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Peg-Sonde ja oder nein...

W,ehrfxisch


Hat zwar nichts mit dem eigentlichen "Fall" zu tun,aber aus akutem Anlass schreib ich auch nochmal was.

Wir haben am Freitag einen neuen Bewohner bekommen,Zustand nach schwerem Schlaganfall;schwerste Schluckstörungen,93 Jahre alt.Mit Patientenverfügung,in der eine PEG abgelehnt wird.Im Krankenhaus wurde mit Ehefrau 96 im Sinne des Bewohners entschieden,das er keine PEG bekommt,und zum sterben zu uns kommt.

So,übers Wochenende also nix ausser subcutaninfusion.Und "plötzlich" tauchen irgendwelche Anverwandten auf,wieso er denn nix Essen würde (Mann reagiert kaum auf Ansprache,entwickelt zentrales Fieber,Urin ist ROT).Plötzlich taucht besagte Verfügung auf,in der steht,das eine Bekannte die Vollmacht hat-So,in nem Eilverfahren wurde die jetzt als Betreuerin eingesetzt,und der Mann,der am Freitag zum Sterben kam,wurde heute zur PEG Anlage ins Krankenhaus verlegt.Ob DAS im Sinne des Bewohners war ???

Snü8nstxje


kann der Betreuer eine Verfügung außer Kraft setzen? Wahrscheinlich ja, wenn keiern für die Rechte des alten Herrn streitet und seine Ehefrau ist damit sicher überfordert.

Ich hasse sowas........

H9imbee5re8x3


Hallo,

ich habe mir hier alles durchgelesen und möchte nun auch mal ws zu diesm schwierigen Thema sagen.

Mein Opa starb vor 1,5 Jahren. Ich erinnere mich noch ganz genau wie es ablief. Mein Opa hatte einen Schlaganfall und er baute ganz schnell ab, r saß vorher schon längere Zeit im Rollstuhl, konnte aber essen und alles. Er sollte dann für 4 Wochen zur Kurzeitpflege ins Heim und danach eigentlich wieder nach Hause. Soweit kam es nicht, denn sein Zustand verschlechterte sich. Es ging ihm garnicht gut. Meine Mutter hatte ihm und meiner Oma immer geholfen und war auch jeden Tag bei ihm im Heim für viele Stunden. Als mein Opa noch ansprechbar war, aber seine Schluck und Essfunktionen schlechter wurden, sagte er meiner Mutter, dass er auf keinen Fall Lebenserhaltende Maßnahmen will und so in würde sterben will, da es nichts mehr bringen würde. Eine Woche später war es dann so weit, dass gefragt wurde ob er Zwangsernährt werden soll oder nicht. Da mein Opa zu meiner Mutter mündlich sagte, dass er das auf gar keinen Fall wolle, hat meine Mutter diesen Wunsch auch vertreten. Er war auch kein bisschen mehr ansprechbar und starrte nur noch an die Decke, keinerlei Reaktionen mehr. Eine Woche später, wenn überhaupt, bekam er einen Schlaganfall nach dem anderen und er verstarb. Er wollte nie so enden wie meine Uroma, wie seine Mutter die er und meine Oma gepflegt hatten. Er wusste wie schrecklich sie gelitten hat. Sie wurde auch nur künstlich am Leben gehalten nd das ging über Jahre. Sie war so Wundgelegen und Hat Jahre lang nur gelegen und hatte irgendwann sogar Wahnvorstellungen. Irgendwann starb sie dann auch und meine Oma und mein Opa waren froh, dass sie erlöst war. Er wollte nicht so leiden.

Ich gehe mal davon aus wie man früher gestorben ist. Wenn man nicht mehr essen konnte starb man. Ich möchte auch niemals so leiden wenn es so sein sollte.

Ich denke mal so, wenn deine Oma noch ansprechbar ist und die Hoffnung auf Genesung besteht bzw auf Besserung, so das sie wieder alleine Essen kann etc. dann fände ich es Ok, aber wie lange soll es denn weitergehen wenn es nie wieder besser wird. Man darf dabei auch ihr alter nicht vergessen. Mein Opa war gerade mal 73.

Ich wünsche dir alle Kraft, um eine Entscheidung treffen zu können.

dVie@_xich


Wann wurde die Demenz deiner Mutter denn eig. festgestellt?

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Ich arbeite in einem Heim für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen und diese Frage nach PEG ja oder nein die taucht im Alltag immer wieder mal auf. Ich sehe da drei Aspekte, die ich für eine Entscheidung beachtenswert empfinde: der Wunsch des Betroffenen (den ihr anscheinend nicht kennt), ob die PEG gesteigerte Lebensqualität bedeuten würde und wie der Krankheitsverlauf vermutet wird.

Ich hab mich erst vor kurzem mit einer unserer WBL´s über das Legen einer PEG unterhalten und sie meinte, dass es doch auch Fälle gibt, in denen die Sonde die bessere Alternative ist. Zum Beispiel dann, wenn derjenige nicht mehr richtig schlucken kann bzw. sich immer wieder verschluckt, ins KH kommt, wieder zurück und sich dieser Kreislauf immer wiederholt. Die Leute haben Durst, haben Hunger und verschlucken sich halt nach einem Bissen wieder aufs Übelste...da muss man sich wirklich überlegen, ob man das seinem Angehörigen zumuten möchte. Denn letztlich bedeutet das -ohne PEG- verhungern und verdursten bei lebendigem Leib.

Bei hochgradiger Demenz ist natürlich die Chance auf Besserung des Zustandes nicht mehr gegeben, weil die Erkrankung ja schleichend voranschreitet bzw. nicht wirklich aufzuhalten ist. Von daher könnte man eine PEG in diesem Fall auch als Verlängerung des Leidens definieren bzw. es kommt darauf an, welchen Wert man selbst dem Leben gibt, auch wenn es nach unseren Aspekten gewichtet nicht mehr lebenswert erscheint.

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