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Bevorstehende Knie-Tep: Angst, Rehagestaltung

SLunfSlowere_7x3 hat die Diskussion gestartet


Nach mehreren Anläufen und einer seit über 5 Jahren bestehenden Empfehlung habe ich nun für Ende Januar einen Termin, um mir ein künstliches Kniegelenk (Total-Endoprothese, kompletter Oberflächenersatz inkl. Patella-Rückseite) einsetzen zu lassen.

Und: Ich hab' Angst ohne Ende.

Vermutlich schiebe ich das Ganze schon zu lange (sehr konkret seit Juli) und habe viel zu viel Zeit, mir Gedanken zu machen. Aktuell würde ich das Ganze am liebsten (erneut) absagen. :-/ %-|

Ich hab' (trotz mehr als 10 OP's an dem Knie) Schiss vor der OP. Schmerzen hinterher (mein Magen und Schmerzmitteln sind nicht die besten Freunde, und Opioide findet mein Brechzentrum ziemlich zum Kotzen). Ich habe Angst, dass es nicht so wird, wie ich es mir vorstelle. Denn es ist klar, dass ich im Vergleich zum Ist-Zustand an Beugung verlieren werde. Dass das Knie, gerade weil es lange halten muss aufgr. meines Alters, kein Freifahrtsschein ist, jetzt munter zu joggen etc.

Außerdem habe ich jobmäßig ab dem Frühjahr eine verdammt gute Option. Ich habe Angst, bis dahin nicht fit zu sein und mir die Chance zu versauen. Andererseits falle ich durch den Job aus der Dt. Rentenversicherung raus und die Institution, die dann zwangsweise für mich zuständig wird, ist zwar toll für die Rente, zahlt aber keine Rehas. Außerdem bin ich dann mehr oder weniger selbstständig/freiberuflich und kann mir einen so langen Ausfall nicht unbedingt erlauben. Zumindest würde mir ein erneutes Verschieben der TEP-OP vor dem Hintergrund Bauchweh bereiten.

Aber der feststehende OP-Termin bereitet mir ebensoviel Bauchweh. Ich hab' einfach nur Mega-Angst. Vor der OP, vor einem suboptimalen Verlauf, vor einer Enttäuschung hinterher. Davor, die OP JETZT vielleicht aus "falschen" Gründen zu machen.

Aber: Wann ist der RICHTIGE Zeitpunkt? Sind die Zweifel Zeichen dafür, dass die Schmerzen so schlimm noch nicht sind und daher jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist?

Kurzum: Im Kopf nur noch Chaos und Verunsicherung.

Würde mich über positiv-realistische Erfahrungsberichte freuen... |-o

Abgesehen von der OP-Angst kann ich mich zudem nicht mal entscheiden, wie ich die Reha machen will. Stationär? Ambulant? Ich wüsste, wo ich stationär hinwill, aber: Ich bin echt kein Klinikfan. Beim Gedanken, 4-5 Wochen komplett weg zu sein, kriege ich die Krise. Zumal ich wohl auch wg. der Vorbereitungen für den neuen Job erreichbar und reaktionsfähig bleiben muss. Aber: Ich wohne alleine... habe 1x eine ambulante Reha gemacht (noch im Studium) und fand es mega-anstrengend mit Einkaufen etc. nach dem ganzen Tagesprogramm. Aber die ambulante Rehaeinrichtung wäre keinen Kilometer entfernt...

Welche Erfahrungsberichte gibt es hier zum Thema Reha nach Knie-TEP?

Antworten
SSchmJi>dti7x0


Wie Du weißt, habe ich keine Erfahrung diesbezüglich, wollte Dir aber schon mal alles Gute wünschen! Und ich kann das (auch wenn Dir das jetzt sicher nicht hilft) nachvollziehen, dass Dir das Angst macht....Es ist eben schon was Endgültiges...Aber wird schon werden, positiv denken!!!!

Vermutlich kannst Du Dich in der stationären Reha besser auf die Genesung konzentrieren, weil Dir alles abgenommen wird (also einkaufen, Haushalt und so)...Was heißt denn "erreichbar und reaktionsfähig"? Postalisch, telefonisch?

Gibt es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt? Ich glaube, das ist schwer...Und die Zweifel kommen bestimmt, weil es JETZT eben konkret wird....das ist schon was Anderes, als wenn man sagt "demnächst bekomme ich"....

Alle Gute! @:)

S:chmfidtti7p0


Ich lebe ja nicht alleine, aber wäre ICH jetzt in Deiner Situation würde ich u.U. auch eine stationäre Reha bevorzugen. Weil noch genug an mir hier zu Hause hängenbliebe....

I(n-Ko|g Nixto


ot, aber......erzähl doch was vom neuen job! @:)

SDunflomwer_7x3


@ In-Kog Nito:

Kurz und knapp: Praxiseinstieg hier in der Region. Erst (Pseudo-)Angestelltenverhältnis, dann Umwandlung in halben Kassensitz. Berufsausübungsgemeinschaft auf Basis eines Gesellschaftervertrages. Stolze Jahres-Gesellschaftergebühren, aber so ist es halt. Zulassung durch die KV steht allerdings noch komplett aus und ich glaube es erst, wenn ich meine Abrechnungsnummer in Händen halte. Angestelltenvertrag ist aber schon unterschrieben.

tCsunam9i_xe


Hi,

mein Vater hatte eine, meine Mutter hatte eine. Beide mit mehr oder weniger gutem Ergebniss.

Bei meinem Dad, ist Frührentner, hat es sehr gut funktionert, er fährt Farrad und ist allgemein sehr sportlich.

Bei meiner Mutter war es nicht so pralle, sie hat aber nach der Reha nur einmal KG bekommen und danach hat sie alles schleifen lassen diesbezüglich.

Ist 73 dein Baujahr ??? Dann wär das schon ganz schön früh !

@:)

DVer kl einen Pxrinz


Mit persönlicher Erfahrung kann ich Dir nicht dienen.

Aber ich denke, wenn es gesicherte Erkenntnis ist, dass der Ersatz das Knies die einzige Option ist, und dass diese Option auf alle Fälle zum Tragen kommen wird, dann ist es am besten, so etwas so schnell wie möglich machen zu lassen.

Dass man so einer OP, soweit mir bekannt ist, ca. 20 Jahre gibt, weißt Du sicher. Zwanzig Jahre ist nicht viel, aber vielleicht genug, um nach Ablauf dieser Zeit eine Anschlusstherapie in petto zu haben? Vielleicht aber auch nicht. Was dann?

Meine Mutter hat vor ca. 15 Jahren ein neues Knie bekommen. Die Statik in ihrem Körper hat sich in diesen 15 Jahren verändert, was dann letztlich auf der selben Seite vor einem Jahr eine neue Hüfte erforderte. Das, weil Knie und Hüfte gemeinschaftlich so ihre Wirbelsäule belastet haben, dass sie immer krummer ging und auch wurde. Jetzt ist sie 90, fit, aber im Moment bewegungseingeschränkt. Zum Beispiel hat sie echte Probleme – sie versorgt sich und ihren 100-jährigen Lebensgefährten komplett selbsständig – an die Oberschränke in der Küche zu kommen um dort Geschirr rauszuholen. Treppen geht sie meist auf allen Vieren, das fällt ihr leichter. Am besten kann sie jäten. Wenn der Arsch höher als der Kopf ist, fühlt sie sich am wohlsten ;-).

Also: wenn es UNBEDINGT sein muss, dann mach es schnell. Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann warte so lange es geht, denn die Zeit arbeitet dann für Dich, in zweifacher Hinsicht: Du kannst das Knie länger drin lassen und wenn die Lebenszeit des Knies zu Ende geht, ist man chirurgisch und orthopädisch vielleicht um einiges weiter als heute.

Wenn die Entwicklung linear so weiter ginge, wie sie in den vergangenen zwanzig war, bin ich für Dich in zwanzig Jahren sehr optimistisch.

SJunZfjloweqr_7x3


Ja, 1973 ist mein Geburtsjahr. Das Knie ist aber wirklich massivst geschädigt, d.h. nur noch im lateralen Tibiaplateau ein wenig Knorpel vorhanden. Die Indikation steht seit über 5 Jahren, auch von Ärzten gestellt, die nicht an einer OP verdienen.

D&er klei[ne dPxrinz


Also ist es auch sehr schmerzhaft, zumindest zuweilen?

Sdchw4immKerixn


Liebe Sunflower, ich bin Mitte 40 und habe 2011 eine Knie-TEP bekommen – wegen eines durch einen Unfall in der frühen Kindheit massiv geschädigten Kniegelenks und nach mehreren Jahren, in denen ich nur Schmerzmittel "gefuttert" hatte. In mehreren Kliniken, die ich aufsuchte, sagte man mir pauschal, ich sei ja viiiiiel zu jung. In der Klinik, in der ich dann später operiert wurde, fand ich einen fachlich und menschlich sehr kompetenten Arzt vor, der mit mir zusammen meine Lebensqualität analysierte und, unabhängig von meinem Alter, mit mir zusammen die Entscheidung traf, dass die Knie-TEP die beste Lösung ist.

Soviel vorweg: Ich bin unendlich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe!

Gut, Schmerzen hat man anfangs – keine Frage. Die ersten Tage sind hart. Aber das wird ja besser. Es ist ein gutes Gefühl, die Schmerzmedikation Schritt für Schritt herunterfahren zu können!

Zum Thema Reha: das würde ich nie ambulant wagen! Es ist einfach gut, wenn man sich aufs Gesundwerden konzentrieren kann und nicht noch seine tägliche Versorgung selbst organisieren muss. Mein Operateur empfahl mir, drei Monate lang an Gehstützen zu gehen, damit sich wieder ein gesundes Gangbild entwickeln kann. Diese Zeit habe ich konsequent eingehalten, auch wenn mir einige Patienten in der Reha mit einen etwas überheblichen Lächeln zeigten, wie toll sie schon ohne – oder besser noch: nur mit einer! %-| – Gehstütze laufen konnten. Für mich machte sich das bezahlt! Ich habe seit ca. einem halben Jahr nach der OP ÜBERHAUPT keine Schmerzen mehr. Ich kann alles machen, habe sogar angefangen zu tanzen! :-)

Mir geht es wunderbar – und der Operateur sagte mir nach der OP, dass der Knochen schon so verformt war, dass ein so guter Erfolg der OP nicht gewährleistet gewesen wäre, wenn ich diese noch länger aufgeschoben hätte.

Naja, dies erst einmal in Kurzform. Wenn du noch weitere Fragen hast, gerne per PN, damit hier noch so ein Rest von Anonymität gewahrt bleibt. ;-)

Ich wünsche dir ein glückliches Händchen bei deiner Entscheidung und alles Gute! @:)

S;unfldower_x73


Ohne Schmerzmittel kein Arbeitstag. Treppensteigen nur mit Zähne zusammenbeißen. Radfahren seit mehreren Jahren nicht mehr. Mittlerweile auch Knochenschädigungen durch den fehlenden Knorpel (u.a. Osteophyten). Laufen: Max. ein Kilometer. Für Sightseeing und lange Shoppingtouren bin ich keine erfreuliche Begleitung. ]:D Knien geht kaum, in die Hocke gehen auch nicht mehr. Wenn ich mal mehr laufe, werde ich nachts jedes Mal vor Schmerzen wach, wenn ich das Bein gegen das Gewicht der Bettdecke strecke. Anerkannter GdB von 40 seit 2006 schon. Zunehmende Rückenprobleme als Folge der veränderten Statik bzw. des veränderten Gangbildes.

Es haben schon Ärzte gedacht, dass das MRT- oder Röntgenbild einer deutlich älteren Patientin im Leuchtkasten hängt und doch gar nicht meins sein kann, weil so kaputt. ]:D Sorry, doch, ist mein Knie auf das sie da gerade gucken.

2007 wurde bereits die TEP empfohlen; kritische Ärzte betonten damals, dass ich besser zumindest die 4 altersmäßig vorne haben sollte. Ich schiebe es also schon lange. Es ging ja auch, an den Verzicht habe ich mich größtenteils gewöhnt. Aber die Schmerzen werden halt mehr und die Knochenveränderungen. Selbst mein OP-feindlicher Physio und meine Hausärzte raten zur OP.

Die Indikation steht somit letztlich gar nicht zur Diskussion. Wobei auch niemand Druck macht. Nur ICH Dussel kann mich halt nicht entscheiden. Bzw. hab' einfach eine Scheißangst. Weil "noch geht's ja. Irgendwie. Die OP ist irreversibel. Und so wie ich mich kenne, bin ich dann perfekt im "Hätte ich es mal nicht gemacht"-Denken, wenn's nicht optimal wird. Und mir wurde halt "bis zu einem Jahr, um den Endzutand zu beurteilen" als Zeitspanne genannt.

Und gerade in Anbetracht meines Alters wurde ein SANFTER Umgang mit der TEP sehr betont. Weil 10-15 Jahre Lebensdauer und zumindest ein Austausch relativ problemlos. Ein zweiter schon weniger.

ARGH! Sagte ich schon, dass ich eh nicht gut bin im Treffen von Entscheidungen?! ]:D

D`er klreine *Prinxz


Ja, dann ist das für mich (kein Mediziner oder was in der Richtung) klar: OP! Leider, aber der beste Weg aller schlechten.

Weil Du mit jedem Tag warten den Schaden vergrößerst, und das ist eine falsche Strategie.

Geh in die Klinik, und dann gehe in eine stationäre Reha, halte ich in Deinem Fall für viel besser als eine ambulante. Es hängt zu viel dran, und Du bist 40 und nicht 75 @:)

tMsun.amiZ_xe


Hi,

meiner Mutter wurde damals empfohlen, so lange wie möglich zu warten wegen dieser Problematik...

Sie hat sich auch noch 5 Jahre gequält und ich hab sie dann mehr oder weniger nochmal draufhingewiesen, dass es doch nun der beste Zeitpunkt wäre, auch in hinsicht auf das Alter.

Die Schmerzen sind geringer geworden, sie hat schon Lebensqualität gewonnen, dadurch dass sie die Nachbehandlung vernachlässigt hat ist das ganze halt nicht zur 100% Zufriedenheit gelungen.

k&ru>ecke7x4


Ich gehe gleich stationär. Habe schon die Genehmigung dafür

SGchwi^mme3rin


Hallo, Sunflower!

Hast du meinen Beitrag gesehen? Du hast etwa zur gleichen Zeit einen längeren Beitrag geschrieben und gepostet, daher kann es ja sein, dass du ihn übersehen hast.

Ich wünsch' dir alles Gute!

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