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Wann geht es endlich aufwärts nach Hüft-OP

S!unflo\wer$_73


Rehasport in Gruppen ist KEINE Physio. Du kannst Einzel-Physio bekommen.

"Schwächen erkennen": Was bitte ist an einer TEP eine Schwäche?

AFn2ton S,ommer


Hallo Tsbn – hallo Thomas,

meine 1. Hüftgelenks-Prothese bekam ich vor 20 Jahren, meine 2., also an der anderen Hüfte, im Juni 2014.

Beide Hüften sind nicht zementiert, also auch nicht teil-zementiert. Sie wurden im gleichen Krankenhaus gemacht.

Für die 1. Hüftprothese bekam ich die Auflage, volle 10 Wochen nach der OP die Hüfte nur mit 7,5 kg (10% des Körpergewichts) maximal zu belasten.

Die 2. Hüfte kann ich seit 1 (einem) Tag nach der OP mit dem vollen Körpergewicht, allerdings schmerz-orientiert, belasten. Euch alle frage ich nun, wie kann es das geben?

Meine Ärzte habe ich das natürlich auch gefragt. Es kamen nur diffuse Antworten wie "20 Jahre später" oder "besser strukturierte Prothesenoberfläche" oder als Knüller " Herr Sommer, die Zeiten ändern sich halt, und wir uns mit ihnen" , auch noch "Ärzte lernen halt auch dazu...".

Ich kann das nicht verstehen.

Der operierte Mensch, der Mann, ist der gleiche. 20 Jahre später – o.k.

Die Prothesen sind sehr ähnlich bis gleich. Das gleiche Material, sehr ähnliche Metall-Legierungen und Kunststoffe als Knorpelflächen-Ersatz.

Aus den 7,5 kg (also 10 % des Körpergewichts) wurden nun 80 kg als maximale Sofort-Belastung nach der OP. Kann mir jemand diese offene Frage halbwegs verständlich beantworten?

Thomas, nun noch zu Deinen Fragen:

Nach der 1. OP war ich 14 Tage im Krankenhaus, nach der 2. OP wurde ich nach 7 Tagen entlassen.

Nach der 1. OP mußte ich 10 Wochen lang die Krücken benutzen, durfte aber schon nach 4 Wochen mit dem Rad fahren. Nach der 2. OP sollte ich schon in der 1. Woche möchlichst viel ohne Krücken gehen. Durfte auch nach 4 Wochen Rad fahren.

Nach der 1. OP war ich nach ca. 6 Wochen schmerzfrei (mit Krücken), nach der 2. OP habe ich jetzt ca. 5 Monate nach der OP immer noch, immer wieder leichte, störende Schmerzen.

Nach beiden OPs verzichteten meine Ärzte und ich auf die Rehaklinik und ich bekam nur gezielte Physiotherapie-Stunden, also Krankengymnastik, so ca. 15 bis 20 Einzel-Stunden jeweils. 2 bis 3 pro Woche.

Meine zuerst operierte Hüfte von vor 20 Jahren ist seit ca. 19 Jahren so schmerzfrei, gut, und belastbar, als wäre sie nie operiert worden. Ich bin beim Sport auch schon ca. 5 x aufs Becken, auch mehrmals auf die operierte Hüfte gefallen. Das hatte nie negative Folgen. Die Hüfte hat immer einwandfrei die Stürze überstanden.

Die vor 5 Monaten operierte 2. Hüfte ist insgesamt schon merklich weniger gut als die 1. es damals war und bis heute ist.

Noch was ganz Schlimmes als Abschluß. Ich habe es vor ca. 1 Woche erfahren:

Ein früherer, mir nicht sehr gut bekannter weitläufiger Arbeitskollege hat vor 1 Jahr seine 1. Hüfte operiert bekommen. Es wurde halt auch eine Prothese eingesetzt. Er liegt heute noch, 12 monate nach der OP, ausschließlich im Bett. Er kann überhaupt nicht gehen. Uffff – das hat mich echt umgehauen. Also..., auch so kanns gehen, wenn alles schief läuft. Was bei dem Mann nun exakt schief gelaufen ist, kann ich aber nicht sagen. Auch das Krankenhaus, wo er operiert wurde, ist mir unbekannt.

Herzliche Grüße und weiterhin gute Genesung / Besserung !

:-) :)z :)^

TIsbxn


@ Anton

Das klingt ja richtig schlimm (der letzte Absatz)! Ist aber doch wohl die absoute Ausnahme. Mir ist kein solcher Fall bekannt, zum Glück.

Aber für dich war das sicher auch nicht angenehm, erfahren zu müssen das die Hüft-TEP beim zweiten Mal nicht so problemlos funktioniert wie vorher. Ich habe (noch) keinen Vergleich... Das Gefühl ist irgendwie komisch, wiegesagt wie ein Fremdkörper. Aber ich kann wieder Sport machen. Immerhin.

Hast du denn beide Hüften im gleichen Krankenhaus bzw. vom gleichen Arzt machen lassen? Und was sagen die Mediziner dazu das die neue Hüfte weniger gut ist als die alte?

Danke für die guten Wünsche. Ebenfalls gute Besserung und herzliche Grüße! :)^ :)^

Aanton/ cSomxmer


Hallo Tsbn – hallo Thomas!

Du hast geschrieben:

Das klingt ja richtig schlimm (der letzte Absatz)! Ist aber doch wohl die absoute Ausnahme. Mir ist kein solcher Fall bekannt, zum Glück.

Das war auch der bisher 1. und letzte Fall nach einer Hüftprothesen-OP, von dem ich gehört habe, der so schlimm verlaufen ist. Und echt hoffnungslos klingt. Nach allem, was ich weiß, liegt der %-Satz mit so einem miesen Ausgang bei deutlich weniger als 5 %.

Aber für dich war das sicher auch nicht angenehm, erfahren zu müssen das die Hüft-TEP beim zweiten Mal nicht so problemlos funktioniert wie vorher.

Definitiv und auf 5 oder 10 Jahre gesehen, kann ich das ja jetzt auch noch nicht im Voraus wissen. Die Ärzte sagen, es wäre genau wie beim 1. Mal, nur hätte ich nach 20 Jahren eben diese kleinen unerheblichen Schmerzen schon längst vergessen. Das bei mir ist der positive Normal- bis Idealfall – jetzt – .

Ich habe (noch) keinen Vergleich... Das Gefühl ist irgendwie komisch, wie gesagt wie ein Fremdkörper. Aber ich kann wieder Sport machen. Immerhin.

Von einem Fremdkörper (der aber ja echt da ist!) spüre ich nichts.

Hast du denn beide Hüften im gleichen Krankenhaus bzw. vom gleichen Arzt machen lassen?

Beide OPs wurden im gleichen Krankenhaus gemacht – aber von verschiedenen Ärzten. Der Arzt von der 1. OP war für die 2. OP schon in Rente.

Und was sagen die Mediziner dazu das die neue Hüfte weniger gut ist als die alte?

Die sagen eben, daß die 2. auf lange Sicht sicher so gut wird wie die 1. künstliche Hüfte. Das könnte ja auch sein – hoffe ich.

Ich als Laie habe mir auf die so krass unterschiedliche Belastung nach der OP 1 (10 Wochen lang nur 7,5 kg) und der 2. OP (gleich nach der OP bis zum ganzen Körpergewicht) auch meinen Reim drauf gemacht:

Nämlich, daß nach der 1. OP die Prothese echt gut und durch die Schonung ungestört einwachsen konnte. Während nach der 2. OP das gleich am Anfang nach der OP 3 bis 4 x am Tag praktizierte krückenlose Gehen doch das Einwachsen durch teilweises Wieder-Loslösen des frisch eingewachsenen Bereichs empfindlich gestört hat.

Nach all diesen Erfahrungen würde ich heute oder in Zukunft nach einer Hüft-OP das Einwachsen schön brav verhätscheln und voll fördern durch 10 wöchiges Entlastungsgehen N U R mit Krücken. Und damit eben wieder auf die 10-wöchige Maximalbelastung von 10 % des Körpergewichts zurückgehen. (Alle meine Ärzte würden geschlossen im Dreieck hüpfen wegen so eines widerspenstigen Patienten ... – Nein, natülich nicht. Weil ich in den Vorgesprächen dies schon klarstellen würde weit vor der OP). Und ich würde eine weitere OP NUR wo machen lassen, wo das OP-Team mit dieser besonderen, heute scheinbar antiquierten Schonung einverstanden wäre.

Frage, Thomas, an Dich: Wie war das mit der Schonung bzw. vollen Belastung nach Deiner zementfreien Hüftprothesen-OP ?

Herzlilche Grüße!

:-) :)z :)^

T7sbxn


@ Anton

OK und denkst du das stimmt das du die unerheblichen Schmerzen vergessen hast?

Interessant, dass du keinen Fremdkörper spürst. Ich finde, es fühlt sich komisch an. Aber vllt ist das auch Einbildung, irgendwie.

Stimmt, nach 20 J. ist es wahrscheinlich das der erste Arzt schon in Rente ist... Bei mir wird es weniger lang dauern bis die 2. Hüfte dran ist. Aber ich warte noch bis es wirklich sein muss.

Ja, auf lange Sicht... Ich bin da auch viel zu ungeduldig. V. a. wenn es nicht immer aufwärts geht und es Rückschläge gibt. Ich hatte zB die Schmerzmedikamente zu früh abgesetzt und das war nicht gut.

Aus deiner Erfahrung heraus kann ich das ja gut verstehen das du lieber länger die schonende Haltung beibehalten willst.

Bei mir ging es ziemlich bald los. Am zweiten Tag aufstehen, Hüftgruppe im KKH. Erlernen des Dreipunktgangs. Lernen wie man sich mit Krücken selber behelfen kann, Strümpfe anziehen, Übungen für Gleichgewicht etc. Ich hab das auch von mir selbst erwartet, das das zügig geht. Das ich wieder selber was tun kann und nicht angewiesen bin auf andere. Fürchte das ich auch wiederspenstig war, in der anderen Richtung. Habe zu früh wieder Sport gemacht und dann geschimpft bekommen. Auch die Krücken wollte ich bald nicht mehr. Glaube du machst es besser mit der Schonhaltung!

Herzliche Grüße und gute Besserung :)^ :)^

A0ntoYn Slommexr


Hallo Thomas,

danke für Deine Information. Ist schon interessant, wie es bei Dir war.

Bei mir wars ja so, daß ich schon ab dem 3. Tag eine ca. 150 bis 200m lange Strecke täglich 2 x OHNE Krücken gehen sollte – und das auch machte. Die Physiotherapeutin oder der Arzt neben dran. Alles andere vom täglichen Leben haben wir auch so geübt, wie Du es geschrieben hast.

Heute hatte ich übrigens bis jetzt keine einzige Schmerzempfindung.

Alles Gute weiterhin und herzliche Grüße!

:-) :)z :)^

L`inzerA Toxrte


Hallo Thomas

Wenn du magst, kannst du ja mal die Übungen probieren, die ich in der Physio gemacht habe. Sie sind ganz einfach und man kann sie genau so gut selbst zu Hause machen (Meine Mutter hatte eine Hüft-Op und hatte in etwa dieselben Übungen).

1) Lege dich auf die Seite, das gesunde Bein unten, angewinkelt, das operierte Bein oben, gestreckt.

Wichtig: Von Schulter über Hüfte bis zur Ferse sollte eine gerade Linie sein, nicht mit der Hüfte nach hinten ausweichen oder mit dem Bein nach vorn.

Aus dieser Stellung das operierte Bein heben so hoch es geht (Linie halten). Nach je 10x eine Pause (40-60x)

Wenn das gut geht, nach ein paar Tagen 500 g Gewicht ans Bein binden (zB ein 500g Beutel Erbsen), dann 1Kg ... bis 3 oder 4kg steigern.

Zusätzliche Schwierigkeit: auf den Ellbogen aufstützen statt flach zu liegen (geht sehr viel schwerer)

2) Vor der Sprossenwand abwechselnd rechten/linken Fuss auf die 2. Sprosse setzen und wieder zurück (zu Hause einfach eine Trittleiter oä benutzen)

möglichst langsam, möglichst weit entfernt stehen, freihändig, gerade stehen, nicht zur Seite neigen

50x mit jedem Bein, Pausen dazwischen habe ich weggelassen, später an operiertes Bein Gewichte wie oben

3) 30x langsam vom Stuhl aufstehen und ganz langsam wieder hinsetzen, sanft aufsetzen, nicht "plumpsen"

4) In einen Karton 3-5kg (zB Wasserflaschen) legen und zur Seite schieben bis ans Zimmerende. In die andere Richtung mit dem anderen Bein (so lange du Lust hast)

5) Radfahren/Heimtrainer, Stepper oder Crosstrainer mindestens 15-30 Min, gesteigerter Widerstand

6) Freihändig Treppen hoch und runter laufen üben

Wenn du das eine Weile täglich machst, siehst du sehr schnell Erfolge. Insbesondere die ersten beiden Übungen und das Radfahren helfen mir am meisten.

Viel Spass dabei und viel Erfolg!

(Wenn etwas unklar beschrieben ist, frag einfach nach)

T#sbxn


@ Linzer Torte

Vielen Dank für die interessanten Anregungen! Ein paar davon kenne ich aus der Reha, aber längst nicht alle. Und Fahrradfahren geht zum Glück wieder: Ich fahre schon wieder mit dem Rennrad...nochnicht ganz so sicher wie vorher, aber es wird.

T>sxbn


@ Anton Sommer

Sehr interessant das das so unterschiedlich gehandhabt wird! Ich musste erstmal das Gehen auf den Krücken lernen und sollte es nicht ohne probieren.

Hoffentlich geht es bei uns beiden weiter aufwärts, ganz egal wie die Betreuung in KKH und Reha war :)^ :)^

Herzliche Grüße von Thomas

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