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Krankenpfleger-/ Altenpflegerausbildung mit Abitur?

CAhroi2sx 86 hat die Diskussion gestartet


Ich muss das alles jetzt mal aufschreiben; weiß nicht, wo ich sonst damit hin soll.

Im letzten Sommer hab ich mein Abitur mit 3,1 bestanden und hab dann direkt im Juli meinen Zivildienst in einem psychiatrischen Pflegeheim angefangen.

Obwohl eher das Autofahren, Büroarbeiten und andere Tätigkeiten zu meinem Aufgabenbereich gehörten, hatte ich auch die Möglichkeit, bei der Pflege von den Bewohnern unserer Station mitzuhelfen. Wie gesagt, ich hatte die Möglichkeit. Niemand hat mich dazu gezwungen, auch gehörte es nicht zu meinen eigentlichen Aufgaben.

Wenn ich mal nichts zu tun hatte (was schon hin und wieder vorkam), haben mich meine damaligen Kollegen immer gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei der Pflege mitzuhelfen.

Anfangs war ich noch etwas unsicher, aber hab dann "ja" gesagt, weil ich jemand bin, der immer bereit ist, neue Sachen kennen zu lernen. Und tatsächlich hat es mir gefallen, sehr sogar.

Der ganze Umgang mit den Bewohnern mit all ihre Macken und einfach der Alltag auf "unserer" Station haben mir unglaublich gut gefallen.

Der Abschied von meiner Zivildienststelle fiel mir sehr schwer. Ich hätte am liebsten geheult und war danach erstmal 2 Tage down. Neulich war ich nach einem Monat mal wieder dort zu Besuch und sofort fühlte ich mich wieder "wie zu Hause". Sie haben dort zwar inzwischen einen neuen Zivi, was für mich erstmal ein komischen Gefühl war, aber schließlich wollte ich ja auch nicht für den Rest meines Lebens Zivi bleiben.

Während meiner Zivildienstzeit wurde ich oft für meinem Fleiß und meine Zuverlässigkeit gelobt und dafür, dass ich so gut mit unseren Bewohnern umgehen konnte.

Am letzten Tag als ich noch meine Zivi-Entlassungspapiere abgeholt hab, meinte ich noch zu einer der Sekretärinnen, dass meine Mitarbeiterakte ja nun weg kann, worauf sie nur meinte:

"Vielleicht kommen sie ja bald als Altenpfleger wieder", und sie sagte das in einem sehr ernsten Ton, so als ob sie sich fast sicher wäre.

An dem Tag war mir das noch nicht bewusst, aber sie könnte damit verdammt recht haben.

Eigentlich war mein Plan, nach dem Zivildienst auf Gymnasial-Lehramt (Latein und Englisch) zu studieren. Als ich noch zur Schule ging, wusste ich lange Zeit nicht, was ich später mal beruflich machen wollte. Erst im letzten Schuljahr bin ich auf die Idee mit dem Lehramt gekommen, aber nicht weil ich mit Leib und Seele Lehrer werden wollte, sondern eher, weil man ja halt irgendeinen Beruf lernen muss und der Lehrer-Beruf schien mir, der richtige zu sein. Mit der Zeit hab ich mich auch einigermaßen mit dem Gedanken angefreundet, Lehramt zu studieren.

Zumindest bis vor Kurzem. Im Moment bin ich allerdings soweit, dass ich kein Studium mehr anfangen möchte, sondern viel lieber eine Ausbildung zum Alten- oder Krankenpfleger machen möchte. Das ist der Beruf den ich wirklich machen möchte, auch für den Rest meines Lebens und mit Leib und Seele.

Ich hab auch gemerkt, dass es das Pflegepersonal oft nicht einfach hat, habe viele schwierige Situationen mitbekommen, sowohl zwischen Mitarbeitern, zwischen Bewohnern und Pflegern oder auch mit Ärzten oder anderen Außenstehenden.

Ich weiß, dass man als Krankenpfleger sehr belastbar sein muss, dass man nicht allzu viel verdient und man meistens auch wechselnde Arbeitszeiten in Kauf nehmen muss.

Aber all das ist mir egal.

Ich möchte examinierter Alten- oder Krankenpfleger werden. Gleich am Dienstag nach den Feiertagen werde ich mich um einen Praktikumsplatz bemühen.

Sorry, dass ich das alles hier so ungeordnet aufgeschrieben hab, aber in meinem Kopf sind so viele Gedanken und die sind auch alle so durcheinander. ;-)

Ich hoffe, jemand liest sich das alles durch und schreibt seine Meinung dazu.

Hat jemand vielleicht sogar ähnlich Erfahrungen gemacht, d.h. Abi und dann Pfleger, Zivi und dann Pfleger?

Antworten
S_onne_n-Bluime


:)^

Hallo Chris,

ich habe mir deinen Beitrag durchgelesen und bin der Meinung, dass Du Dich auf jeden Fall für einen Praktikumsplatz kümmern und Dich dann ggf. um einen Ausbildungsplatz bemühen oder bewerben solltest :-)!

Für mich klingen Deine Aussagen schon sehr sicher?! Und warum solltest Du es denn nicht wagen, wenn Du eine "Tätigkeit" bzw. einen Beruf gefunden hast, der Dir Spaß macht (oder machen könnte)?

Ich würde Dir auf jeden Fall ein Praktikum empfehlen, dadurch kannst doch noch tiefere Einblicke bekommen und dann "entgültig" eine Entscheidung treffen, die Deiner Meinung nach für Dich richtig ist...

Auf Deinem Weg in das Berufsleben und der Zukunft wünsche ich Dir alles Gute und viel Erfolg @:)!

Liebe Grüße,

Sonnen-Blume

P)eter*franxce


Hallo Chris,

finde deine bewegründe sehr gut würde aber wegen der Vielseitigkeit Krankenpflege lernen in die Altenpflege kannst du dann sowieso gehen,nur ist die Krankenpflegeausbildung was die medizinischen Grundkenntnisse angeht wesentlich breiter gefächert.

Alles Gute für deinen weiteren Weg

fDraus@che9n77


HI

Warum nicht? Aber ich würde eher in die Krankenpflege gehen. Wenn Du später doch noch studieren möchtest, kannst Du Dir mit Nachtwachen was dazu verdienen. :)^

kKeks@eva


ich habs (fach)abi und bin krankenschwester. es gibt einige leute, die mir erzählen ich soll doch lieber studieren, ... aber warum sollte ich studieren wenn ich einen beruf habe der mir gefällt und mit dem ich mich wohl fühle?

ich finde deine frage irgendwie a bissl komisch. also abi und dann ausbildung. warum denn nicht? viele mit abi machen danach ne ausbildung...

so lang sich dir nicht die frage stellt ob du pflege magst oder nicht ist doch alles okay!

*:)

.,reX


Hi Chris

Hm, Lehramt Englisch und Latein hätte mir damals auch zugesagt...und bin aber auch den "anderen" Weg gegangen.

Ich hatte mir damals dann vorgenommen - entweder mal einen Leitungsposten in einer Klinik zu erlangen - oder Lehrer für Pflegeberufe als (damals noch) Fortbildung zu machen.

...und wenn Du Dir das "Lehrersein" nicht völlig abschreiben willst, gibt´s da ja heute die Möglichkeit Pflegepädagogik zu studieren.

Würde ich aber auch erst nach einer Ausbildung (vorzugsweise Krankenpflege) machen.

Studien in diesem Bereich gibt es auch berufsbegleitend. Also, ist dann meist auch gut finanzierbar.

Im Hinterkopf sollte man das schon behalten, weil alles was im Gesundheitswesen "Karriere" machen will, zukünftig irgendein Studium brauchen wird. Da gibt´s zwar auch andere Wege, aber da bringt Dich Dein Abitur schon sehr viel schneller zum Ziel. Vor allem jetzt, wo Du´s schon mal hast ;-)

"Super" klingt auch der Modellversuch der Fachhochschule Neubrandenburg:

* Dualer Studiengang "Gesundheits- und Krankenpflege und Pflegewissenschaft/Pflegemanagement"

Das duale Studium "Gesundheits- und Krankenpflege und Pflegewissenschaft/Pflegemanagement" hat eine Regelstudienzeit von 4,5 Jahren. Im Verlauf des Studiums werden zwei Abschlüsse erworben: Gesundheits- und Krankenpfleger/-in sowie Bachelor of Nursing and Administration.

Die berufliche Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt entsprechend dem Krankenpflegegesetz an der Beruflichen Schule des Dietrich Bonhoeffer Klinikums Neubrandenburg und beinhaltet 2100 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2500 Stunden praktische Einsätze in unterschiedlichen Bereichen der Pflege. Dieser Teil der Ausbildung wird mit einer Staatlichen Prüfung abgeschlossen.

Das Studium Pflegewissenschaft/Pflegemanagement wird auf der Grundlage des bereits akkreditierten Bachelor-Studiengangs Pflegewissenschaft/Pflegemanagement im Fachbereich Pflege und Gesundheit der Fachhochschule Neubrandenburg angeboten. Es ist entsprechend dem European Credit Transfer Systems (ECTS) auf 180 credit points ausgerichtet und modularisiert.

Die Absolventen des dualen Studiengangs können in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens tätig werden und qualifizieren sich gleichzeitig für Leitungsfunktionen in der Pflege im mittleren Management.

Quelle: [[http://www.kultus-mv.de/_sites/hochschule/dualestudiengaenge.htm]]

Du wirkst sehr sicher. Versuche trotzdem die bestmögliche Ausbildung für diesen Sektor zu wählen und nix auf die Schnelle. Man muss schließlich auf 45 Jahre hinaus denken.

LG

reX

a=lf-xb


Eigentlich normal

In meiner Tätigkeit als Praxisanleiter in einer Altenpflegeeinrichtung betreue ich hauptsächlich Krankenpflegeschüler aus einer zu unserer Trägergruppe gehörenden Krankenpflegeschule.

In diesem Zusammenhang beobachte ich, dass der Anteil der Abiturienten stetig wächst, ein Trend den ich so ganz persönlich nicht wirklich toll finde, weil sich durch solche Entwicklungen die Wertigkeit aller Schulabschlüsse in einer Kettenreaktion nach unten verschiebt. Dennoch ist es Tatsache, dass vom aktuellen Kurs so gut die Hälfte der Schüler Abitur hat.

Zugegebenermaßen haben diese Leute oft sehr gute Vorraussetzungen für diesen Beruf und eben zwei bis vier Jahre mehr Lebenserfahrung, im Umgang mit Menschen nicht unerheblich.

Viele der Abiturienten halten sich nach der Ausbildung die Möglichkeit eines Studiums offen. Und wenn das dann eventuell im Gesundheit- oder sogar Pflegebereich erfolgt, die Möglichkeiten dazu wachsen beständig (Pflegewissenschaft, Pflegeforschung), dann bin sogar ich wieder versöhnt.

Die oben genannte Bachelor-Ausbildung gibt es deutschlandweit übrigens in mehreren Modellversuchen, in meherern Städten. Ich weiß es auch von der Wannsee-Akademie in Berlin. (mal googeln)

grüße alf

v;se\pr


Also gegeneine Ausbildung spricht nichts, die Möglichkeit später noch zu studieren würde ich mir dennoch offen halten. Oder willst du dein ganzens Leben mit einem mikrigen Gehalt rumkrebsen ?

P8anikAxndy


@rex

Hast Du ne Ahnung was so ein Studium kostet? Gibt's auch etwas, das eine kürzere Ausbildungszeit hat?

Mein Freund hat eine Ausbildung zum Care Giver (Pflegekraft für zu Hause) Das wird z.B. in Kanada anerkannt, aber nicht in Deutschland), außerdem spricht er noch nicht gut Deutsch.

KOarlojssoxss


Heyho, ich habe gerade rumgesucht, was ich machen könnte und per Zufall deinen Beitrag gefunden, Chris.

Mir gehts genau wie dir. Abi gemacht 3,1, Zivi gemacht bis vor 25 Tagen und nun die Frage - Was machen? Meine Idee war bisher Englisch +Sport studieren. Aber hab irgendwie keine Lust auf die Tests... da 3,1 etc - ich weiß das ich sie bestehen würde, aber ich hab einfach keine Lust. Ich war Zivi im Krankenhaus und sehe die Sache genau so wie du, bloß das ich mich vor dem waschen noch ein wenig sträube. Ich denke aber ich werde eine Ausbildung in die Richtung machen und danach mit genug wartesemestern Medizin studieren. Wenn dieses Waschen nur nicht wäre >_< Das is das einzige was mich davon abhält.

Tjapcs


Ich denke aber ich werde eine Ausbildung in die Richtung machen und danach mit genug wartesemestern Medizin studieren.

Was sind bei dir genug Wartesemester? Der NC liegt bei 1,0-1,2 je nach Bundesland. Bei einem Notendurchschnitt von 2,0 muss man schätzungsweise mit 10 Wartesemestern rechnen. Wann willst Du anfangen zu studieren?

Tyapxs


Aber hab irgendwie keine Lust auf die Tests... da 3,1 etc - ich weiß das ich sie bestehen würde, aber ich hab einfach keine Lust.

Und Du meinst, ein Medizinstudium wäre einfacher?

K:artoVffelb#r8ott


Hallo. Ich wollte mal Chemie- oder Biologielaborantin nach dem Abi werden, habe aber dann letztendlich ein FSJ gemacht und bin danach in die Ausbildung zur Krankenschwester gegangen und bereue nichts! Gibt immer noch Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten auf der Strecke des Berufes und es ist (mir zumindest) angenehmer, mit Erfahrungswerten in eine Weiterbildung oder einen Studiengang zu gehen. Also ich kann es nur empfehlen, aber nur, wenn einem der Beruf auch echt Spaß machen würde. Mir macht er es, deshalb habe ich keine Probleme gehabt. *:)

N3emelsis-x86


Ich denke aber ich werde eine Ausbildung in die Richtung machen und danach mit genug wartesemestern Medizin studieren. Wenn dieses Waschen nur nicht wäre >_< Das is das einzige was mich davon abhält.

Falls du noch angemeldet bist: Wie hast du dich denn letztendlich endschieden?

Wenn du allerdings so eine Aversion gegen das waschen hast, weiß ich nicht, ob die Ausbildung überhaupt das richtige für dich wäre. Das ist ja schon eine elementare Tätigkeit. ;-)

Bei mir ist es so, dass ich die Ausbildung tatsächlich angefangen hab und es nie bereut hab. Und heute in einem Jahr werde ich mein Examen schon in der Tasche haben. :)

(Der Threadersteller, der sich inzwischen umbenannt hat, sich hier seit über einem Jahr nicht mehr eingeloggt hat und sich freut, dass in seinem Thread noch ein paar neue Antworten zusammengekommen sind.)

llalCuni5na


Hallo,

ich kann Dir nur raten, die Ausbildung auf alle Fälle zu machen. Es gibt nichts wichtigeres, als jeden Morgen gerne aufzustehen, wenn man zur Arbeit muss. Ich selbst habe nach dem Abitur auch angefangen, Lehramt zu studieren, habe aber recht schnell gemerkt, dass ich in diesem Beruf nicht glücklich werde. Nach langem Überlegen habe ich mein Studium abgebrochen und eine Ausbildung (auch im sozialen Bereich) gemacht. Und ich habe diese Entscheidung keinen Tag bereut!!!

Und selbst wenn Du irgendwann merkst, dass Du vom finanziellen her doch beschränkt bist, kannst Du immer noch studieren. Ich mache jetzt auch nach 10 Jahren noch ein Aufbaustudium, einfach um in meinem Beruf noch weiterzukommen. Und arbeite nebenbei in meinem Beruf, um mir das Studium zu finanzieren...

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