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Ist meine Arbeit bereits Schwerarbeit bzw. sogar Schwerstarbeit?

a4ven5gerx77 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass muss ich hier nun fragen und hoffe, dass man mir hilfreiche Antworten geben kann. Gleich vorweg: Nein, ich beabsichtige nicht arbeitslos zu werden. Es geht um die Erhaltung meiner Arbeitsleistung bis ich das Rentenalter (hoffentlich) erreicht habe.

Seit gut 13 Jahren arbeite ich in einer Firma für Spezialverpackungen. Dabei verarbeiten wir silikonisiertes Papier und Well- sowie Graupappe (Vollkarton). Am Tag bewege ich mit meinen Händen 4 - 7 Tonnen Material. Nicht mit dem Hubwagen sondern es geht richtig durch meine Hand. Einräumen in die Maschine und nach Verarbeitung am Ende der Maschine das aufgestapelte Material wegnehmen und auf Palette ablegen. Jedes Paket, was ich am Ende der Maschine wegnehme, schwankt je nach verwendetem Material zwischen 10 und 30 Kg.

Bei der Aufnahme zum Einräumen wird der Stapel vom Rohmaterial auf der Palette logischerweise immer kleiner sodass ich mich ca. ab der Hälfte der Palette dann bücken muss. Es geht leider nicht anders. Die Beugehaltung beträgt dann bis zu ca. 70 Grad. Je nach Materialgröße ist es nicht möglich aus der Hocker heraus zu arbeiten. Die Arbeit ist an einigen Tagen sehr, sehr anstrengend, dass man sich morgens um 10 Uhr schon fragt wie man den Rest des Tages durchhalten kann. Es geht oft über die Kraft hinaus und manchmal sogar bis zum Muskelversagen, dass man eine Zwangspause einlegen muss.

So, nun ist das so, dass ich Probleme im LWS-Bereich bekommen habe. Gerne mal einen Bandscheibenvorwölbung, die mich 2 - 3 Tage im Betrieb ausfallen lässt, weil die Schmerzen zu groß sind. Ich weiss, dass ich diesen Job nicht dauerhaft ausführen kann und muss mir überlegen wie ich mich beruflich verändern kann. Auch eine Umschulung ist bei den Möglichkeiten. Mein Hausarzt sagt mir seit 2 Jahren bei jedem Besuch, dass ich diesen Job aufgeben muss sonst wird's böse enden.

Zu meiner eigentlichen Frage: Ist das Schwerarbeit oder sogar Schwerstarbeit?

Gruß

Hannes

Antworten
H\ybrQidX9x9


Ich kann dir jetzt da nicht 100% weiterhelfen, aber vielleicht helfen dir die Wikipedia definitionen weiter:

Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Definition des Begriffs:

Eine arbeitsmedizinische Definition für körperlich anstrengende Tätigkeiten ist beispielsweise: "Die Schwere Körperarbeit wird als Arbeit definiert, die den gleichzeitigen Einsatz großer Muskelgruppen erfordert, also mit einem Einsatz von mehr als 60 % der Skelettmuskelmasse einher geht."[1] Sie wird auch als Ganzkörperarbeit bezeichnet. Weiter unterteilt man die Arbeitsschwere der körperlichen Anstrengung etwa in Mittelschwere Körperarbeit (wie Holzsägen), Schwere Körperarbeit (Bauarbeiten), Sehr schwere Körperarbeiten (Tragen von hohem Gewicht).[2]

Eine physiologisch messbare Definition der Momentanbelastung beruht auf dem Verbrauch an Sauerstoff, bezogen auf Zeit und Körpergewicht, mit der Definition 1 MET (metabolisches Äquivalent) = etwa 3,6  ml O2 × kg−1 × min−1: Schwerarbeit liegt dann bei 6–8 MET und Schwerstarbeit bei mehr als 8 MET vor.[3]

Eine weitere gängige Definition stammt noch aus Zeiten, in denen die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln mitunter problematisch war. Sie setzt am Arbeitsenergieumsatz an. Schwellwerte sind z. B. in der österreichischen Schwerarbeitsverordnung angegeben. Nach der Klassifizierung bei Triebig et al. liegt der Arbeitsenergieumsatz bei schwerer Arbeit für Männer zwischen 4.200-5.700 kJ/Schicht (13-17 kJ/min) und bei Frauen zwischen 4.200-5.700 kJ/Schicht (9-12 kJ/min).[4] Das ist grob das doppelte des Grundumsatzes, also des Bedarfes bei körperlicher Ruhe ohne Nahrungsumwandlung allein für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.[5] Bei Arbeitsenergieumsätzen, die darüber liegen, gilt die Arbeit als "sehr schwer" und sollte aus arbeitswissenschaftlicher Sicht nicht zugelassen werden.[1]

Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerarbeit]]

D_rea\M3x6


Wichtig wäre vor allen, dass der Arbeitgeben verpflichtet ist alle möglichen technischen Vorraussetzungen zu schaffen, damit die Hebe- und Tragebelstung für den Arbeitgeben minimiert wird.

[[http://www.gesetze-im-internet.de/lasthandhabv/__2.html]]

[[http://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__5.html]]

Vor allem das hier:

[[http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Physische-Belastung/pdf/LMM-Heben-Halten-Tragen.pdf?__blob=publicationFile&v=3]]

Fordere deine Rechte ein... !

GKrautuoxn


@ DreaM36

Deine Links führen leider alle ins Leere, aber ansonsten sehe ich das ganz ähnlich.

Es kann nicht angehen, daß heutzutage solche extrem körperlich belastenden Arbeiten ohne Hilfsmittel ausgeführt werden müssen.

Noch dazu, wo es doch allerlei solcherHilfsmittel gibt, wie z.B. Palettenstapel- und packmaschinen, die das entweder vollautomatisch machen oder die dem Menschen die Arbeit zumindest erheblich erleichtern.

@ TE

Habt ihr keinen Betriebsrat, wo ihr eure Anliegen vorbringen könnt?

Oder hast du bzw. haben deine Kollegen überhaupt schon mal mit eurem Chef darüber geredet?

Arbeiten bei euch auch Frauen? Wenn ja, wie machen die das, wenn diese Arbeit schon dich als Mann an deine Grenzen bringt?

DfreaMK36


mist....

Hier nochmal die Links:

[[http://www.gesetze-im-internet.de/lasthandhabv/]] Art. 2

[[http://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/]] Art. 5

Hier die Bewertungstabelle:

[[http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Physische-Belastung/pdf/LMM-Heben-Halten-Tragen.pdf]]

a)ven"ger7x7


Danke für Eure Antworten soweit.

Für meinen Teil habe ich mit dem Betrieb schon abgeschlossen und suche nach einer Alternative. Ich möchte da ganz einfach weg. Mir geht es nur noch um die Argumente den Betrieb verlassen zu können und ggf. eine Umschulung zu bekommen für einen Beruf, der mich geistig mehr fordert und fördert. Körperlich habe ich bereits so viel geleistet, dass es für ein ganzes Berufsleben reicht.

Betriebsrat gibt es leider nicht. Wir sind ein kleiner Betrieb. Wenn du da mal was sagst, dann wirst du eher belächelt als dass was passiert. Und wenn mal was gemacht wird, dann ist das eher halbherzig mit den billigsten Mitteln, die dich eben auf andere Art belasten. Ganze Lösungen bekommen die einfach nicht hin bzw. wollen das Geld dafür nicht ausgeben.

Fmlame@chenx79


Wenn gesundheitliche Probleme kein Grund sind, was dann? ;-)

Ich würde da auch wegwollen. Und mit den Bandscheiben ist nicht zu spaßen :)_

ajvengLeMr7x7


Wenn gesundheitliche Probleme kein Grund sind, was dann? ;-)

Da hast du wohl Recht. Gesundheit ist ja auch der Grund den ich anführen möchte. Ich höre jetzt schon die relativierenden Stimmen der Betriebsleitung und Geschäftsführung, die einem wieder klarmachen wollen, dass man sich nur etwas anstellt und das Rückenproblem eigentlich gar nicht von der Arbeit kommt. Der nächste Schritt ist dann mir zu sagen, dass ja niemand weiss was ich daheim so mache wovon da kommen könnte. Das Ganze natürlich in schöne Worte verpackt und mit einem Lächeln übertragen. Habe ich an meinem Bruder vor Monaten gesehen wie das abläuft.

F)laVmecIhen79


Da würd ich meine Ohren auf Durchzug stellen. Es geht doch niemanden was an, warum weshalb und wieso. Es ist deine Gesundheit, dein Leben, deine Entscheidung.

aevenge3r7x7


@ Flamechen79

Danke für deine positive Bestärkung

@ DreaM36

Habe mir mal deinen Link zum "Tragen PDF" angesehen und die Bewertung an drei Beispieltagen (leicht, durchschnittlich, hart) gemacht. Die Ergebnisse sind 24 an leichten Tagen (selten), 60 durchschnittlich, und 96 (ab und zu). Das sagt mir, dass ich härter dran bin als ich vermutet hatte.

D.rea"M,36


60 und 96 als Bewertungsziffern ??? ??? ?

uärks.... das ist extrem...

Ich würde mich als erstes an euren zuständigen GSU-Mitarbeiter (Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz) wenden, oder an den Betriebsrat oder den Betriebsarzt.

Falls jeweils nicht vorhanden oder uneinsichtig -> Geschäftsleitung

Falls das nix bringt -> bei der zuständigen BG anrufen und um Rat fragen.

jeweils das ausgefüllte Formular zurhand haben und immer dezent in einem Halbsatz auf die gesetzlichen Vorgaben hinweisen.

a=ven;geYr77


Gibt es leider alles bei uns nicht. Nur die Geschäftsleitung und die ist nicht so zugänglich wie sie behauptet. Dann wird der Job "verschlimmbessert" und du hast eine Belastung anderer Art. Werde wohl den Gang zur BG machen und da mal sehen was sich tun lässt.

DgreaMx36


Hab heute deinen "Fall" mal mit unserem GSU-Menschen besprochen...

Er sagt es gibt 1,5 Wege zum Ziel...

Entweder sich selbst bei der BG melden, oder immer wieder sich wegen Rücken-Problemen krankschreiben lassen und den Arzt die Meldung an die BG machen lassen...

Also es geht nur via BG .....

Viel Glück

aXvexnger7x7


Okay, danke dir für die Info. Werde zusehen, dass ich da wegkomme. In dem Laden werde ich nicht glücklich werden.

b*i!eneU00x7


Wir hatten früher immer einen kleinen Gabelstapler, mit dem man die Paletten auf Arbeitshöhe bringen konnte - leuchtet mir nicht ein, warum das bei Euch nicht gehen soll. Aber wenn Du sowieso weg willst, spielt das vermutlich für Dich keine Rolle mehr (wohl aber für Deine Kollegen).

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