» »

Bandscheibenvorfall Bws, Schwindel, Atembeschwerden etc...

OBttl hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe hier bereits einige interessante Diskussionen gefunden und verfolgt und würde daher gerne meinen "Fall" schildern. Zu meiner Person: ich bin 27 Jahre alt, männlich, ca 77 kg, recht gesunde Ernährung, Raucher, relativ unsportlich (gewesen).

Da ich mir nicht ganz sicher bin, ob das Forum "Orthopädie" zu 100% passt, hier eine sehr ausführliche Schilderung:

Meine Probleme haben im Februar 2014 begonnen. Damals war ich - wie recht häufig zu dieser Jahreszeit - erkältet und bin nachts oft verschwitzt aufgewacht. Da man ja nicht allzu lange ausfallen möchte, war ich nach 2 Tagen wieder arbeiten und habe mich mit Aspirin Complex tagsüber "betäubt", allerdings nur in sehr geringer Dosis (1 Päckchen / Tag). Bis auf die nächtlichen Schwitzattacken ging es mir auch relativ gut, nach einer Woche waren die Erkältungssymptome verschwunden. Drei Wochen danach hat es mich dann wieder erwischt, wieder erkältet, wieder und noch heftigere Schweißattacken nachts (aber kein Fieber tagsüber). Musste im Endeffekt eine Woche zuhause bleiben, was mich natürlich gestört hat. Die Erkältungssymptome waren dann weg, das nächtliche Schwitzen blieb noch eine ganze Weile.

Ca. zwei Wochen später bekam ich dann einen ziemlichen Druck und ein Ziehen auf dem Brustkorb vorne in Höhe der oberen Rippen (1. - 5. Rippen), der regelmäßig und ohne Anstrengung den ganzen Tag auftrat. Der Druck ging in den nächsten zwei Wochen zwar nicht weg, wurde aber auch nicht schlimmer. An einem Sonntag morgen, während einem Besuch bei meinem Bruder, wurde der Druck auf einmal so stark, dass ich - wahrscheinlich - eine Panikattacke erlebt habe. Ich bekam Herzrasen, Schwindel, mir wurde schwarz vor Augen und ich musste mich hinlegen. Da ich recht panisch war, bin ich dann ins Krankenhaus gefahren worden, wo die erste Diagnose "Rippenfellentzündung" festgestellt wurde. Basis dieser Diagnose war allerdings nur ein Bluttest und eben meine Schilderung. Am gleichen Tag wurde ich dann wieder nach hause geschickt - mit Schmerzmitteln. Die nächsten drei Tage war ich zuhause und nahm die Schmerzmittel, allerdings ohne Wirkung. Zu den Drucksymptomen im Brustkorb und dem weiterhin vorhandenen Nachtschweiß kamen dann noch schwitzende Hände und generelles Unwohlsein dazu. Mein Hausarzt hatte mir dann zusätzlich noch ein Antibiotikum verschrieben, da ich weiterhin relativ schlecht Luft bekommen habe ("Kloß im Hals"), er vermutete ggf. zusätzlich eine Bronchitis.

Am darauffolgenden Sonntag, d.h. eine Woche nach der ersten "Attacke", war es dann wieder soweit. Dieses mal überkam mich der Druck auf der Brust abends auf der Couch im Liegen, noch heftiger als beim ersten mal. Ich hatte ein sehr starkes Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen (+ Herzrasen) und bin dann wieder letztendlich ins Krankenhaus. Drei Tage lang hat man diverse Untersuchungen durchgeführt: EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Röntgenaufnahme des Thorax / Lunge, Blutuntersuchungen... alles ohne Befund. Beim Belastungs-EKG war auffällig, dass mir davor (!) schwindelig und schwarz vor Augen wurde, währenddessen und danach ging es mir recht gut. Da man in den drei Tagen im Krankenhaus die Schmerzmittel abgesetzt hatte, ist mir dann aufgefallen, dass ich - sobald der Druck vorne im Brustkorb kam - ebenfalls einen ziemlich heftigen Druck bzw. Schmerz auf gleicher Höhe im Rücken verspürt habe. Ich hatte das zwar mehrfach erwähnt, wurde aber nicht von den Ärzten weiter verfolgt. Am dritten Tag hat man mich dann ohne Befund entlassen und nur den Hinweis gegeben, dass es muskuläre Probleme sein könnten.

Am Tag darauf habe ich auf eigene Faust einen Termin beim Orthopäden ausgemacht. Er hatte dann tatsächlich einen Punkt an der Wirbelsäule auf Höhe des Schulterblattes rechts gefunden, der verdächtig spürbar und hart war. Daraufhin hat er mich einmal eingerenkt und gesagt, das ganze Druckgefühl wäre von einer Wirbelblockade gekommen. Ich solle mich jetzt viel bewegen und in ein paar Tagen wären die Symptome komplett verschwunden. Genauere Untersuchungen hatte dieser Arzt nicht angeordnet.

In den nächsten Tagen war ich dann recht viel unterwegs und zusätzlich habe ich Massagen beim Physio in Anspruch genommen. Dummerweise halfen diese nur kurzzeitig an dem Abend, am nächsten Tag waren die Symptome dann jeweils wieder da (Druck, Atemnot, Schmerzen).

Also ab zum nächsten Orthopäden. Er hat dann ein MRT der LWS (warum LWS?!) angeordnet. Dabei kam heraus, dass die untersten beiden Bandscheiben relativ schlecht aussehen, d.h. sehr starke Vorwölbungen ("Sie haben Bandscheiben wie ein 60-Jähriger"). Mit diesem Befund war der Arzt dann zufrieden.. meine Frage, ob dieser Befund alle meine Symptome erklären würden, hatte er keine zufriedenstellende Antwort.

Mit diesem Befund war ich dann nochmals bei meinem Hausarzt. Er hatte Verständnis für meine Empörung, dass bisher doch eigentlich die falsche Stelle untersucht wurde und hat mich dann nochmals zum MRT der HWS geschickt.

Befund: Bandscheibenvorfall BWS TH1 / TH2, rechtsseitig, Einengung des Spinalkanals rechts ("mäßig").

Laut Aussage meines Arztes könne dieser Bandscheibenvorfall höchstens gewisse Schmerzen am Rücken bzw. am Schulterblatt rechts erklären - alle anderen Symptome definitiv nicht.

Er hat mir dann einige Behandlungen in MT (Manuelle Therapie) verschrieben, mich zum Neurologen überwiesen und mir ansonsten nahegelegt, etwas mehr zur Ruhe zu kommen (psychosomatische Beschwerden).

Beim Neurologen hat sich nichts ergeben, außer ein paar abgeschwächten Reflexen im rechten Knie.

Zwischen den ganzen o.g. Arztbesuchen war ich natürlich weiterhin (mehr oder weniger effizient) Arbeiten. Dort war es so, dass ich natürlich sehr unausgeschlafen war und zudem weiterhin die Probleme beim Atmen, Druck auf der Brust und schwitzende Hände hatte. Zudem habe ich mir eingebildet, dass sich die Symptome täglich nach einiger Zeit im Sitzen verschlechtern würden. In der Mittagspause hatte ich dann regelmäßig "kleinere" Panikattacken (beim Spazieren gehen und/oder beim Essen in der Gruppe), konnte anfangs aber damit umgehen, da die ersten beiden schlimmen Attacken ja keinerlei Folgen hatten. Diese "kleinen" Attacken äußern sich meistens durch Schwindel, hohen & kräftig spürbaren Puls, Unwohlsein, Ohnmachtsgefühl/Angst... Leider treten diese kleinen Attacken mittlerweile auch vermehrt in alltäglichen Situationen auf (beim Einkauf, beim Spazieren gehen, ..). Zudem kommt ein meiner Meinung nach deutlich erhöhtes Stressempfinden, was sich wiederum durch Erschöpfung, Ohrendruck, Ohrenpiepen und Schwindel äußert.

Bis heute hatte ich mittlerweile ca 15 MT-Anwendungen beim Phyiso und habe das Gefühl, dass sich die Symptome am Tag der Behandlung deutlich bessern. Am nächsten Tag sind sie dann dafür umso schlimmer (Schmerzen, Erschöpfung, schlechter Schlaf?!). Außerdem gehe ich regelmäßig schwimmen, mache Rückentraining auf Basis eines Buches und bewege mich zumindest mehr als vorher. Bei wirklich körperlicher Anstrengung sind die Symptome so gut wie nicht vorhanden.

Psychisch geht es mir mittlerweile allerdings nicht mehr sonderlich gut:

- man grübelt ständig und denkt darüber nach, was einem fehlen könnte (Symptom Googeln...). Die Gedanken kreisen leider fast nur noch um die Gesundheit, ich kann mich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren geschweige denn auf etwas anderes freuen.

- ich achte extrem (!) auf mich und meinen Körper. Jeder kleine Schmerz oder sonstige "Abnormalitäten" bringen einen sofort aus der Fassung

- ich vermeide mittlerweile Situationen (zumindest teilweise), in denen o.g. Attacken bisher bereits aufgetreten sind. Dadurch entsteht natürlich eine gewisse Angst davor.

- unangenehme Situationen lösen mittlerweile einen erheblichen Stress aus. Ich war z.B. noch nie ein Gruppentier (immer eine gewisse Grundnervosität bei sozialen Kontakten), aber es gab vorher nie solche Attacken.

Nun zu meinen eigentlichen Fragen:

- was meint ihr zu o.g. Story?

- sollte ich mich körperlich noch weiteren Untersuchungen unterziehen (momentan am schlimmsten: Ohrendruck & -piepen, Druck Brust, Schmerz & "Knacken" im Rücken)? Beim HNO war ich bzgl. der Ohren bereits, alles OK ("Stress").

- kennt jemand eine besonders gute Methode, sich dauerhaft von den ständigen Gedanken um die Gesundheit abzulenken?

- was kann man gegen den psychischen Stress machen?

Vielen Dank und viele Grüße,

Ottl

Antworten
EFhemalig$er Nutz!er (#&3257x31)


Wie wäre es denn mal mit dem Erlernen von Entspannungsmethoden wie z.B. Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson.

Du steigerst duch ja vollkommen rein siehe deine ständige Selbstbeobachtung

c?laudsia19x77


Hallo Ottl!

Bin zufällig beim googlen auf deinen Eintrag gestoßen. Ich hab heute meinen Befund vom MR HWS, BWS abgeholt. Ich habe seit 4 Jahren Schmerzen und haaaaargenau dieselben Symptome wie du! Das könnte ich geschrieben haben.

Ich bin jetzt erstmal gespannt, was mein überweisender Internist zu meinem Befund sagt, der ja nicht wirklich schlimm aussieht:

Gering breitbasige Brandscheibenprotrusion Th3/Th4, mäßige Einengung des Spinalkanals, keine wesentliche Einengung der Neuroforamina., regelrechte Darstellung des Myelons.

Trotzdem: All deine Beschwerden hab ich auch.

:(

F:axJu


Habe ziemlich exakt die selben Beschwerden seit 1.5 Jahren. Habt ihr mittlerweilen eine Lösung gefunden?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH