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05.02.09 19:23
meine oma ist u.a. demenz krank und der zustand verschlechtert sich zunehmens.
momentan ist sie im KH aber wir hoffen sehr, dass sie wieder nach hause kommt.
wir waren jetzt beim sozialdienst und die hat uns schon etwas aufgeklärt.
meine frage nun:
um was muss sich opa alles kümmern?
also im großen allgemeinen meine ich, welche papiere er alles braucht, damit das mit oma hin haut.
also ich meine eine art entmündigung wegen unzurechnung oder so,
oder vollmacht
wegen banken
wegen versicherungen
wegen krankenhausaufenthalten
einfach alles was ich noch vergessen habe??
damit es alles reibungslos klappen kann, wenn es darauf ankommt
danke für eure antworten
05.02.09 19:23
oh entschuldigung, der faden ist jetzt doppelt da
war keine absicht!!!
05.02.09 19:28
also ich meine eine art entmündigung wegen unzurechnung oder so,
Entmündigung gibt es nicht mehr.
Dein Opa kann beim zuständigen Amtsgericht ein Betreuungsverfahren einleiten lassen und sich selbst als Betreuer vorschlagen.
Dies dauert aber selbst im Eilverfahren einige Wochen, sonst Monate.
de.wikipedia.org/wiki/Betreuung
Eine Vollmacht kann er nur bekommen, wenn die Oma noch in der Lage ist, sie zu erstellen; dies, denke ich, ist sie nach deiner Eingangsfrage zu urteilen nicht mehr.
Er kann also zur Zeit weder an Omas Konten noch ihre Versicherungsangelegenheiten klären und auch nicht über medizinische Belange entscheiden, sollte sie dies nicht schon vorab schriftlich festgelegt haben.
Erstmal,
05.02.09 19:30
PS: ist denn die Pflege geregelt oder kann die Oma sich z.T. noch selbst versorgen?
Wie fit ist der Opa, könnt ihr (Familienangehörige) helfen?
05.02.09 19:44
sie wäscht sich obenrum, wenn man es ihr denn sagt. aber selbst kann sie nicht mehr, also vom kopf her nicht.
und nach unten bücken geht natürlich auch nicht.
wie ist es denn, wenn opa so eine vollmacht über sie hat?
mensch ich weiss jetzt nicht mehr wie das genau heisst.
also dass er, wenn mit ihr was wäre, über sie im krankenzustand bestimmen darf.
mir fällts grad nicht ein...
ja wir helfen alle zusammen.
pflegestufe ist jetzt vorher mehrfach abgelehnt worden, nur ganz knapp. da hatten wir es aber immer noch nicht sicher schriftlich, dass sie demenz hat.
denn komischerweise immer wenn das getestet wurde, ging es ihr kurzzeitig gut...
nun ist das eben nicht mehr so.
05.02.09 19:46
wie ist es denn, wenn opa so eine vollmacht über sie hat?
Eine Vorsorgevollmacht?
Dann kann er, je nachdem für welche Bereiche die beiden dies festgelegt haben, Entscheidungen ohne vorheriges Betreuungsverfahren durch das Amtsgericht treffen.
05.02.09 19:51
Schau mal hier nach:
Alles Gute für Euch und viel kraft!
05.02.09 20:16
räubersohn, danke für den link, ich denke, der ist sehr hilfreich
wir sind eben erst mal überfordert mit der ganzen angelegenheit, aber ich denke das war jeder erst mal der das erleben musste...
Eine Vorsorgevollmacht?
da muss ich opa noch genauer fragen. ach bei uns verlassen sich immer alle auf mich.
bin ja "schon" 25...
05.02.09 20:18
ach bei uns verlassen sich immer alle auf mich.
Lass dir nicht alles aufladen, eine Demenzpflege ist kein Ein-Frau-Job. 
05.02.09 20:20
wir sind eben erst mal überfordert mit der ganzen angelegenheit, aber ich denke das war jeder erst mal der das erleben musste...
das stimmt, aber wenn frau/man erstmal akzeptiert hat, dass es eine Krankheit ist und nicht etwa eine Schikane des alten Menschen, dann gehts besser... Viel Kraft für Euch!

05.02.09 21:16
ja die anfangszeit war vor allem extrem schwierig, inzwischen weiss ich ja, dass sie einfach nicht mehr anders konnte, aber sie war so anders auf einmal, so boshaft, hat gelogen, war verbissen, usw...
inzwischen weiss ich, dass sie es einfach nicht mehr besser wusste
und es natürlich keine absicht war
ja es ist kein ein-mann-job
aber mein opa ist fertig mit der welt.
mein papa ist so der meinung, was ich nicht sehe kann mir nicht weh tun
mein bruder will gar nichts von alle dem wissen
ich hab manchmal das gefühl ich bin die einzige (und natürlich opa) die oma zu 1000% liebt.
noch dazu bin ich schwanger...
ich will ja helfen so viel ich kann, informier mich eben jetzt auch hier und hoffe auf ganz viele tips.
woher soll man denn wissen, was man alles für papiere braucht...
sollte opa diese vorsorgevollmacht haben, wäre es schon viel einfacher quasi, oder?
es geht ja um so vieles insgesamt.
post,
bank,
wie schon vorher gesagt versicherung,
...
ja und was noch 
ich bin einfach so überfordert....
der link hilft mir sicherlich weiter.
aber ich bion froh, wenn ihr mir noch tips gebt über sachen, die mir jetzt spontan nicht einfallen aber eben auch wichtig sind...
06.02.09 08:54
sollte opa diese vorsorgevollmacht haben, wäre es schon viel einfacher quasi, oder?
Ja, dann kann er die Dinge regeln.
Es wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn die Konten/Versicherungen nur der Oma gehören, meist sind es ja beide Ehepartner, die Vollmacht haben, dann ist es sowieso nicht problematisch.
Darf ich fragen, an was genau du da dachtest, was der Opa jetzt so sofort regeln muss?
ich bin einfach so überfordert....

Kann ich verstehen, ich stecke in einer ähnlichen Situation, bin aber insgesamt schon etwas weiter.
Ich mach dir mal ein (mögliches) Rezept, eines nach dem anderen, hol Hilfe mit ins Boot....
1. Wenn keine Vorsorgevollmacht besteht, dann Antrag ans Amtgericht---> Betreuung einrichten.
Auch du könntest möglicher Betreuer deiner Oma werden, wenn du dir dies zutraust, entlastet auch den Opa.
2. Antrag auf Pflegestufe--> Pflegekasse der Krankenkasse deiner Oma
Eine Pflegestufe bekommt sie nicht für die Demenz, sondern wenn sie in Bereichen der Grundpflege einen Bedarf von minimal 90 Minuten pro Tag hat (Pflegestufe I).
Hierzu zählt die Körperpflege (waschen, kämmen), Toilettengang, Nahrungsaufnahme, Wechsel von Vorlagen, sollte sie Urin verlieren, Hilfe beim Aufsuchen/Verlassen des Bettes, Hilfe beim Anziehen etc.
Die bei Demenzkranken häufig sehr aufwendige "Beaufsichtigung", also zu verhindern, dass sie sich selbst schadet, planlos herumirrt etc. zählt nicht für die Pflegestufe.
Sollte die Pflegestufe abgelehnt werden, empfiehlt sich häufig der Widerspruch...bei euch gibt es aber schon abgelehnte Anträge? Habt ihr euch die Gutachten des MDK schicken lassen?
Für Demenzkranke gibt es seit dem 1.7.2008 Leistungen, auch wenn keine Pflegestufe besteht.
Diese zusätzlichen Leistungen für Menschen mit "erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz", 1200€ oder 2400 € jährlich, müssen ebenfalls bei der Pflegekasse beantragt werden.
3. Schau mal im Internet/Telefonbuch, ob es bei euch in der Gegend Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenzkranken gibt.
Diese können häufig kompetent weiterhelfen und /oder entlasten.
4. Ist die Wohnung ggf. noch umzugestalten? Pflegebett, Badezimmer? Hier können nach Erhalt der Pflegestufe ggf. auch Hilfen über die Pflegekasse beantragt werden.
Erstmal, und übernimm dich nicht.... 
06.02.09 17:24
Eine Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung wird Deine Oma wohl nicht mehr mehr in der Lage sein, zu unterschreiben. Die Betreuungsvollmacht wird beim Amtsgericht beantragt. Gutachter des Med. Dienstes und ein Richter sprechen mit Deiner Oma, bevor die Betreuung verfügt wird.
Aber Dein Opa könnte für sich diese Dinge regeln und jemanden seines Vertrauens einsetzen, der, wenn er nicht mehr in der Lage ist Entscheidungen zu treffen vom Gericht eingesetzt wird. Der Bevollmächtigte ist einem Richter gegenüber auskunftspflichtig wenn es ums Finanzielle geht, muss er damit rechnen, Rechenschaft über Ausgaben abzugeben.
Besser ist eine Vorsorgevollmacht. Wenn man z.B. bewusstlos ist, handelt der Bevollmächtigte. Dazu muss man natürlich vorher sagen, was man möchte. Kein Gericht oder andere Angehörige können da reinreden. Wir haben gerade einen Vortrag eines Intensivmediziners und eines Notars über diese Themen gehört. Patientenstament stand auch auf dem Programm.
Wir haben Vorsorge getroffen: Mein Mann und ich haben uns gegenseitig in einer Vorsorgevollmacht eingesetzt. Und auch unsere Kinder, die auch über unsere Wünsche bei der Umsetzung des Patiententestaments informiert sind. Kann nur jedem raten beizeiten darüber nachzudenken. Wikipedia informiert auch.
Leider musste ich für meine Mutter auch die Betreuung seinerzeit beantragen wegen des Aufenthaltsrechts und postalischen Angelegenheiten. Seniorenheim verlangte ersteres, Telefon und Wohnung konnte ich nicht kündigen. Bankvollmachten - auch ganz wichtig - hatte mir meine Mutter schon lange vorher erteilt. Meine Mutter verstarb bevor dies rechtskräftig wurde. Für mich ein entsetzlicher Schritt, meine Mutter "entmündigen zu lassen" wie es im alten Sprachgebrauch heißt.
Ich wünsche Dir und Deinem Opa viel Kraft. Und wenn es gar nicht mehr geht, denkt an einen Umzug ins Seniorenheim. Du musst Deine Kräfte schonen und Dein Opa musst seine Kräfte einteilen, denn bei ihm wachsen sie nicht mehr nach. Medikamente, die Demenz bessern können, gibt es meines Wissens noch nicht, höchstens aufhalten. Bei meiner Mutter haben sie nichts bewirkt, nur Nebenwirkungen waren erkennbar. Und ich bin fast kaputt gegangen.
Alles Gute und bei Fragen helfe ich Dir gern, wenn ich kann.
07.02.09 12:41
ihr seit so lieb,
vielen dank für die langen ausführlichen antworten!
Es wäre aber sehr ungewöhnlich, wenn die Konten/Versicherungen nur der Oma gehören, meist sind es ja beide Ehepartner, die Vollmacht haben, dann ist es sowieso nicht problematisch.
ja sie gehören beiden, aber wenn es um festgeld geht z.b. kann opa das nicht kündigen ohne omas unterschrift
aber er sagte, dass oma bei der bank vor ca einem jahr was unterschrieben hat, er weiss nur nicht was, und er meint, es ist eine kontovollmacht.
ich gehe mit ihm nächste woche zur bank, damit wir das mal klären.
ausserdem ist er so vernünftig und will mir im falle dass ihm was ist, die vollmacht auch geben.
1. Wenn keine Vorsorgevollmacht besteht, dann Antrag ans Amtgericht---> Betreuung einrichten.
Auch du könntest möglicher Betreuer deiner Oma werden, wenn du dir dies zutraust, entlastet auch den Opa.
opa sagt, er hat so ein schreiben, also irgendwas 
ich fahre jetzt dann zu ihm und schaue ob das eine vollmacht über oma ist
ich hoffe es...
nein ich traue mir das nicht zu, oma allein zu betreuen.
2. Antrag auf Pflegestufe--> Pflegekasse der Krankenkasse deiner Oma
Eine Pflegestufe bekommt sie nicht für die Demenz, sondern wenn sie in Bereichen der Grundpflege einen Bedarf von minimal 90 Minuten pro Tag hat (Pflegestufe I).
Hierzu zählt die Körperpflege (waschen, kämmen), Toilettengang, Nahrungsaufnahme, Wechsel von Vorlagen, sollte sie Urin verlieren, Hilfe beim Aufsuchen/Verlassen des Bettes, Hilfe beim Anziehen etc
.
der antrag ist erneut gestellt
er wurde bei uns immer verdammt knapp wegen ein paar minuten abgelehnt, so hat der MDK das zu uns gesagt.
im KH haben sie nun gesagt, dass wir nun eine noch bessere chance haben.....
toll nur leider ist die chance nur besser da, weil es ihr schlechter geht......
körperpflege, anziehen, kämmen, essen machen, zeitenweise auch essen zuschneiden, einnässen, hilfe beim aufstehen, hilfe beim verlassen der wohnung (inzwischen undenkbar), ins bad gehen, usw... da braucht sie schon sehr sehr lange hilfe..
ihre demenz schreitet so schnell fort. es ist beängstigend.
inzwischen weiss sie nicht mehr was eine fernbedienung ist, was ein telefon ist, dass sie trinken muss wenn man einen trockenen mund hat, usw....
die hellen lichtblicke werden immer weniger.
Für Demenzkranke gibt es seit dem 1.7.2008 Leistungen, auch wenn keine Pflegestufe besteht.
Diese zusätzlichen Leistungen für Menschen mit "erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz", 1200€ oder 2400 € jährlich, müssen ebenfalls bei der Pflegekasse beantragt werden.
sehr guter tip, danke!!!
3. Schau mal im Internet/Telefonbuch, ob es bei euch in der Gegend Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenzkranken gibt.
die dame vom sozialdienst hat uns da schon unterlagen gegeben, gott sei dank...
4. Ist die Wohnung ggf. noch umzugestalten? Pflegebett, Badezimmer? Hier können nach Erhalt der Pflegestufe ggf. auch Hilfen über die Pflegekasse beantragt werden.
es wäre ganz wichtig, weil oma sich nicht wegen hoher türstöcke usw. mit dem rollator auch wenn sie das wollte bewegen könnte.
leider sieht mein opa die notwendigkeit nicht. oder will es nicht sehen.
klostuhl (ist aber jetzt hinfällig seit monaten weil sie ja windeln trägt)
rollstuhl
rollator
und badlifter haben wir schon
größtes problem:
das badezimmer ist im EG, die wohnung im OG
ist ein altes bauernhaus, da war das so früher.....
mein bruder der unter ihnen wohnt, zieht im dez09 wenn sein haus fertig ist aus, da wäre die möglichkeit, dass oma und opa nach unten ziehen.
wenn oma denn noch heim kommen kann....
Wir haben Vorsorge getroffen:
sollte wirklich jeder machen, das stimmt.
Ich wünsche Dir und Deinem Opa viel Kraft.
danke
Du musst Deine Kräfte schonen und Dein Opa musst seine Kräfte einteilen, denn bei ihm wachsen sie nicht mehr nach
ja das stimmt schon, nur opa sieht das nicht so
er will wenn dann lieber mit oma untergehen, bevor er sie ins heim tun würde.
schlimm ist nur, dass mein bruder, mein vater, meine schwägerin und meine mutter nicht helfen. also mich und opa nicht unterstützen.
nur mein mann hilft mit.
opa hat von dem her nur mich...
und jetzt fahr ich zu opa, zum kaffeetrinken. damit er nicht so allein ist.
kaufe ihm schnell ein und versuch ihn aufzumuntern und ihm aufzuräumen und so
und er freut sich immer um meinen bauch, weil da ist ja urenkelchen drin.

07.02.09 16:57
Nun, dann klär erst einmal, was dein Opa da genau liegen hat an Vollmachten.
Die Kündigung von Festgeldkonten steht ja sicher jetzt zunächst nicht im Vordergrund, im ungünstigen Fall braucht ihr dann eben das Betreuungsverfahren (Amtsgericht).
Hilfreich für die Erteilung der Pflegestufe ist auch ein Pflegetagebuch, in dem ihr mit Zeitangabe genau dokumentiert, was wann für die Oma gemacht wurde...übel, aber manchmal nötig.
Es ist ja abzusehen, dass dein Opa dies nicht längerfristig ganz allein schaffen kann, und ein Pflegedienst ist ohne Geld der Pflegekasse kaum bezahlbar.
Du wirst hochschwanger und dann mit Säugling auch nicht auf Dauer pflegen können.
Idee: Demenz-Wohngemeinschaften sind eine Alternative zum Altenheim.
Häufig werden auch Paare aufgenommen, vielleicht gibt es so etwas bei euch in der Nähe?
schlimm ist nur, dass mein bruder, mein vater, meine schwägerin und meine mutter nicht helfen. also mich und opa nicht unterstützen.
Hier ist noch Klärungsbedarf, warum keine Unterstützung aus dieser Richtung kommt. Oder weißt du dies? Wenn es zu privat ist, brauchst du natürlich nicht anworten.
Möglicherweise hilft ja ein Familienkaffeetrinken, um die Situation zu besprechen und Hilfen neu einzufordern.
Wer nicht pflegen kann /möchte, kann aber Kaffee trinken, einkaufen oder auch anders helfen.
Erstmal wieder und
,
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