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Bursitis im Schultergelenk

StunfXlowerx_73 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich bin gestern mit leichten Schulterschmerzen aufgewacht, die sich heute Nacht dann ins Unerträgliche steigerten – und zu erheblicher Bewegungseinschränkung führten. Von einer Stelle aus strahlt der Schmerz regelrecht pulsierend in den vorderen Oberarm aus. Diclofenac hilft nur begrenzt.

War dann beim Chirurgen meines Vertrauens; es gab dann eine Spritze mit Lokalänasthetikum und Cortison direkt ins Gelenk. Bringt jetzt seit 2 Stunden bedingt Linderung, wobei es langsam wieder schmerzhafter wird (Nachlassen des Lokalanästhetikums?).

Kühle jetzt viel und bewege mich möglichst wenig. Der Doc meinte, ggf. Montag wiederkommen oder Spritzprozedur am Wochenende in der Notaufnahme wiederholen lassen, wenn es unerträglich wird.


Was kann ich noch tun – und wie lange dauert die Bursitis üblicherweise an?

Einen erkennbaren Grund gibt's bei mir nicht (Sport, einseitige Belastung oder so). Bin etwas ratlos – und brauche v.a. möglichst schnell wieder einen funktionierenden Arm (ist auch noch meine Schreibseite!).

Danke im voraus!

Antworten
SAchn/eeheZxe


Ist es sicher eine Bursitis, oder könnte es vielleicht auch eine Kalkschulter (würde man auf dem Röntgenbild sehen) sein?

Mit Cortison solltest du vorsichtig sein, denn das kann die Sehnen schädigen.

Ich hatte eine posttraumatische Bursitis im Schultergelenk die 4 Monate konservativ (NSAR + KG) behandelt wurde. Habe damals auch eine Cortisoninjektion ins Gelenk bekommen, da es aber zu keiner wirklichen Besserung geführt hat, wollte es mein Arzt auch nicht wiederholen. Weil es nach 4 Monaten nur zu einer teilweisen Besserung kam wurde der Schleimbeutel dann entfernt und ich konnte schon am 1. Tag nach der OP den Arm besser bewegen als vor der OP. Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass du dich operieren lassen sollst, das ist immer die letzte Option.

SBun#fl.ower_x73


@ Schneehexe:

Danke für Deine Antwort!

Geröntgt hat der Arzt erstmal nicht; ggf. nächste Woche. War heute bei meinem Physio (wo ich wg. Knie und Rücken seit Jahren fast in Dauerbehandlung bin). Er meinte erst, Bursitis hätte er in 15 Jahren selten erlebt, sei bestimmt was anderes. Hat seine Meinung dann direkt geändert, weil Gelenk heiß und angeschwollen, weil es ein wirklich fieser pulsierender Schmerz ist, etc. Schlussfolgerte dann auch auf Bursitis.

Das Gelenk wurde allerdings im Dezember geröngt, da ich nach Autounfall Schmerzen hatte und es wg. Schmerzenzgeld alles dokumentiert wurde. Da gab es keinerlei Anzeichen für eine Kalkschulter – so viel kann in 3 Monaten da ja wohl nicht geschehen, oder?

Bei mir hat gestern das Lokalanästhetikum kurz Linderung gebracht. Mehr Cortison will mein Doc definitiv nicht spritzen, eben wg. der Gefahr für Knorpel und Sehnen.

Gehe heute wieder die Decke hoch vor Schmerzen, kann den Ellenbogen eigentlich nur in die Taille gepresst halten und bloß nicht bewegen. NSAR nehme ich ohnehin schon, muss aber vermutlich absetzen wg. Darmproblemen (Entzündung/Blutungen).

Doc hat mir auch schon erklärt: Hoffen, dass es mit Ruhe und Medis besser wird. Mehr Cortison gibt es nicht, evtl. Ultraschall. Schlimmstenfalls OP, aber er will es nicht hoffen. wenn Röntgen nix zeigt und es nicht besser wird in den nächsten Tagen, dann MRT.

Ich bin ja gelenktechnisch schon einiges gewohnt (mit meinen 11 + 1 Knie-OP's) – aber Schulter ist wirklich FIES. :(v


Wie lange warst Du nach der OP außer Gefecht? Wurde es endoskopisch gemacht?

S(chne^ehenxe


Das Gelenk wurde allerdings im Dezember geröngt, da ich nach Autounfall Schmerzen hatte

aber Schulter ist wirklich FIES.

Könnte vielleicht noch mit dem Unfall zusammenhängen ":/ ..... sprich das doch nochmal an. Mein Physiotherapeut hat mal zu mir gesagt "die Schulter ist nachtragend wie eine Frau und vergisst so schnell nichts".

Wie lange warst Du nach der OP außer Gefecht? Wurde es endoskopisch gemacht?

Ich hatte 3 Wochen Ruhigstellung mit einer [[http://www.ormed-djo.de/de/produkte/orthopaedietechnik/schulter/psi.php Schulterorthese]] nach der OP, und bin dann anschließend auch wieder arbeiten gegangen, habe aber einen Bürojob. KG musste ich allerdings noch ca. 3 Monate lang machen.

Operiert wurde offen, da lt. MRT noch einiges mehr nicht i.O. war, was sich dann aber bei der OP nicht bestätigt hat. [[http://s7.directupload.net/file/d/2467/fa5kgrf2_jpg.htm So]] sah meine Schulter eine Woche nach der OP aus ;-) .

SrunfloSwer_x73


Die Vermutung hat der Doc gestern auch geäußert, da wir eh über die Versicherungssache gesprochen haben (Abschluss und endgültiges Schmerzensgeld, oder noch offen lassen. Rat: Abwarten. MRT). Physio fiel es auch gleich ein. Interessanterweise tat mir halt genau DER Strang, der jetzt so pulsiert, nach dem Unfall weh (mir ist von rechts einer reingefahren bzw. ich ihm aufgr. eines idiotischen Wendemanövers. Habe im Moment des Aufpralls das Steuer nach links gerissen, hing mit der linken Hand da irgendwie drin, als ich nach vorne geschleudert wurde – sogar meine Brille flog von der Nase).

Andere Gründe gibt's halt nicht – und gemacht habe ich nichts anderes als sonst auch. ":/


Schöne Narbe (ich HASSE Klammern!). Für eine Woche Post-OP aber gut – da haben meine Knie schon schlimmer ausgesehen! Auf so einen Gilchrist hätte ich wenig Lust... :|N

S-chnfeeJhe*xe


Schöne Narbe

Heute sieht man sie fast nicht mehr, aber die Stelle ist nach wie vor empfindlich und ich kann nicht mehr jeden BH anziehen (nur welche mit ganz weichen Trägern). Außerdem habe ich immer wieder mal ein schmerzhaftes Spannungsgefühl in der Schulter, aber Gott sei Dank keinen Bewegungsschmerz und auch nachts lässt sie mich in Ruhe. ;-)

SNunfxlow&er_73


Die schlimmsten Schmerzspitzen (die, bei denen mein Kreislauf sich meldete) sind weg, aber die Schmerzen sind nach wie vor heftig (trotz Diclo & Kühlung). Schulter glüht und ist leicht geschwollen, Beweglichkeit z.T. bei Null. :(v

Keine Ahnung, ob ich zu ungeduldig bin?!

SVunf{lowerx_73


Wieder beimm Arzt gewesen, diesmal mit Röntgen. Fazit: Eine recht große Kalkschuppe sitzt im Gelenk – genau da, wo die eine Sehne langgeht. Gleichzeitig steht die Diagnose Bursitis aber auch weiterhin, da Schulter geschwollen und warm. Doppeltes Glück. ]:D

Doc empfiehlt: kühlen, Schmerzmittel, abwarten. Wollte nicht nochmals spritzen, da es nur kurzfristige Wirkung vom Lokalanästhetikum wäre. Und hoffen, dass es besser wird.

Soll in 2 Wochen wiederkommen (oder eher, wenn gar keine Besserung feststellbar ist). Dann MRT – und weitersehen.

Er meinte, es gäbe teilweise Erfolge mit Stoßwelle bei diesen Kalkablagerungen – aber das zahlt die Kasse nicht. Darum erstmal hoffen, da er nicht direkt würde operieren wollen. Was als letzte Option aber auch ggf. im Raum steht.


Hat jemand Erfahrung mit Stoßwellenbehandlung gemacht?

S]chn[eehSexe


Die Tendidinitis calcarea hat eine hohe Selbstheilungstendenz spricht gut auf konservative Behandlungen (z.B. KG, Ultraschall, Elektrotherapie) an. Natürlich dauert das u. U. ziemlich lange und ist schmerzhaft.

Häufig wird die die Tendinosis calcarea eher zufällig diagnostiziert, da sie in der Regel recht schmerzarm verläuft. Viele Patienten besitzen vielleicht eine "Kalkschulter", ohne dass diese jemals zu Beschwerden führen müsste. Der Krankheitsverlauf und die Entwicklung der Tendinosis calcarea / Kalkschulter kann in einzelne Phasen unterteilt werden. Aufgrund des phasenartigen Verlaufes treten akute Schmerzen in der Regel schubhaft auf. Das Verweilen in einer Krankheitsphase ist von Patient zu Patient unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden. Phasen entzündlicher Schulterschmerzen wechseln hin zu Phasen der nahezu völligen Schmerzfreiheit. Man unterscheidet vier Phasen der Tendinitis calcarea:

1. Phase: Phase der Zellumwandlung:

Innerhalb der ersten Phase findet eine Zellumwandlung statt. Dabei wird das Sehnengewebe zu Faserknorpel umgebaut. Der Patient leidet in der Regel unter keinen oder sehr leichten Schmerzen. Durch eine Röntgenaufnahme lässt sich diese Phase noch nicht diagnostizieren, da eine Verkalkung noch nicht stattgefunden hat.

2. Phase: Phase der Verkalkung:

Im Verlauf der zweiten Phase stirbt das Knorpelgewebe teilweise ab, Kalk lagert sich ab. Diese Phase lässt sich zum einen mittels Ultraschall-, aber auch durch eine Röntgenuntersuchungen diagnostizieren. Wird die Schultersehne durch das Kalkdepot sehr aufgeworfen, kann eine Schulterdachenge bei Anheben des Armes führen. Dies wiederum führt zu einer Reizung der unter das Schulterdach hindurch gleitenden Sehnen, hier besonders die Supraspinatussehne, sowie des Schulterdachschleimbeutels (Bursa subacromialis). Das schmerzhafte Krankheitsbild eines Impingementsyndrom kann sich so ausbilden.

3. Phase: Phase der Resorption:

Diese Phase zeichnet sich durch die Resorption (Auflösung) des Kalkherdes aus. Der Prozess der Kalkauflösung ist mit einer heftigen Entzündungsreaktion verbunden, was beträchtliche Schmerzen hervorrufen kann. Einzelne Kalkherde können sich zudem in den Schulterdachschleimbeutel (Bursa subacromialis) hin ausdehnen und dort eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) verursachen.

4. Phase: Phase der Reparatur:

Nicht jede Tendinosis calcarea Erkrankung durchläuft diesen Zyklus vollständig. Die Tendinosis calcarea kann in jedem Erkrankungsstadium verharren und die nächste Phase eventuell gar nicht erreichen.

Löst sich das Kalkdepot jedoch einmal auf, sind wiederkehrende Kalkdepots (Rezidive) äußerst selten.

Quelle [[http://www.dr-gumpert.de/html/tendinosis_calcarea.html]]

Vor meiner Schulterverletzung hatte ich auch eine Kalkeinlagerung, die aber erfolgreich konservativ behandelt wurde, allerdings hat das gut ein halbes Jahr gedauert.

Er meinte, es gäbe teilweise Erfolge mit Stoßwelle bei diesen Kalkablagerungen – aber das zahlt die Kasse nicht.

Eine OP ist sicher die letzte Option, allerdings habe ich schon oft gehört, dass die Stoßwellenbehandlung nicht allzu effektiv sein soll ":/ . Hast du keine KG verschieben bekommen?

STun{flow_er_73


Doch, KG habe ich. Bin eh wg. anderer Baustellen in Dauerbehandlung – und habe noch Termine. Hat am Freitag aber nur weh getan...

Bzgl. Stoßwelle war er auch zurückhaltend. Klar, die bieten es als IGEL-Leistung an und es KANN helfen. Muss aber nicht. Bin schon lange bei dem Doc und er macht bzgl. solcher Dinge nie Druck; klärt ehrlich auf.

Vielleicht bin ich gerade zu ungeduldig, aber: Es nervt einfach, von den Schmerzen mal abgesehen. ich kann nicht Zähne putzen, Haare waschen, Blinker setzen (sollte das Autofahren auch besser ganz lassen). Gabel zum Mund geht gerade mal. Abstützen, Türen öffnen, Autotür zuziehen: Kann ich alles knicken.

Das ist echt kein Dauerzustand, zumal ich Linkshänder bin und es ausgerechnet DIE Seite ist.

Bin gerade echt ratlos...

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