» »

Sehr stark einschießender Gesäßschmerz rechtsseitig

C"inxdy09 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin 44 Jahre alt und leide seit 7 Jahren unter sehr stark einschießendem Gesäß-, Muskel- und Gelenkschmerz rechtsseitig beim Gehen und Stehen, sitzen kann ich nur auf einem sehr weichen Kissen.

Nehme seit 6 1/2 Jahren ein sehr starkes Schmerzmittel (Piroxicam), was nun auch nicht mehr hilft.

War schon mehrmals im MRT, CT, Röntgen usw., Klinikaufenthalt, Arztbesuche jeglicher Fachrichtung, jedoch bisher keine gesicherte Diagnose, man sagte mir immer, alles sei in Ordnung. Habe früher sehr viel Sport gemacht, 3- bis 5-mal die Woche (Tanzsport), musste dann wegen einer Bauch-OP erstmal pausieren, während dieser Zeit trat das Problem auf, so dass ich nicht mehr mit Sport weitermachen konnte.

Nun wurde vor kurzem 3-mal eine ISG-Blockade durch Chirotherapie gelöst, hält aber nur einen Tag an, dann geht es wieder los. Bin auch zur Zeit in physiotherapeutischer Behandlung. Der Physiotherapeut behandelt jedes Mal den Beckenschiefstand, hält aber, wie gesagt nur einen Tag an. Momentan kann ich nur sitzen oder liegen, d.h. den Haushalt nicht mehr selbständig führen, nicht mehr alleine weggehen, nicht mehr arbeiten. Kann fast keinen Schritt mehr machen ohne dass dieser einschießende Schmerz kommt, dann geht gar nichts mehr. Muskelstärkende Übungen mache ich regelmäßig, geht aber nur im Liegen, im Stehen geht gar nichts. Zum Teil ist es so schlimm, dass ich mich stützen muss, um von einem Ort zum anderen in meiner Wohnung zu kommen.

Weiß jemand was das sein kann und was ich noch tun kann, bin im Moment sehr verzweifelt und weiß nicht, was ich noch machen soll, um mich wieder richtig bewegen zu können. Ich will einfach diese Schmerzen los sein.

Liebe Grüße

Cindy09

Antworten
Sktellaax80


Nun wurde vor kurzem 3-mal eine ISG-Blockade durch Chirotherapie gelöst, hält aber nur einen Tag an, dann geht es wieder los. Bin auch zur Zeit in physiotherapeutischer Behandlung. Der Physiotherapeut behandelt jedes Mal den Beckenschiefstand, hält aber, wie gesagt nur einen Tag an.

Ans ISG hätte ich jetzt nach deiner Schilderung spontan auch gedacht. Ich persönlich haben nach ganz ähnlichen Erfahrungen mit diversen Physiotherapeuten (nach drei Jahren Schulter-Arm-Schmerzen) sehr gute Erfahrungen mit einer Osteopathin gemacht. Die hat das Problem in drei Sitzungen so in den Griff bekommen, dass ich es dauerhaft los war (bzw. nach einem Jahr und dann nach einem halben Jahr nochmal hin bin und seither schmerzfrei bin).

Meinem ISG tut Radfahren sehr gut (das blockiert seit einem Reitunfall auch ab und an), wenn ich das regelmäßig mache, dann ist alles OK.

_YParMvatKi_


Warst du schon mal in einer Schmerzklinik oder bei einem Schmerztherapeuten?

Hast du auch einen Ruheschmerz, also, wenn du sitzt oder liegst? Ist es "nur" der einschießende Schmerz oder besteht auch ein brennen oder ziehen der Muskulatur? Besteht auch ein Druckschmerz der Muskulatur?

Was war das für eine Bauch-OP?

Hast du mal einen Psychotherapeuten zu Rate gezogen? Bei chronischen Schmerzen ist es nämlich wichtig auch zu lernen, wie man mit dem Schmerz am besten umgeht. Da kann ein Therapeut eine gute Hilfe sein. Außerdem sind chronische Schmerzen oft auch psychisch bedingt. Man sollte das nicht unterschätzen.

SgchliZtz`augee6Q7


Man muß wissen, dass mal kurz ne Blockade lösen nicht funktioniert, wenn das schon sieben Jahre andauert. Da springt es wieder in die Blockade zurück. Muß man halt öfter machen.

Ich würde mich man an einem Therapeuten versuchen, der Triggerpunkte behandelt, zusätzlich Osteopathie, Physiotherapie ist so lange Quatsch, solange etwas blockiert ist. In einen verstopften Ausguss kann ich auch keinen Eimer Wasser gießen. Sobald die Blockaden beseitigt sind, kann stärkend an den Muskeln gearbeitet werden. Sollte eigentlich logisch sein.

CQindyx09


Ja, in einer Schmerzklinik zur Abklärung war ich. Es war eine Klinik mehrerer Fachrichtungen.

Ausgeschlossen wurde Rheuma, Bandscheibenvorfall, psychisch bedingter Schmerz, Muskelschädigung.

In dieser Klinik bekam ich auch jeden Tag diverse Anwendungen, das allerschlimmste war Wassergymnastik, ich konnte diese zwar durchführen, jedoch hinterher überhaupt nicht mehr gehen oder stehen, nur noch liegen. In dieser Klinik wurde mir auch dieses Schmerzmittel verordnet, es hilft auch nur dieses. Diclofenac, Valeron usw. hat überhaupt nicht geholfen.

Es ist auch kein Dauerschmerz, sondern ein kurz, aber sehr sehr heftig einschießender Schmerz beim Gehen oder Stehen, so dass man sich nicht mehr von der Stelle bewegen kann und man automatisch eine Schonhaltung einnimmt. Wenn ich mich dann hinsetze bzw. den rechten Fuß vom Boden wegnehme, ist der Schmerz sofort weg. Im Sitzen oder Liegen kann ich mein Bein auch ganz normal bewegen ohne Schmerz.

Die Bauch-OP war eine Eierstockzysten-OP, welche laparoskopisch durchgeführt wurde.

Bei einem Osteopathen war ich noch nicht, das ist auf jeden Fall noch eine Möglichkeit, was ich auch tun werde.

K$lDausx F


Da springt es wieder in die Blockade zurück.

Mal eine Theorie aus unserer Praxis .... Wenn man 44 Jahre zeit hatte blockaden bzw. schonhaltungen zu "sammeln" dann sind schmerzen erstmal nichts ungewöhnliches. Die meisten der Probleme haben heute muskuläre (fasziale)Auslöser. Somit sind in den meisten Fällen die diagnosen beim orthopäden zufallsbefunde die nicht ursächlich für die beschwerden sind.

natürlich hat man mit 40 nicht eine blockade sondern mehrere. wenn man also, wie heute üblich, in mehreren Sitzungen die diversen Blockaden angeht, dann ist, bevor die letzte gelöst ist, die ersten wieder "zurückgesprungen"

Deshalb haben wir uns angewöhnt auf der Basis einer selbstentwickelten Methode des sanften Einrenkens einen körper in einer sitzung von kopf bis fuss einzurichten. somit weiss der körper erstmal gar nicht mehr was er eigentlich "zurückspringen" könnte, weil sich der gesamte Bewegungsablauf auf einmal verändert. Weiterhin nehmen wir einen Muskelstatus ab und geben sofort die entsprechenden Übungen mit um muskuläre Fehlzüge zu harmonisieren.

Dadurch liegen wir heute bei den bis 50 jährigen bei durchschnittlich 1,9 Behandlungen bis zur Beschwerdefreiheit.

Cvindyx0x9


Komme gerade von der Physiotherapie und kann mich nun fast gar nicht mehr bewegen, obwohl der Physiotherapeut nur die tiefe Bauch- und Rückenmuskulatur behandelt hat.

Er überprüfte das ISG nochmals, Blockade ist keine vorhanden, jedoch ist es zu beweglich und muss durch Aufbau der tiefen Muskulatur stabilisiert werden, das kann also dauern.

Hat denn jemand Erfahrung, wie lange so etwas ungefähr dauern kann? Denn es sind unerträgliche Schmerzen.

PKustebl_umxe65


Liebe Cindy

du hast ein instabiles ISG. Da ISG ist eine bandgesichte Struktur, nicht muskelgeführt. Deshalb wirst Du mit Muskelaufbau nicht viel erreichen. Aber möglicherweise wird das ISG durch verkürzte Ischios, Quarizeps rectue femuris oder Bauchmuskeln beeinflusst, welche am Becken ansetzten. Dann müssen diese gedehnt werden. Liegen keine verkürzten Muskeln vor, wird dir dehnen auch nicht helfen. Das sind meine Erfahrungen als Physiotherapeutin und aus 27 jähriger persönlicher ISG-Blockierungs- u. Instabilitätsgeschichte.

Ich persönlich habe mein rechtes ISG Anfang des Jahres beim Orthopäden/Chirurgen sclerosieren lassen. Bin seitdem Symptomfrei.

PPu$stebllumne6x5


Hier Seiten mit Erklärungen zu der Therapiemethode:

[[http://www.proliferationstherapie.at/]]

_)ParvUat5i_


Die Frage ist ja, ob es tatsächlich vom ISG kommt. Ich meine, wenn der Physiotherapeut noch nicht mal eine Blockade festgestellt hat... und ein zu bewegliches ISG wird doch auch nicht solche extremen Schmerzen verursachen... ich kann es mir zumindest nicht vorstellen.

Meine Theorie ist ja eher, dass der Oberschenkelnerv irgendwie abgequetscht wird. Das könnte bei einer muskulären Verspannung der Fall sein. Zumindest habe ich zurzeit dieses Problem. Da habe ich auch, aber zum Glück nur hin und wieder, einen einschießenden Schmerz im Gesäß. Jedoch klingen deine Beschwerden auch nicht gerade so, als wäre da irgendwas verspannt. So doof wie das jetzt vielleicht klingen mag, aber ich habe die Vermutung, dass das irgendwas mit deiner OP von damals zu tun hat. Vielleicht klingt das jetzt etwas zu abwegig, aber könnte eventuell sein, dass sich Verwachsungen im Bauchbereich gebildet haben, die auf den Nerv drücken.Aber ich muss gestehen, ich habe jetzt auch nicht sooo die Ahnung von Anatomie – also ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich wäre. Aber kurios ist doch schon, dass das nach der OP angefangen hat.

PXu!sDteblsumxe65


Ich meine, wenn der Physiotherapeut noch nicht mal eine Blockade festgestellt hat... und ein zu bewegliches ISG wird doch auch nicht solche extremen Schmerzen verursachen... ich kann es mir zumindest nicht vorstellen

Doch, Chindy schildert exakt die Symptome eines instabilen Beckens.

CXindjy09


Hallo zusammen,

erstmal vielen lieben Dank für die Antworten.

Dass das was mit der Bauch-OP zu tun hat, habe ich auch erst gedacht, aber das verneinen die Ärzte und hätte man vielleicht auch auf den MRT-Bildern gesehen, aber ich werde es beim Arzt nochmals ansprechen.

Auch werde ich dem Arzt mal den Vorschlag von Pusteblume65 mit der Proliferationstherapie machen, das wäre ja echt super, wenn das funktionieren würde und ich endlich wieder schmerzfrei wäre und am "normalen" Leben teilnehmen könnte.

Vielleicht wurde diese Instabilität aber auch durch den Sport ausgelöst (3- bis 5mal Rock 'n' Roll Training in der Woche), dann wegen der Bauch-OP abrupt aufgehört.

SAt/e0lla:80


Vielleicht ist seit der Bauch-Op aber auch deine Bauchmuskulatur verspannt/verkürzt, wie Pusteblume geschrieben hat.

Aber möglicherweise wird das ISG durch verkürzte Ischios, Quarizeps rectue femuris oder Bauchmuskeln beeinflusst, welche am Becken ansetzten. Dann müssen diese gedehnt werden.

Deshalb würde ich erstmal die Osteopathie ausprobieren und wenn das nicht hilft, die anderen Optionen testen.

K=lau2s F


Es kommt bei Vollnarkosen häufig vor, dass der Übergang "Aufwachen - Extubieren" nicht richtig passt. Dadurch hat der Körper das Gefühl zu ersticken.... Das führt zu Verkrampfungen des Zwerchfell. Und das macht oft die wildesten, unspezifischen Schmerzen.

Vielleicht mal bei einem guten Therapeuten das Zwerchfell checken lassen

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH