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Pflegeassistenten müssen Sachen machen, die sie nicht dürfen

B/ie^ne81


Mal eine ganz interessante Präsentation wann,welche ärztliche Tätigkeit delegationsfähig ist und unter welchen Vorraussetzungen.

[[http://www.dbfk.de/baw/download/Delegation-freiburg-27-06.pdf]]

B8ienex81


Ebenfalls sehr interessant ist hier auf seite 4,die Tabelle,in der dargestelltwird, wer überhaput was an ärztlicher Tätigkeit nach Delegation derer übernehmen darf:

[[http://www.deutscher-krankenhaustag.de/de/vortraege/pdf/Ref_.pdf]]

SLüsnRtj6e


die Links von Biene kann ich von hier nicht öffnen. Muss ich heute Abend mal einsehen.

@ Lerche,

ich versteh schon, warum du darauf "rumreitest" aber ich bin nicht sicher, ob das was du über Heilpraktiker geschrieben hast, für uns in der Pflege gilt.

Ich hab im Krankenpflegegesetz gesucht und finde nichts, deshalb wäre ich wirklich interessiert an einer Quelle, denn Tätigkeiten wie Blasenkatheter legen, Insulin und ähnliches spritzen, s.c. und i.m. , Magensonden legen, das sind Tätigkeiten, die hab ich gelernt in meiner Ausbildung und wüsste gern, ob es tatsächlich so ist.

aber im rechtlichen Sinne ist es Grauzone...

Das kann ich mir nämlich nicht vorstellen, so gründlich, wie uns diese Dinge gelehrt wurden

lterchtex82


@ biene:

danke, super Links!

@ süntje:

schau dir die Links heut abend mal an, ich denk wir haben beide Recht.

Ich habe in meiner Ausbildung zum Rettungsassistenten auch gelernt, i.v. Zugänge zu legen, Intubationen durchzuführen, zu defibrillieren, bestimmte Medikamente zu geben. Diese ganzen, definitiv ärztlichen Maßnahmen, darf ich aber nur in Notkompetenz ausführen.

Die Notkompetenz ist ein von der Bundesärztekammer in einem Schreiben geprägter Begriff, welches empfiehlt, Rettungsassistenten explizit aufgeführte Maßnahmen, die eigentlich einem Arzt obliegen, im Rahmen des rechtfertigenden Notstandes durchführen zu lassen. Dies darf jedoch nur geschehen, wenn minder invasive Maßnahmen bereits gescheitert, kein Arzt in absehbarer Zeit verfügbar ist und der Rettungsassistent diese Maßnahmen erlernt hat und beherrscht. Die Notkompetenz ist jedoch keine rechtliche Regelung, sondern eine in der Praxis oft verfolgte Empfehlung, die sich im Spannungsfeld zwischen "rechtfertigendem Notstand" (§ 34 StGB) und diversen anderen Gesetzen (Arzneimittelgesetz, Strafgesetzbuch, Heilpraktikergesetz etc.) befindet. Nach der Empfehlung der Bundesärztekammer wird ausschließlich Rettungsassistenten die Notkompetenz zugeschrieben.

Zu den ärztlichen Maßnahmen, die demnach von Rettungsassistenten durchgeführt werden können, gehören z. B. die Endotracheale Intubation ohne Relaxierung, das Legen von peripheren venösen Zugängen, die Gabe von kristalloiden Lösungen, Frühdefibrillation (mit Halbautomaten) sowie das Verabreichen von ausgewählten Medikamenten. Die Entscheidung über die Art der Medikamente trägt der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes. Nochmals ist darauf hinzuweisen, dass die Notkompetenz in keinem Gesetz zu finden ist (siehe unten). Sie lässt sich nur auf Empfehlungen verschiedener Organisationen zurückführen.

Neben der Bundesärztekammer haben bereits auch andere Gremien Stellung bezogen, die auch Rettungssanitätern oder gar "allen hinreichend qualifizierten Personen" (theoretisch also auch Rettungshelfern und Sanitätern mit entsprechendem Kenntnisstand) die Notkompetenz zuschreiben.

Ergreift ein Rettungsdienstmitarbeiter (egal ob Arzt oder nicht-Arzt) eine invasive Maßnahme so begeht er i. d. R. zumindest den Tatbestand einer Körperverletzung (vorsätzlich). Kommt es zum Strafverfahren wird z. Zt. im Einzelfall entschieden.

Rettungssanitätern und Rettungsassistenten, die hinreichend qualifiziert und sicher sind, ist es selbst überlassen zu entscheiden, ob sie die Notkompetenz ergreifen oder nicht. Durch Nichtergreifen der Notkompetenz wird der Tatbestand einer "unterlassenen Hilfeleistung" nur erfüllt, wenn bewiesen werden kann, dass es dem Tätigen zumutbar und möglich gewesen wäre dem Patienten durch Notkompetenzmaßnahmen suffizienter zu helfen - dies gilt im übrigen auch für jeden Bürger.

Aber wie du siehst, trotz Ausbildung ist es rechtlich nicht wirklich abgesichert, führt man die ärztlichen Maßnahmen durch, könnte man wegen Körperverletzung strafrechtlich verfolgt werden, lässt man es bleiben, könnte man mir "unterlassene Hilfeleistung" vorwerfen.

Und in der Krankenpflege wird es nicht viel anders sein.

Bist du privat berufshafltpflichtversichert? Deckt deine Versicherung z.B. im Fall einer Komplikation die durch eine ärztliche Maßnahme entstanden ist (i.v. Zugang --> Entzündung) den Schaden?

Hast du in deinem Arbeitsvertrag stehen, dass du ärztliche Maßnahmen ausüben darfst? Stellenbeschreibung, Nebenabrede? Bei mir stehts ganz klar drin, mit Hinweis auf die Empfehlung der Bundesärztekammer...

Ist halt ziemlich kompliziert. Ich versuch mal irgendwas konkretes zu finden, wo das schwarz auf weiß steht, okay...kann aber dauern, bisher wars erfolglos.

Ich will dich, um Gottes Willen nicht angreifen, und glaube dir gern, dass das bei euch übliche Praxis ist. Nichts für ungut, gell?! @:)

VG

B.ie nex81


Es ist eine absolute Grauzone und ich würde mich erkundigen wie ihr abgesichert seit, vondaher hoffe ich du kannst die links doch noch irgendwie öffnen, denn die sind wirklich gut. Und all die Tätigkeiten sind laut meinem Uni-Prof. tatsächlich ärztliche Tätigkeiten und dürfen zwar delegiert werden, aber nur wenn bestimmte vorraussetzungen da sind.

Sqüntxje


ja, ich schau es mir heute abend an.

Nein, in meinem Vertrag steht natürlich nichts davon, dass ich ärztliche Tätigkeiten ausführen darf.

Deshalb bin ich ja auch so neugierig, was genau ärztliche Tätigkeiten sind.

Katheter legen, um mal bei dem Beispiel zu bleiben hab ich immer als eine pflegerische Tätigkeit angesehen.

Und zum Spritzen musste ich einen "Spritzenschein" machen........

Wäre schön, wenn sie mal die jungen Gesundheits-u. Krankenpfleger melden würden, mein Unterricht ist schon viel zu lange her.

lberch]e8x2


Hier hab ich schon mal was gefunden:

[[http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3225]]

Kannst du wahrscheinlich auch erst später anschauen, was?

Um nochmal auf das Heilpraktikergesetz zurück zu kommen, ich habe die Paragraphen so verstanden, dass im Grunde nur der Arzt Maßnahmen zur Heilung und Behandlung ausüben darf und alle anderen Personen nur eingeschränkt und nach Delegation und unter Aufsicht.

"Spritzenschein" - Mist, gestern hatte ich irgendwas gefunden, wo stand, dass solche Dokumente vor Gericht nicht anerkannt sind... ich guck mal ob ichs wiederfind.

Ah hier (ist aus Bienes erstem Link):

Dem "Spritzenschein" oder "Befähigungsnachweis" kommt in der forensischen Praxis keine eigenständige haftungsrechtliche Bedeutung zu.

Ich selbst habe schon erlebt, dass einige Ärzte ihre Maßnhmen kaum selbst beherrschen (ein Hausarzt bei Notfall vor Ort, versucht verzweifelt mit zittrigen Händen blaues Flexülchen in wunderschöne Venen zu legen, das können meine Praktikanten besser...), trotzdem sollte man bei der eigenen Durchführung immer im Kopf haben, dass man da rein vom Strafgesetzbuch her vielleicht grad den Tatbestand der Körperverletzung ausführt (s.c. / i.m. Injektionen zum Beispiel...)

Wäre in der Tat schön, wenn sich mal noch jemand einklinkt, der da bewanderter ist (The Caver beispielsweise?!).

VG *:)

BcieZne481


@ lerche82

das hast du in bezig aufs heilpraktikergesetz schonvöllig richtig verstanden. Deshalb ist bei Deinem Link auch die schematische Darstellung in der steht, das andere Fachkräfte (Krankenpflegepersonal,etc.) oder gelerntes Personal die delegierbaren Aufgaben durchführen können ganz gut. Das mit demSpritzenschein stimmt auch, denn heute ist dieser auch kein Bestandteil mehr in der Ausbildung.

Ltac-ostxe22


also bei uns in den heimen ist das mittlerweile auch verboten, darf nur der urologe oder urologenhelferinnen die vom urologen angelernt wurden..und beim mann dürftet ihr das sowieso nicht..

ja sicher, wasn der unterschied?

du sagst, es ist das Problem. Kannst du mir bitte zeigen, wo festgelegt ist, dass das eine ärztliche Tätigkeit ist? Es würde mich sehr interessieren. Ich habe das gelernt, in der Theorie, in der Praxis unter Anleitung viele Male geübt. Wo ist festgelegt, dass ich das nicht darf?

meine rede. hatten wir alles in der schule und habe noch heute morgen nen katheter geschoben.

Wäre schön, wenn sie mal die jungen Gesundheits-u. Krankenpfleger melden würden, mein Unterricht ist schon viel zu lange her

anwesend, seit neuestem oberkurs!!! also: blasenkatheter legen ist eine pflegerische tätigkeit, fällt unter die behandlungspflege, das dürfen KPHs natürlich nicht.

wir haben es sowoehl theoretidsch durchgenommen als auch an ner atrappe geübt, es steht in unserem tätigkeitsheft und wie gesagt, ich habs heute wieder mal getan.

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