auskennt, bzw. darin eine Fortbildung nachweisen kann. Zudem sollte dieser nicht nur das Kiefergelenk behandeln, sondern auch umgebende Strukturen, die damit verbunden sind, also auch Halswirbelsäule, Nacken, Schultern, evtl. bis runter zur Brust- und Lendenwirbelsäule. Solche Behandlungen kannst du auf Rezept bekommen und sind nicht begrenzt. Falls du unter psychischem Stress leiden solltest, sprich mit deinem Hausarzt darüber und schildere auch deine körperlichen Beschwerden. Eine parallel verlaufende psychologische Abklärung ist evtl. sinnvoll und eine entsprechende Behandlung kann unterstützend wirken. Das heißt nicht, dass du "plem plem" bist, sondern es ist möglicherweise einfach nur einer von mehreren Faktoren, vielleicht auch ein Hauptauslöser. Nur hast du jetzt eben körperliche Beschwerden und die müssen natürlich behandelt werden. Körper und Psyche sind ja in Wechselwirkung. Es ist auch nichts Peinliches dabei. Viele Menschen sind heutzutage unter großer Anspannung, die Gesellschaft wird eben immer stressiger. Falls du da aber so oder so nicht hin willst, gibt es auch andere Wege, wie z.B. Entspannungsübungen. Ich bin damals auch nicht zum Psychologen, weil mir das zuwider war. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Kenne auch Leute, denen es gut geholfen hat. Wichtig wäre dabei, dass du einen Therapeuten findest, der dir sympathisch ist und dem du vertrauen kannst. Das gilt aber natürlich für jeden Bereich, also auch für die Physiotherapie, den Arzt, etc. Das ist wichtig für die Genesung!

Hilfreich wäre wohl vor allem eine kombinierte Behandlung aus Entspannungsübungen, Physiotherapie (Manualtherapie), angemessene Bewegung, Haltungsübungen, evtl. auch Psychologe etc. Die meisten Krankenkassen bieten übrigens in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern sogenanntes "Funktionstraining" an. Damit hättest du quasi kostenlos schon mal eine tolle Möglichkeit, deinen Körper in Schwung zu bringen. Schau mal hier z.B., wie das bei der TK läuft:

[[http://www.tk-online.de/tk/leistungen-a-z/r/rehasport-funktionstraining/35044]]

Das kannst du beantragen und musst nichts zuzahlen! Pro Jahr können 50 Einheiten in Anspruch genommen werden! Das Ganze läuft als Verordnung über deinen Arzt. Sprich mal deine Krankenkasse darauf an.

Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, dass du dich mal von jemandem durchchecken lassen lässt, der speziell auf solche Fälle spezialisiert ist, wie die Symptomatik, die du geschildert hast, z.B. von hier: [[http://www.crafta.de/]] Allerdings ist das leider keine Kassenleistung und meines Wissens recht teuer, pro Behandlung zwischen 70 und 120 Euro. Muss also nicht sein. Viele Manualtherapeuten heutzutage sind ohnehin schon gut für Kiefer- / HWS-Behandlung ausgebildet. Die oben genannte Website ist eben von einem Netzwerk von Therapeuten, die nochmals eine Hyper-Super-Duper-Zertifizierung haben, also sehr speziell darauf ausgerichtet sind. Würde da aber nur hingehen, wenns mit Kassenleistungen wirklich gar nicht hinhaut. Und dann auch nur mal zum Durchchecken und evtl. 1-2 Probebehandlung, um zu schauen, obs überhaupt helfen würde.

Was ich auch empfehlen würde, ist, dass du deinen Fall mal im Patientenforum von [[http://www.physiotherapie.de/]] schilderst. Dort sind auch viele Physiotherapeuten zu Gange, die dir gern Tipps geben, was du tun kannst und welche Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Der ein oder andere ist evtl. auch bereit, dich mal persönlich anzuschauen, je nachdem wie weit entfernt du wohnst.

Und zu guter letzt noch den dringenden Rat: Hab Geduld! Deine Beschwerden kenne ich nur zu gut. Es dauert unter Umständen viele Monate oder mehr, bis du merkliche Linderung verspürst. Bewegungsmuster, die man über Jahr hinweg angenommen hat, ändert man nicht so leicht und so schnell. Die Muskeln haben sich über so lange Zeit auf die individuellen schlechten Gewohnheiten und/oder Folgeerscheinungen von Traumata o.ä. eingestellt, dass es seine Zeit dauert, um das wieder ins Lot zu bringen.

Wichtig ist, dass du dran bleibst und auch die kleinen Dinge im Alltag veränderst, wie z.B. Haltung, Kniestuhl statt Bürostuhl, beim Bücken auf den Rücken achten, Bewegungsabläufe der täglichen Routine verbessern, etc. In der Summe macht dies auf Dauer bereits einen großen Unterschied, weil es deine Bewegungsmuster und damit die Grundspannung/-balance deiner Muskulatur beeinflusst. Bei mir hat es auch sehr lange gedauert, bis es mir besser ging. Lass dich davon aber nicht entmutigen. Denke nicht daran, wie lange das dauern könnte. Sondern fange mit kleinen Dingen an, bleib in Bewegung, aber überschreite auch nicht deine körperlichen Grenzen, sondern geh es behutsam, aber stetig an. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen: Es wird besser werden, glaub mir. Und irgendwann erreichst du einen Punkt, wo du das dann deutlich merkst. Ab da gehts dann auf jeden Fall bergauf. Und auch wenn immer wieder mal Schmerzen zurückkommen, bleib dennoch dran, lass dich davon nicht entmutigen.

Liebe Grüße und gute Besserung!

P.S.

Je nachdem, aus welcher Region du kommst, vielleicht kann ich dir evtl. noch die ein oder andere Adresse per PN (privater Nachricht) zukommen lassen. Schreib mir einfach eine PN.

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