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Hüftkopfnekrose im Anfangsstadium (Arco I) - Was ist zu tun???

HMixp hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Bei mir wurde vorgestern nach ca. 6 Wochen schmerzhaftem Gehen am rechten Hüftgelenk per MRT eine Hüftkopfnekrose diagnostiziert (Klassifizierung ARCO I). Angeblich ist das noch ein reversibles Stadium. Ich darf momentan das rechte Bein auf keinen Fall belasten (Gehhilfen). Am Montag soll ich mich in einer Klinik vorstellen, wo geprüft werden soll, ob als Therapie neben der Entlastung durch Gehhilfen auch ein Anbohren des Hüftgelenks angezeigt ist.

Jetzt zu meinen Fragen (An alle, die ebenfalls eine Hüftkopfnekrose in diesem Stadium (ARCO I) haben, oder hatten):

1) Welche Behandlungsmethoden werden/wurden bei Euch angewendet und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht.

2) Gibt es tatsächlich Fälle, bei denen die Nekrose in diesem Stadium reversibel war und vollständig geheilt werden konnte?

3) Wie lange hat die Heilung/ Therapie gedauert?

4) Falls keine vollständige Heilung erreichbar war, welcher Zustand ist zurückgeblieben?

5) Wer kennt ggf. neue Behandlungsmethoden, die gute Ergebnisse bringen. Mein Orthopäde ist der Meinung, dass in diesem Stadium nur wenige Therapien bekannt sind, die nachweislich wirksam sind: Entlastung und ggf. Anbohren des Gelenks. Ich habe aber im Internet von weiteren Methoden gelesen, wie Sauerstoffdruckkammer und durchblutungsfördernde Mittel. Gibt es Erfahrungen dazu, oder zu anderen Methoden, die ich hier nicht aufgezählt habe?

6) Wie hoch mag das Risiko sein, dass der Fortschritt der Nekrose nicht zu stoppen ist und ich trotz Entlastung und ggf. Anbohrung in die nächste Klassifizierung rutschen werde? ich will jetzt nichts falsch machen und alle Möglichkeiten nutzen, das noch reversible Stadium rückgängig zu machen.

Ich danke Euch schon jetzt für Eure Tipps und Unterstützung!

Euer Hip

Antworten
H#ip


Eine Frage ist mir noch eingefallen:

Wo findet man gute Experten auf dem Gebiet der Hüftkopfnekrose, denen man vertrauen kann? (Ich will, wie jeder andere sicher auch, in gute Hände geraten und vor allem nicht in die Hände eines Arztes gelangen, der nur an Profit denkt und sofort nach "notwendigen" Operationen schreit.)

H#ip


Hallo,

ich weiß nicht, woran es liegt, dass ich keine Antwort bekomme. Irgendwie scheint das Forum zumindest bzgl. dieses Themas nicht mehr genutzt zu werden.

Falls sich jemand doch mit dem Thema befasst möchte ich von meinem Beispiel erzählen, um anderen Mut zu machen. Es muss nämlich nicht immer bei künstlichen Gelenken enden. Vermutlich schreiben aber die meisten nicht mehr, wenn es sich bei ihnen zum Positiven gewendet hat, weil es ihnen schließlich besser geht. Für die Leser wird aber das Gesamtbild dadurch möglicherweise etwas verzerrt, weil überwiegend diejenigen schreiben, die eine lange Leidensgeschichte mit einem nicht unbedingt positiven Ausgang haben.

Bei mir ist die Diagnose der Hüftkopfnekrose im Stadium 1 inzwischen 1,5 Jahre her. Es geht mir gut! Die Nekrose ist komplett verheilt und das Knochengewebe ist vollständig revitalisiert. Wobei ich dazu sagen muss, dass die Chance auf eine Reversibilität nahezu nur im Stadium Arco 1 gegeben ist. Also gillt mein "Mutzusprechen" natürlich in erster Linie jenen, die eine vergleichbare Diagnose erhalten haben.

Wie ich es geschafft habe? Durch konsequentes (!) Schonen. Ich bin auf Anraten des Arztes über 6 Wochen mit Gehhilfen gelaufen und habe die betroffene Hüfte nicht, wirklich gar nicht, belastet. Dabei habe ich keine Ausnahme gemacht, nicht einmal, um ein Glas Wasser von der Küche ins Wohnzimmer zu tragen. Für die Dusche habe ich mir sogar einen Hocker besorgt. Nach einem Kontroll MRT nach 6 Wochen war deutlich zu sehen, dass sich der Bereich mit der beginnenden Nekrose deutlich zurückgebildet hatte und dass das Ödem im Knochen fast abgebaut war. Ich durfte darauf hin das betroffene Bein stufenweise immer weiter belasten, bis ich irgendwann, ich glaube nach 3 weiteren Wochen, die Gehhilfen ganz weglassen durfte.

Die Muskeln waren in der Zeit natürlich stark abgebaut worden, sodass ich mit Hilfe von Physiotherapie die Muskeln langsam wieder aufbauen musste. Sogar heute habe ich noch bei ungewohnten Bewegungen das Gefühl, dass die Bänder und Kapseln noch nicht ganz wieder auf dem alten Stand sind. Aber das kommpt poe a poe.

Ich kann also nur dringend dazu raten, die Empfehlung des Arztes 100% ernst zu nehmen und konsequent zu schonen. Bei mir hat es geholfen.

Eine Alternative hätte übrigens noch bestanden, wenn das Schonen allein nicht geholfen hätte. Dann wäre erst einmal das Gelenk angebohrt worden, um so den Druck heraus zu nehmen und den Knochen zum Stoffwechsel anzuregen. Auch das soll bei Vielen helfen, wodurch eine richtige OP meist umgangen werden kann.

Wie gesagt, es gibt auch positive Botschaften und ich wünsche allen in vergleichbarer Lage, dass es bei ihnen ebenfalls glimpflich ausgeht.

Euch allen alles Gute!

Gruß

Hip

P.S.: Bald will ich sogar vorsichtig wieder mit dem Joggen anfangen. Radfahren geht schon lange wieder.

mpcflly%marxty


Auch wenn ich kein Betroffener bin, finde ich es gut das du dich nochmal bezüglich dieses Themas gemeldet hast!

Ich denke, dass es vielen Betroffenen eine Hilfe ist und sie durch unbeantwortete Themen entmutigt werden! :)^

Grüße

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