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Bin Mrsa infitiert, Arbeitgeber macht mir die Hölle heiß

k_arnbolmageu#schxen hat die Diskussion gestartet


Hallöchen,ich bin Krankenschwester in einem privaten Pflegeheim. Die hygienischen Zustände sind katastrophal. Ständig infizieren sich neue Bewohner, die nicht mit MRSA erkrankten Bew. Kontakt haben. Quasi komplette Verseuchung. Meine Kollegen lassen sich nicht testen, wahrscheinlich aus Angst um den Arbeitsplatz. Ich rede seit einem Jahr, dass wir uns und die anderen Bewohner schützen müssen. Habe mich immer bemüht. Hat mir nur den Ruf als Querulant eingebracht und an die der Spitze der Mobbingliste gesetzt. Fühle mich seit Monaten nicht mehr leistungsfähig. Bin zum Arzt, siehe da alle Abstriche massiv positiv. Muss für 20 Tage hochdosiert Tetrazyklin nehmen und Nasensalbe einschließlich heftigster Nebenwirkungen. Bin krankgeschrieben mit Zusatz Arbeitsunfall. Mei AG erkennt die Krankschreibung nicht an ??? ? Fordert mich auf bei der Arbeit zu erscheinen und verlangt den Arbeitsunfall zurückzunehmen. Denke mal haben Angst vor der Berufsgenossenschaft. Habe mir jetzt einen Anwalt genohmen.

Mei AG kann sich doch nicht über die Krankschreibung hinwegsetzten. Kennt Ihr Euch damit aus? Findet Ihr MRSA sollte so verharmlost werden? Ich bin 27 Jahre alt und möchte nicht unbedingt krank sein.

Antworten
Mzell4imaxus


Ich würde mich da jetzt nicht unter druck setzen lassen. Dein AG ist verpflichtet hygienisch einwandfrei zu arbeiten bzw. euch die Möglichkeiten zum hygienischen arbeiten zu gebene. Ihr müsst euch und auch die anderne Bewohner schützen können.

Du bist mit MRSA infiziert, und das vermutlich nicht aus eigener Schuld.

Der Schritt mit dem Anwalt ist gut. Zumal das Arbeitsklima für dich ja auch nicht mehr gut ist.

Ich würde das jetzt durchziehen und dir dann eine andre Stelle suchen. Dahin zurückzukehren scheint weder aus gesundheitlichen noch aus sozialen Gründen angebracht zu sein.

Du hast nichts falsch gemacht, der Fehler scheint da eindeutig bei der Leitung zu liegen, die jetzt, zu Recht, Befürchtungen hat!

Wie konnte das denn passieren? Habt ihr keinen Mundschutz und Littel etc gestellt bekommen?

bmroIwn :eye


Hallo

Ich würde das mit dem Rechtsanwalt auch durchziehen und mir danach eine neue Arbeitstelle suchen. Und den MDK auf die Verhältnisse in diesem Heim unterichten. Es kann doch nicht sein das dort so nachlässig gehandthabt wird. Und das Deine Arbeitskollegen das mitmachen. Normalerweise müßte der Arbeitgeber Kittel, Mundschutz usw. stellen.

FNrRie}dalixna


@karbolmaeuschen

Zieh das durch mit der Krankheit!

Ein Arzt bestimmt ob man krank ist.Wenn du jetzt nämlich zur Arbeit gehen würdest,würdest du dich sogar strafbar machen.

Nachdem du das MRSA besiegt hast,lass dich weiter auf Mobbing krank schreiben.Da du ja eh auf der Mobbinliste stehst,sehe ich das als gute Möglichkeit aus dem Arbeitsverhältniss zu kommen um dir in Ruhe eine neue und bessere Arbeitsstelle zu suchen.Verlange von deinem Arbeitgeber ein Zwischenzeugniss (er ist verpflichtet dir eines auszustellen!).

Viel Kraft beim Kämpfen und für deine Gesundheit! :)* :)* :)* :)*

aVl[f-b


Eine neue Seuche?

Irgendwann tauchte diese mysteriöse "Krankheit MRSA " auf und keiner konnte mit ihr umgehen. Die Reaktionen reichten von der totalen Panik bis zur völligen Ignoranz, wie im oben geschilderten Fall. Nur einheitliche, brauchbare Handlungsanweisungen gab es so gut wie gar nicht. Und das ist bis heute offenbar so geblieben.

Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Prozent der Angestellten in medizinischen Berufen diese MRSA - Erreger mit sich rumtragen oder trugen. Und wieviel Prozent der Patienten und Bewohner.

Ich habe schon Reaktionen erlebt, da wurden Leute mit einer lediglich MRSA besiedelten und gut verbundenen Wunde wochenlang im Zimmer isoliert, während andererseits Betroffene mit positiven Abstrichen vom Nasen- und Rachenraum lustig am Gemeinschaftsleben teilnahmen, ohne jeglichen Schutz. Das sagt doch alles.

Die Situation in der Einrichtung von karbolmaeschen scheint dennoch etwas anders zu liegen. Der Umgang mit MRSA scheint dort nur die Spitze des Eisberges zu sein und für den generell mangelhaften Umgang in Sachen Hygiene zu sprechen.

Ich würde der Heimaufsicht oder dem MDK einen Hinweis geben. Das geht übrigens auch anonym. Oder bitte den Anwalt, wenn er nicht selbst drauf kommt.

Es kann durch eine Überprüfung nur besser werden für dich, wenn du in dem Haus bleiben willst, ansonsten tust du deinen Bewohnern einen Gefallen.

s6oun}dsxo


Findet Ihr MRSA sollte so verharmlost werden?

Den MRSA Erreger haben die meisten Menschen auf der Haut.

Es ist nur schlimm, wenn er in die Blutbahn oder in eine Wunde kommt. Ansonsten macht er keinerlei gesundheitliche Probleme.

Muss für 20 Tage hochdosiert Tetrazyklin nehmen und Nasensalbe einschließlich heftigster Nebenwirkungen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tetrazyklin gegen MRSA hilft. MRSA ist doch resistent gegen die meisten Antibiotikas.

So viel ich weiss gibt es einige neue Antibiotikas, die dagegen helfen, die aber, da sie neu sind recht teuer sind und deshalb nur in wirklich schweren Fällen vom Arzt verschrieben werden.

Ich war 2002 schwer an einer MRSA-Sepsis erkrankt, verursacht durch eine verseuchte Braunüle im Krankenhaus.

Damals gab es nur ein neues Antibiotikum aus den USA das gegen den Keim half , das aber hier noch nicht zugelassen war.

Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Prozent der Angestellten in medizinischen Berufen diese MRSA - Erreger mit sich rumtragen oder trugen. Und wieviel Prozent der Patienten und Bewohner.

Nicht nur diese. Die meisten Menschen haben diesen Keim auf der Haut.

k<arrbolmfaeu8schen


Nur mal kurz angemerkt...

Lieber Soundso,

laut des erstellten Antibiogramms reagiert mein Erreger auf Tetrazyklin und Gentamycin noch sensibel. Ich schätze da habe ich doch noch Glück gehabt. :-) Desweiteren möchte ich gerne noch Kinder haben. Bin schon längere Zeit am Üben |-o, was wäre bei einer Sektio ??? Wenn dieser Erreger zB. die Wunde besiedeln würde?? 2. Was ist mit meiner Verantwortung gegenüber immungeschwächten Patienten? Wir haben Intensivbetten mit Wachkoma- und Beatmungspatienten. 2005 wurde endlich mein Herzfehler diagnostiziert und operativ behoben, dennoch hat mein Herzmuskel leichte irreversible Schäden zurückbehalten. Ich denke nicht, dass ich mit MRSA so unkompliziert umgehen kann, zumal ich ursprünglich Kinderkrankenschwester glernt habe und meine Einsatzgebiete nun deutlich beschränkt wären. Nix mit Neonatologie usw. Ich finde ich habe das Recht mich zu schützen und die Gesundheit der mir anvertrauten Bewohner. Ich kann MRSA nicht verharmlosen, dazu hat dieses Bakterium viel zu viele Symptome bei mir ausgelöst.

Mit freundlichem Gruss *:)

saounxdsxo


@ Karbolmäuschen

Ich kann MRSA nicht verharmlosen, dazu hat dieses Bakterium viel zu viele Symptome bei mir ausgelöst.

Darf ich mal fragen, was das für Symptome sind?

Das würde mich sehr interessieren.

Ich bin mit der Sepsis damals auf Leben und Tod gelegen und war einige Monate auf Intensivstation.

Auch nach der Entlassung nach Hause hatte ich den Keim noch eine lange Zeit im Rachen und der Nase.

Wenn du das hier nicht schreiben willst, kannst du mir ja auch eine PN schicken.

Würde mich wirklich sehr interessieren.

Übrigens bin ich weiblich.

k`arbo2lmaePuschxen


Wegen Schutzmaßnahmen

Mein Arbeitgeber stellt natürlich diese Sachen zur Verfügung, zB. Schutzkittel Mundschutz. Nur was nützt es, wenn einige Kollegen diese Maßnahmen für übertrieben halten. Die Wäsche wird nicht getrennt gewaschen, die Leute liegen mit gesunden Bewohner zusammen. Weiterhin nehmen MRSA verseuchte Bewohner mit infektiösen Wunden am gesellschaftlichen Leben teil. Muss dazu sagen, dass sich die dementen Bewohner gerne das Verbandsmaterial abreißen und das Wundsekret überall hinläuft. Wir hatten sogar mal einen Bewohner, der trotz sorgfältiger Wundabdeckung munter vor sich hingetropft hat, quasi der Eiter rausgelaufen ist. Der wurde rausgeholt aus dem Zimmer und zu den anderen dementen Bewohner gesetzt. Und hat seinen Eiter schön verteilt. Damals war ein Typ vom Gesundheitsamt da, der sagte alles völlig in Ordnung. Ist doch bloß ein Altenheim. :(v Denke mal war ein engagierter Schauspieler oder was??

sRo'undsxo


Ich war wochenlang in einem Isolierzimmer bis die schlimmen Symptome besser waren.

Dann haben die einen Test gemacht (Rachen, Nase, Leiste) und dann wurde ich schwups in ein Mehrbettzimmer verfrachtet und das obwohl ich immer noch jeden Abend Fieberschübe hatte. Als ich sie fragte, weshalb ich immer noch Fieber hätte, wichen sie immer aus. Danach kam ich ganz schnell in Reha, mit einem Krankentransport. Ich war angeblich nicht mehr positiv.

Dort hat der Arzt nochmal Abstriche gemacht und siehe da, die von der Nase waren immer noch positiv. Ich war dann dort auf Isolation und die Reha hat nichts gebracht.

Nach 3 Wochen haben die mich positiv entlassen und nach 3 Monaten wurde wieder ein Test gemacht und der war negativ.

Es müssen immer 3 Tests im Abstand von einigen Tagen gemacht werden und die müssen alle negativ sein damit man als gesund gilt. Das wurde hier nicht gemacht.

Wenn man bedenkt wieviel Menschen in Deutschland jährlich an diesem Keim sterben (mehr als bei Autounfällen) ist es ein Skandal, wie leichtfertig in den Krankenhäusern usw. damit umgegangen wird.

Ich habe mich übrigens an unser zuständiges Gesundheitsamt gewandt und habe mich über das Krankenhaus beschwert.

Doch die haben sich nicht dafür interessiert.

k0arb+olmae_uscxhen


Bereits 1998 als ich meine Ausbildung begonnen habe, wurde wir vor den multiresisten Keimen gewarnt. Damals führte man die Ursachen noch auf den nachlässigen Umgang mit Antibiotika zurück. Sicherlich hat er da seinen Ursprung,aber ich verstehe einfach nicht warum es so verharmlost wird. Meine Anwältin hat mir erzählt, dass sie gerade eine Mandantin vertritt deren Mann letztes Jahr an einer MRSA Sepsis verstorben ist, weil das KH unsauber gearbeitet hat. Warum bitte werden immer noch solche Unterschiede gemacht?? Weil es nur!! ein Altenheim ist? Durch die kürzeren Liegezeiten im Krankenhaus bekommen wir unsere Bewohner ,,halbtot" zurück. Und die meisten Heime haben bisher noch nicht begriffen wie wichtig hygienisches Arbeiten ist. Auch wenn die Menschen alt sind, haben sie Anspruch auf bestmöglichste und nicht gefährliche Pflege.

s`ou3ndxso


Meine Anwältin hat mir erzählt, dass sie gerade eine Mandantin vertritt deren Mann letztes Jahr an einer MRSA Sepsis verstorben ist, weil das KH unsauber gearbeitet hat.

Ich war damals auch beim Anwalt.

Doch ich hatte keine Chance. Man muss genau nachweisen, dass die einen Fehler gemacht haben. Das schafft man in der Regel nicht. Ansonsten ist das, so sagte mir der Anwalt ein Risiko, das man halt eingeht, wenn man im Krankenhaus ist.

Genauso ein Risiko wie wenn man an Straßenverkehr teilnimmt.

Das Schlimme daran ist, dass die meisten Patienten garnichts von MRSA wissen. In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis hatte vorher noch niemand davon gehört.

Ich übrigens auch nicht.

Deshalb können die so weiterwursteln, wie bisher.

Es schaut ihnen ja niemand so richtig auf die Finger.

Meiner Meinung sollte jeder einzelne Fall von MRSA dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen.

cronn


Das Problem mit der Isolierung von Patienten oder allgemein Infizierten mit einem MR-Stamm ist, dass diejenigen meist schon Tage vor bekanntwerden der Infektion mit anderen Menschen einen Raum teilten oder das Gesellschaftsleben. Da kann man sich am Ende aussuchen, was hier schneller war: Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Und bevor man in eine MR-bedingte Sepsis rutscht, muss schon ein wenig mehr passieren. Ich meine, da legt keiner mal spontan einen Hebel um oder schnippt mit den Finger und - ZACK! - hat man eine Sepsis duch einen MR-Keim. Da müssen noch ein paar Faktoren oder Keime mehr dazu kommen.

Ansonsten ist die Durchführung hygienischer Maßnahmen nötig. Ohne Diskussion.

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