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Peg-Sonde und Durchfall

VLaldCivxia hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Mutter hat nun seit ca. 3 Wochen eine PEG-Sonde und sie ist wieder im Heim. Sie hatte vorher schon Darmprobleme, weil ihr ein Stück vom Dünndarm fehlt (nicht vom Dickdarm). Nun hat sie - wie vom Heim prophezeit und vom Krankenhausarzt abgestritten - von der Sonde schlimmen Durchfall. Sie ist bettlägerig und wund, und daher es ist eine große Quälerei für sie. Deshalb habe ich jetzt ein paar Fragen und hoffe auf ein paar Antworten, die mich bei dem Problem weiterbringen:

Man isst normalerweise 3 - 5 mal täglich, dazwischen sind essensmäßig Ruhephasen. Warum ist es aber dann üblich, die Sonde auf Dauerbetrieb zu stellen, also den ganzen Tag über permanent kleine Mengen zuzuführen?

Das Sanitätshaus sagt, es muss 3 x täglich mit 60 ml destilliertem Wasser gespült werden. Warum muss das destilliertes Wasser sein? Meine Mutter braucht mineralsalzreiches Wasser, damit der Darm was zum Arbeiten hat, dieses Wasser führt aber zu Durchfall! Es ist ja auch nicht gerade eine kleine Menge!

Und ist es üblich, zusätzlich zu der Sondennahrung noch literweise Wasser zuzuführen? Sie wiegt nicht viel mehr als 40 kg. Ich kenne die üblichen Empfehlungen "2 l Wasser am Tag trinken" und deshalb befürchte ich, dass die Wassermengen viel zu hoch sind und sicher auch nicht mineralsalzreich (Leitungswasser). Das MUSS doch zu Durchfall führen... !?!?

Kennt vlt. jemand das problem un dhat eine Lösung gefunden?

Schon mal vielen lieben Dank!

Antworten
f6reCyxa


Hallo Valdivia,

leider ist es fast die Regel, dass bei Umstellung auf Sondenkost Verdauungsprobleme auftreten, in erster Linie eben Erbrechen und Durchfall, gerade in der Anfangsphase, manchmal hört es auch nie wirklich auf.

DIE Lösung gibt es wohl nicht...

Dein Argument, dass wir normalerweise 3-5 Mahlzeiten zu uns nehmen, ist schon ganz richtig. Nur bei einer Sonde muß die Kost langsam aufgebaut werden und die Flussrate liegt wegen Unverträglichkeit meist bei nur 100ml/h, da kannst du dir ausrechnen, wieviel Stunden die Sonde laufen muß, um dem Körper ausreichend Nährstoffe zukommen zu lassen.

Destilliertes Wasser ??? Hab ich noch NIE gehört...! Das halte ICH für Unsinn.

Im Übrigen verordnet der Arzt die Menge und Art der Sondenkost und Flüssigkeit. Bei SK kann man davon ausgehen, dass 80% Flüssigkeit enthalten ist...da braucht man also keine 2 Liter Wasser/Tee zusätzlich. Obwohl der Durchfall kaum durch zuviel Flüssigkeit bedingt ist.

Um die Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen, muß experimentiert werden...

Manchmal hilft es, die SK mit Wasser o. Tee zu mischen, 50/50...

Manchmal verträgt der Patient auch Bolusgaben besser (physilogisch), weil der Darm dann seine Ruhephasen hat...

Manchmal hilft eine Umstellung auf eine andere SK...

Oder man wählt zwischen Ballaststoffarmer oder -reicher Kost...

Das ist alles sehr unterschiedlich.

Wie gesagt, die Verordnung obliegt dem Arzt.

Ich habe z.Bsp. mit HIPP-Sondenkost gute Erfahrungen gemacht, ist völlig naturbelassen, einfach normale Nahrung, nur in flüssiger Form, aber eben auch nicht für Jedermann...

Gegen das Wundsein würde ich eine s.g. Barrierecreme einsetzen, die Creme läßt den aggressiven Stuhl eine Zeitlang nicht an die Haut kommen. Häufige Inkoversorgungen sind natürlich unbedingt erforderlich. Evtl. "Perenterol" einsetzen, damit läßt sich der Durchfall auf natürliche Weise regeln (Hefebasis).

Ich wünsche ganz schnell gute Besserung :)* :)* :)*

Vmald'ivina


Danke, Freya, das hilft mir sehr.

Die Betreuerbegleiterin schlug mir heute einen anderen Arzt vor, der mit dem Problem mehr Erfahrung hat.

Eine Frage noch, was sind Bolusgaben?

f6reyxa


Bolusgabe heißt einfach, eine gewisse Menge SK auf einmal bzw. über Pumpe in sehr kurzer Zeit zu verabreichen. Also etwa 5 x täglich SK, dazwischen 3 Stunden Pause, in der Nacht dann auch nix.

Dieses ist eben physiologisch, wir nehmen ja auch bis zu 5 Mahlzeiten zu uns und essen nicht 24h.

Der Magen und Darmtrakt hat dann Zeit, sich zu "erholen" zzz

Man könnte beispielsweise mit Bolusgaben von 100-150ml beginnen und die jeweilige Portion jeden oder jeden 2.ten Tag um 100ml steigern, je nach Verträglichkeit, bis die gewünschte Tagesration erreicht ist.

Ist aber auch wieder ärzliche Verordnung...

Aber alles ohne Gewähr...der Eine kommt damit gut zurecht, der Andere eben gar nicht...man muß es wirklich probieren...

Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, dass viele Ärzte mit SK und deren Probleme überfordert sind :-/

Es gibt Firmen welche SK vertreiben, die haben da schon eher den Durchblick und geben sich Mühe, wollen ja schließlich die Kunden behalten ;-)

Gutes Gelingen *:)

V'ald`iv?ixa


Meine Mutter liegt nun im Sterben. Sie bekommt jetzt noch Tag für Tag 1500 (Einheiten?), 100 ml/Stunde, dazu kommt noch Wasser. Als der Arzt da war, sagte er, die Menge sei jetzt reduziert. Reduziert ist aber nur Wasser, das andere nicht - was ich erst nicht verstanden und deshalb nicht hinterfragt habe. Jetzt ist der Arzt im Urlaub. Das Personal meint, die Nahrungsmenge sei viel zu hoch, der Körper könne das alles gar nicht mehr verarbeiten. Ich habe dann gebeten, es doch etwas zu reduzieren. Antwort: wenn ich wolle, dass die Menge reduziert werden soll, müßte ich den Arzt fragen, sie dürften das nicht. Dies sei meine Entscheidung.

Ich finde es demütigend, einen fremden Arzt zu holen, der eine Minute hinguckt und entweder was aufschreibt - oder nicht. Warum holt das Personal keinen Arzt, dies sind doch die Fachleute, nicht ich. Ist es für Pflegepersonal eine Schwierigkeit, sachlich über diese Dinge mit einem Arzt zu reden?

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