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Altenpflege: Alte Menschen duzen, ja oder nein?

cqlioscHhneckxe hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich arbeite seid knapp fünf Jahren als Altenpflegerin und stosse immer wieder auf das Problem: Alte Menschen duzen, ja oder nein.

In dem Heim in dem ich arbeite, sind einige alte Menschen die möchten geduzt werden, andere kann man mit Sie und dem Nachnamen garnicht mehr erreichen, da ihre Demenz soweit fortgeschritten ist, das sie nur auf den Vornamen und Du reagieren. Mein Chef und manche Kollegen sehen das als rotes Tuch....

Antworten
e#lly50.0


Hi

die selbe Diskusion führen wir auch gerade.

Ich arbeite in einem Alters-und Pflegeheim also sind einige geistig voll da und andere leiden an Demenz. wen ein bewohner mir das Du anbietet nehme ich das auch an. Ich achte aber sehr darauf das ich den betroffenen bewohner nicht im beisein der anderen Heimbewohner duze. Also im Speisesaal in der Cafeteria ect.

Ich habe auch bei Dementen Bewohnern die erfahrung gemacht das man sie nur mit du und dem Vornamen erreicht. Ich finde aber man sollte da unterschiede machen und nicht generell handeln.

Ich behandle die Bewohner die ich mit Du anspreche nicht anders als solche die ich Sieze. Es sind mir noch lange nicht alle symphatisch denen ich du sage aber wen es dem wunsch entspricht.......

lg elly

F{ettne Hxenne


....... :)^.....bin genau deiner meinung..........manche ja, manche nein! und aufpassen, dass es keiner mitbekommt. also möglichst nicht jemandem auf dem gang hinterher rennen der grad in die falsche richtung rennt, und dabei rufen...he, du bleib stehn ;-)

es gibt auch bew. die einfach nicht esen wollen, aber wenn man dann in die vertrauensform wechselt, geht es wie geschmiert und du bist die liebste und beste auf der ganzen welt. (alle anderen sind alle gemain) :-D

LG

ExheHma9ligmer Nut\zer (#1s33337)


So sehe ich das auch. Ich habe da auch 2 Demente die man nur mit duzen und dem Vornamen erreicht, bzw, die eine nur mit "Schatz". Das klappt auch ganz gut und da versteht mein Chef den Unterschied auch und würde mir das nicht ankreiden. Außerdem hatte ich auch schon 2 Bewohner die noch sehr jung waren und geduzt werden wollten. Einer ist mit 39 an Aids gestorben. Zu dem hatte ich schon fast ein Freundschaftliches Verhältnis und habe mich sogar mal bei ihm ausgeheult als ich Liebeskummer hatte. Ansonsten bin ich doch eher fürs siezen um den manchmal nötigen Abstand zu wahren.

FRri.da


Ich seh es ebenso.Ich arbeite in einer Demenz-WG und da gibt es unterschiedliche Formen der Anrede für die Bewohner.Einen nennen wir oft "Meister".Er war Tischlermeister und "arbeitet"noch den ganzen Tag.

Enen andere Bewohnerin erreiche ich oft nur wenn ich sie mit Du und dem Vornamen anspreche.Zwischendurch nenne ich sie aber beim Nachnamen.

Und eine andere wiederum nenne ich oft "Mein Engelchen"wenn wir allein sind,meist wenn sie bei der Körperpflege und beim Anziehen sehr große Schmerzen hat.

Bei anderen würde es mir nicht einfallen sie zu Duzen.

aXlf ybe=.


das problem

ist, glaube ich in vielen häusern, das ein generelles sie von der chefetage angeordnet wird, oftmals sogar unter androhung von sanktionen bei nichtbefolgen. dabei bin ich erst gerade gestern auf einer fortbildung zu multikultureller pflege wieder daran erinnert worden, daß es kulturkreise gibt, die gar kein du und sie kennen. und genau damit hat es auch hier zu tun. es gibt leute, die wurden ihr ganzes leben lang geduzt, für die wäre das gegenteil höchst unpersönlich. und ehemalige "feine damen" bleiben oft sogar in ihrer demenz bei ihrer distanz und dem sie. da ist wohl allein unsere sensibilität gefragt. nur wie bringen wir das diesen leitungen bei?

Euhema<liger BNutz;er (#1x33337)


In dem man offen zu der Leitung ist und viel miteinander kommuniziert.

WTehrfiSscxh


Also ich arbeite in einem Haus nur für Demenzkranke,und wir dürfen die Bewohner nicht duzen.

Wir haben aber gemerkt,das man die meisten noch erreichen kann,wenn man sie mit Vornamen anspricht,aber trotzdem siezt.....

S7hiDranuxi


Uns Schülern wird immer eingebläut, dass man ja nur Sie sagen darf (außer, wenn es einem angeboten wird, is klar..). Allerdings finde ich persönlich es wirklich nicht schlimm, wenn man wen duzt, der über den Nachnamen oder sogar durch ein "Sie" nicht erreichbar ist. Da versteh ich auch einige Aufregungen teilweise wirklich nicht. Eine Ablehnung davon steht meiner Meinung nach einer Individuellen Pflege.. vielleicht sogar einer optimalen Pflege im Weg.

MnarqtinsBx2


Vorname und Sie

Habe schon oft sehr gute Erfahrung damit gemacht, mich mit dem Bewohner auf den Vornamen, aber die Anrede Sie zu einigen, wenn mir das Du angeboten wird. Wie er oder sie mich nennt, ist mir egal, wenn sich der Bewohner dabei gut fühlt, darf er/sie mich gern duzen und beim Vornamen nennen. Nebenbei: das ist doch ein Vertrauensangebot vom Bewohner, welches ganz zurückzuweisen doch eine Kränkung für den/die Betroffene wäre...

Ich finde, das ist ein guter Kompromiss, der gleichzeitig etwas mehr Nähe und Vertrautheit zulässt, aber für den Ernst-, bzw. Konfliktfall nicht die professionelle Distanz beeinträchtigt.

Gerade bei Bewohnern, die kaum andere Kontakte als das Pflegepersonal haben, sollte man m.E. nicht aus den Augen verlieren, wie wichtig es ist, ein Gegenüber zu haben, zu dem man Du sagen kann. Wer möchte schon in einer Welt leben, in der ausschliesslich gesiezt wird?

Wichtig finde ich auch, sowas im Team anzusprechen, dann gibts auch keine Missverständnisse oder sowas.

Einzige Ausnahme, auch wenn man damit eine Grauzone betritt: Demente, die auf nix anderes als den Vornamen und Du reagieren. Wenn es nicht anders geht, müsste auch die engstirnigste Heimleitung Verständnis dafür haben, wobei dies selbstverständlich nicht-öffentlich zu geschehen hat.

sZorZschxa


*:)

Wär ich vorsichtig damit. Wenn man ältere Menschen duzt, kann das schnell abwertend wirken. Wenn du es angeboten bekommst dann kannst du sie duzen.Rede bloß NIE in der 3. Person zu einem Menschen :"So jetzt kann sie sich mal den Rücken waschen". Das war im Mittelalter vieleicht modern ist aber heute mehr als out.

C'oBnny Mo[ixn


Duzen ist problematisch, Siezen und Vorname finde ich in Ordnung (bei Dementen), besser als Frau Müller und "Du".

Es gilt nicht nur eine respektvolle Distanz zum Patienten zu haben, sondern auch sich selber zu schützen, denn als Pflegende/r habe ich oft genug Nähe, die mir vielleicht gar nicht so lieb ist. ´Damit sich Patienten nicht gekränkt fühlen, wenn man ein Du ablehnt, kann man ganz locker auf die "Leitung" verweisen und sagen dass man den Betreffenden trotzdem gerne hat. Wichtig ist doch, dass man jeden Patienten zwar individuell aber doch halbwegs gleich und vor allem gerecht behandelt.

lqie[beslo;ttcxhen


Bei meiner Nachbarin, die inzwischen voll bettlägerig und dement ist, scheint die Lage eher umgekehrt zu sein als bei vielen . Sie hatte mir - als sie noch einigermaßen klar und selbständig war - das "Du" angeboten und das habe ich gerne angenommen. Sonst hat sie sich aber grundsätzlich immer als "Frau ... " vorgestellt - und heute reagiert sie noch am ehesten, z.B. beim Pflegedienst, wenn sie so angesprochen wird.

Grundsätzlich - in anderen Fällen - habe ich aber auch die besten Erfahrungen mit "Sie" und Vorname gemacht und kann das, was Conny Moin schreibt nur bestätigen.

STiptRah


Ich seh es auch so wie Ihr. Ich duze auch einige Patienten, die das gerne so möchten. Ich arbeite im ambulanten Bereich und kenne die meisten Patienten nun seit 5 Jahren. Viele Patienten fühlen sich einfach auch viel zufriedener, wenn man mit ihnen nicht nur als Art "Dienstleistung" umgeht.

Pfhan0tas'ies{ternx1


Auf keinen Fall sollte man Patienten in der Altenpflege duzen!

Das ist eine alte Generation. Die auf Umgangsformen sehr viel

Wert immer gelegt hat. Wenn ein alter Mensch durch Demenz oder Allzheimer hilflos wie ein Kind reagiert und andere Menschen z.B. duzt sollte man ihm Achtung entgegen bringen indem man zu ihm sie sagt. Ich möchte auch nicht im Alter von jeder Pflegekraft geduzt werden. Sicher mit du geht ja alles so einfach. Aber viel wichtiger ist es mit sehr viel Liebe und Geduld auf diese Menschen einzugehen und ihnen zuzuhören. Und wenn sie sich nicht mehr äußern können sie auch ohne Worte zu verstehen. Man würde diesen alten Menschen in der Öffentlichkeit bloß stellen wenn man ihn öffentlich duzt als Pflegekraft. Andere würden ihn als verblödet sehen. Wollen wir sowas mit der Altenpflege erreichen. Nein. Mit Würde und geachtet alt werden. Das wünschen wir uns.

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