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Labrumabriss und Schulterinstabilität - Fragen zu OP etc

e3llixpse hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich schleppe mich schon seit über 10 Jahre mit einer sehr instabilen Schulter, die gelegentlich subluxiert, umher. Auslöser war damals ein Badeunfall, bei dem die Schulter erstmalig subluxiert ist. Allerdings ist die Neigung wohl z.T. auch angeboren, denn auch meine andere Schulter ist instabil, allerdings noch nie subluxiert. In den letzten Jahren hatte ich immer wiederkehrende Subluxationen und auch wiederkehrende Schmerzen, insbesondere an der Schulter direkt, aber auch im Bereich der Bizepssehne. Da die durchgeführten MRTs nie auffällig waren (keine Defekte), bekam ich immer Physiotherapie verschrieben. Die habe ich auch immer in Anspruch genommen, muss aber ehrlich sagen, dass ich die Übungen im Anschluss an die KG nie besonders lange weitergeführt habe.

Nun hat vor kurzem ein MRT mit Kontrastmittel erstmalig einen "richtigen" Befund erbracht, nämlich neben einer "extremen Laxität des gesamten Kapselapparates" eine Perthes-Läsion. Nun hatte mein Orthopäde schon im Vorhinein gesagt, dass -sollte ein Defekt vorliegen- eine OP sinnvoll wäre, da ich auch erst 29 Jahre jung bin.. da der Besprechungstermin aber noch eine Weile hin ist, sitze ich nun mit dem Befund "auf glühenden Kohlen".. Vielleicht könnt ihr mir vorab bei ein paar Fragen helfen, so dass ich auch gut vorbereitet in das Gespräch gehen kann.

Zum Einen: Ist bei obigem Befund, also wiederkehrende Subluxationen seit Jahren, Perthes-Läsion und sehr laxer Kapsel (allerdings ohne Defekt), eine OP üblich?

Kann man hier sonst auch mit strenger Physiotherapie bzw. Muskelaufbau helfen oder klappt das nur bei Problemen mit der Rotatorenmanschette?

Auf der einen Seite tendiere ich durchaus zur OP, weil ich all die wiederkehrenden Probleme und Schmerzen sehr sehr leid bin, aber so eine OP birgt ja auch viele Risiken.. Und bisher kam es ja in 10 Jahren Instabilität nur zu diesem einen "kleinen" Defekt..

Daher auch meine nächste Frage: Kann sich das drastisch verschlimmern? Ich habe gelesen, dass sich bei einer Perthes-Läsion die Knochenhaut vom Schulterblatt gelöst hat.. Kann sich da immer mehr ablösen? Bzw. gibt es richtige "Folgeerscheinungen"?

Und wie sieht es mit dem OP-Verlauf an sich aus? Ich mache aktuell eine Art "Ausbildung", d.h. ich habe mehrmals die Woche Unterricht, schreibe Klausuren und bald auch meine Abschlussprüfung. Wie lange bin ich letztlich ausgeknockt?

Im Netz steht viel von 6 Wochen Ruhigstellung mit Gilchrist, außerdem Physiotherapie, anfangs täglich, dann mehrmals die Woche, Sport frühestens nach 3-6 Monaten.. Ab wann kann ich denn wieder den PC bedienen bzw. schreiben (insbes. mehrstündige Klausuren)? Leider ist es auch noch die rechte Schulter und ich bin Rechtshänder. :(v

Und selbst wenn ich ein paar Wochen nicht schreiben kann, bin ich dann zumindest einigermaßen auf der Höhe zum Lernen? In den Erfahrungsberichten im Internet wird von schlimmsten Schmerzen mit nur wenig Schlaf berichtet... :-o

Ich glaube das wars erstmal |-o Vielen Dank schon jetzt für jegliche Antworten und Tipps und Ratschläge @:)

Antworten
S_chmi(d_ti7x0


Zu vielen Fragen kann ich Dir nichts sagen, weil ich andere Schulterprobleme hatte (Riss in der RM). Allerdings habe ich mittlerweile 3 OPs hinter mir mit jeweils 6 Wochen Ruhigstellung in ner Abduktionsschiene.

Die ersten Tage waren immer "unschön", aber schlimmste Schmerzen mit wenig Schlaf hatte ich nie...Dafür gibts ja Schmerzmittel. Ich konnte auch mit den Schienen immer ganz gut schlafen. War alles sehr langwierig, aber schmerzmäßig wirklich auszuhalten. Ich hätte gut lernen können...Langeweile war nachher mein größtes Problem. ;-)

nach 6 Wochen Ruhigstellung braucht der Arm schon einige Zeit, bis er wieder funktionsfähig zum Schreiben etc. ist. Ich war immer 2-3 Monate krankgeschrieben. Da ich aber nicht stundenlang am PC sitze, kann ich nicht genau sagen, wann das wieder möglich gewesen wäre...

e"lli,pse


Hallo Schmidti, vielen Dank für deine Antwort! Abduktionsschienen sind die mit dem Kissen oder? Musstest du die Schienen durchgehend tragen?

Erträgliche Schmerzen klingt ganz gut, die 2-3 Monate Krankschreibung könnte ich mir derzeit allerdings nicht leisten... :(

E0hemali_ger NPutzer (#3K93910)


Also, ich bin ehrlich, ich habe nicht den ganzen Einganspost gelsen.

Perthesläsion = Bankartläsion und Bedarf leider einer OP.

In Bezug auf die laxe Kapsel gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da musst Du echt aufpassen, was der Doc Dir VOR der OP vorschlägt.

Ich bekam mal als Kapselstabilisierungsop einen offenen T-Shift nach Neer in München (OCM). Dieser wurde leider viel zu eng gezogen, so dass meine Schulter danach nach hinten dauerhaft in Subluxationslage lag, bis sie halt irgendwann nach hinten ganz raus ist. Danach hatte ich ne multidirektionale Instabilität.

Einigermaßen erfolgreich gerichtet wurde es dann von Prof Bischoff in Ulm (jetzt Neu Ulm).

Ruhigstellung 6 Wochen im Gilchrist. Das stimmt. Klausuren schreiben würde höchstens am PC im Einhandverfahren gehen. Kleinigkeiten kannst Du auch mit rechts schreiben, wenn Du den Block einfach auf den Schoß legst. Gibt da auch bessere Ruhigstellungsvarianten bei denen die Hand auch mal frei liegen kann, aber der Arm/ die Schulter fixiert bleibt.

Sowas hier z.B.

[[http://www.djoglobal.de/arzt/psi.html]] die ist nicht schlecht. Hatte ich auch schon mehrfach in Gebrauch

SqchmkidtZi70


Im Prinzip ja, ich hatte aber kein dickes Kissen unterm Arm, sondern ein Kleineres bzw. ein Gestell, mit dem der Arm im 30 Grad Winkel gehalten wurde. Ich glaube, dass der Gilchrist da " bequemer" ist. Ich musste die Schiene Tag und Nacht tragen, hatte sie nur zum Duschen, zur Physio und auf dem Bewegungsstuhl ab.

Passen tut so eine Zeit selten, wenn man berufstätig ist... Aber hilft ja nix...

eillipxse


Vielen lieben Dank für eure Antworten @:)

Ich habe jetzt einige Termine beim Arzt gehabt und mich nun für die OP entschieden.. Es wird aber glücklicherweise arthroskopisch operiert und ich werde ein Abduktionskissen bekommen und wie schon gesagt wurde, meinte auch der Arzt, solange ich nicht über 0° nach außen rotiere und die Schulter nicht bewege, kann ich auch die Hand benutzen, sprich schreiben oder PC-Arbeiten durchführen..

Habt ihr nun noch ein paar Insider-Tipps für mich? Ich wollte die OP erst Richtung Sommer durchführen lassen, damit ich kleidungstechnisch (v.a. Schuhe u Jacke) nicht solche Probleme habe.. Ich lebe auch nicht alleine, hätte also grds. auch Hilfe im Alltag.. Gibt es trotzdem irgendwas, was in der Zeit nach der OP richtig nervt und wo man sich ggf. das Leben leichter machen kann?

SOchmGidti7x0


Also gerade das Anpummeln oder Nicht-Anpummeln müssen ist schon ein Unterschied. Die OP im Sommer war trotz des Schwitzens wirklich am Angenehmsten....Weite T-Shirts, Leggins und nur Schlappen an die Füße...

Wenn Du Hilfe im Haushalt hast und auch beim Anziehen (gerade am Anfang), dann ist das in meinen Augen alles nicht soo schlimm...Geht vorbei. @:)

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