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Ulcus Cruris, welche Behandlung ist sinnvoll?

LYaczhmöxwe hat die Diskussion gestartet


Also, ich kenne da jemanden, die hat seit 1992 einen Ulcus der nicht heilen will. Aktuelle Behandlung: Spülen mit H2O2 und physiologischer Kochsalzlösung, Betaisodonna Salbe, einfache Kompressen als Wundauflage. Warum das hier im Pflegeforum ist? Weil hier Experten schreiben, hoffe ich mal. Bei mir sträuben sich die Haare bei dieser Behandlung.....bei Euch auch?

Antworten
lPibe9rtxe


Hi Lachmöwe!

Allerdings, die Methode ist ja mehr als veraltet.

Ich habe mal in einer angiologischen Klinik gearbeitet und kenn mich daher noch ein bisschen aus.

Als erstes würde ich die Wunde mit Octenisept und Aqua nachspülen, NaCl ist nicht so empfehlenswert, da es die Granulation unterdrückt.

Je nachdem, ob die Wunde sauber ist, oder aber einen Fibrinbelag hat, muss man entscheiden. Empfehlenswert ist meist ein Hydrokolloidverband oder Hydropolymerverband, sprich z. B. "Comfeel" oder "Allevyn".

Womit wir auch gute Erfahrungen gemacht haben ist das "Varidase" Gel, das ist auch gut bei Belägen.

Und natürlich steril arbeiten und je nachdem (bei Varidase zumindest) den Verband täglich wechseln, die anderen kann man ja einige Tage belassen.

Hoffe ich konnte dir etwas helfen.

LG, liberte

LPac\hmöxwe


Liberte,

hört sich gut an. Habe auch schon an einen Hydrokolloidverband gedacht, weiß aber nicht, in welcher Heilungsphase sich die Wunde im Moment befindet. Das Problem scheint auch die verordnende Hausärztin zu sein, die offenbar nich so bewandert ist was Wundheilung angeht.

GFlück;liche'sBiehnchen


Hallo,

Ich möchte mich selbst einmal zu Wort melden,denn ich bin diejenige um die es hier geht.

Eine genaue Phase der Wundheilung kann man so nicht sagen.Es ist mal mehr und mal weniger belegt.Das kommt ganz darauf an,wie sehr ich mein Bein belaste.

Hydrokolloidverband oder Hydropolymerverband hab ich auch schon als Verbandsmaterial gehabt.Konnte es aber leider nicht lange nehmen.Denn alles was so halbwegs aufgeklebt werden muß geht nicht,da ich mir dann rund um die Wunde die ganze Haut abziehe und somit neue Wunden schaffe.Also kommen für mich nur Wundauflagen in Frage,welche ich dann mit einer Fixierbinde festmachen kann.Sprich:Wo das Pflaster nicht in direktem Kontakt mit dem Bein steht.

L6ach9mJöwxe


Es gibt glaube ich auch nichtadhesive also nicht klebende Wundverbände, die man dann wahlweise mit einer Fixierbinde oder einer sekundären Wundabdeckung (also wieder was Klebendes) festmachen kann. Die Produktpalette ist da schier endlos, glaube ich.

NkacShtwac\hexr


Übersicht

Hallo!

Es gibt natürlich einige HErsteller, aber wir arbeiten in der Klinik mit den Produkten von Coloplast. Eine Übersicht über alle Produkte findet man auf der folgenden Page:

[[http://www.coloplast.ch/ECompany/DEMed/Homepage.nsf/(VIEWDOCSBYID)/351D93F1A4D73682C1256A6600662720]]

Wie schon geschrieben wurde, gibt es da auch einige Produkte die nicht selbsthaftend sind.

Das mit dem H2O2 sollte aber so oder so keinesfalls mehr gemacht werden, das schadet mehr als es nutzt.

Hoffe ich konnte ein wenig helfen - Gute Besserung!

FHrotttee<f'urixe


Also ich hab letztens gelesen,das man auch mit Desinfektionsmitteln(Octenisept) vorsichtig sein soll,weil sie auch die Wundheilung stören können.Wir haben im Krankenhaus VAC-Pumpen benutzt, also Vacuumpumpen.Mit super Ergebnissen.Allerdings muß dieses System wieder "festgeklebt" werden....

l@ixbWertxe


Hallo nochmal!

Dann würd ich es tatsächlich mal mit dem Varidase Gel versuchen, das wird aufgetragen, mit sterilen Kompressen abgedeckt und kann mit einer Binde fixiert werden. Dann ist halt ein täglicher Verbandswechsel angesagt.

Viel Erfolg, mit was auch immer!

liberte

GYlück7licheRsBien?chen


Vielen lieben Dank für eure bisherige Hilfe.Ihr habt da wirklich Tips und Ratschläge gegeben,die ich noch nicht kannte.Werde auf jeden Fall meine Ärztin darauf ansprechen.Ich bin mir sicher,daß sie da auch mitmacht.

Vielleicht weiß ja noch jemand einen Rat.

L9aach>mxöwe


Die Vacuumtherapie ist wohl "der letzte Schrei" zur Zeit. Aber auch Wundgele z.B. Varidase oder Nu-Gel kommen zum Einsatz, allerdings nur in Kombination mit entsprechend geeigneten Wundauflagen. Zur Wundspülung mit Octenisept ist zu sagen (habe es selber angewandt), dass Octenisept auch zytotoxisch ist und nicht länger als 14 vTage am Stück angewendet werden sollte. Prontosan ist eine mögliche Alternative aber auch teurer und muss vom Patienten meist selber bezahlt werden. Das sind alles Beispiele für Produkte aus der modernen Wundversorgung. Gibt es denn auch Alternativen dazu? Ich denke z.B. an Dinge aus der Alternativ- bzw. Naturmedizin. Mir kam zu Ohren, dass es einen Professor in Witten-Herdecke gibt, der mit Bienenwachs gute Erfolge erzielt haben soll. Konnte hierzu im Netz nix finden.

j8a)boroysxa


Hmmm...

... also wenn der Ulcus cruris nicht abheilen will, steckt nartürlich ne Grunderkrankung dahinter, egal welche es ist, die versorgung ist gestört, entweder durch Gefäßschädigung, z.B. durch eine Diabetes mellitus, oder durch z.B. Ödembildung im Rahmen einer Herzkreislauferkrankung oder Nierenerkrankung. Das ist, wenn möglich, natürlich zu berücksichtigen. ASoll heißen, ein z.b. nicht aufgechwollenes Bein hat bessere Heilungschancen als ein geschwollenes. Allerdings ist das Gewebe an der Stelle bereits vorgeschädigt, egal ob der Ulcus nun chronisch oder rezidivierend, also immer wieder auftauchend, ist. Und die Gefahr besteht, daß er selbst nach Verheilung immer wieder auftreten kann. Vacuseal kenne ich persönlich nur von größeren, tiefen Wundflächen - bei einem Ulcus cruris hae ich noch nicht davon gehört... Ich kenne noch die alte Methode, Betaisodona mit Zucker zu vermischen. Wie dem auch sei, würde ich stark dazu raten, das Bein tatsächlich mal gründlich ruhig zu stellen, bis die Sache endlich ausgestanden ist! Also eben NICHT belasten. Bewegen ja, aber nicht belasten.

Von Bienenwachs habe ich noch nichts gehört. Wer weiß, wer heilt, hat Recht...

jQabor+oxsa


PS

Betaisodonasalbe ist als Dreckschleuder verschrien, und mehr als sauber machen tut H2O2 auch nicht. Das zwar gründlich, aber es greift das Gewebe an.

L6aYchm8öwxe


@ jaborosa

Mit einer Ruhigstellung ist das so eine Sache, die Dame hat eine Familie zu versorgen und ich kenne keine Krankenkasse, die da eine Haushaltshilfe stellen würde. Außerdem kann eine Ruhigstellung auch andere unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringen.

Die Sache mit dem Zucker ist auch out weil sich die Keime dann besonders gut vermehren....

Das mit dem Ödem ist ein super Hinweis! Biene, hast Du ein geschwollenes Bein? Was sagen die Gefäßleute?

G?lüclklichesGBienchxen


Ja,das Bein ist geschwollen.Aber nur im Bereich des Knöchels und oberhalb vom Knie,also auch der Oberschenkel mit.Wenn ich da mit dem Finger reindrücke,bleiben auch Dellen.

Eine Arteriend-und Venendarstellung hat keine klinischen Auffälligkeiten ergeben.Das ist nun aber auch schon ein paar viele Jahre her,daß das gemacht wurde.

L}ac&hmöxwe


Nochmal machen lassen würde ich sagen. Dabei am besten zum Gefäßchirurgen gehen. Lass Dir ne Überweisung geben und dann sprich an, dass der Gefäßchirurg auch Deine Wunde weiterbehandeln soll. So kanns ja nicht weiter gehen. Gefäßchirurgen haben sehr viel mit chronischen Wunden zu tun. Der sagt Dir dann auch, ob Du wickeln sollst oder einen Kompressionsstrumpf tragen musst. Bei arteriellen Geschichten aber keine Kompression, sonst kommt noch weniger Blut unten an. Sag dem Arzt genau mit allen Einzelheiten was genau los ist. Auch wenn Du bestimmt schon kein Bock mehr hast und auch kein Vertrauen. Dass seinerzeit keine Auffälligkeiten festzustellen waren ist ein gutes und kein schlechtes Zeichen würde ich mal sagen. Und lass unbedingt einen Abstrich machen.

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