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Pflegeassistenten müssen Sachen machen, die sie nicht dürfen

s;upi2~005 hat die Diskussion gestartet


Ich arbeite schon seit 2 Jahren in der Pflege. Vor jetzt genau 2 Wochen ist bei uns was passiert, wo ich mich furchtbar drüber aufrege.

Es war ein Donnerstag. Ich hatte mit 2 Kolleginnen Frühdienst. Wir hatten fast alle Bewohner soweit fertig das sie zum Frühstück kamen. Eine examinierte Pflegerin, ich und eine zweite Pflegeassistentin.

Es war soweit das alle unsere Diabetiker, den BZ gemessen bekommen und gespritzt werden, bevor sie zum Essen gehen.

Unsere examinierte Kraft war unterwegs um Verbände zu wechseln. Ich war gerade dabei noch eine Bewohnerin zu waschen und anzuziehen. Auf einmal kam ich mit meiner BW vor und da sah ich wie meine Kollegin und die examinierte Kraft im Stationszimmer standen und meine Kollegin (Pflegeassistentin) weinte. Ich fragte was los gewesen sei. Sie sagte ich habe der Frau so und so Insulin gespritzt. Eine Pflegehelferin!!!!!!!! Noch dazu hat sie dieser Frau die dreifache Menge an Insulin verpasst. Unsere examinierte Kraft, fragte warum sie denn überhaupt Insulin spritzt? Sie ist doch keine examinierte Kraft! Sie antwortete das unsere Stationsleitung sie beauftragt hätte, das sie unseren Diabetikern Insulin spritzen soll. Weil wenn mal keine examinierte da ist, soll sie das machen. WEnn sie das verweigert, bekommt sie eine Abmahnung. Das muss man sich mal vorstellen. Ich meine unsere Assistenten bekommen schon viel gezeigt, wie z.B. die Flasche an der Magensonde zu wechseln, aber doch kein Insulin spritzen.

Das hat mich furchtbar aufgeregt! Natürlich haben wir sofort den Notarzt gerufen. Es ist Gott sei Dank nichts passiert. Bei unserer nächsten Teamsitzung werden wir 3 die an diesem Tag Dienst hatten, uns mal darüber unterhalten, denn so geht es nicht weiter.

Was sagt ihr dazu?

Liebe Grüße

Antworten
S9ilb>ermon?dauge


Tja...es muß halt überall gespart werden :-(

Und eure Stationsleitung meint wohl, da ja auch Angehörige manchmal Insulin spritzen kann das auch jeder.

(Aber man muß dann auch wissen, WIEVIEL man spritzen darf!)

Ein Gespräch - gleich welcher Art - tut dringend not !

Gruß silbermondauge

FJridaKlirnDa


gar nichts in der Richtung darf eine Pflegehelferin tun!

Bei uns funktioniert das sehr gut.

Wir arbeiten ja im System der ambulanten Pflege,obwohl wir eine WG sind.Also kommen die Med-Schwestern 3x täglich vorbei.

Das einzige was sie machen,sie stellen für 3 Bewohner Medis vor,weil die Kasse nur 1 Medgabe täglich bei denen bezahlt.

Denen dürfen wir die gestellten Medis reichen.

Wir dürfen nichtmal BZ messen!

Das einzigste was wir dürfen ist RR Kontrolle und im Notfall,nach Telefonat mit der PDL ,Nitrospray geben.

Einmal musste ich,auf telefonische Anweisung eines Hausarztes und nach Rücksprache mit der PDL,eine Blutdrucktablette zusätzlich geben.

Und ich finde das auch so ok.

Ja ich weis,in den meisten Einrichtungen ist das ganz anders.

Aber.............es ist ungesetzlich,und wenn etwas passiert halten wir Pflegehelferinnen unseren Kopf hin,nicht die PDL die mit Abmahnung droht...........

Also mein Appell an alle Pflegehelferinnen!

Hände weg von allen medizinischen Leistungen,einschließlich Verbänden und Salben!

aYlf-xb


Abgesehen davon,

daß man jemand nicht mit einer Tätigkeit beauftragen kann, die gar nicht in seiner Stellenbeschreibung steht, hat man zudem, gerade bei Injektionen, die Durchführungsverantwortung, die es einem ermöglicht, ohne Sanktionen eine Tätigkeit abzulehnen, wenn man sich dazu gerade nicht in der Lage fühlt. Die gilt übrigens auch für examiniertes Personal und ist in diesem Falle keine Arbeitsverweigerung.

Ich finde ebenso, dieses schnelle Androhen einer Abmahnung als Druckmittel, ist ein Armutszeugnis für den Vorgesetzen. Diese Auf keinen Fall, sollte sie zustande kommen, unterschreiben, sondern einen Widerspruch mit der eigenen Sicht der Dinge aufsetzen, diesen müssen sie dann mit in die Personalakte heften, im Falle eines Rechtsstreites, ist eine eigene Kopie von beidem sinnvoll.

Und vor allem Kopf hoch und nicht entmutigen lassen und sich auch mal wehren!

Lyachxmöwe


Kann alf fast nur zustimmen. Ohne entsprechenede Ausbildung darf niemand im professionellen Bereich Insulin spritzen. Dass Angehörige dies tun steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Das ist sogar gesetzlich geregelt, dass sie es dürfen, nur Professionelle ohne AUsbildung eben nicht.

Es ist wirklich traurig, dass eine PDL ein solches Regiment führt, vielleicht muss sie es aber weil sie auch Druck "von oben" bekommt. (Die PDL wird übrigens auch dafür gerade stehen müssen, wenn sie solche Anordnungen trifft, denn das darf sie eigentlich nicht) Dieser Druck wird meistenteils eben weiter nach unten durchgereicht. Und dass keiner Sanktionen zu fürchten hat, wenn er seine Rechte kennt und auch wahrnimmt sehe ich nicht so. Leider wird es immer härter in der Pflege, weshalb wir mit immer mehr Druck und merkwürdigen Entscheidungen seitens der Gesetzesgeber zu rechnen habe.

Trotzdem sollte man seine Rechte sehr genau kennen und sich über mögliche Folgen falschen Handelns im klaren sein.

s$upzi2x005


Ich danke euch für eure Beiträge. Morgen auf unserer Teamsitzung werden wir alles ganz genau durchsprechen!

Liebe Grüße

supi2005

xvmal


Trotzdem sollte man seine Rechte sehr genau kennen und sich über mögliche Folgen falschen Handelns im klaren sein.

Vor allem sollte sich die vermeintliche Stationsleitung mal ein wenig in Sachen Haftungsrecht schlau machen.

N(exiaq 1


Hallo Supi2005,

ich war als Praktikantin (Ergotherapie) 3 Monate in einem Altenheim tätig, ich durfte Medikamente selbständig verteilen (das heißt, ich durfte zwar nie an die richtig "harten Drogen") aber wenn einer der Bewohner nach Schmerz- oder Schlafmitteln gefragt hat, durfte ich die einfach so nach meinem belieben "verordnen"... Ich meine, du hast meine Ausbildungsrichtung vernommen, ich war zwar nur für die Beschäftigung vorgesehen, aber aus personellen Mängeln mußte ich jeden Morgen mindestens 2 Personen waschen...Und auch am Wochenende, spät, früh, ich mußte ran... Kein Wunder, daß Praktikanten Dinge tun, die sie nicht dürfen...

Nexia

ByibiN24


Hallo.

Also ich habe eine Qualifikation zur ambulanten Pflegehelferin. Ist bei uns hier ziemlich neu, da es über 6 Monate geht inkl. einem Praktikum.

Und wir die diese Qualifikation haben dürfen auch BZ messen und Insulin spritzen.

Und in dem Altenheim wo ich arbeite dürfen auch alle Pflegehelferinnen Insulin spritzen und wir sind rechtlich auch alle abgesichert. Und wenn man mal ehrlich ist und seinen Job und die alten Menschen ernst nimmt, dann ist Insulin spritzen keine große Sache mehr. Voraussetzung ist natürlich das das alles richtig abläuft und man das nicht mal eben nebenbei macht.

mMarysxue


sofern es nic ht in der stellenbeschreibung steht und man nicht ausgebildet ist, ist es durchaus ein ding. es gibt zwar hausinterne regelungen,aber dei sic hern rechtlich meines wissens nicht ab.

mWa[r|ysuxe


die sichern - sollte das heissen

Bvi5bi2x4


Das einzige was ich nicht machen darf ist eben Medikamente stellen. Also Schmerztropfen und Abführtropfen etc. schon, aber eben keine Tabletten. Die machen nur die Bereichsleitungen oder die Stellvertreter oder eben die Examinierten.

m^ary*sue


bei uns durften KPH sogar nachtwache machen, infusionen anhängen usw... tabletten stellen war da noch das geringste.

mittlerweile wird das ordentlich beschnitten.keine nachtdienste mehr,allgemein keine dienste alleine.tabletten stellen nur mit ex. kraft.infusionen nur abhängen. finde ich auch vernünftig.

klar isset nicht schön, wenn plötzlich kompetenzen in frage gestellt werden und man von allen seiten eingeschränkt wird...

aber rechtlich is man dann auf der besseren seite.

wie gesagt, hausinterne regelungen sind praktisch und gut, aber nicht sicher.

s7upi20f05


Danke für eure Beiträge. Haben dies alles ganz genau bei unserer Teamsitzung durchgesprochen. Unsere Assistenten also auch ich, bekommen solche Sachen wie Insulin spritzen, Verbände anlegen und Sondennahrung anhängen usw. gezeigt. Wenn sie sich es zutrauen, dürfen sie es machen, wer nicht der macht seine ganz normale Arbeit wie bisher. Ich finde dies eine gute Lösung, so wird keiner gezwungen dies zu machen oder Angst um seinen Arbeitsplatz zu haben. Seit dem hat sich die Lage auf unserer Station entspannt.

Liebe Grüße

supi2005

bFesserx so


/Ironie-Modus an/

Um Gottes Willen!

INFUSIONEN ANHÄNGEN! Hhhhhhh!

BZ MESSEN! Aaaaah!

Wohin soll dieser Wahnsinn führen?

Demnächst dürfen KPH's wohl auch am offenen Herzen operieren, oder was?

/Ironie-Modus aus/

Oh Mann!

Ich habe das Gefühl, für einige hier ist das Anhängen einer Infusion genauso invasiv wie ne Tracheotomie!!! Hohohoho.....

Und dann auch noch BZ messen! Das ist ja auch so eine verflixt komplikationsbehaftete Maßnahme - das traut sich mancher Facharzt nicht!!!

KOMMT MAL BITTE KLAR, LEUTE !!!

JEDER (mit einem IQ über 15,375) ist in der Lage, BZ zu messen, wenn er's einmal gezeigt bekommen hat....

AAAAARGH!

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