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Altenpflege: Alte Menschen duzen, ja oder nein?

f"inxelly


hallo

also ich bin auch altenpflegerin.. manchmal geht es gar nicht anders sehr d´stark demente leute hören meist nur auf den vornamen... aber das klären wir immer zusammen mit dem chef ab ob das in ordnung is...

fVineNlly


hilfe scabies im altenheim

hallo wir hatten im altenheim letzten herbst scabies.... jetzt im januar noch mal.. ich muss ehrlich sagen das ich mich schon manchmal eckel auf arbeit zu gehn und angst habe mich amzustecken... kennt das jemand ??? ?

Liott^i 2x5


Hallo Clioschnecke,

ich arbeite auch in der Altenpflege und bei uns wird es so gehandhaben:

Wenn wir Bewohner haben die geduzt werden wollen und dies auch so sagen oder bei demenzkranken sich nicht vermeiden lässt sie mit dem Vornamen und "DU" anzusprechen, dann klären wir das mit den Angehörigen/Betreuern ab, ob die etwas dagegen haben, falls ja kann man denen die Problematik näher schildern....sind dann alle Partein damit einverstanden wird dies so in der Pflegeplanung dokumentiert!!! Ganz wichtig!!

Gruss Lotti

n}ominDan<dum


ich bin fachfremd und neugierig.

das duzen und siezen scheint ja ein wichtiges thema zu sein, auch wenn ich beim lesen des threads mehrmals gedacht habe, daß es kindisch ist darauf soviel wert zu legen.

wirklich verstanden habe ich auch immer noch nicht, was so schlimm daran ist, jemanden zu duzen. man will doch verhindern, daß eine alte bettlägerige person, die sich nicht wehren kann, ihrer intimsphäre beraubt wird - sehe ich das richtig?

finde ich nach einigem überlegen auch gut so.

wenn diese person aber doch geduzt werden will, wieso muß man das in aller heimlichkeit tun? das leuchtet mir nicht ein.

A}cettoni


es gibt wahrlich wichtigeres als die Frage nach dem Dutzen ja oder nein.

Ich persönlich habe da einige Bewohner, die ich gerne dutze, die mich auch dutzen. Und wir verstehen uns super.

Grundsätzlich dutze ich niemanden, der dement ist oder sich nicht verständlich machen kann. Respekt muß sein.

sMupdi2x005


Jeder Mensch macht Fehler!

Ich arbeite auch jetzt fast seit 2 Jahren im Pflegeheim! Mir ist auch schon passiert, das ich einige Bewohner geduzt habe. Da hat keiner was gesagt! Wir handhaben es eigentlich auch so, das die dementen Bewohner mit ihrem Vornamen angesprochen werden. Oder wenn wir eine Feier haben oder mit den Bewohnern ein bisschen Blödsinn machen, reden wir sie auch mit dem Vornamen an! Da sagt keiner was. Nur aufpassen müssen wir, wenn der Chef kommt. Der ist nämlich total arrogant. Der verteilt nämlich Anschisse bei jedem kleinen Furz! Die Putzfrau bei uns auf der Station hat schon eine Abmahnung bekommen weil sie einmal vergessen hat Klopapier in den Zimmern aufzufüllen! Neja ich finde persönlich wenn die Bewohner dir das DU anbieten, da ist doch nichts dabei. Man sollte dann aber auch den Angehörigen/ Betreuer bescheid sagen.

Liebe Grüße

m3aryWsuxe


vorname

man kann die bewohner doch sicher beim vornamen nennen und sietzen....

ich dutze grundsätzlich nicht wenn es nicht angeboten wurde.was die verrückten chefs betrifft, steht man ja sicher nicht im flur und brüllt "mensch herbert zieh dir die windel wieder an".wenn man schon dutzt, dann eben unter 4 augen oder mit kollegen die es ähnlich sehen.und solang "mäusschen und schätzchen" nicht als standardanrede,sondern als absolut situationsbedingte ausnahme gilt.

D&0ct0=r T


SPART EURE ENERGIE FÜR WAHRE PROBLEME!!!

Oh Mann, wenn ich diese Diskussion hier lese, wünsche ich mir dazu passend einen blauen Smiley, der sich mit der Hand vor die Stirn haut oder so! >:(

Anscheinend gibt es in der Altenpflege keine anderen Probleme als solche Belanglosigkeiten....mann, mann, mann!!!

Wenn hier Leute behaupten die "Würde des Menschen" würde "aufs Höchste verletzt", wenn dieser geduzt wird, dann rollen sich meine Zehennägel auf!!!

Schaut mal lieber, was mit der schönen "Würde" passiert, wenn Menschen sich nicht mehr selbständig waschen können, inkontinent werden, usw....

DAS sind Dinge, die Menschen entwürdigen und über deren Umgang man sich Gedanken machen sollte!!!

MEINE FRESSE!

E}heVmaligWer Nutzer L(#13333x7)


Doctor

Hallo ??? Wer sagt denn hier das das DAS Problem von uns ist? Warum können wir hier nicht einfach über dieses Thema diskutieren?

Na klar gibt es schlimmere Probleme, aber wir möchten uns halt austauschen und dafür ist so ein Forum schließlich da.

Bzruderx Jo


Na, doctor, wenn du dich nicht mehr allein waschen kannst, hilfe beim Toilettengang brauchst, möchtest du dann von der/dem Pflegenden auf Teufel komm raus geduzt werden, auch wenn du diese person nicht leiden kannst? - Es gibt Menschen, die sich gerade dadurch noch ausgelieferter fühlen als sie es ohnehin schon tun. Deshalb ist diese Frage durchaus berechtigt. M. E. gibt es keine allgemein gültige Antwort hierauf. Die Pflegekraft muss ein Gespür dafür haben, wann das "du" angebracht ist, und wann nicht. Grundsätzliche Regelungen kann es nicht geben.

OBrchidmeeZ200x6


Ich arbeite jetzt auch für eine Weile freiwillig im alten -heim und ich mach immer automatisch..."Fr. Schmidt , du kannst doch nicht...." usw :-/

B~ruderx Jo


Also, orchidee, das ist ja wohl das allerletzte: Frau Schmidt und Du! lol!

Spätestens seit Hella's Kondom-Frage in der Werbung sollte mit diesem Unsinn Schluss sein.

Grundsätzlich gilt, dass Bewohner gesiezt werden - von diesem Grundsatz kann in Ausnahmefällen abgewichen werden. Bei Dementen nutzt man evt. den Vornamen, sollte i. d. R. aber keinesfalls zum Du übergehen. Schließlich haben wir es mit Erwachsenen zu tun, die z. T. auch doppelt so alt sind wie wir selbst. Da ist ungefragtes Du m. E. einfach frech und ungehörig. Im Übrigen: s. o.

TyochterO-iGn-Sorxge


Meine Mutti wird im Pflegeheim betreut

Auf der Suche nach dem Thema "Altenpflege" landete ich in diesem Forum.

Ich finde es gut, dass sich das Pflegepersonal - ob nun aus dem Krankenhaus oder dem Pflegeheim - über die alltäglichen Probleme im Umgang mit den ihm anvertrauten Personen austauschen kann.

Dabei empfinde ich große Hochachtung für alle, die sich für einen solchen Beruf entscheiden und die - trotz allem Stress und vieler unangenehmer Tätigkeiten - immer den M E N S C H E N sehen und seine Würde nicht verletzen @:) .

Gemeinsam mit meinem Bruder musste ich meine Mutti ( 84 J. ) vor ca 4 Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt in ein Pflegeheim meines Heimatortes bringen - mit allen damit verbundenen Sorgen. Nun könnten Aussenstehende sagen: "Sollen sie doch ihre Mutter selbst pflegen."

Aber das können wir eben nicht und sind sehr froh, dass es entsprechende andere Möglichkeiten gibt. Manchmal muss man ganz einfach - auch wenn das Herz zu zerreißen droht :°( - mit dem Verstand entscheiden......

Ich wohne 400 km von meiner Mutti weg und kann sie auf Grund meiner eigenen Krankheit nur selten besuchen. Mein Bruder wohnt in dem Ort und wechselt sich mit seiner Familie ab, so dass jeden Tag mindestens eine vertraute Person zu Besuch kommt. Ich darf öfters im Heim anrufen. Und wenn es der Zustand meiner Mutti erlaubt, kann ich aiuch ein paar Worte mit ihr reden - bis sie mich plötzlich nicht mehr als ihre Tochter wahrnimmt :°( .

Bei meinen vorherigen Besuchen im Krankenhaus hatte ich viele negative Erlebnisse bezüglich des Umgangs der Krankenschwestern mit meiner Mutti. Deshalb war ich in größter Sorge, wie das wohl im Heim sein wird.

Ich bin bisher positiv überrascht worden. Meine Mutti wird mit "Sie" angesprochen und t r o t z d e m ist dabei keine Kälte oder Distanz zu spüren. Auch ich werde respektvoll behandelt - da ist kein Vorwurf zu spüren, der mein immer noch vorhandenes Schuldgefühl nähren könnte. Meine Mutti wird dort gut versorgt.

Und was besonders angenehm ist: Wie die Schwestern mit uns Angehörigen über unsere Mutti sprechen, zeigt uns, dass sie sich auch um ihre Gefühlswelt bemühen.

Ich wünsche allen Töchtern und Söhnen - und deren Eltern - in einer solchen Situation einen so w ü r d e v o l l e n Umgang. :)* :)* :)*

Liebe Grüße

BHruderx Jo


Hallo, Tochter-in-Sorge.

Ich glaube, du hast vielen vielen Angehörigen aus der Seele gesprochen, und ich merke mal wieder, dass wir als Pflegende nicht nur für die uns Anvertrauten "zuständig" sind, sondern obendrein auch noch für deren Angehörige.

Lass mal Deine Schuldgefühle an der Seite: würdest Du Deine Ma selbst pflegen (und viele andere auch), dann wären unsere Arbeitsplätze in Gefahr! Also nutze das Angebot, und mach Dir keine Sorgen mehr - Altenpfleger sind keine Ungeheuer, auch wenn's die Medien gern so darstellen. Und natürlich sehen wir den Menschen. Wir werden ja schließlich auch nicht jünger und wollen eines Tages auch mit Respekt behandelt werden. Und hierzu kann ich nur sagen, dass ich gerade diesen Respekt vor meiner Person, meiner Tätigkeit gerade bei den "besorgten" Angehörigen oft vermisse, denn gerade diese "Besorgten" wollen Vater, Mutter oder Tante nicht gehen (sterben) lassen und liegen uns mit den aberwitzigsten Ansprüchen in den Ohren. Ich kann ja verstehen, der Abschied für immer tut weh, aber haben alte Leute nicht ein Recht auf ein würdiges Ende? - Meine Mutter (gottseidank noch immer rüstig und allein lebend; 85 J) liegt uns Kindern seit fünfzehn Jahren in den Ohren, dass sie sich auf's Sterben vorbereitet. Sie hat sich zwischenzeitlich von allerlei Ballast, wie sie es nennt, getrennt, hat ihren Friedhofsplatz ausgesucht, ihren Sarg, ihre Beerdigung vorbereitet. Wir Kinder werden quasi nur noch das Bestattungsinstitut informieren müssen, wenn Muttern tot ist. Alles andere wird erledigt. - Trotzdem ist die alte Dame noch lebenslustig und nimmt mit, was sie kriegen kann, nach dem Motto "Keine Feier ohne Meier". - Ich hoffe, so werde ich auch einmal mein Ende vorbereiten können, denn Muttern zeigt mir täglich, dass der Tod zum Leben dazu gehört, dass er kein Tabu ist und das Leben eines jeden endlich.

Würde sie nun also aus irgendeinem Grunde ins Heim ziehen müssen oder wollen, dann wäre für mich das wichtigste, also die einzige Sorge, dass sie nicht ihrem Wunsche entsprechend sterben darf. Zum Glück hat sie sich um Patientenverfügung und Testament und was es alles gibt, beizeiten gekümmert, so dass ihr Arzt und auch ihr Rechtsanwalt bescheid wissen. Sie wird also nicht an irgendwelche Schläuche gehängt werden oder sonstige sog. lebensverlängernde Maßnahmen erleiden müssen. - Aber genau das können viele der "sorgenvollen" Angehörigen überhaupt nicht verstehen, denn sie lieben ja ihre Eltern und wollen nicht, dass sie den Kreis der Lebenden verlassen um auf dem Friedhof zu liegen, in der kalten Erde... und was es sonst noch für Fantasien gibt.

Das sind Angehörige, die uns Pflegenden das Leben schwer machen, denn sie neigen leider allzu oft dazu, uns die Schuld am verschlechterten Zustand von Vatern oder Muttern zu geben. Dass sich deren Leben aber dem Ende zu neigt wird leider übersehen oder auch ganz gezielt nicht wahrgenommen. - Wenn ich mir das so betrachte, dann ist es wahrlich ein geringes Vergehen, einen alten Menschen gegen seinen Willen zu duzen...

TWoc8hter-lin-Soorgxe


Hallo, Bruder Jo,

bin ich froh, dass Du als "einer vom Fach" meine Ansicht teilst!

aber haben alte Leute nicht ein Recht auf ein würdiges Ende?

dann wäre für mich das wichtigste, also die einzige Sorge, dass sie nicht ihrem Wunsche entsprechend sterben darf.

Genau das ist auch meine größte Sorge.

Als meine Mutti im Krankenhaus noch relativ klar denken konnte, hat sie sich von uns allen immer wieder für immer verabschiedet. Das war sehr hart für uns, aber wir haben ihren Wunsch, zu sterben, akzeptiert. Ich konnte ihr noch sagen, wie es sein wird, wenn sie nicht mehr da ist - dass ich sie sehr vermissen werde, sie mich in meinem Herzen und meinen Gedanken aber immer und ewig begleiten wird.

Ich war so froh, über diese Gelegenheit, richtig Abschied nehmen zu können. Dieser Tag war ausgerechnet der Todestag meines Vaters. Ihn habe ich bis zum Ende begleitet. Ich war damals - vor 4 Jahren - mit meinem Vater ganz allein in einem Zimmer im Krankenhaus. Ich dacht erst, dass man als "Kind" so etwas nicht aushalten kann. Aber man kann! Was habe ich meinem Vater nicht alles gesagt in diesen, seinen letzten Minuten! Es war so unsäglich schwer, weil mein Herz ihn so sehr behalten wollte. Und mein Verstand hat mich sagen lassen, dass er nun gehen und sich ausruhen darf.....

So schwer das alles für mich war - so beruhigt denke ich jetzt daran. Es klingt vielleicht makaber: Irgendwie war es wie ein Geschenk, die Hand meines Vaters bei seinem letzten Atemzug halten zu dürfen....

Meine Mutti wollte im Krankenhaus nur noch schlafen, nicht mehr essen - einfach nur ihre Ruhe. Aber die hat man ihr nicht gelassen - sie solllte wieder "mobilisiert" werden! Das heißt, sie musste essen bis zum Erbrechen und Magenbluten. Sie musste "Gangschulung" über sich ergehen lassen trotz Übelkeit und Schwäche.

Ich bin so froh, dass sie jetzt im Heim schlafen darf, wenn sie nicht aufstehen kann und nicht möchte. Sie muss dort nicht unbedingt im Kreis sitzen und singen, obwohl ihr dazu gar nicht zumute ist.

Eine künstliche Ernährung wurde in Erwägung gezogen, wenn meine Mutti weiter kaum ißt. Die haben wir abgelehnt, wie auch alle lebensverlängernden Maßnahmen - genau im Sinne unserer Mutter.

Meine Mutti braucht keine Therapie - sie braucht die Respektierung ihrer Bedürfnisse!

Mein Sohn hat letzte Woche seine Oma besucht und kam erschüttert zurück: "Nicht, weil meine Oma sterben wird, muss ich weinen, sondern weil sie so ´leben´ muss", sagte er.

So schwer es ist - ich bin auf den Tod meiner Mutti vorbereitet. Meine größte Sorge aber bleibt: Wird eine der Pflegerinnen bei Ihr sein, wenn es "soweit" ist, wenn wir nicht dort sein können ???

Wenn ich mir das so betrachte, dann ist es wahrlich ein geringes Vergehen, einen alten Menschen gegen seinen Willen zu duzen...

Ganz genau, Bruder Jo!

Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem gute Nerven bei Deiner schwierigen Arbeit. Das richtige Gespür für einen würdevollen Umgang hast Du sowieso!

Dafür mein D A N K E @:) - stellvertretend für alle Angehörigen Deiner zu betreuenden alten Menschen.

Beste Grüße

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