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Schraubenbrüche an der Wirbelsäule - was tun?

B$esorgte^r)Freund hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

es geht um meine Freundin. x:)

Kurze Vorgeschichte: Sie wurde vor 6 Jahren an der Wirbelsäule operiert (Gleitwirbel und neue Bandscheibe wurden in einem Käfig mit 4 Titan-Schrauben an diesem und dem darüberliegenden Wirbel fixiert/versteift).

Nun hatte sie letzte Woche einen mittelschweren Auffahrunfall (nicht schuld, Auto auf Auto an der roten Ampel) und nach starken Rückenschmerzen wurde sie direkt in der Notaufnahme geröntgt. Dort erkannt man einen Schraubenbruch (direkt an der Knochenkante) und sie wurde gleich nach 7 schmerzhaften Tagen operiert. :°(

Nun das komplizierte: Kurz vor der Op stellte man einen 2. Schraubenbruch fest und während der Op erkannte man, dass die abgebrochenen Schraubenstifte bereits mit Knochen komplett überwachsen waren, sprich der Bruch musste schon älter sein. Sie war aber seit 5 Jahren Schmerzfrei, das letzte Röntgenbild liegt 2 Jahre zurück. Damals war noch alles ok. Sie hat schon auf viel verzichtet, es wurde nur schonender Sport betrieben. Der Käfig ist auch gebrochen und dieser Bruch war anscheinend eindeutig vom Unfall/Aufprall (sichtbar neue Bruchstelle)..Die Schraubenstifte wurde nun im Wirbel gelassen und 2 neue Schrauben nebenan eingesetzt.

Nun habe ich 3 Fragen:

1. Wie können solche "Super"Titan-Schrauben überhaubt brechen? ??? Also ohne direkte Gewalteinwirkung darauf oder überhaupt auf den Rücken? Materialschwäche? Pfusch bei der 1. Verschraubung? Ungeschickte Bewegungen (kann sowas ohne bemerkbare Schmerzen vonstatten gehen)? Hat das Krankenhaus die billigen China-Schrauben verwendet? Falls ja, kann da das Krankenhaus oder der Hersteller für belangt werden / müssen sie Garantie leisten (gerade im Sinne Verdienstausfall, sie wird 2 Monate nicht arbeiten können)?

2. Gibt es sowas wie einen Körpergutachter (vgl. Kfz-Gutachter, ich kenn mich da nicht aus sorry :-/ ) der uns hilft diesen Sachverhalt juristisch wasserdicht für die Schmerzengeld- und Versicherungsansprüche differenziert und formuliert? Der von uns angagierte Anwalt (für Verkehrsrecht) kann das ja wohl nicht machen, Sachschadenregulierung ist klar. Und bei den 5 verschiedenen Ärztemeinungen weis ich nicht ob da nicht das eine oder andere entscheidende Detail unter den Tisch fällt. Ein unabhängiger Gutachter wäre glaub ich eine gute 2. Meinung/Backup für evtl. Gerichtsverfahren.

3. Mal eine generelle Frage: Wie geht das mit den Schrauben weiter? Wenn alle 5-6 Jahre eine Schraube bricht kann ja nicht immer nur eine neue eingesetzt werden. Der Platz ist ja begrenzt. Auch wenn die für die nächsten Jahre geplante Schwangerschaft eintritt, brechen dann alle Schrauben unter der Last? Diese Schrauben halten ja anscheinend nichts aus und das macht uns echt richtig sorgen. ???

Antworten
T!hex*exn


Ich bin kein Mediziner, sondern Maschinenbauer, daher kann ich dir ein bisschen was zu Werkstoffen erzählen.

1. "Super"Titan-Schrauben sind ein Irrglaube. Wenn du eine Schraube 1:1 (Form usw.) in Stahl und Titan hast, dann ist die Stahlschraube immer die "bessere" (rein plakativ gesagt), da Stahl einfach härter ist und sich nicht so schnell verformt.

Warum wird dann aber Titan eingesetzt: Titan ist einfach viel verträglicher für den Körper und Komplikationen sind äußerst selten.

Um "Pfusch" nachweisen zu können müsste man wohl die Schrauben bzw die Reste aus dem Körper entfernen und diese einem Materialtest unterziehen, um feststellen zu können, ob die Richtwerte des Herstellers eingehalten werden.

Ich glaube das lohnt sich nicht.

Hier könnte man höchstens mit den Röntgenbildern zu anderen ärzten gehen und nach einer schlecht sitzenden Verschraubung schauen. Sitzen die Schrauben vllt falsch usw.

Meine Meinung dazu: Die Belastungen auf eine Wirbelsäule sind enorm. Genauso auf die angebrachten Schrauben. Wenn diese nun ungünstig liegen und über die Jahre hinweg immer wieder wechselnden belastungsmomenten ausgesetzt sind, dann kann der Werkstoff einfach mal nachgeben. Das wird sich wohl auch nicht ändern lassen.

2. Ein "Körper Gutachter" ist ja im Endeffekt auch nur ein Arzt. Sucht euch einen guten Mediziner und lasst euch die Verletzungen attestieren. Fertig aus. Der Anwalt wird das dann verwenden, um die Ansprüche gegenüber der Gegnerpartei geltend zu machen. Gerade ein Verkehrsrechtsexperte wird mit sowas schon häufiger zu tun gehabt haben.

3. Das wird euch nur ein Experte beantworten können, der sich die Röntgenbilder deiner Freundin angeschaut hat. Alles was man hier schreiben könnte ist reines Raten.

WbodehoYuse


Auch Titanschrauben können bei ungünstiger Belastung mal brechen, darüber wird man aufgeklärt. Ist das versteifte Segment knöchern gut durchbaut, muss sowas nicht zwangsläufig Beschwerden machen und ist oft ein Zufallsbefund (so wie es hier zu sein scheint). Dass deine Freundin jahrelang völlig beschwerdefrei war, spricht ja eigentlich gegen einen "Pfusch bei der 1. Verschraubung".

BKesorcgterFrDeunxd


Danke Wodehouse und Thexen für eure Antworten.

Sie ist in einem anscheinend renomierten Krankenhaus mit Wirbelsäulen und Schrauben Spezialisten. Die Ärzte sagen jetzt aber so Dinge wie: "Sie können wieder alles ganz normal machen, auch sportlich (ausser Joggen) ist alles möglich." -> Klar, bis wieder eine bricht :( Bisher hatte sie auch nur noch Walken und Schwimmen gemacht..aber diesemal muss sie zum Glück voraussichtlich nicht wieder 1 Jahr Reha machen

Ich bin auf jedenfall auf den baldigen Abschlussbericht gespannt.

Daie<Kru2emxi


nun, die erste gebrochenen Schraube hat sie ja nichtmal bemerkt und keinerlei Schmerzen / Verdienstausfall etc gehabt.

die jetzigen Schäden rühren vom Unfall her, der wohl ursächlich für die jetzigen Schmerzen und die OP ist. Ich würde es mir einfach machen und alle Ansprüche gegen den Unfallverursacher stellen. wenn er/seine Versicherung Matrialschäden unterstellt, dann muss er / das Gericht einen Medizinsachverständigen bestellen, um deine Forderungen gegen ihn abzuwenden. Und dann gibt es ein Gutachten, auf der Basis du dich dann an den Hersteller werden kannst-falls es Materialmängel sind.

W6o dehou]se


Nun beruhig dich mal. Wie Krümi schon schrieb, hat sie den ersten Bruch ja gar nicht bemerkt. Und es ist nun wirklich nicht so, dass die Schrauben dauernd brechen. Nur wirken bei einem Autounfall halt wirklich enorme Kräfte, denen auch der Cage nicht standgehalten hat. Dass deswegen nun neu instrumentiert werden musste, ist sicherlich ein Rückschlag, aber für Schwarzmalerei besteht wirklich kein Anlass.

Ich mache mit meinen Schrauben im Rücken übrigens ganz normal Sport. Ob ich einen Schraubenbruch habe? Keine Ahnung.

aber diesemal muss sie zum Glück voraussichtlich nicht wieder 1 Jahr Reha machen

Ein Jahr Reha nach einer einsegmentalen, offenbar komplikationslosen Spondylodese? Hast du dich da verschrieben und meintest einen Monat? Auf jeden Fall gute Besserung an deine Freundin, das wird schon wieder.

B<esEohrgterFBreuxnd


Sie hatte ein halbes Jahr vor der Op einen Bandscheibenvorfall -> erblich bedingt. Genau genommen war sie knapp 1-2 Monate bettlegrig bis alles vernarbt war, danach knapp 6 Wochen intensiv Reha (wieder laufen lernen und bewegen üben) und dann knapp 1 Jahr ambulante Reha in Kombie mit Krankengymnastik.

Wie gesagt, laut OP Arzt waren die Schraubenbrüche bereits mit Knochen überwachsen, sprich ist schon länger her. Nur das sie weder einen Unfall noch harten Sport noch sonst irgendwas gemacht hat. Durch den Aufprall ist "lediglich" der Cage, also der untere Teil der Wirbelsäule verrutscht , da die Schrauben ja ihn nicht mehr fixiert hatten. Dadurch auch die Schmerzen.

Morgen kommt sie aus dem KK, mal sehen wie es weiter geht..

S?unYflo^wer_x73


Euer Anwalt kann auch den Schmerzensgeld-Part übernehmen. Da geht es nach Dauer der Krankschreibung etc. und anhand dessen Werte entsprechende Beträge ermittelt. Mein erhebliches Schleudertrauma hat mir einen Tausender eingebracht. War ganz hiflreich, da Auto Totalschaden hatte.

B7esorIgterFxreund


Yep, und bei solchen Eingriffen ist laut Anwalt deutlich mehr drin als bei einem Schleudertrauma..und dann noch pro Tag im KK und Nachbehandlung, ggf. Folgeschäden/behandlungen (was ist wenn der Cage mal ausgetauscht werden muss) usw. Da gibt es vieles zu beachten..und viele Möglichkeiten für die Versicherung sich auf die Hinterbeine zu stellen..

Sachschaden ist klar, wirts. Totalschaden :-(

Aber richtig, muss der Anwalt regeln..

EohemalEiger Nutz?er (#-32573x1)


Sie hatte ein halbes Jahr vor der Op einen Bandscheibenvorfall -> erblich bedingt. Genau genommen war sie knapp 1-2 Monate bettlegrig bis alles vernarbt war, danach knapp 6 Wochen intensiv Reha (wieder laufen lernen und bewegen üben) und dann knapp 1 Jahr ambulante Reha in Kombie mit Krankengymnastik.

Was ja nun ganz andere Voraussetzungen waren als jetzt ...das kann man ja nun nicht wirklich vergleichen

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