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Examinierte und nicht examinierte Kräfte

W>ernKer H@offmxann hat die Diskussion gestartet


Was mich als Aussenstehender immer sehr belustigt, die die Unterteilung ders Personals in Alten- und Pflegeheimen in die Kategorien "Examiniert" und "Nicht examiniert". Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass eine Fachkraft in einem Alten-und Pflegeheim ihren Beruf richtig gelernt hat, also ein Ausbildungsexamen hat - das kann man erwarten, wenn man seinen Angehörigen ins Heim gibt.

Wenn ich zum Beispiel mein Auto in die Kfz-Werkstatt bringe, frage ich dort auch nicht: "Sind Sie examinierter Kfz-Mechaniker ". Sollte dieser nämlich nicht examinierter Mechaniker sein, würde ich sofort mein Auto aus der Werkstatt rausfahren und schnell verschwinden und mir eine kompetente Werkstatt suchen.

Gebe ich aber - wie in meinem Fall meinen Vater - ins Altenpflegeheim, wird dieser von "nicht examinierten" Pflegekräften oder von Personal ohne Examen betreut und gepfleget. Muß ich da nicht Angst und Bange kriegen ? Muß ich dilettantische Stümperei im Heim erwarten, weil das Personal ungelernt ist ?

Aber was ich bisher so mitgekriegt habe, scheinen die sogennanten "nicht exmaninierten" Pflegekräfte zum großen Teil ihre Arbeit genauso gut zu machen wie die "examnierten" Kräfte.

Also warum will man möglichst viel nicht examiniertes Personal in Heimen beschäftigen ?

Des Geldes, der Lohnzahlungen wegen natürlich. Man will die Personalkosten niedrig halten und "nicht exmaninierte" Kräfte bekommen eben für die gleiche Arbeit viel weniger Gehalt im Monat - und gerade diese müssen ja wohl häufig die unangenehme Knüppelarbeit machen. Also Ausbeutung !

Es geht also nur ums Geld.

Werner Hoffmann, Bochum

Antworten
N>ufrwsex82


Im Altenheim

Hallo Werner,

ich arbeite auch in einem Alten- und Pflegeheim als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Bei uns ist es genauso, wie du beschrieben hast. Oft ist es so, dass es pro Schicht mindestens 1 examinierte Fachkraft gibt. Du brauchst keine Angst haben, dass dein Vater von sogenannten "Nichtexaminierten" schlechter betreut oder gepflegt wird. Die Nichtexaminierten kümmern sich eher um die pflegerischen Aufgaben, wie z. B. waschen der Leute oder auch den Einlagewechsel. Die Examinierte Kraft erledigt dann Aufgaben wie Kommunikation mit den Ärzten und den Firmen, alles was Medikamente betrifft, Sondennahrung und trifft Entscheidungen, wie was gemacht wird. Natürlich hast du Recht, wenn du meinst, dass es nur wegen des Lohnes gemacht wird. Viele Heime können es sich leider inzwischen nicht mehr leisten, Examinierte Kräfte zu halten, die dann nur die Arbeit eines Helfers machen. Ist so zu sagen wie auf dem Bau, auch da gibt es gelernte und ungelernte Leute.

Wenn du noch fragen hast, kannst du mich gerne anschreiben.

GLG

Nurse82

FCridxa


ich glaube du hast in deiner KFZ-Werkstatt noch nicht wirklich nachgefragt.....denn auch diese haben Saisonikräfte,zb.ungelernte Servicetechniker die im Herbst und im Winter die Reifenwechsel und die Ölwechsel durchführen.

Ich weis das zufällig sehr genau,da mein Sohn schon 2x diesen Job gemacht hat.

Und so kannst du dir das vielleicht auch bildlich in einem Pflegeheim vorstellen.

Die Pflege selbst (alles was nicht medizinisch ist)können auch angelernte Menschen machen.Heute ist es (zumindest in Berlin) so,das das MDK verbietet das total ungelernte Kräfte eingestellt werden,sie brauchen zumindest einen 240 Stunden-Basiskurs und ein Pflegepraktikum.

Pflegehelfer und examinierte Kräfte arbeiten sehr intensiv zusammen im Team und müssen sich selbstverständlich aufeinander verlassen können.

Ansonsten ist es so wie Nurse82 schon beschrieben hat.

Ich selbst bin übrigens sehr glücklich als Pflegehelferin,ich bin jetzt 47,seit 1 Jahr dabei und kann mir nicht vorstellen mich jetzt noch 3 oder 4 Jahre hinzusetzen um ein Examen zu machen....Ich fühle mich nicht ausgebeutet!Denn ich habe natürlich auch weniger Verantwortung,da ich keine Medikamente stelle,keine gebe,keine Verbände machen und kein Insulin spritzen geben darf uzsw.....

K}A03


ich glaube du hast in deiner KFZ-Werkstatt noch nicht wirklich nachgefragt... denn auch diese haben Saisonikräfte, zb.ungelernte Servicetechniker die im Herbst und im Winter die Reifenwechsel und die Ölwechsel durchführen.[z/]

Würd ich mal auch denken,daß er noch gar nicht nachgefragt hat.Und was soll das überhaupt mit dem Nachfragen ???

Wenn man auf sein Auto angewiesen ist,sollte man froh sein,wenn es repariert ist.Egal ob es eine Fachkraft gemacht oder eine Saisonkraft.Die hauptsache ist doch,daß es ordentlich gemacht wurde und nichts verschlampert wurde.

W=eFrner H:offmaxnn


Ein Deutscher verdient im Schnitt 40.000 Euro

Was den Verdienst in so einem Pflegeheim anbelangt, kann man das natürlich nicht mit dem Verdienst im produzierenden Gewerbe, Handel, Banken und Versicherungen vergleichen.

Der Bruttojahresverdienst beträgt für einen Deutschen im Durchschnitt 40.000 Euro - das sind 3.333 Euro im Monat (im Pflegeheim im Schnitt 25.000 Euro im Jahr oder 2.000 Euro brutto im Monat).

Im Pflegeheim kann man von so einem Durchschnittsgehalt eines Deutschen (3.300 Euro mtl. brutto) ja nur träumen - besonders die privaten Pflegeheimbetreiber leben vom Raubbau und Ausplündern des Personals mit weit unter dem Durchschnitt liegenden Lohnzahlungen und diese machen damit eben deutlich wie wenig sie die harte Arbeit der Pflegekräfte in einem Altenpflegeheim anerkennen. Wer das nicht akzeptiert, fliegt raus, es gibt ja genug, der Verschleiß ist hoch.

Werner Hoffmann

Bochum (ab 1.8. Düsseldorf)

F-rida


Jetzt würde mich aber wirklich gern interessieren,wer 3.300 € Brutto verdient...........

Ich hab vorher 12 Jahre im Großhandel gearbeitet,da hatte ich auch "nur" 2.000 € brutto.

Verkäuferinnen,Bürokräfte,Arzthelferinnen,Frisörinnen und viele andere mehr verdienen nicht so einen hohen Bruttolohn und machen dennoch ihre Arbeit GERN und GUT.

So ganz versteh ich diese Postings immer nicht.......... :)D

xZmal


Frida, frag doch mal eine PDL. Die dürfte je nach Größe des Hauses ungefähr in diesen Regionen verdienen.

Werner, bitte nicht zu pauschal. Wo hast Du diese Informationen her? Und weißt Du vielleicht auch, dass gerade die freie Wohlfahrtspflege an der Tarifbindung krankt, weil die Kostenträger den Personalkosten längst nicht mehr in voller Höhe über die Pflegesätze refinanziert haben wollen? Die genannten 2.000,- € dürften eigentlich das tarifliche Einstiegsgehalt einer knapp 23jährigen Pflegefachkraft darstellen, wobei die Gehälter der Nichtfachkräfte deutlich darunter liegen können, was nichts über ihre persönliche Eignung aussagt.

r3eX(|formmerly Rurorex)


Die Nichtexaminierten kümmern sich eher um die pflegerischen Aufgaben, wie z. B. waschen der Leute oder auch den Einlagewechsel. Die Examinierte Kraft erledigt dann Aufgaben wie Kommunikation mit den Ärzten und den Firmen, alles was Medikamente betrifft, Sondennahrung und trifft Entscheidungen, wie was gemacht wird.

Das trifft sicherlich die Realität.

Und macht mich hellhörig - die "pflegerischen" Aufgaben übernimmt die Nichtexaminierte.... Und die Pflegefachkraft? Die organisiert? Also Examiniert = Organisierend

Die wirtschaftlichen Situation mag es nicht zu lassen, nur examiniertes Personal einzustellen, aber irgendwas passt doch dann nicht, wenn nichtexaminierte Kräfte genauso gut pflegen können.

Damit stellt sich die "examinierte" Pflege ganz schön ins Abseits. Das ist typisch für diesen Berufsstand, dass er sein Licht unter den Scheffel stellt.

Einer nicht-examinierten Kraft kann ich vielleicht den Waschvorgang in technischer Sicht in kurzer Zeit vermitteln.. aber ihr fehlt das komplette Hintergrundwissen zur Krankenbeobachtung.. ob es die Haut, die Atmung oder die Motorik ist.. ihr fehlen die Rückschlüsse auf akute oder chronische krankhafte Veränderungen. Falls sie nun etwas merken würde (wobei sicherlich viel wegen mangelndem Fachwissen verloren geht), muss sie das dann auch weiterleiten, damit zielgerichtet mit Maßnahmen reagiert werden kann.

Leider ist unter vielen Pflegenden das "Waschen" so eine minderwertige Tätigkeit. Aber die Grundpflege gehört nunmal zum Hauptgeschäft.

Ich finde es schlimm, dass man sich immer weiter vom Menschen entfernen muss, um ein besseres berufliches Image zu erreichen und mehr Geld zu verdienen... das ist leider so in Pflegeberufen.

LG

reX

N`oddixe


Es ist doch so das nicht nur in den Alten und Pflegeheimen an examinierten Pflegekräften gesparrt wird.Leider muß ich diesen Trend in der ganzen Pflege bemerken.

1 Examinierter und 2 Helfer im Dienst.Der doofe Examinierte hat die Verantwortung.

Leider ist es in unserer Zeit doch so das der Mensch nichts mehr zählt sondern nur noch Zahlen.Die Krankenkassen und die Politik zeigt wo es lang geht.

Sparen,sparen ,sparen und beim Pflegepersonal scheint das am besten zu gehen da wir keine Lobby haben.

Noddie

F6riCda


@Noddi

auch dafür wird der "doofe" Examinierte besser bezahlt,für die größere Verantwortung die er hat.

Bei uns ist das Gefälle des Verdienstes noch viel verschärfter.

Ich arbeite in einem ehemaligen Bundesmodellprojekt,in dem in jeder WG Personal aus 2 verschiedenen Pflegediensten arbeitet.

Da sind selbst die Gehälter der Pflegehelfer sehr unterschiedlich,genauso wie die Höhe der Zuschläge.(kann bis 200 € monatlich werden)

Wir,die wir zusammen arbeiten ,und sogar ein sehr gutes Team sind, sind uns dessen zwar bewusst.Aber schließlich kann man ja den einzelnen nicht verantwortlich dafür machen wo er gerade das Glück hatte eingestellt zu werden.

j_imbeaxm19


Ich bin selber examiniert und arbeite in einem Alten-und Pflegeheim. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Nichtexaminierte Kräfte eine bessere Beobachtungsgabe haben, als manche Examinierte Kräfte.Und diese kennen und pflegen dieselben Bewohner teilweise schon Jahre,so dass jede Veränderung auch auffällt. Und dann werden die examinierten Kräfte auch zu Rate gezogen.Ich kenne aus aus eigener Erfahrung.Ich arbeite ausschließlich im Nachtdienst und dann sind wir zu Zweit fürs Haus zuständig.Also eine Examinierte und eine Nichtexaminierte Kraft.Wir haben 3 Etagen und jede von uns versorgt 1,5 Etagen.Und wenn meiner Kollegin etwas auffällt,ruft sie mich grundsätzlich dazu.

ASbfühzrgott


Subcutane Injektionen

Hallo,

dürfen bei Euch Pflegehelferinnen Insulin spritzen, bzw. Heparine ???

Was macht ihr medizinisches??

AG

j|im_beamx19


Hallo,

nein Spritzen dürfen bei uns nur examinierte Kräfte. D.h. ich muss in der Nacht, wo ich ja einzige examinierte bin, sämtliche Spritzen im ganzen Haus setzen.Ausserdem Infusionen anhängen, wenn über Tag zu wenig getrunken wurde. Da kommen in der Regel so 5 NaCl´s zusammen.Ansonsten stelle ich noch die Tropfen für den Frühdienst, da ich ja die medikamente auch noch in die Zimmer verteilen muss. Morgens dann noch NBZs messen.Das wars an medizinischem, was Nachts gemacht wird. Vom Tagdienst kann ich nichts sagen.

KPeZrstl


hallo!

tja zwischen dürfen und amchen ist da immer ein himmelweiter unterschied. also ich bin Azubi und darf normlerweise auch nur spritzen unter aufsicht und tablettenstellen gneua das selbe,aber wo hält man sich schon an solche regeln.

als ich meinen pflegeheimeinsatz hatte, hab ich im frühdienst mit der stionsleitung und einer pflegehelferin gearbeitet. die statipnsleitung hätte normalerweise alle spritzen gteben müssen und tabletten austeilen müssen,aber das ist zeitlich gar nichtmöglich .deshlab musste ich auch viele dieseraufgaben übernehemn. ich sag mal so wenn ich von mir nicht überzeugt gewesen wäre, das ich es kann ,hätte ich es nicht gemacht,aber da ich wusste ich kann es und traue es mir zu,habe ich es halt gemacht.

was die rechtliche sache angeht ,hätte die station und ich ärger bekommen können.

ich finde es nicht fair das wir als Azubi in den dienstplan als vollkraft gerechnet werden (jedenfalls ab mitte 2. ausbildungsjahr) bin jetzt 3.

ich weiß das ich shcon so gut wie alles gelernt habe,aber ich habe das recht drauf als schüler tag für tag dazu zu lernen.was jedoch mit solchenm dienstpan nicht möglich ist.

Apbsfüh>rgotMt


@ jimbeam19

Wow, die vereinnahmen Dich ja regelrecht.

Musst Du noch Bewohner waschen, morgens meine ich??

Da halten wir uns ja noch recht gut.

Obwohl, wennich bedenke in was für einem Desaster oft die morgendlichen Messungen enden sollte ich es vielleicht auch gleich mitmachen.

Ich gehe nun dazu über die Helferinnen nachts im injizieren einzuweisen.

Ich denken das ist möglich.

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