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Neues Kniegelenk mit 59? Zu früh?

PGhegnol\p7htalei$n hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

heute geht es um meine Mutter. Sie ist 59 und hat schon lange mit Arthritis zu kämpfen. Besonders schlimm betroffen sind ihre Knie. Sie muss regelmäßig Schmerztabletten nehmen, um es überhaupt über die Treppen runter in die Küche zu schaffen. Dann gibt es mal wieder Zeiten, wo es besser ist....

Ihr Orthopäde hat ihr heute klar gemacht, dass man da außer eines künstlichen Gelenks nicht mehr wirklich viel machen kann. Allerdings ist sie laut ihm noch zu jung dafür, da so ein Gelenk nur 15-20 Jahre hält. Meine Mutter ist gerade sehr down, da ihre Lebensqualität wirklich sehr eingeschränkt ist. Meine Eltern sind früher viel gereist, viel gewandert. Geht alles nicht mehr :(v Hinzu kommt, dass meine Mutter leider 84 kg wiegt auf 1,60 :-/ Ich sage ihr schon lange, sie sollte mal ein wenig abnehmen.

Der Arzt meinte, man könne vorher eine Achsenumstellung am Knie durchführen. Da meine Mam O-Beine hat. Damit könnte man vielleicht einige Jahre raushauen, bis die Op unausweichlich wäre.

Hat jemand Erfahrungen? Ich bin froh um andere Meinungen!

Antworten
SKch.midxti70


Hallo,

Zu früh ist immer relativ... Ich hatte schon mit 20 einen ordentlichen Knorpelschaden im Knie und habe damals eine Achskorrektur bekommen. Ich habe nun keinen Vergleich, wie es ohne gewesen wäre, denke aber, es hat mir noch etliche Jahre geholfen, weil ich knapp 20 Jahre mehr oder weniger beschwerdefrei war (konnte gut mit leben).

Ich habe jetzt mit 45 ein neues Knie bekommen. Habe auch viel mit meinem Arzt über für und wider gesprochen und mich dann für die OP entschieden.

Ich würde Deiner Mutter raten, sich an einen Kniespezialisten zu wenden und zu besprechen, ob so eine Umstellung tatsächlich noch Sinn macht oder ob der Schaden so groß ist, dass eher gleich die TEP Sinn machen würde. Die Achsen werden dabei ja auch gleich begradigt, wenn sie doll abweichen.

PThenolpMhtalexin


Danke für deine Antwort Schmidti70! Was hat denn dein Arzt gemeint, wie die Chance bei einem evtl zweiten künstlichen Gelenk wären? Da das erste dann ja ersetzt werden müsste. Der Arzt meiner Mutter steht einer zweiten Op in 15-20 Jahren sehr pessimistisch gegenüber. Oder hängt das immer vom jeweiligen Knorpelschaden ab?

S9chm}idtix70


Mein Arzt sagt, dass die heutigen Angaben über die Haltbarkeit der Prothesen sich auch auf die Materialen von vor 10-20 Jahren beziehen. Die sind ja auch immer besser geworden. Insofern kann man über die Haltbarkeit spekulieren. Ich kann Glück haben und das Teil hält jetzt 20 Jahre oder länger, aber es kann natürlich auch in 5 Jahren schon Probleme irgendwelcher Art geben.

Ein Prof sagte in einem Vortrag, ein mehrfacher Prothesenwechsel wäre kein Problem. So locker sehe ich das nicht, aber was soll ich mir jetzt darüber den Kopf zermartern? Vielleicht lebe ich gar keine 20 Jahre mehr? Und was ist die Alternative: jahrelang starke Schmerzmittel nehmen, die dann auch entsprechende Schäden verursachen?

Letztendlich muss sie das aber für sich entscheiden. Ich würde mich an Stelle Deiner Mutter gut beraten lassen, ob es noch Alternativen gibt.

D#ieKJruemxi


Meine Mutter ist gerade sehr down, da ihre Lebensqualität wirklich sehr eingeschränkt ist

vielleicht kann sie daraus ja die Motivation holen, abzunehmen, und nicht nur "ein wenig". Denn hat man Schmerzen in einem Knie, bekastet man das andere stärker, d.h. es ist nur eine Frage der Zeit, dass es auch im anderen Knie Beschwerden gibt. Und deine Mutter hat definitiv zu viel Gewicht, das belastet die Gelenke erheblich. Auch wenn sie ein künstliches Gelenk bekommt, wird ihr Gewicht die Heilung, ggf sogar den Heilungserfolg negativ beeinträchtigen.

PmhenoylCphtalexin


Meine Rede DieKruemi! Wir haben heute einen Termin bei einer Ernährungsberaterin gemacht und sie will das nun gezielt angehen. Ich glaube es klappt besser, wenn sie dabei betreut wird.

Unser derzeitiger Plan sind nun so aus, dass sie anfängt abzunehmen, sich beim Physio Tipps für gezielte Übungen holt und dann hören wir uns eine Zweitmeinung an.

Hat den jemand Erfahrung mit einer Achsenumstellung? Inwiefern kann das helfen? Ist das eher zur Vermeidung weiterer Schäden oder werden auch die Schmerzen besser werden?

S,chm"idt6i7x0


Die Achsumstellung kann dann helfen, wenn der Schaden sich überwiegend an der Innenseite des Gelenkes befindet, weil dieser Bereich jetzt durch die O-Bein-Stellung verstärkt belastet wird.

Wenn das Knie insgesamt stark geschädigt ist, habe ich da Zweifel, aber da muss sie sich beraten lassen.

Ist aber auch kein kleiner Eingriff.

STchmid=ti7x0


Und wenn der geschädigte Bereich dann entlastet wird, kann das natürlich auch zu verminderten Schmerzen führen.

L2inUze4r ToCrte


Am Dienstag 20.15 habe ich in NDR Visite einen interessanten Beitrag dazu gesehen - der ist bestimmt in der Mediathek noch nachzuschauen.

Es ging darum, dass Knieschmerzen bei Arthrose zu mindestens 80% au den umgebenden Sehnen ua Weichteilgewebe stammen. Meist verursacht durch jahrelange Schonhaltung, die zu einseitigen Überlastungen führt, die wiederum Sehnenentzündungen usw nach sich ziehen.

In dem Beitrag wurden Patienten in schon sehr fortgeschrittenem Alter (älter als deine Mutter) vorgestellt, die eine Knie-Op hinausschieben wollten. Bei ihnen wurde erst einmal durch Triggerpunktmassage eine weitgehende Schmerzfreiheit erreicht. Dann gezielt am Muskelaufbau der jahrelang geschonten und inzwischen verkmmerten Muskeln gearbeitet.

Den Patienten ging es danach so gut, dass bspw eine Frau (in den 80ern, wenn ich mich recht erinnere), sich Nordic Walking Stöcke zugelegt hat, um ihr Lauftrainig zu intensivieren. Sie geniesst es so, nach den jahrelangen Schmerzen.

Was die O-Beine angeht, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass man auch mit guten Übungen da viel tun kann. Wenn es sich nicht um anatomisch bedingte Fehlstellung handelt, sondern um sogenannte erworbene Obeine, wie bei mir.

Die waren aber so krumm, dass ich kaum glauben konnte, dass das erworben sein sollten; selbst mit grosser Anstrengung bekam ich im Stehen die Knie nicht zusammen und ich hatte das Gefühl mir fast dabei das Kniegelenk zu verrenken. Es hat zwar einige Monate gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen gebraucht, aber danach waren meine Beine gerade. Ich muss nur langes Stehen vermeiden, da in dazu neige, dabei die schützende Spannung um das Gelenk vollständig zu lockern und dann rutscht es wieder in Richtung O.

Langes Stehen sollte deine Mutter vielleicht auch vermeiden, besonders wenn sie Übergewicht hat.

In jedem Fall wäre für sie gezielter Muskelaufbau und Entlastung der einseitig überstrapazierten Sehnen sehr wichtig, auch falls sie damit eine Op nicht vermeiden könnte. Denn in dem NDR Bericht wurde auch gesagt, dass bei Patienten, deren Beschwerden hauptsächlich aus den Weichteilen kommen nach der Op unter Umständen nicht schmerzfreier sind, weil ja nur das Gelenkt selbst ausgetauscht wird.

In jedem Fall ist es also sinnvoll, zuerst im Weichteilgewebe alles möglichst in Ordnung zu bringen, um einen optimalen Op-Erfolg zu garantieren.

Lbinzery ToDrte


Hier ist der Beitrag: [[https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/visite/Bewegung-bei-Arthrose-wichtig,visite11882.html]]

(Die Patienten sind doch noch nicht 80, erst 74 und 76)

SLunflaoweRr_7x3


Das Alter ist relativ. Sicherlich sollte man nicht zu früh operieren und auch ggf. erstmal eine ordentliche medikamentöse Schmerztherapie (bei einem spezialisierten Anästhesisten) antesten. Damit beziehe ich mich auf Deine negativ klingende Aussage, dass Deine Ma z.T. Schmerzmittel nehmen müsste. Ja und? Das ist nicht verwerflich, aber sollte gut koordiniert erfolgen und ggf. über die handelsüblichen, z.T. frei verkäuflichen Mittel hinausgehen.

Ansonsten: Ich habe mein Kunstgelenk (kompletter Oberflächenersatz, nicht nur ein einseitiger Schlitten) wenige Tage nach meinem 41. Geburtstag bekommen. Das ist jetzt ziemlich genau 2 1/2 Jahre her und hat mir enorme Erleichterung im Alltag verschafft. Ich bin den Schritt nicht leichtfertig gegangen; habe mir sogar überregional zwei weitere Meinungen eingeholt ind Spezialkliniken. Ich bin mir der Risiken bewusst: Lockerung, Verschleiß, nur begrenzter Austausch.

Aber: Ein, evtl. sogar zwei Wechsel sind drin. Ggf. sind das aufwendige OP's mit Spezialprothesen, die man sich bspw. hier ansehen kann: [[http://www.helios-kliniken.de/klinik/hamburg-endo-klinik/fachabteilungen/gelenkchirurgie/kniegelenk-folge-op.html]]

Was für mich auch wichtig war: Ich muss JETZT klarkommen, bspw. im Job. Ich hatte über 10 Vor-OP's und es ging so einfach nicht mehr. Ich habe die Entscheidung 5 Jahre hinausgezögert nach Erst-Empfehlung. Ausschlaggebend waren a) meine Einschränkungen und b) letztlich der Knochenzustand, der sich rapide verschlechterte und somit die OP langfristig ggf. erschwert hätte. Und selbst wenn meine 1. Prothese nur 10 Jahre hält und die zweite auch: Dann bin ich Anfang 60 und stehe beruflich und finanziell gf. anders da als jetzt nach spätem Studium, quasi im Berufseinstieg. In der Zeit kann sich einiges weiterentwickeln oder ich muss dann sehen, wie ich mit den Einschränkungen klarkomme.

Mein Chirurg hat aber auch sehr deutlich gemacht, dass er die OP nur macht, wenn ich mich danach angemessen verhalte. Also nicht jogge, kein Tennis etc. spiele, sondern: Schwimmen, radeln, walken. "Liebevoller Umgang mit Prothese" nannte er es, da er gerade bei jungen Patienten das Risiko sieht, dass die zu viel Sport treiben und dadurch die Prothese übermäßig belasten. Ja, manchmal würde ich Dinge gerne machen, die tabu sind, aber: Es ist eine Prothese und man merkt es manchmal durchaus. Nur weil es mir im normalen Alltag sehr viel besser geht heißt es nicht, dass es wie mit einem eigenen intakten Knie ist.

Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Und eben deswegen halte ich mich an Tabus. Zumal bei mir der Knochenzustand so schlecht war, das wider Erwarten sogar zementiert werden musste, weil die Aussicht auf Einheilung sonst ziemlich mau war. Das flößt einerseits Respekt ein und andererseits zeigt es mir, dass die Entscheidung richtig war.

S&unfnlowe!r+_73


Denn in dem NDR Bericht wurde auch gesagt, dass bei Patienten, deren Beschwerden hauptsächlich aus den Weichteilen kommen nach der Op unter Umständen nicht schmerzfreier sind, weil ja nur das Gelenkt selbst ausgetauscht wird.

Das ist mir auch für die TEP bei definitiv kaputtem Gelenk so gesagt worden: Das ist ein schon chronifizierter Schmerz, der ggf. auch durch das neue Gelenk nicht verschwindet.

Aber ich hatte über 500 Einheiten Physio, war in Dauerbehandlung - und der Schmerz kam aus dem Gelenk/Knochen. Selbst mein Physio hat klar gesagt, dass man nichts mehr machen kann. Noch so ein Puzzlestein meiner Entscheidung...

Aber diese Dinge sollten natürlich vorher IMMER geklärt werden. Und v.a.: Zweit-/Drittmeinung einholen. Möglichst spezialisierte Chirurgen (nicht die kleinstadt-Klinik, die ein paar Knie im Jahr macht!).

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