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Hüftgelenkabrutsch bei meinem Sohn

J{utrtaIsXabexll hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen !

Bei meinem Sohn wurde vor zwei Tagen ein Hüftkopfabrutsch diagnostiziert und er wurde sofort operiert. Unglücklicherweise ist der Abrutsch wohl schon vor etwa drei Wochen passiert. Ich habe seine Schmerzen falsch gedeutet und immer vermutet, er hätte sich nur verrenkt. Die Schmerzen waren nie besonders schlimm und immer mal wieder besser – daher bin ich erst vorgestern mit ihm zum Arzt gegangen.

Ich habe jetzt so viele Aufklärungsgespräche und Meinungen gehört und bin wirklich sehr durcheinander. Der Kopf ist um etwa 30° abgerutscht – er konnte bei der OP nur ein kleines Stück wieder zurückgedrückt werden und wurde mit Drähten fixiert.

Sind 30° nicht unglaublich viel? Besteht jetzt nicht die Gefahr, daß daß Gelenk immer *schleift* und er immer hinken wird oder Schmerzen hat?

Oder ist die Hauptgefahr die Durchblutung des Hüftkopfes, die evtl. nicht mehr optimal ist?

Ich mache mir wirklich große Sorgen und vor allen Dingen auch große Vorwürfe, daß ich nicht sofort mit ihm zum Arzt gegangen bin!

Mit vielen lieben Grüßen!

jutta

Antworten
Jwaosute


Hallo Jutta,

erst einmal: Mach dir keine Vorwürfe, die Krankheit Epiphysiolysis capitis femoris (kurz ECF) ist selten (nur ca. 1 von 12000 Kinder erkranken daran) und als Eltern kann man einfach nicht alles wissen! Es wird oft fehl interpretiert, leider sogar von Ärzten. Es wird oft auf das Wachstum geschoben etc....

Ich bin im Alter von 12 Jahren daran erkrankt, mein Hüftkopf war um ca. 40° abgerutscht. 30° hört sich viel an, ist aber noch nicht sooo dramatisch. Ich denke mal, dass dein Sohn mit Kirschner-Drähten versorgt wurde und hoffentlich auch die andere Seite prophylaktisch versorgt wurde? Wie alt ist dein Sohn? Wo wohnt ihr, bzw. in welchen Krankenhaus wurde er operiert?

Der normale Weg ist jetzt wohl, dass die Drähte so lange drinnne bleiben, bis dein Sohn ausgewachsen ist bzw. sich die Wachstumsfuge verknöchert hat. Wenn dein Sohn mit K-Drähten versorgt wurde, kann es aber sein, dass diese teilweise auch nochmals neu platziert werden müssen, weil dein Sohn ja nicht aufhört zu wachsen. Auch ist es möglich, dass diese verrutschen, regelmäßige Kontrollen sind sehr wichtig!

Die größte Komplikation, die bei dieser Krankheit und auch bei der operativen Behandlung ist, dass die Blutversorgung des Hüftkopfes unterbrochen, bzw. geschädigt wurde. Dann bildet sich eine sogenannte Hüftkopfnekrose.

Ich möchte dir den Rat geben, wirklich alle Kontrollen wahr zu nehmen und regelmäßig alles ärztlich überprüfen zu lassen.

Ich bin leider das Beispiel, wie es nicht laufen sollte: ECF mit 12, 1990 Reposition links mit Epiphyseodese bds., 1991 wurden die Drähte auf Grund einer Coxitis (Entzündung da Kopf erheblich deformiert, Gelenkspalt fast nicht mehr vorhanden, Knorpel auch schon stark beschädigt, hochgradige Hüftkopfnekrose) entfernt, 1992 wurde noch einmal eine Arthrolyse links durchgeführt aber mein Gelenk war erheblich und dauerhaft beschädigt. Ich habe vor 6 Monaten ein künstliches Gelenk bekommen, ich bin mittlerweile 32 Jahre alt und qüälte mich somit seit 20 Jahren damit rum. Ich werde wohl 3 Jahre brauchen, bis ich ein vernünftiges Gangbild erlerne, wenn es überhaupt möglich ist weil Begleiterscheiungen wie Beckenschiefstand, Beckenverwringung, skoliotische Wirbelsäulenveränderngen etc. vorhanden sind.

Ich möchte dir keine Angst machen aber jede Krankheit hat seine Risiken und es ist wichtig wirklich sich an die Anweisungen der Ärzte zu halten, regelmäßige Kontrollen zu machen ung ggf. auch eine 2. Meinung einzuholen.

Hier zur Info ein paar Links:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendliche_H%C3%BCftkopfl%C3%B6sung]]

[[http://www.dr-gumpert.de/html/epiphysiolysis.html]]

[[http://flexikon.doccheck.com/Epiphyseolysis_capitis_femoris]]

[[http://www.medizinfo.de/becken/hueftkopfloesung/start.shtml]]

[[http://forum.netdoktor.de/Kinderentwicklung/Baby+Kind/epiphysiolysis-capitis-p196297,164.html]]

Liebe Jutta,

wenn du weiteren Erfahrungsaustausch benötigst etc. oder noch Fragen hast.....immer her damit oder halt per Mail unter jasute@gmx-topmail.de....ich werde gerne versuchen zu helfen!

Ich wünsche deinem Sohn alles Gute!

Lieben Gruß

Jasute


Meine Erfahrungen mit ECF und der H-TEP unter

[[http://www.kuenstliches-gelenk.info/kugefo/viewtopic.php?t=1199]]

JEuttRaIgsabexll


Hallo Jasute,

zunächst einmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und Deine links.

Ich glaube, ich sehe jetzt tatsächlich ein bißchen klarer. Und wie Du es so schön sagts, jede Krankheit birgt ihre Risiken und es gibt gute und schlechte Erfahrungsberichte.

Mein Sohn ist fast 13 und recht groß, er ist schnell gewachsen, kommt in die Pubertät und passt damit genau in das Schema der Erkrankung. Allerdings ist er nicht kräftig, ganz im Gegenteil, er ist sehr dünn und leicht. Aus diesem Grund wurde uns abgeraten, die 2te Seite mitzubehandeln. Wenn ich jetzt die Berichte hier im Internet lese, dann weiß ich nicht ob es die richtige Entscheidung gewesen ist.......aber gleich 3 verschiedene Orthopäden habe uns abgeraten, da habe ich mich einfach drauf verlassen. Ich hoffe, ich bereue es nicht :-( Man kann soviel als Eltern verkehrt machen :-(

Operiert wurde er in der Uniklinik in Mainz. Eigentlich sei die OP sehr gut verlaufen, auch wenn der Kopf nur ein kleines Stück zurückgeschoben werden konnte. Er hat drei Drähte im Knochen. Ich habe nur ganz kurz mit dem Operatuer sprechen können, die endgültige Visite ist er morgen.

Ein bißchen erstaunt mich ehrlich gesagt, daß er schon so *mobilisiert* wird. Er ist heute schon mit seinen Krücken herumge*laufen* und wird auch am Samstag schon wieder entlassen. Er soll am Montag schon zur Schule – und wenn ich mir Deine links ansehe, dann kann ich das gar nicht glauben!

Natürlich soll er keinen Sport machen und darf nicht auftreten. Aber mir scheint doch mehr Schonung angebracht zu sein als die Orthopäden mir gesagt haben....das ist wirklich so eine Sache :-(

Ich danke Dir nochmals für Deine Antwort und nehme das Angebot gerne an, Dich auf dem Laufenden zu halten und Dir Fragen zu stellen.

Der Verlauf Deiner eigenen Krankheitsgeschichte ist wirklich dramatisch :-( Ich wünsche Dir mit dem künstlichen Gelenk wirklich alles Gute!!

jutta

RWhust T.


die frühmobilisation ist das beste was er machen kann, es verhindert viele probleme, wie thromose, infekte der lunge etc... und zu deiner beruhigung: die entscheidung die du getroffen hast, war die richtige, denn hinterher kann man immer alles besser wissen !

J^asuxte


Hallo Jutte,

jede Genesung verläuft anders und es ist nur verständlich, dass du unsicher bist. Wenn gleich 3 Ärzte dir geraten haben, die andere Seite nicht mit machen zu lassen, wird es wohl ok sein. Du bzw. dein Sohn sollte nur genau auf seinen Körper hören und ihn beobachten und bei den kleinsten Anzeichen lieber sofort einen Arzt konsultieren.

Ich war (und bin immer noch) sehr schlank und habe eigentlich auch nicht zur wirklichen "Zielgruppe" der Krankheit gehört. Aber ein Wachstumsschub mit dem passenden Hormonen.....tja, und schon war es wohl passiert. Man wusste aber vor 20 Jahren noch weniger über diese Krankheit als heute und auch meine Eltern waren sehr verunsichert und Internet als Informationsquelle gab es da noch nicht.

Mein Erlebtes ist ja schon ein wenig her und auch die Behandlungsmethoden haben sich ein wenig geändert. Ebenso ist die Nachbehandlung auch nicht überall gleich. Ich durfte nach der Spickung (auch 3 Drähte im erkrankten Gelenk) nur eine Woche streng auf dem Rücken im Bett liegen, durfte nicht aufstehen, keine Beugung etc. Danach durfte ich das Bein 6 Monate nicht belasten. Wie gesagt, jede Genesung+Nachbehandlung ist anders. Sport war auch komplett tabu.

Informiere dich ruhig, so kannst du den Ärzten die passenden Fragen stellen und "mitreden". Es ist ein sehr komplexes Thema. Erkläre es deinem Sohn, halte ihn auf dem Laufenden was mit ihm passiert. Ob der Schulbesuch schon sinnvoll ist.....besprich es noch einmal mit den Ärzten. Es kommt ja auch auf den Schulweg und die Belastbarkeit an, wie die Narbe aussieht, die Sturzgefahr etc. Wenn er einen längeren Weg zur Schule hat, setzte dich mit der Schule oder deiner Krankenkasse bzgl. eines Fahrdienstes (z.B. mit dem Taxi) in Verbindung. Frag bei den Ärzten auch nach Physiotherapie.

Aber nun warte erst mal ab, was die Visite ergibt.

Ich wünsche dir Jutta, viel Kraft dies gemeinsam mit deinem Sohn durchzustehen und hoffe, dass sich keine Komplikationen bilden!

Lieben Gruß

Jasute


Meine Erfahrungen mit ECF und der H-TEP unter

[[http://www.kuenstliches-gelenk.info/kugefo/viewtopic.php?t=1199]]

JNuttaIRsabxell


Heute ist mein Sohn entlassen worden. Er muß jetzt noch ein paar Tage lang zuhause bleiben, darf aber ab Mitte der Woche wieder zur Schule. Mit seinen Krücken kann er gut umgehen, aber dennoch wird es in der Schule bestimmt nicht leicht. Mal schauen, wie es funktioniert.

Vom Ergebnis der Operation kann ich leider nicht viel berichten. In 3 Monaten muß er zum Kontrollröntgen. Ich glaube, mehr tun als abwarten geht jetzt wohl auch leider nicht, oder?

Ganz liebe Grüße.

jutta

J!asutxe


Hallo Jutta,

na, das nenne ich mal schnell.......am Dienstag operiert und am Samstag entlassen. Das hört sich doch erst einmal so an, als wenn alles gut gelaufen ist. Darf er garnicht belasten oder hat er eine Teilbelastung?

Den Umgang mit den Krücken lernt man schnell. Kinder können sich auch schnell an solche Situationen anpassen und nehmen es oft nicht so dramatisch. Hat er in der Schule einen Freund, der auf ihn ein wenig aufpassen/unterstützen kann?

Dein Sohn wird das schon schaffen, wie gesagt....Kinder sind zäh!

Ja, ich glaube es ist jetzt diese unangenehme Wartezeit....aber auch die ersten 3 Monate gehen schnell rum. Hoffentlich bestätigt die Kontrolle den guten Sitz der Implantate und der komplikationslosen Heilung. Ich drücke deinem Sohn die Daumen!

Alles Gute für euch.

Lieben Gruß

Jasute


Meine Erfahrungen mit ECF und der H-TEP unter

[[http://www.kuenstliches-gelenk.info/kugefo/viewtopic.php?t=1199]]

c]aTroline3 kohxl


Hallo jutta habe mich gerade hier mal umgesehen und das selbe hat mein sohn auch , vor 4 Jahren da war er 9 hat man beide Seiten mit k- drähten fixiert . jedes Jahr findet ein Drahtwechsel statt

wie geht es deinem Sohn jetzt und wie alt ist er .

lg caroline

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