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Leistenbruch-OP nach Lichtenstein, wie läuft sie ab?

JboeC8ool hat die Diskussion gestartet


Ich habe einen dopelseitigen Leistenbruch (eine Seite für mich offensichtlich, die andere für mich nicht erkennbar).

Der Chrirug will unter Lokalanesthäsie erst die schlimmere Seite operieren.

Meine Fragen: Wie läuft die Operation mit den Vorbereitungen zusammen ab?

"Darf" ich schon am Abend vorher ins Krankenhaus (wegen der Angst) und mich bis zur Operation mit Beruhigungsmitteln behandeln lassen?

Viele Grüße

JoeCool :-)

Antworten
SKachbeFr7x16


Hallo JoeCool,

die Operation eines Leistenbruches nach Lichtenstein ist eine offene Operation mit Einbringung eines Netzes. Eine solche Operation hatte ich vor gut 3 Jahren. Ich bin damals am Morgen vor der OP ins Krankenhaus gegangen. Da wurden viele Untersuchungen durchgeführt und die Narkose besprochen. Die Nacht verbrachte ich im Krankenhaus. Am nächsten Morgen wurde ich operiert. Wie das in deinem Krankenhaus gehandhabt wird, weiss ich nicht. Das mit der Lokalanästhesie würde ich an deiner Stelle noch einmal überdenken. Oder ist bei dir eine Vollnarkose nicht möglich. Ein Kollege von mir wurde dieses Jahr unter örtlicher Betäubung an der Leiste operiert. Seinen Schilderungen zufolge, soll man doch mitbekommen, dass an einem rumgewerkelt wird. Für mich wäre das nichts.

Zur Operation:

Ich bekam am frühen Morgen eine Beruhigungstablette. Diese wirkte auch sehr gut. Ich wurde sehr ruhig. Dann wurde ich in den OP-Saal gebracht und bekam eine Vollnarkose. Meine OP dauerte nach Angaben des Chirurgen eine knappe Stunde. Komplikationen gab es keine. Ich habe ca. 4 Stunden geschlafen. Nachdem ich aufgewacht war, brachte man mich wieder in mein Krankenzimmer. Schmerzen spürte ich nur, wenn ich mein Bein bewegen wollte. Ansonsten wurde ich mit gut wirkenden Schmerzmitteln versorgt. Ich durfte schon am OP-Tag Essen und Trinken. Die ersten beiden Nächte musste ich auf dem Rücken schlafen, auf der Seite ging einfach nicht. Das Laufen ist die ersten Tage sehr schwierig und schmerzhaft. Die Leiste war geschwollen und es bildete sich ein großes Hämatom (ich neige dazu). Am 4. Tag nach der OP bin ich aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Danach:

Schmerzen hatte ich dann noch ca. 5 Wochen (brennender Schmerz). Danach spürte ich mehr so ein Ziehen z.B. beim Laufen, aufstehen, hinsetzen. Außerdem kam noch so ein Druckgefühl hinzu. Genau da, wo die Wölbung war, nicht an der Narbe. Das Nachwachsen der Haare (man wird unten komplett rasiert) ist auch nicht so angenehm. Auch nach 3 Jahren spüre ich dieses Druckgefühl. Es kommt und geht wieder. Die operierte Leiste ist auch sehr druckempfindlich. Von der Narbe sieht man fast gar nichts mehr. Arbeitsunfähig war ich 3 Wochen.

Tipps:

-Kauf dir in der Apotheke so ein Coldpack und lege dieses ins Eisfach. Wenn es kalt ist, in ein Handtuch wickeln und auf die Leiste legen. Das lindert die Schmerzen und verringert die Schwellung.

-Trage nach der OP eher weite Kleidung.

-Ich habe nach der OP die Narbe mit Salbe behandelt. Ich weiss nicht, ob ich den Namen hier nennen darf. Frag in der Apotheke danach. Die hat gut geholfen.

Als die Narbe außen verheilt war, habe ich die komplette Leiste ein Mal täglich mit Franzbranntwein eingerieben. Das ist aber nicht jedermanns Sache.

- Lass es ruhig angehen. Nicht zuviel zumuten. Egal was der Arzt sagt. Ich habe mich 6 Monate geschont. Das ist aber wohl ein bisschen zuviel des Guten. Ich bin halt sehr ängstlich.

Fazit:

Die Operation ist für einen Chirurgen grundsätzlich ein Routineeingriff. Wenn er viel Erfahrung hat, ist die Gefahr für Komplikationen gering. Für den Patienten hingegen ist dieser Eingriff schon belastend.

Da darf man sich nichts vormachen.

Vielleicht hast du es meiner Nachricht auch schon entnommen, dass ich mit meiner OP nicht sonderlich zufrieden bin. Dieses immer wieder kommende Druckgefühl stört mich sehr. Auch sportlich kann ich einige Dinge nicht mehr tun. Ich habe diese Probleme schon bei einigen Ärzten angesprochen. Es ist wohl normal, dass Narben Druckgefühle auslösen, speziell in der Leiste und an den Knien. Viele Operierte klagen darüber (ca. 30 %).

Ich habe auch immer etwas Angst, nochmal einen Leistenbruch zu bekommen. Mir reicht die eine OP

voll und ganz.

In wie vielen Fällen ein Leistenbruch wieder aufbricht (Rezidiv) gibt es unterschiedliche Zahlen.

Nach Angaben eines sehr erfahrenen Chirurgen aus einem Hernienzentrum, mit dem ich darüber einmal gesprochen habe, taucht ein Leistenbruch an der selben Stelle bei der Lichtenstein-Technik in ca. 7-8 % der Fälle wieder auf (Erstoperation, Zeitraum 15 Jahre).

Chronische Leistenschmerzen kommen bei ca 10 % der Operationen vor. Verursacht werden diese meistens durch Nervenverletzungen. Die Behandlung dieser Schmerzen ist schwierig.

Bei Rezidiv-Operationen steigt die Gefahr eines weiteren Rezidivs genauso wie die Gefahr, chronische Leistenschmerzen zu bekommen.

Ich hoffe, dass ich dich jetzt nicht verunsichert habe. Es gibt auch Leute, die nach ein paar Wochen völlig schmerzfrei sind und nie mehr einen Leistenbruch bekommen.

Ich wünsche dir für die OP alles Gute. :)^

wghiteSflRower


Hallo .... schon operiert?

Ich habe mit 66 eine beidseitige LP-OP am 15.November hinter mir .... war gut: Ohne Schmerz

und ohne Weiteres nach der minemalen-invasiven TAPP-Methode. Note 1 für diese OP ... stand nach

zwei Stunden im WC ohne etwas zu merken... Lasst Euch operieren denn es ist notwendig und

kein riesengroßer Eingriff!!

Guten Rutsch ins Jahr 2013

JMoe$Cool


Hallo zusammen,

danke für eure Antworten. So arg dringend ist die Operation ja nicht. Trotzdem habe ich sie jetzt schon zumindest in Angriff genommen. Der zweite Arzt konnte nur einen einseitgen Leistenbruch feststellen. Ich habe mir wegen meiner Atemproblematik jetzt ein anderes Krankenhaus gesucht, um nicht in die Belegklinik zu müssen. In einem Klinikum ist schließlich alles vorhanden, um mich im Ernstfall zu versorgen. Bekomme dort PDA und werde nach der Operation zwei Tage ein "Wachbett" auf der Intensivstation haben. Wie muss ich mir ein "Wachbett" vorstellen?

Viele Grüße

JoeCool

Jgo.eCwoo>l


Noch eine Frage: Bekommt man vor der Operation einen Einlauf?

Viele Grüße

JoeCool

E[hemmaligerw Nutz{er "(#3`25731)


um nicht in die Belegklinik zu müssen

Belegbetten sind auch im KH, nur der Arzt arbeitet nicht nur in der Klink sondern auch in der Praxis

J6oeCxool


Ja, MelliMaus21,

und wenn der Patient nach der Operation nicht mehr wach wird oder sonst ein ernstes Problem entsteht, dann muss er erst mal in ein richtiges Krankenhaus gebracht werden. Und dabei kann er einen Gehirnschaden erleiden. Und das will ich nicht.

Viele Grüße

JoeCool

SWchlBi)tzaugeF6x7


Von Millionen Patienten, die jährlich operiert werden, werden wieviel Deiner Meinung nicht wach? Wieviel kennst Du davon persönlich? Selbst uralte Menschen, die nen Schenkelhalsbruch haben und operiert werden, werden wieder wach.

Wieviel Personen in Deiner Umgebung sind mit Hirnschaden nach Operation entlassen worden?

Kopfkino. Nix als unrealistisches Kopfkino.

Nö. Man bekommt keinen Einlauf.

Und ich war nach einer Lichtenstein-Op am nächsten Tag in der Stadt spazieren. Zugegeben, nicht im Eiltempo, aber immerhin. Und habe im Eiscafé einen Eisbecher gegessen.

Ich bin 3 Stunden nach der OP per Taxi nach Hause gefahren. Wurde ambulant in einer normalen Arztpraxis operiert.

S,chlityzau"ge67


Ich bin 3 Stunden nach der OP per Taxi nach Hause gefahren. Wurde ambulant in einer normalen Arztpraxis operiert.

In Vollnarkose. Was anderes würde ich auch gar nicht wollen. Bloss nix mitkriegen ist doch göttlich.

E1hemalYige/r NHutzer( (#325h731x)


Ist jetzt etwas übertrieben deine Angst, oder?

JooeLC&ooxl


Hallo zusammen,

ich finde 40 Prozent Vitalkapazität mit Atempumpenschwäche, eine Operation mit am Ende blauen Fingernägeln und der Befürchtung der Ärzte, dass ich nicht mehr aufwache (Sie haben meine Mutter reingerufen, damals war ich 18), eine Dysphagie und weitere bulbäre Ausfälle reichen doch, um ein bisschen mehr Angst zu haben und sich gegen eine Vollnarkose zu entscheiden - oder?

Viele Grüße

JoeCool ;-)

SCcghlitz}augex67


ich finde 40 Prozent Vitalkapazität mit Atempumpenschwäche, eine Operation mit am Ende blauen Fingernägeln und der Befürchtung der Ärzte, dass ich nicht mehr aufwache (Sie haben meine Mutter reingerufen, damals war ich 18)

Wie lange ist denn das schon her? Wenn die Mutter dazugerufen wurde – mit 18, klingt das nach Volljährigwerden mit 21. Und das wäre vor 1975 gewesen. Aber da kann ich mich ja total irren.

Seitdem haben sich die Anästhesiebedingungen aber völlig verändert. Wer glaubt, mit Lokalanästhesie wäre kein Risiko verbunden, der irrt ja nun auch. Da müßte ja wesentlich mehr gespritzt werden als beim Zahnarzt. Vielen Dank auch....

Es sei denn hier ist die Rede von einer Betäubung im Rückenmarkskanal.

Und heute sind Kliniken angehalten, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Mal eben nen Patienten aufzunehmen, weil er Angst hat und ihn zu bedröhnen – das machen die Krankenkassen wohl kaum mit. Und wenn ein Krankenhaus das nicht bezahlt bekommt, wird es den Patienten wohl auch nicht aufnehmen.

Bei meinen letzten OP's mußte ich nüchtern 1 Stunde vor OP-Beginn erscheinen.

Die Zeitspanne ist die gleiche, ob ich Kopfkino fahre oder nicht. Und erst recht, wo es denn nun ist. Im Krankenhaus könnte man einen Bettnachbarn haben, der die ganze Zeit Lärm macht oder sonstwas, da ist das eigene Bett doch viel besser. Und man könnte sich ja für den Fall auch mal vom Hausarzt was verschreiben lassen...

S0chliLtzabuge6x7


Ich empfehle überhaupt, unbedingt in ein Hernienzentrum zu gehen. Die haben Zertifizierungen, weil sie überdurchschnittlich viel Hernien operieren. Die haben auch mehr Erfahrung, als wenn ein Arzt das alle Nase lang mal macht...

Experten sind Experten und Hernienzentren wurden deshalb nicht umsonst geschaffen.

Ich kann ein Lied davon singen, bin bereits 6 x operiert.... Einmal sogar rechts und links gleichzeitig. Wobei diesem Eingriff 6 stationäre Tage folgten.

J{o/eCooxl


@ Schlitzauge67:

Ich war damals schon volljährig. Der Operationsort war 40 km vom Wohnort entfernt. Aber gibt es nicht für alle ambulant operierten Patienten die Empfehlung, sich auf dem Nachhauseweg begleiten zu lassen? Um Patienten wie mich hatte man sich früher noch keine so großen Sorgen gemacht, obwohl die Ärzte seinerzeit in der Zahnklinik die Vollnarkose in letzter Minute sogar noch verweigern wollten. Die blauen Nägel haben ihre Sorgen ja bestätigt. Es musste erst ein paar Mal was mit Leuten wie mir passieren. Heute steht meine Hausärztin (die Spezialistin für meine Ateminsuffizienz schlechthin!) einer Vollnarkose genauso wie ich absolut ablehnend gegenüber. Mittlerweile habe ich mich - das hatte ich vergessen zu erwähnen - für die Nadel in den Rücken entschieden. Dass die Operation selbst ordentlich gemacht wird, davon muss ich ausgehen, sonst kann ichs gleich bleiben lassen. Auch wenn es kein Hernienzentrum ist.

Viele Grüße

JoeCool

wMhit`eflxower


Hallo ich grüße Dich!!!!!!!!!!

Bist Du nun endlich operiert worden oder schiebst Du es immer noch aus irgendwelchen Gründen vor Dir

her?

Ich bin mit meiner OP nach der vorher beschriebenen Methode vollauf zufrieden. Im Internet habe ich mir eine Leistenbruch-OP angesehen und dazu gelesen das es eine der häufigsten fast unkompliziertesten

OP-Methoden ist!!!!!!! DAS beruhigte !!!!!!!!!!

Das Schlimmste ist die vor der OP herrschende Ungewissheit und Du machst Dich einfach nur verrückt.

Schreibe mal wenn Du es hinter Dir hast ..... wir sind Alle gespannt auf Deine persönlichen Erfahrungen und der Nächste weiß dann auch mehr.

Viele Grüße von whiteflower

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