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Füttern im Krankenhaus: Aufgabe von Personal oder Angehörigen?

mcissmharplex9


|-o diese ewigen schreibfehler... *:)

AmzraUe]l-Alkaxsar


also ich bin in der ausbildung zum gesundheits- und krankenpfleger (oberkurs) aber sowas habe ich noch nicht erlebt. es stimmt schon das wir gerne das essenanreichen (bitte, bitte, nicht füttern schreiben... das sind menschen und keine tiere) an verwante übergeben. dies hat zeitliche ursachen. es ist zwar schon mal vorgekommen das wir bei einen patienten "vergessen" haben das essen anzureichen, aber das wurde dann nachgeholt. es ist auch teil unserer ausbildung patienten dinge die sie noch selber tätigen konnen nicht auch noch abzunehmen. oft wird ein patient falsch eingeschätzt.

leider wird von patienten und angehörigen fast nie gesehen was pflegepersonal alles zu tun hat. jeder sieht nur sein kleines zimmer. auf meiner derzeitigen station (innere) haben wir 48 betten. ab und an schieben wir in drei bettzimmer ein viertes bett. zu spitzenzeiten haben wir 53 patienten. in der frühschicht sind wir dann zu sechst wochenende nur fünf. drei examinierte und drei weitere personen die sich aus schülern, praktikanten, zivieldienastleistenden zusammensetzen.

wir haben dort häufig bis zu einem drittel komplette pflegefälle die alle zwei stunden umgelagert werden müssen. medikamente stellen, patienten zu untersuchungen bringen (röntgen, ultraschall, koro, op, dialyse, endoskopie...) patienten aufnehmen/entlassen, zimmer reinigen, bei der hygiene helfen (rasieren, waschen, haare waschen, baden, duschen) essen verteilen/einsammeln, infusionen stellen und verabreichen. einläufe machen, blut abnehmen, essen bestellen, beratung, bei der stuhl und urinausscheidung helfen, bei inkontinenten patienten erst gesäß reinigen dann eventuell bett neu beziehen, dementen patienten hinterher laufen weil sie es wieder geschafft haben auszubüchsen, validation bei dementen patienten durchführen, aktenführung, dokumentation, patientenübergabe, einfühlsam sich zeit nehmen für patienten die redebedürfnis haben.... ich könnte die liste beliebig lang fortsetzen.

und wenn es wirklich mal eng wird weil einer sich ne infektion bei einem patienten eingefangen hat, eine weitere schwester versucht ihre 80 überstunden abzubauen, eine weitere versucht ihren jahresurlub vom letzten jahr abzubauen, eine einen bandscheibenvorfall hat und eine in mutterschutz ist.. wir dann die frechheit besitzen bei der pflegedienstleitung nachzufragen ob wir zusätzliches personal bekommen können... was bekommt man zu hören... dann beschränkt die pflege auf das nötigste, dann wascht am wochenende eben nicht die beine der patienten... oder von der vertretung der PDL... dann must ihr halt schneller laufen...

jda>kki


Mein Unterabteilungsleiter im Büro hat mir heute erzählt, dass er 300 Überstunden hat, die er sich entweder ausbezahlen lassen kann oder abbummeln. Er will sich jetzt erkundigen, ob die Firma nicht ein Arbeitszeitkonto einrichten kann um dann früher in Rente zu gehen ...

Es ist überall (nicht nur in Pflegeberufen so) dass Arbeitskräfte, die krank, im Urlaub, Überstunden abbummeln oder in Elternzeit sind, nicht ersetzt werden. Bei meiner letzten Arbeitsstelle durfte ich auch meine Projektleiterin ersetzten ... das was wir zu zweit mit jeder 40 Stunden und drüber erledigt hat, durfte ich dann ein 3/4 Jahr komplett alleine machen ... so ist die Arbeitswelt nunmal. Nur die wenigsten können nach genau 40 Stunden den Hammer werfen und sich verabschieden. Das wird man nicht ändern. Meine damalige Projektleiterin hatte übrigens auch noch über 200 Überstunden und in 2007 noch Jahresurlaub von 2005 ...

Es ist jetzt nicht so, dass ich das was Pflegekräfte tun, weniger wert schätze. Sicherlich nicht, da dazu auf jeden Fall noch die Psychische Belastung kommt. Ich bewundere jeden, der damit umgehen kann @:), denn ich bin dazu nicht in der Lage.

Aber es ist natürlich auch verständlich, dass wenn man hört/liest, dass ein Patient das Essen nach einem bestimmten Zeitraum wieder abgeräumt wird, ohne das der Patient in der Lage ist, das Essen zu sich zu nehmen, man doch ins Grübeln kommt.

Aber die eigentlich Frage müsste doch lauten, wie kann man diesen Knoten lösen und für jeden eine befriedigende Einigung herbeiführen? Für die Krankenhausleitung sowie für das Personal und auch für die Patienten und deren Angehörige.

P"oinxty


Das Problem wird bei uns so gelöst :

Wenn sich wer beschwert, esgal worüber er sich beschwert,wird geschaut :

- Wo war das Ereignis

- Wann war das Ereignis

- Welche Schwester / Pfleger war im Dienst

- Es wird rausgefiltert wer der " schuldige " ist

Diese Pflegeperson wird nach vorne zitiert....Bekommt einen Abriss ohne überhaupt zu Wort zu kommen..Muss eine Stellungnahme schreiben die eh unsinnig ist, da diese keinen interessiert ausser man schreibt sich schuldig.

Dann darf man wieder gehen und bekommt eine kleine Notiz in die Karteikarte.

Schuldig ist immer das Pflegepersonal, also darf dieses auch den Kopf hinhalten.

Danach ist die Pflegekraft noch mehr im Stress, weil man hat ja zu funktionieren, egal unter welchen Umständen.

Das ursprüngliche Problem wird natürlich nicht angegangen und das beeinflußt nicht das Pflegepersonal.

S}ün!tVje


@ Jakki

wie hast du die Arbeit von zweien denn erledigt?

Wenn ich von den vielen Überstunden mal gar nicht reden will, gerade das ist ja das unglaublich anstrengende bei uns, alles muss immer jetzt gleich und sofort passieren. Die Liste, die Azrael aufgetählt hat, könnte man alles nett nacheinander weg arbeiten, wäre es immer noch anstrengend, aber nicht so das Problem.

Während du dem einen das Essen anreichst, setzt du den Nachbarn aufs Steckbecken, überhörst die Rufe deiner Kollegin von draußen, die jemanden sucht, der xy und ab zum Röntgen schiebt, der Doc wartet auf Begleitung für die Visite und die Labortante schnauzt dich an, weil du das Ohr des Patienten nicht eingerieben hast........

Du hast eben keine Akten und Schriftstücke, die du nacheinander wegarbeiten kannst.....

A]zrae~l-Alkxasar


Die Liste, die Azrael aufgetählt hat, könnte man alles nett nacheinander weg arbeiten, wäre es immer noch anstrengend, aber nicht so das Problem.

Während du dem einen das Essen anreichst, setzt du den Nachbarn aufs Steckbecken, überhörst die Rufe deiner Kollegin von draußen, die jemanden sucht, der xy und ab zum Röntgen schiebt, der Doc wartet auf Begleitung für die Visite und die Labortante schnauzt dich an, weil du das Ohr des Patienten nicht eingerieben hast........

Du hast eben keine Akten und Schriftstücke, die du nacheinander wegarbeiten kannst.....

das ist eins der größten probleme, man kann sich keinen plan machen, man kann sich selten voll und ganz auf etwas konzentrieren weil alles nicht nacheinander läuft sondern gleichzeitig.

wenn ich übrlege das ich morgens bei der grundpflege für 16 patienten in meinem bereich 120 min habe, bleiben für jeden patienten gerade ml etwas über 7 minuten. wenn dan miteinberechnet das ein drittel komplette pflegefälle sind (also wo man alles machen muss von mundhygiene über genitalhygiene bis fußpflege) sind 7 minuten sehr wenig. dann kommt hinzu das immer wieder was dazwischen kommt (ptientenklingel oder kolegin die beim lagern hilfe brauch) man läuft immer wieder von seiner arbeit weg weil ein anderer hilfe brauch. dann kommt es auch mal vor das wir infektionszimmer haben in die wir nur mit schutzkleidung dürfen. zwischendurch müssen wir auch den teewagen fertigmachen, betten neu beziehen, fäkalienräume saubermachen und infusionen vorbereiten sowie verteilen, auch nicht zu vergessen sind patienten die anspruchsvoll sind.... PEG, mehrere perfusoren, katheterpflege, demente patienten, ausländische patienten die wir nur geschlechtsspezifisch betreuen oder sprachprobleme, ab und an kommt es auch vor das man sich selber reinigen muss weil man irgendwas abbekommen hat... stuhl urin blut erbrochenes.

pausen sind kaum möglich das man immer wieder durch die klingel eines patienten oder weil ein arzt oder ein besucher irgendwas möchte oder eine visite ansteht wird oft freuntlicherweise übersehen.

wenn ich überlege das für eine 48 bettenstation nachts nur eine nachtschwester da ist, wunder ich mich immer wieder wie die das schaft.

neulich ist nachts ein patient verstorben und die zuständige schwester hat es erst nach ca 2 stunden bemerkt. das gb ärger... aber was soll sie machen? im 15 minutentakt in die zimmer stürmen, die atienten anstupsen ob sie noch atmen?

es geht einiges schief, das gebe ich zu, aber viele sehen eben nur ihr kleines zimmer und nicht das gesamtbild. pflegepersonal ist oft an der grenze des möglichen. viele arbeiten krank weiter weil sie kollegen und patienten nicht im stich lassen wollen.

dies ist meine zweite ausbildung und ich kann sagen das die erste (zahntechniker) nicht halb so anspruchsvoll und stressig war.

S&üntxje


neulich ist nachts ein patient verstorben und die zuständige schwester hat es erst nach ca 2 stunden bemerkt. das gb ärger

wieso? Alle 2 Stunden sind Rundgänge vorgeschrieben, also kann er kurz nachdem sie geschaut hat verstorben sein und dann hat sie ihn eben gefunden. Wer hat da Ärger gemacht mit welcher Begründung?

éQpixne


Süntje,

Du sagst es... So isses. Live und in Farbe. Bei uns wird's langsam so unverschämt, dass Schüler (!!!) angeschnauzt werden, wenn sie das 3. Mal anrufen müssen, weil der Doc eine i.v.-Gabe nicht hinbekommt - da wird dann wortwörtlich gesagt "Du bist doch nur zu faul, es selbst zu machen." Es gibt nur wenige Vorbehaltsaufgaben (in der Klinik bei uns isses klar geregelt, aber selbst das darf man nicht mehr deligieren. Inzwischen wird von einigen selbst gespritzt, mit 4 Mal telefonieren bin ich nämlich länger beschäftigt.

Untersuchungen laufen oft über Wochen nicht.

Patienten sterben weg, wenn die Pflege nicht die Laborbefunde kontrolliert.

Branülen werden selbst gelegt, weil die Arzthelferinnen es nicht schaffen.

Chemos versauern im Kühlschrank, telefonieren ist sinnlos.

Patienten sind immer unzufrieden und ich darf nicht zustimmen, sondern nur Schultern zucken.

Gespräche mit den Docs sind sinnlos.

Mit dem Oberarzt und Chefarzt ebenso.

Personalmangel bei Ärzten und Pflege.

Schüler sind schon lange Vollkräfte.

Patienten erwarten immer mehr Hotelleistungen.

Wir sind es, die ALLEN hinterherarbeiten. Den Servicekräften, Ärzten, Arzthelferinnen (...)

Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr.

Überstunden müssen begründet werden, "Arbeitsanfall" zählt nicht mehr - Stunden verfallen.

Als Schüler hatte ich dennoch über 100 Überstunden - darf ich natürlich nicht haben.

Tja, und wären man neben all dem versucht, jemanden zu waschen - und dafür schon nur noch 11 Minuten komplett Zeit hat für Waschen, Mobilisieren, Prophylaxen, Lagern und Hautpflege (ach ja, und Zuwendung.. Da war ja noch was)hat, dann kann man wetten, dass man Minimum (!!) 3 Mal unterbrochen wird. Bettschüsseln, Visiten, Telefon, vielleicht mal ein Sturz, Fragen vom Doc - oder man sieht ihn draußen flüchten und muss ihm hinterherrennen, um nachdrücklich endlich Hilfe oder eine Verlegung zu erzwingen, weil mal wieder jemand ins Lungenödem, Nierenversagen oder ins Koma rutscht.

Was passieren würde, wenn so was mal von mir als Schülerin übersehen wird?

Ich wills nicht wissen.

Kontrollieren kann mich eh keiner, wann denn?

Nun, gestern hatte ich praktische Prüfung - und habs fast genossen, mal NICHT unterbrochen zu werden - ich habe restliche 16 Arbeitstage, streiche die rot im Kalender ab und hoffe, danach nie wieder ein Krankenhaus betreten zu müssen. Als Patient schon gar nicht.... %-|

Anzrael_-A5lkxasar


Wer hat da Ärger gemacht mit welcher Begründung?

ehefrau, die mit im zimmer übernachtete, hat sich beschwert bei der pflegedienstleitung und eine richtige welle gemacht. gab nur so ärger weil die leichenstare schon angefangen hatte, der arzt nochmal ne stunde brauchte (unfall mit drei verletzten in der aufnahme) bis er auf station war um den tot festzustellen und sie später den mund nicht mehr zubekam, sowie die hände nicht falten konnte.

S4ünVtjxe


vielleicht hätte die Frau es merken sollen? ;-)

A?zrajel-Al0kxasar


@ épine.. kenne ich... wenn man dann mal nachfragt weil man etws nicht weiss...du bist doch oberkurs!!!

S|ükntxje


@ Epine

was du da über die Schüler sagst,

Schüler sind schon lange Vollkräfte.

das finde ich besonders schlimm. Das geht nämlich gar nicht. Natürlich sind Schüler in ihrem theoretischen Wissen den länger Examinierten weit voraus, aber viele Verändeerungen am Patienten siehst man eben erst mit langjähriger Erfahrung (auch wenn du das jetzt vielleicht nicht glauben kannst ;-) ) und deshalb sollte ein Schüler sehr oft mit seinem Mentor zusammen arbeiten, da geht es dann nämlich über die Theorie hinaus und das ist so schade, dass das wegfällt.

A.zra&el-(Alkasaxr


@ Süntje ... wie den... sie schlief doch und hatte sich ja auch beschwert das sie es nicht mag das wir öfters ins zimmer schauen...

dr. von hirschhausen hat mal gesagt... es wird immer über die frechheit des pflegepersonals geschimpft... aber es gibt auch echt blöde patienten...

wenn kritik geübt wird ziehen wir pflegekräft uns den schuh nur zu gerne an. obwohl es ja eigentlich nicht gegen uns ist, sodern gegen das system.

neulich habe ich auch die kontrolle verloren und eine patientin zurückangeschnautzt... tat mir anschließend echt leid und ich wollte mich auch entschuldigen. meine anleiterin sagte darauf... das ist sehr ansätndig, aber das tust du jetzt nicht. ist ein wunder das du so lange still gewesen bist.

Arzrae0l-AlLkasar


und deshalb sollte ein Schüler sehr oft mit seinem Mentor zusammen arbeiten

ich mus grinsen.. meine metorin bei meinem ersten eisatz auf der inneren hatte einen bandscheibenvorfall... habe sie nur zum vorgespräch und zum abschlußgespräch gesehen. als ich zur satationsleitung ging und ds problem vortrug gab es nur achselzucken

S:üntxje


ich weiß dass es eben nicht so ist mit Schülern und Mentor.

Auch ein Missstand, mehr wollte ich nicht sagen.

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