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Überwachung pur

sxupyi20x05 hat die Diskussion gestartet


Hi ich arbeite seit einem Jahr in einem Pflegeheim. Was dort ab und zu stattfindet ist echt zum kotzen. Und zwar geht es los beim Essen der Bewohner. Jeden morgen um halb acht kommt die Küchenchefin und kontrolliert die Brotbestände auf den einzelnen Stationen. Gestern hab ich sie zufällig dabei erwischt, während der Grundpflege. Dann dürfen wir nicht zu viel Tee auf den Stationen haben sonst gibts Stress. Wenn Essen beim Mittagessen übrig bleibt darf es nicht gegessen werden (machen es aber trotzdem). Müssen uns dazu in der Küche verstecken oder uns eine Notlüge einfallen lassen. Dann dürfen wir ab 09:00 nicht mehr Rauchen gehen, weil wir angeblich bei uns auf Station so viel zu tun gibt. Und wenn wir Mittagessen austeilen keine Schürzen anziehen gibts kräftig Stress. Wer für die Küche eingeteilt ist muss diese gründlich sauber machen. Auch der Speisesaal muss komplett sauber sein. Darüber wird eine Checkliste geführt, wer für die Küche verantwortlich war, kriegt ordentlich Stress wenn sie nicht sauber ist.

Es fehlen nur noch die Kameras wie bei Big Brother.

Und was natürlich nicht fehlen darf : Wir kriegen vorgehalten das wir 37 Cent zuviel pro Bewohner pro Tag verbrauchen, wir sollten mehr sparen.

Soll das Essen lieber wegeschmissen werden, anstatt das es gegessen wird?

Was meint ihr dazu?

>:(

Antworten
MVilevnxa17


Ganz deiner Meinug

Ich finde das Sparen an allen Ecken und Kanten auch zum Kotzen!!Wir haben so schlechtes Inkontinenzmaterial-einfach,weil es billiger ist!!Aber die Sachen mit Schürtze umbinden und nicht übrig-gebliebenes Essen essen,sind glaub ich Standardregeln-wie bei uns auch.Aber da wird sich auch nich so unbedingt dran gehalten...Die Leute *oben* sollten sich wirklich mal um wichtigere Sachen kümmern als um diese übermäßig übertriebene Hygiene usw...!!

Dtiffuerencxes


ich muss sagen ich finde das gut so wie ihr das macht!

mal was von keimverschleppung gehört?

du gehst zu nem bew. wischst ihm seine bakterien ab schmeist das zeugs in müll die putze fässt den müll an und gedenkt nich sich die hände zu desinfezieren^da sie ja meint sie wird nicht mit keimen kontaminiert und so nimmt das ganze seinen lauf!

ich bin in einem altenheim vom drk und da geht es genauso berechtigterweise zu!

gut mit dem essen weg schmeißen finde ich quatsch ist bei uns auch so vorgeschrieben... wobei das keiner macht!

sNupi20x05


Ich finde es trotzdem zum kotzen was bei uns abgeht.

Liebe Grüße >:(

supi2005 @:)

ptx6x5


Bei uns im Heim wird auch viel zu viel weggeschmissen.Es gibt genug Leute die sich über einiges freuen würden.Wenn ich mal abends Küche machen muss,dann ist meistens noch Wurst von morgens da.Das muss alles weggeworfen werden weil am abend immer frische wurst kommt.

Wenn am Morgen einer das Frühstück machen soll,dann muss derjenige noch vorher bis um 8uhr in der Pflege mithelfen.Das ist manchmal ganz schön hart :(v

hPskl}exr


Ich arbeite im Paradies

Ich arbeite in einem Wohnheim für geistig Behinderte. Wir Essen immer mit, schon allein aus pädagogischen Gründen. Wir bereiten immer mit den Bewohnern das Abendessen zu. Wenn wir genügend Zeit haben, kochen wir auch zusammen mit den Bewohnern. Samstgs entscheiden die Bewohner was gekocht wird und mit welchen diensthabenden Betreuer sie kochen wollen. Wir haben auch viele pflegebedürftige Bewohner. Wir aber fast immer genügend Personal um mit den Bewohnern zu kochen und auch Freizeitaktivitäten mit ihnen durchzuführen. Ich habe gegenüber euch paradisische Arbeitsbedingungen. Mit meinen Beitrag möchte ich euch sagen, dass es auch anders geht. Das soll keine Kritik am Pflegepersonal sein. Die Kritik richtet sich an die Leutung, die nur an den Profit denken und denen die Bewohner scheißegal sind. Sie sollen sich einfach nur schämen.

Überings unser Wohnheim arbeitet auch wirtschaftlich, wir schreiben keine rote Zahlen.

Wir haben so ein guten Ruf, das wir sogar Bewoner von 100 km Entfernung zum Elternhaus haben.

ppx65


Ja das hört sich wirlich gut an bei dir.Bin ein klein wenig neidisch.Aber bei für deinen Beruf muss man auch gute Nerven haben.ODER.

Das die Heimleitung nur an sich denkt und kaum an den Bewohner da gebe ich dir vollkommen Recht.Das sieht man ja bei uns auf der Mittagschicht 2 Pflegekräfte für 25 Bewohner,und dann müssen wir auch noch die Küche abdecken(Abendbrot für 25 Leute)

snupiR20x05


@ px65

Genauso ist es bei uns auch!!!

>:(

h~sklCer


geht eigentlich px 65

natürlich haben wir auch Stress, aber was ich von euch gelesen habe, ist das sehr gut auszuhalten. Ich gehe fast immer sehr gerne arbeiten. Der Beruf macht mir sehr viel Spass. Schade, dass ihr fast menschenunwürdige Arbeitsbedingungen habt, ihr tut mir echt leid. Ich werde niemals in ein Altenheim arbeiten. Ich kann mir auch leider nicht vorstellen, dass die Bedingungen besser werden. War eigentlich schon mal die Heimaufsicht bei euch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr bei solchen Bedingungen euren Bewohnern gerecht werden könnt. Beschweren sich die Angehörigen nicht? Ich kann mir nur durch Druck von aussen vorstellen, dass die Heimleitung umdenkt und dann vielleicht die Arbeitsbedingungen besser werden. Wenn ich mir dass alles überdenke, habe ich grosse Angst vor dem Alt werden, so wie eure Bewohner möchte ich nicht verwart werden. Bitte fühlt euch nicht kritisiert, ihr könnt nichts dafür. Ist das nicht total frustrierend unter solchen Bedingungen arbeiten zu müssen??

p4x65


hskler

Auch wenn wir viel Stress haben ich gehe auch noch gerne zur Arbeit.Wenn ich zur Arbeit komme und dann auf unseren Wohnbereich bin freuen sich die alten Leute mich zu sehen.Die Augen sind am leuchten.Aber das ist woanders bestimmt auch so.,weil die Bewohner uns ja auch fast jeden Tag sehen.

Die Heimaufsicht war auch schon mal bei uns,aber wenn die da ist dann reden sie alles schön.Da ich aber nur eine Pflegehilfskraft bin,bekommen wir davon nicht so viel mit wenn die Heimaufsicht mal da war.

Aber vieleicht ändert sich ja was im NEUEN JAHR,denn im März geht die alte Heimleitung im Vorruhestand.Abwarten.

a/lf-xb


In den allermeisten stationären Pflegeeinrichtungen

scheint es in ähnlicher Form zu laufen, wie in der Ausgangsfrage beschrieben. Wenn ich mich recht erinnere, wurde uns dies sogar in der Ausbildung recht früh gesagt, die medizinischen Berufe sind hirachische Berufe, da gibt es Stufe nach Stufe, die jeweils der höheren untersteht. Wie bei der Armee. Und dieses Prinzip läuft offenbar nur mit klaren Anweisungen, Druck und Überwachung.

Über den Sinn läßt sich dann sicher streiten. Vielleicht sollte man dabei allerdings bedenken, dass die Vorgesetzten ebenfalls nur ihren Druck weitergeben. Und dies in einer Situation, die wahrlich nicht mehr rosig ist.

Es soll sicher keine Entschuldigung sein. Für meinen Teil habe ich das Problem so gelöst, dass ich mir jede Anweisung einzeln durchdenke und meinen Umgang damit für mich festlege.

Noch zwei Beispiele: Ständig erhalten wir aus der Chefetage Wäscheverbrauchsstatistiken, unter denen ein jedes Mal steht, dass viel zu viel Wäsche bestellt wird. Nur reichen dann mal wieder die Waschlappen nicht, werden kleine Handtücher genommen, was dann wohl unterm strich mehr kostet?

Das regelmäßige Überprüfen der Essensbestände auf dem Wohnbereich, hat hingegen ergeben, dass man mit so einigem weniger immer noch hinkommt, ohne dass jemand hungern muß oder bis auf die letzte Stulle geschmiert wird. Es wird weniger weggeschmissen, ein recht gutes Gefühl für alle.

Also mein Tip: Jede Anordnung von zwei Seiten betrachten, gegebenfalls mal nachfragen oder auch nur drüber lächeln.

Und ein bisschen seine Rechte kennen...

xhmJa{l


Und dieses Prinzip läuft offenbar nur mit klaren Anweisungen, Druck und Überwachung.

Stimmt, denn sonst macht jeder was sie/er will, weiss in der Regel aber nicht warum und welcher Sinn hinter dem Handeln steckt.

Wir kriegen vorgehalten das wir 37 Cent zuviel pro Bewohner pro Tag verbrauchen, wir sollten mehr sparen.

Man kann es sparen oder auch wirtschaftlich handeln nennen. Wie groß ist Euer Haus?

Soll das Essen lieber wegeschmissen werden, anstatt das es gegessen wird?

Ja, im Zweifelsfall immer. Was bei uns die Zentralküche verlassen hat, kommt dort nimmer auf den Teller.

Ich finde es trotzdem zum kotzen was bei uns abgeht.

Ich manchmal auch. Abläufe kann man ändern, am wenigsten jedoch die Menschen, die sich in einem vorgegebenen Rahmen bewegen bzw. danach handeln sollen, da andere Personen dafür in der Verantwortung stehen. ;-)

Mittagschicht 2 Pflegekräfte für 25 Bewohner, und dann müssen wir auch noch die Küche abdecken

Im wahrsten Sinne hartes Brot. Wie ist der Pflegestufenmix innerhalb dieser 25 Bewohner?

Jede Anordnung von zwei Seiten betrachten, gegebenfalls mal nachfragen oder auch nur drüber lächeln. Und ein bisschen seine Rechte kennen...

*zustimmundhinzufüg*... sowie nicht nur seine eigene kleine Welt betrachten.

F4ridpalixna


Ich arbeite in einer Demenz-WG.Wir sind ein dort arbeitender ambulanter Pflegedienst ,wobei allerdings 24 Stunden am Tag Betreuung garantiert wird.

Wir kaufen allein ein und bereiten alle Mahlzeiten selbst zu.

Auch wir essen immer mit.Therapeutisches Mitessen nennt sich das.Wir sollen uns aber nicht unbedingt den Bauch vollstopfen.

Dafür zahlen wir im Monat auch einen symbolischen Betrag von 10 €.

Übrig gebliebenes Mittagessen wird oft Abends noch auf den Tisch gebracht.Naja wie man es zu Hause auch machen würde.

Und jeder Bewohner kann zu jeder Zeit kommen und sich selbst am Kühlschrank bedienen.

Ich kann nicht verstehen wie in manchen Heimen solcher Druck mit Nahrungsmitteln gemacht wird.........

Klar ist dabei natürlich immer,das alle hygienischen Bestimmungen eingehalten werden müssen!

r>eminxd


Insbesondere das mit dem Übriggebliebenen Essen, was scheinbar überall vorkommt, liegt glaube ich daran, dass die in der Küche wissen, wie viel sie zu viel gekocht und hochgeschickt haben. Das wiederum sind ja auch Kosten. Also is denk ich nich so, dass es halt besser is wenn es gegessen statt weggeschmissen wird, sondern dafür da, dass wenn Essen übrig bleibt, die Küche weiß, dass sie halt auf Dauer künftig nicht mehr soviel Essen hochschicken. Sollen ja halt die Bewohner essen. Keine Ahnung.

WRerneor Ho7ffxmann


Zwischenmenschliches im Pflegeheim

Das was hskler schreibt hört sich ganz gut an. Manchmal sind die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen wirklich unerträglich hart und schwierig. Ich kenne eine Einrichtung, die mit Teilzeitstellen arbeitet. Man verdient dann auch noch wenig, bekommt den Arbeitseinsatz nicht honoriert.

Was ich total Mist finde, ist die Bürokratie in den Heimen. In den Alten- und Pflegeheimen gibt es viel Schreibarbeit und Bürokram und viel Zeit geht drauf für die nötige Grundpflege. Für das Zwischenmenschliche bleibt keine Zeit, es sei denn ein Pflegeheim leistetsich den Luxus einen Begleitenden Dienst oder eine Beschäftigungstherapie einzurichten, die die Bewohner zusätzlich sozial betreut wozu sonst keine Zeit ist. Aber das ist ja zusätzlich teuer, weil es eine zusätzliche Luxus-Dienstleistung ist für ein Pflegeheim. Da haben die Billig-Pflegeheime einen Kostenvorteil.

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