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Demenz-Schub durch Krankenhausaufenthalt?

d`resbsurcr)ack hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich wende mich jetzt mal an euch, weil ich langsam nicht mehr weiter weiß. Meine Oma ist 81 und hat seit vielen Jahren chronische Polyarthritis und Rheuma, bekommt schon lange eine Basistherapie deswegen. Bis vor 4 Wochen war sie im Kopf eigentlich noch sehr fit für ihr Alter, auch wenn man schon gemerkt hat, dass das Kurzzeitgedächtnis ein wenig nachlässt und sie mit Stress-Situationen schwer klar kommt.

Um den 15.8. rum bekam sie einen Magen-Darm-Infekt. Es blieb absolut kein Essen mehr drin, sie wurde apathisch, wir riefen den Notarzt. Der verschrieb Immodium Akut und MCP Tropfen, und meinte das wird von allein wieder. Es wurde besser, eine Woche später der Einbruch, wieder Notarzt, auch der hielt eine Einweisung ins KH nicht für notwendig. Nach 3 Wochen hat sich die Vertretung des Hausarztes endlich erbarmt und hat sie ins KH eingewiesen. Da ist sie nun seit 1.9. (Die Problematik hat sich dank der Unfähigkeit der Ärzte dort noch kein bisschen gebessert, aber das ist eine andere Geschichte.)

Es ist erschreckend, wie sehr sie in dieser Zeit geistig abgebaut hat. Mein Vater ist täglich dort und kümmert sich rührend um sie, aber oft weiß sie nicht mal mehr, wer er ist. Und 2 Minuten später redet sie ganz normal und vollkommen klar. Als Jugendliche wurde sie in ein Arbeitslager nach Russland verschleppt, und oft fühlt sie sich jetzt im Krankenhaus eingesperrt. Dann sagt sie, sie ist in einer Zelle und vor dem Essen gibts Prügelstrafen, und sie darf nicht essen sonst bekommt sie Ärger. Heute sagte sie zu meinem Vater: "Von welcher Zelle kommst du denn?" und "Ich weiß ja nicht wer du bist, aber du beschützt mich, und wenn du kommst gehts mir besser. dann kommt keiner und schlägt mich, dann trauen die sich nicht. ich freu mich, wenn du kommst."

es ist aber nicht so, dass sie nur zwischen einer welt und der realität wechselt. es gibt mehrere welten, mehere stufen der vergangenheit, in denen sie sich dann befindet. der wechsel erfolgt oft im 2-4 Minuten Takt.

von einem moment auf den anderen ist sie wieder voll da, und man kann sich ganz normal mit ihr unterhalten. sie erinnert sich an jedes detail ihrer wohnung, sagt meinem vater was er von wo holen soll.

morgen soll sie vom KH in die kurzzeitpflege abgeschoben werden. entschuldigt bitte den ausdruck, aber die ärzte lassen stark raushängen dass sie keine ahnung haben was ihr fehlt, und sobald sie das KH verlassen hat, kanns den ärzten egal sein was mit ihr passiert. mein vater hat ihr das erzählt, und meinte sie darf dann bald nach hause. und sie fragte, wann sie wieder nach hause nach gertianosch fahren. Problem an der Sache: Gertianosch ist ein kleines rumänisches Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Dass sie seit 20 Jahren in Regensburg lebt, weiß sie nicht mehr. (auch wenn sie ihre wohnung in wacheren momenten im detail kennt)

Lange rede, sehr kurzer Sinn: Kann es sein, dass ein Mensch, der vorher noch sehr klar im Kopf war, innerhalb von 3 Wochen so sehr abbaut, dass er nicht mal mehr weiß, wer er selbst ist? Ist das als natürlicher Prozess möglich?

Oder sind andere Auslöser, wie Stresssituation Krankenhaus, oder gar ein neuer Medikamentencocktail eventuell dafür verantwortlich?

Die Medikamente der Basistherapie bekommt sie alle in Tablettenform, durch den Magen-Darm-Infekt sind die aber oft nicht lange drin geblieben. Kann es daran liegen? oder vielleicht an den Oxygesic-Schmerzpflastern?

Habt ihr vielleicht eine Erklärung ???

Bin für jede Hilfe dankbar!

lg cracky

Antworten
CGlaVraH:immxel


meine omma is 85

sie hatte in den letzten 2 jahren 2x einen krkh-aufenthalt wegen bluthochdrucks und som kram.

sie war beide male sowas von durchn wind,d aß sie ihr einen zettel mit namen auf den rücken geklebt haben, falls sie abzhaut. daß man sie zurückbringt

nach ca 2 wochen zu hause war sie wieder ganz die alte

ich glaub, da sheißt: krankenhausdurchlaufsyndrom- oder so ähnlich

oft hats auch mti hohem flüssigkeitsverlust zu tun,w enn die so neben der spur sind

d&res'surcriaxck


danke für den tip! leider kennt google kein durchlaufsyndrom.

aber durch das ewige erbrechen und den durchfall hat sie schon viel flüssigkeit verloren. seit 2 tagen sind auch die infusionen weg, denn sie soll ja morgen in die kurzzeitpflege entlassen werden, und da kann man keine infusionen mehr brauchen. allerdings erbricht sie immer noch so ziemlich alles, was sie irgendwie zu sich nimmt :-/

lg

COlaWraH[immxel


haben die die ursache für das erbrechen gefunden?

nach so langer zeit kann man ja n virus fast ausschließen- hat sich jmd angesteckt?

die können die doch nich vom tropf abnehmen und wegschicken,w enn die noch nix bei sich behält....

ich such nochmal, ie das heißt, dieses krankenhausdings da

Z_weisaxm


Lies mal unter "Durchgangssyndrom":

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Durchgangssyndrom]]

:-)

d4ie}_ixch


Wenn sie immernoch erbricht machen sie die Infusionen trotzdem weg?

na prima!

Behält sie denn auch keine Flüssigkeit?

:|N

COlxaryaHimSmexl


zweisam, danke- das hab ich gemeint

dxressmurccracxk


sie trinkt 2 schluck tee, und in den meisten fällen is der innerhalb der nächsten 5 minuten in seiner orginalfarbe wieder draußen.

die im kh sind total überfordert. aber da ist, seit sie da ist, so ziemlich alles schief gegangen was schief gehn konnte.

erst war auf der inneren kein platz also hat man sie auf die chirurgie gelegt. da war dann kein arzt zuständig, einer meinte 3 tage nach einlieferung sie hätte eine lungenentzündung. um 2 tage später zu gestehen, dass er die patienten verwechselt hat. dann hat man ihr beide arme schwarz und blau und lila gestochen, weil die ärzte einfach keinen zugang legen konnten. (komischerweise hats ein einfacher pfleger 2 tage später beim ersten versuch geschafft).

dann wurde sie doch auf die innere verlegt, weil mein vater sich das theater nicht mehr gefallen lassen wollte. der arzt hat dann erstmal einen teil der basistherapie abgesetzt, weil er die medikamente NICHT KANNTE. ich hab dann zuhause übers internet wirkstoff und einsatzgebiet rausgesucht und dem herrn doktor erklärt, warum sie diese medikamente braucht. wenigstens das hat er dann eigesehen.

angeblich wurde ein CT gemacht, von dem gibt es bis heute keinen befund, und in der akte ist auch nichts vermerkt. die angeordneten stuhlproben wurden nicht entnommen, soweit ich weiß wurde nur mal eine magen spiegelung gemacht, bei der man nichts fand.

auf der jetzigen station ist dann einer der schwestern der kragen geplatzt. sie meinte das wäre nur schmierentheater und sie solle sich nicht so anstellen, und hat sie zum essen genötigt. meine oma hatte zu dem zeitpunkt aufgrund von flüssigkeitsmangel schon fast keinen speichelfluss mehr, aber die schwester hat ihr den mund mit nutellabrot vollgestopft bis sie keine luft mehr bekam. wäre mein vater nicht zufällig grade dann reingekommen, wäre sie wohl am nutellabrot erstickt. :|N

die ursache für den brechreiz wurde natürlich nicht gefunden. und das hier erwähnte ist eigentlich nur die spitze des eisbergs.

morgen früh soll sie in die kurzzeitpflege, aber es wird wohl drauf rauslaufen, dass wir sie am nachmittag in ein anderes krankenhaus bringen (das vom behandelnden rheumatologen empfohlen wurde, und sowohl eine gastroenterologische als auch eine neurologische abteilung hat.)

Mein Vater überlegt, das Krankenhaus zu verklagen. Ich frag mich halt, woher diese krassen verwirrtheitszustände kommen, denn nur davon dass die im kh keine ahnung haben, dachte ich kann es nicht sein. ???

lg

C3lar^aHim4mel


also wenn ich das lese,d ann wird das seinen teil dazu beitragen, im vordergrund allerdings die fehlende flüssigkit

oh man, gute besserung für die arme

awgne/s


Bei vielen Patienten mit einer Demenz kann jegliche Veränderung der gewohnten Umgebung die Symptome verschlechtern, ob Krankenhaus oder anderswo

dSres-surcnr"acxk


naja, ich wäre früher nie auf die idee gekommen, dass sie an demenz leidet. ein klein wenig altersvergesslichkeit, ja, aber als demenz hätt ich das nie bezeichnet. so krass ist es ja auch erst seit dem KH-Aufenthalt.

@ zweisam:

vielen dank für den link, hab dann da mal etwas weitergesucht und bin dabei auf Exsikkose gekommen. Die Symptome würden passen, und nach Rücksprache ist sich auch unser Hausarzt relativ sicher, dass dies der Fall ist. (Frag mich nur, warum die im KH nicht drauf gekommen sind).

heute früh wurde sie ins pflegeheim verlegt. mein vater ist immer noch unterwegs, ich weiß also noch nicht ob sie noch dort ist, oder schon wieder ins nächste KH eingeliefert wurde. Hoffe er kommt bald nach hause und bringt gute nachrichten mit. wie auch immer die aussehen mögen.

vielen vielen dank für eure hilfe :)* ihr habt mir wirklich sehr weitergeholfen!

lg

k}uma


Typisch Krankenhäuser, es ist doch überall die gleiche Scheisse! (sorry, der Ausdruck) Die alten Leute werden einfach nicht mehr für voll genommen. Man stellt oft keine Diagnosen mehr, sondern verschreibt nur noch Pillen gegen die Symptome, die Leute sterben ja eh bald. Ich bin Krankenschweser und arbeite im Pflegeheim. Da erlebt man ständig solche Dinge. Oft müssen wir Kriege anzetteln mit den Hausärzten, dass sie unsere Patienten zu Untersuchungen schicken oder auch nur für einen Hausbesuch vorbeikommen.

Leider ist die Verwirrtheit nach Krankenhausaufenthalte bei älteren Leuten nicht selten, auch wenn bei diesen zuvor keine Demenz diagnostiziert wurde. Wie schon erwähnt, sind vorallem Stress und Flüssigkeitsmangel der Auslöser. Manchmal auch Medikamente, vorallem Opiate (starke Schmerzmittel, Morphium und ähnliche). Bei einigen Fällen ist die Verwirrtheit nur vorübergehend, bei anderen kann sie bleibend sein.

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute für deine Oma. Ich finde es gut, wenn ihr sie in ein anderes Krankenhaus bringt, vielleicht kann ihr da geholfen werden, und man hat mehr Verständnis für sie. Berichte bitte, wie es weitergeht.

LG kuma

S.ünxtje


jetzt wird es richtig nett, wenn das Pflegepersonal aus den unterschiedlichen Einrichtungen aufeinander losgeht :-/ :|N

d)re/ssuhrcra[ck


Hallo!

Seit gestern morgen ist sie im Pflegeheim, und ihr Zustand hat sich rapide gebessert. Den ganzen Tag über schien sie zu wissen, wer sie ist und wo sie ist. Ihren alten Hausarzt hat sie sofort erkannt, obwohl sie ihn seit einigen jahren nicht mehr gesehen hatte (war nur noch in facharzt-behandlung). Und sie hat gestern soviel gegessen wie in der gesamten woche zuvor. noch im KH hat sie gut gefrühstückt, sogar der krankentransport musste warten, weil sie hunger hatte (was seit 3 wochen nicht mehr der fall war), und dann im heim hat sie die große portion mittagessen, zwar langsam, aber immerhin, komplett aufgegessen. und es nicht wieder erbrochen :-D

die dame, die pflegedienstleitung macht in dem haus, ist eine in russland promovierte ärztin, deren ausbildung in deutschland nicht anerkannt wurde. fachlich sehr kompetent, und menschlich wirklich lieb. und auch die anderen pfleger kümmern sich viel besser um sie als im KH.

einziges problem ist mein Opa, ein von haus aus ungeduldiger mensch, der im stress noch ungeduldiger wird. er nötigt sie teilweise zum essen, woraufhin sie abblockt. man kann ihn momentan nur noch unter aufsicht zu ihr lassen.

der hammer allerdings war, dass meinem vater bei der entlassung aus dem KH die falchen entlassungspapiere mitgegeben wurden. die waren von einer ganz andren patientin ?! (aber war ja nicht das erste mal, dass in dem KH menschen verwechselt wurden).

bin grad in der schule, und mein unterricht geht gleich weiter. ich meld mich heut nachmittag nochmal.

lg cracky

d6ress2urcr\ack


Hallo

Der Zustand meiner Oma ist mal wieder gekippt. Soeben hat der Hausarzt angerufen, sie hat ne Lungenentzündung und aufgrund der vielfältigen Morbidität oder so ähnlich weist er sie jetzt ins Krankenhaus ein. Sie kommt nun zum Glück in ein anderes Krankenhaus. Dasjenige, das vom behandelnden Rheumatologen empfohlen wurde. Hoffentlich wird das nicht die gleiche Misere.

Ich melde mich, sobald ich was neues weiß.

lg cracky

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