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Bandscheibenvorwölbung...

MdandCarixne112 hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich möchte mich mal ein bisschen ausheulen und vielleicht hat ja jemand ein paar Tipps. Entschuldigung für den langen Text...

Ich bin 21, 1,73m groß und schlank. Ich habe seit meinem 10. Lj eine leichte linksseitige Skoliose mit einem Beckenschiefsstand von 0,5 cm. Aufgrunddessen war ich damals 2 Mal in einer speziellen Rehaklinik wo ich hauptsächlich nach Schroth therapiert wurde.

Leider bin ich der absolute Sporthasser und habe bis vor kurzem einfach nichts gemacht was mit Sport zu tun hat. Meine Haltung ähnelt einem Fragezeichen und ich habe häufig Rückenschmerzen und Wirbelblockierungen. Der einzige Sport den ich seit zwei Jahren mache ist das reiten... So jetzt kommt mein eigentliches Problem.

Im Januar hatte ich unglaubliche Rückenschmerzen in der LWS und einem leichten kribbeln im Bein. Habe mich vor lauter Panik ins Kh begeben weil ich dachte ich habe einen BSV und habe mich total verrückt gemacht, weil ich Angst hatte vor Lähmungen oder Blasen- Darmstörungen.

Dort wurde ein MRT gemacht und mir wurde gesagt "MRT ist unauffällig, ist wahrscheinlich eine funktionelle Störung".... Im arztbrief stand aber linksseitige bandscheibenvorwölbung mit mittel- bis hochgradiger Einengung des Neuroforamen. Mein Orthopäde hat mir gesagt ich soll mich nicht verrückt machen, ich soll mich viel bewegen.

Also seit Januar ärgere ich mich mit diesen nervigen schmerzen rum und dem kribbeln im Bein. Selten habe ich gar keine Schmerzen. Reiten gehe ich nicht mehr so oft, weil es nicht besonders förderlich für die LWS ist.

Ich gehe seit paar Wochen einmal pro Woche zum Rehasport, versuche jeden Tag kräftigungs- und Dehnungsübungen zu machen und möglichst viel zu spazieren...

Zurzeit hab ich eine fette Erkältung und liege im Bett. Dadurch wird es fast unerträglich mit meinem Rücken. Aber ich bin auch zu schwach zum Sport machen.

Ich bin erst 21 und habe schon solche Probleme. Wie soll das denn später mal werden ;( Hat irgendjemand noch Tipps das so wieder in den Griff zu bekommen? Ich fühle mich voll beeinträchtigt dadurch, denke jeden Tag daran und habe fürchterliche angst einen richtigen BSV zu bekommen. Und das kribbeln im Bein ist auch doof. Manchmal habe ich auch einen ziehenden Schmerz im Bein.

Meine Übungsserie sieht so Aus:

3 x 20 Situps

3 x 20 Beckenheben

3 x 10 pro Seite im vierfüßlerstand Arm und das gegengesetzte Bein heben

3 x 15 Rumpfheben in Bauchlage

Ist das denn in Ordnung so? Bin echt verzweifelt. Ich weiß es gibt viel schlimmeres im Leben und ich schäme mich ein bisschen deswegen so rumzujammern. Ich hab eben nur bedenken dass das jetzt immer so bleibt.

Danke fürs lesen.

Antworten
tWhe-c`avxer


Bandscheibenvorwölbungen haben auch im jungen Erwachsenenalter fast 50% der Menschen. Die Vorwölbung wäre nur dann die Ursache der *Bein*beschwerden, wenn diese im Verlauf der Nervenwurzel ausstrahlen würden, die durch das eingeengte Foramen zieht. Dafür müsste man jetzt die Beschwerden genauer kennen. Aber anscheinend ist das ja nicht der Fall, sonst hätte der Arzt ja nicht gewsagt, dasss der Befund unauffällig ist.

Ansonsten ist die Vorwölbung ein unspezifischer Zufallsbefund, den man nicht überbewerten sollte.

m/istymo'untainxs


Ansonsten ist die Vorwölbung ein unspezifischer Zufallsbefund, den man nicht überbewerten sollte.

Das sehe ich anders. Eine Vorwölbung ist die Vorstufe zum Bandscheibenvorfall und die Warnung: es ist höchste Zeit etwas zu tun! Zumal bei dir ja bereits Schmerzen ins Bein ausstrahlen.

Eine gesunde Bandscheibe ist sehr elastisch, du kannst sie dir in etwa wie einen Gummidrop vorstellen. Die Außenhaut besteht aus flexiblen Gewebsfasern und innen befindet sich gallertartige "Flüssigkeit", sowie der Kern.

Bei einer nicht mehr gesunden Bandscheibe ist die Außenhaut porös und unflexibel. Der Kern innen kann sich ungünstig verschieben (Richtung Nervenkanal) bzw. es kommt zu Entzündungen, die in den Nervenkanal hinein ragen. Das verursacht Schmerzen.

Bei einer blöden Bewegung oder weiterer Verschlechterung der Elastizität der Bandscheibe, kann diese einreißen und die Flüssigkeit tritt aus. > Das ist der Bandscheibenvorfall.

Ist die Bandscheibe erst mal gerissen, ist sie nicht mehr zu heilen! Mit viel Glück übernehmen die Muskeln und Bänder danach diese Aufgaben. Operationen an Bandscheiben im Lendenbereich sind alle sehr risikobehaftet, dabei wird anstelle der Bandscheibe etwas anderes eingesetzt, was aber fest und starr ist, du bist also an dieser Stelle nicht mehr ganz so beweglich.

Und für dich jetzt ganz wichtig: Bandscheibenvorwölbungen können sich auch wieder zurückbilden! Nicht durch Medikamente, sondern du allein kannst was dagegen tun, nämlich mehr Bewegung und gezielt Rückenschule. Dann kann die poröse Außenhaut nämlich wieder elastisch und geschmeidig werden. Viele Menschen möchten sich bei Rückenschmerzen aufgrund eine Vorwölbung eher schonen. Das ist gerade falsch!

Du bist 21. Das sind keine Verschleißerscheinungen bei dir und dein Rücken wird im Alter nicht besser. Du hast nur diesen einen Rücken.

Ich gehe seit paar Wochen einmal pro Woche zum Rehasport, versuche jeden Tag kräftigungs- und Dehnungsübungen zu machen und möglichst viel zu spazieren...

Das ist schon mal ein guter Anfang.

Meine Übungsserie sieht so Aus:

3 x 20 Situps

3 x 20 Beckenheben

3 x 10 pro Seite im vierfüßlerstand Arm und das gegengesetzte Bein heben

3 x 15 Rumpfheben in Bauchlage

Machst du das täglich? Wenn ja ist das schon mal gut, wenn nein, mach es täglich. Frag mal bei deiner Reha nach, es gibt noch unzählige andere Übungen, die du zuhause machen kannst und solltest.

Wichtig ist, die gesamte Rumpfmuskulatur (also nicht nur den Rücken) zu stärken. Und was den Rücken angeht, Übungen, die die tieferliegenden Muskeln erreichen. Zur Erklärung: Mit Kraftsport an normalen Geräten im Fitnessstudio z.B. erreichst du die großen außenliegenden (auch genannt die oberflächliche, sekundäre) Muskulatur. Die tieferliegenden kleinen Muskeln setzen direkt an der Wirbelsäule an und sind an allen Bewegungen der Wirbelsäule beteiligt. Jeder einzelne Wirbel ist durch Muskelzüge mit anderen verbunden, diese stützen die Wirbelsäule bei Belastungen.

Alle Übungen, die etwas mit Gleichgewicht halten bzw. Ausbalancieren zu tun haben, sprechen die tieferliegende Muskulatur an, wie z.B. deine oben beschriebene Vierfüßlerstandübung. Aber da gibt es noch viel viel mehr, TRX Training ist dafür auch super geeignet und Übungen auf einem sehr weichen Untergrund. Darüberhinaus versuche sowas in deinen Alltag mit einzubauen. Tätigkeiten, die du eh täglich im Stehen machst, könntest du z.B. auf einem Bein stehend machen (Zähneputzen) etc.

Und abgesehen von den speziellen Übungen für den Rücken solltest du dich allgemein schon mehr bewegen / Sport machen. Also es bringt dir nichts dich ein paar Monate anzustrengen und Übungen zu machen, denn sobald du damit aufhörst, wird sich dein Zustand auch wieder verschlechtern. Also es muss schon eine dauerhafte Veränderung her. Überleg was dir Spaß machen könnte (weil nur wenn es dir wirklich Spaß macht, ziehst du es auch dauerhaft durch :)z ). Schwimmen und Nordic Walking sind beispielsweise sehr rückenschonende Sportarten. Das klingt erst mal nicht so spannend, aber vielleicht willst du ja mal reinschauen. In Gruppen macht eh alles viel mehr Spaß ;-) Das alles nicht auf Leistung. Nur mehr bewegen. Und wenn du mit spazieren gehen anfängst, ist das auch schon ein Fortschritt :-) Bzw. zu aller erst die Erkenntnis dafür, dass du was ändern musst und so nicht weiter machen kannst. Du bist erst 21!

Je nach dem was du wiegst, könnte abnehmen zusätzlich helfen. Gerade auf den Bandscheiben im Lendenbereich lastet viel Gewicht.

Achja und Thema Erkältung. Bei einer "fetten Erkältung" kannst du natürlich nicht viel machen. Bei einer normalen Erkältung solltest du immer noch alles was das Herz-Kreislaufsystem belastet, vermeiden. Aber Dehnübungen für den Rücken und kleine Gleichgewichtsübungen sind da durchaus schon drin.

Viel Erfolg :)*

mnistymEountuaixns


Vergiss das mit dem Gewicht. Ich habe überlesen, dass du schlank bist.

t"he-cZa%ver


12.06.16 17:34

Ansonsten ist die Vorwölbung ein unspezifischer Zufallsbefund, den man nicht überbewerten sollte.

Das sehe ich anders. Eine Vorwölbung ist die Vorstufe zum Bandscheibenvorfall und die Warnung: es ist höchste Zeit etwas zu tun!

Auch en Bandscheibenvorfall ist znächst mal ein unspezifischer Befund - 20% der schmerzfreien Bevölkerung haben Bandscheibenvorfälle, und bei Schmerzpatienten sind es nicht sooo viel mehr. Mit anderen Worten: Bandscheibenvorfälle sind nur relativ selten eine klare Schmerzursache.

Zumal bei dir ja bereits Schmerzen ins Bein ausstrahlen.

Solange wir über diese Ausstrahlung nichts näheres wissen, ist es reine Spekulation, einen Zusammenhang mit der Vorwölbung zu vermuten.

Operationen an Bandscheiben im Lendenbereich sind alle sehr risikobehaftet, dabei wird anstelle der Bandscheibe etwas anderes eingesetzt,

Äähhm - nein. Bei der klassischen Bandscheiben-OP (Nukleotomie) wird gar nichts eingesetzt, sondern nur das vorgefalene BS-Gewebe entfernt.

Alle Übungen, die etwas mit Gleichgewicht halten bzw. Ausbalancieren zu tun haben, sprechen die tieferliegende Muskulatur an, wie z.B. deine oben beschriebene Vierfüßlerstandübung.

Dem ist zuzustimmen: Es kommt nicht darauf an, sich mnöglichst dicke Rückenmuckis aufzubauen - viel wichtiger ist, dass die Ansteuerung der Muskulatur durch das zentrale Nervensystem gut funktioniert (das tut sie nämlich bei Schmerzpatientenwesentlich schlechter als bei Gesunden). Und da ist alles gut, was Koordination verlangt. Noch wichtiger ist allerdings, dass man für sich persönlich herausfindet, welche Art von Bewegung/Training/Sport einen weiterbringt und vor allem, was einem Spaß macht - denn nur dabei bleibt man dann auch...

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