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Pflegeassistenten müssen Sachen machen, die sie nicht dürfen

lVer\che812


Hallo,

habe mal ein FSJ gemacht, ich durfte auch PEG'S "auffüllen", Verbände wechseln, Kanülen legen, meds verteilen, BZ messen und sogar am Ende ( unter Aufsicht ) nen Katheter legen.

Du hast als FSJ ler tatsächlich auch Kanülen gelegt?! Wow. Mutig.

Es ist schön, dass viele vieles können. Keine Frage. Du hast es dir zugetraut. Man hat es die seitens der Leitung zugetraut. Schön und gut.

Aber was passiert, wenn was passiert?! Schon mal über die Folgen nachgedacht?

Kanülen und Katheter legen sind ärztliche Maßnahmen. Die darf auch eine examinierte KS nicht mal "einfach so" ausführen. Und schon gar kein FSJ ler. Übernahmeverschulden nennt sich das dann, wenns schief geht. Daran denkt nur nie einer. Und dann müssen die Angehörigen des Patienten nur so'n paar "Rechtsverdreher" sein und du bist mit einem Bein im Knast.

Wir im Rettungsdienst, beherrschen auch einige viele Maßnahmen die eigentlich in ärztliche Hand gehören und müssen ganz genau abwägen, wann wir welche Maßnahmen durchführen, da wir wissen, dass wir uns damit in ner gewissen rechtlichen Grauzone befinden. Denn mit "Notkompetenz" ist in manchen Fällen so ne Interpretationssache. Wenn ich weiß Notarzt XY kommt und könnte mir nen Strick draus drehen, nur weil ich schon mal nen i.v. Zugang gelegt hab und Blut abnehme (weil Blutentnahme=Organentnahme), dann lass ichs, bevor ich mich aufs Glatteis begebe.

Ihr solltet da mit mehr Vorsicht rangehen, weil wenn was bei den Maßnahmen, die ihr nach Tätigkeitskatalog nicht machen dürft, passiert, steht plötzlich keine PDL mehr hinter euch...

L*acwostxe22


Kanülen und Katheter legen sind ärztliche Maßnahmen.

wenn du blasenkatheter meinst dann ist das definitiv falsch.

in notaufnahmen ist das legen von zugängen immer aufgabe der krankenschwestern. vor paar jahren gans das meines wissens noch als ausbildungsinhalt, genauso wie blut abnehmen.

naja und was katheter angeht: die rede ist hier bestimmt nicht von herzkathetern oder sowas, sondern von normalen blasenkathetern und die werden auch immer vom pflegepersonal gelegt, das ist pflegerische aufgabe.

s$unnxy80


Hallo

Also ich habe mal in einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet (ich bin ungelernt),ich habe Katheter gelegt,Chemo gespritzt,RR gemessen.....Das haben die mir einmal gezeigt und gut ist.Da ist Insulin spritzen ne Kleinigkeit egal ob nach Schema oder neu ausrechnen jedes Mal.

Sogar die Trachealkanüle reinigen ec. (Schleim aus der Lunge absaugen) von den normalen pflegerischen Tätigkeiten mal abgesehen.Oder Stomapflege und wechseln war alles dabei.

Ich habe noch ganz andere Sachen gemacht ...die mir hier aber wahrscheinlich keiner glauben würde...und mir hat es Spass gemacht.

Ich finde da persönlich nix schlimmes bei vorraus gesetzt man weiss was man tut...sprich hat eine korrekte Einweisung bekommen.

Liebe Grüsse

Leacaostxe22


RR gemessen.....

naja das kann ja nun echt jder blödmann, das machen unsere praktikanten auch^^

bei dem anderen: finde ich granzwertig,a ber toll dass du es durftest, offensichtlich scheinst du dem gewachsen zu sein :)^

wie die gesetzlage aussieht weiss ich nicht *:)

sVunnyx80


@ lacoste

Das war nur eine grobe Zusammenfassung dessen was mein Aufgabengebiet umfasste ;-)

Da gehört RR messen nunmal dazu. @:)

L3acaostex22


hab ich auch so verstanden, ich wollte damit nur sagen dass das ja für jeden bereits standard ist *:)

l]ercheo8x2


in notaufnahmen ist das legen von zugängen immer aufgabe der krankenschwestern. vor paar jahren gans das meines wissens noch als ausbildungsinhalt, genauso wie blut abnehmen.

Das mag sein, dennoch sind es invasive Maßnahmen, die durch einen Arzt ausgeführt werden sollten.

Er kann diese delegieren, schon klar. Aber derjenige, der es delegiert bekommt, sollte es schon gelernt haben. Und ich glaube kaum, dass das bei einem FSJ-ler der Fall ist. Zeigen lassen kann ich mir vieles, deswegen habe ich es aber noch lange nicht mit allen Facetten, also Vorraussetzungen, Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen, gelernt! Und das sollte bei einer ärztlichen Maßnahme schon gegeben sein.

Im Rettungsdienst bekommt man auch gelernt, wie man Zugänge legt, Blut abnimmt, defibrilliert, intubiert... aber es bleiben ärztliche Maßnahmen.

Wenn etwas schief geht, steht derjenige blöd da, der Aufgabe durchgeführt hat (Übernahmeverschulden...). Und FSJ-ler DÜRFEN keine Kanülen legen, ein Rettungsassistent beispielsweise, unter bestimmten Vorraussetzungen (Notkompetenz), schon.

SOünutxje


Das mag sein, dennoch sind es invasive Maßnahmen, die durch einen Arzt ausgeführt werden sollten.

vielleicht ist das im Rettungsdienst so, in allen Krankenhäusern, in denen ich bisher gearbeitet hab war es Sache des Pflegpersonals.

Interessant war ja regelrecht die Diskussion vor ein paar Jahren über Examinierte und Pflegehelfer, die Sadeceben wieder hervorgekramt hat.

ja das stimmt die examinierten und die pflegehelfer machen ein und das selbe an arbeit.

mich würde interessieren, wieso du dann nicht examinierte Schwester wirst?

h(y6pxe


naja und was katheter angeht: die rede ist hier bestimmt nicht von herzkathetern oder sowas, sondern von normalen blasenkathetern und die werden auch immer vom pflegepersonal gelegt, das ist pflegerische aufgabe.

also bei uns in den heimen ist das mittlerweile auch verboten, darf nur der urologe oder urologenhelferinnen die vom urologen angelernt wurden..und beim mann dürftet ihr das sowieso nicht..

AJzrae_l0x1


im grunde ist es gesetzlich verankert was eine helferin darf und was nicht , ebenso was eine exe darf und was nicht. das ist fakt! wer sich nicht daran hält macht sich strafbar, das ist fakt. ohne die richtige ausbildung was machen ist gefährliche pflege und man gefährdet einen menschen. und das ist auch fakt.

eine exe funktioniert ohne ihre helferinen nicht. ich bin pfleger und wohnbereichsleiter auf einer demenzstation. ich könnte nicht arbeiten ohne meine helferinnen. sie sind meine ohren, meine augen, meine hände und manchmal mein hirn. ich brauche ihre erfahrungen ihr wissen und ihr mitdenken. das sage ich ihnen auch und das motiviert sie.

ich kenne einen andere wohnbereichsleiter der mal sagte die helferinnen sind nur zum waschen da. das taten sie von dem tag an auch und es endete mit einem riesen krach im büro des chefs.

ich muss mich blind auf meine helferinnen verlassen können. aber ich erwarte das sie sich an die gesetze halten was die pflege angeht. ansonsten bringen sie sich selber und mich in schwierigkeiten wenn was daneben geht und sei es eine kleine infektion nach dem stixen von blutzucker.

ich lasse sie medikamente geben wenn ein dementer bewohner sie bei ihr nimmt was er bei mir nicht tut. aber ich stehe daneben und beobachte weil mein hals auch in der schlinge hängt.

ZJirkussäffcxhen


Insulin spritzen finde ich gar nicht einfach. Meine Freundin hat Diabetes und sie hat mir schon paarmal gezeigt, wie das geht, aber ich glaube, wenn ich ihr Insulin spritzen müsste, könnte ich das auch nicht. Es ist doch auch nicht richtig, wenn nicht ausgebildete Helfer Arbeiten machen, für die Krankenschwestern drei Jahre lang eine Ausbildung machen müssen.

A\zraoel01


man lernt ja nicht nur das spritzen. man lernt auch über hygiene, über gefahren, wo man spritzen darf, wie die zuckerwerte sein müßen, wo gefahren sind, was das insulin macht im körper, wie man reagiert wenn zum beispiel eine unterzuckerung vorliegt, welche arten von insuinen es gibt...

lpercLhex82


man lernt ja nicht nur das spritzen. man lernt auch über hygiene, über gefahren, wo man spritzen darf, wie die zuckerwerte sein müßen, wo gefahren sind, was das insulin macht im körper, wie man reagiert wenn zum beispiel eine unterzuckerung vorliegt, welche arten von insuinen es gibt...

So sieht es aus! Und ich glaube nicht, dass ungelernte Helfer das alles immer richtig einschätzen können!

vielleicht ist das im Rettungsdienst so, in allen Krankenhäusern, in denen ich bisher gearbeitet hab war es Sache des Pflegpersonals.

Und das ist das Problem. Es wird vorrausgesetzt, dass die Gesundheitspfleger diese Sachen übernehmen. Dass sie sich damit auf rechtlichem Glatteis bewegen, ist kaum jemandem in dem Moment bewusst. Wenn dann was passiert, will keiner die Verantwortung übernehmen, schon gar nicht die Ärzte, die es deligiert haben. "Übernahmeverschulden" und Schwupps, sind die fein raus.

Ihr nennt es Sache des Pflegepersonals ist nenne es Leichtfertigkeit.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Maßnahmen gut beherrscht werden, dennoch sind sie keine pflegerischen Maßnahmen und schon gleich gar nix für einen - wenn auch sehr hochmotivierten - FSJler.

VG

Sdünxtje


Und das ist das Problem. Es wird vorrausgesetzt, dass die Gesundheitspfleger diese Sachen übernehmen. Dass sie sich damit auf rechtlichem Glatteis bewegen, ist kaum jemandem in dem Moment bewußt

du sagst, es ist das Problem. Kannst du mir bitte zeigen, wo festgelegt ist, dass das eine ärztliche Tätigkeit ist? Es würde mich sehr interessieren. Ich habe das gelernt, in der Theorie, in der Praxis unter Anleitung viele Male geübt. Wo ist festgelegt, dass ich das nicht darf?

loer`che88x2


Ich weiß nicht, ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne, aber in meiner Ausbildung ist mehrfach der Begriff "Heilpraktikergesetz" gefallen.

Wenn man sich da mal die Paragraphen ansieht, findet man folgendes:

§ 1

(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.

(2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.

(3) Wer die Heilkunde bisher berufsmäßig ausgeübt hat und weiterhin ausüben will, erhält die Erlaubnis nach Maßgabe der Durchführungsbestimmungen; er führt die Berufsbezeichnung "Heilpraktiker".

...

§ 5

Wer, ohne zur Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt zu sein und ohne eine Erlaubnis nach § 1 zu besitzen, die Heilkunde ausübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Unter die im §1 genannten Tätigkeiten, fallen auch so "einfache" Sachen wie die BZ - Messung, diese ist allerdings genau wie jede gelegte Kanüle, jede i.m., s.c. und i.v. Injektion im juristischen Sinne eine Körperverletzung. Die Blutentnahme ist sogar Organentnahme.

Und deswegen reite ich so darauf rum.

Ich bezweifle keinen Augenblick, dass sehr viele Pfleger/innen sehr wohl in der Lage sind, solche Maßnahmen auszuführen, einige sogar besser als manche Ärzte, das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung, aber im rechtlichen Sinne ist es Grauzone...

Und in erster Linie war ich empört darüber, dass ein FSJ ler diese ganzen Maßnahmen ausgeführt hat. Dass das im Bereich häusliche/stationäre Pflege bei gelernten Kräften Gang und Gäbe ist, weiß ich selbst, im Rettungsdienst ist es da ja nicht anders. Aber ich glaube nicht, dass sich ein FSJ-ler ohne die entsprechende Ausbildung über die Konsequenzen seines zwar lobenswert hochmotivierten, aber juristisch grenzwertigen Tun im Klaren ist. Und im Fall des Falles hält jeder selbst den Kopf hin.

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