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Burnout, wer hat es erlebt?

HDannac-MaIria hat die Diskussion gestartet


Ich bin soweit... und hätte nie gedacht, dass es soweit kommt. {:(

Die Warnsignale waren da, die Angst vorm Versagen und diese ständige Müdigkeit... Aber der Druck von außen: du musst das durchziehen, die brauchen dich und nach innen: ich schaff das schon, ich muss alles korrekt machen... typisch Helfersyndrom?

Jetzt ist es zu spät und ich bin so kaputt wie noch nie. Und noch immer sind da die Schuldgefühle gegenüber den Kollegen. Hab solche Angst, dass ich mich nicht wieder fange und was wird aus meinem Kind?

Wer von euch hat das schon erlebt und wie seid ihr wieder aus der Krise heraus gekommen?

Antworten
A/u,ria5ne


Gar nicht, ich steck vermutlich mitten drin. Mein Doc meint, ich solle zu einem Psychologen... Schon wieder, war erst vor kurzem in Behandlung wegen ritzen...

Aber ich wünsch dir viel Glück und das du da bald wieder raus kommst aus diesem "Loch". :°_

H)ainna-Mxaria


Mag sein, dass ich jetzt so richtig tief reingerutscht bin, weil ich auch seit 7 Monaten in Scheidung lebe. Das war am Anfang sehr stressig. Vor 2 Jahren starb mein Vater. Und immer nebenher arbeiten. Schuften bis zu 13 Stunden am Tag. Der Mann arbeitslos daheim und stinkenfaul... naja, jetzt nicht mehr. Und in der Firma immer mehr Personalabbau... Und inzwischen mehr als 200 Überstunden. Irgendwann ist der Kanal voll. Aber ich hatte jedesmal gegenüber den anderen mehr Schuldgefühle als gegenüber mir selbst... das ist es ja! %-| Selbst jetzt denke ich nur daran, wie werden die ohne mich klarkommen? Aber ich bin definitiv nicht mehr arbeitsfähig... {:( :°(

AOurNiane


Dann geh zum Arzt und lass dich krank schreiben. Machen die, wenn du einer Therapie zustimmst - meiner zumindest. Bringt mir zwar nichts, aber dir.

Den jetzt erst mal an dein Kind und an dich, das ist erstmal das wichtigste.

Hnanna-#MarYia


Krankgeschrieben bin ich schon. War ich im letzten halben Jahr auch schon 3x deswegen. Aber spätestens nach 10 Tagen denke ich dann immer, ich wäre blos eine Simulantin und geh wieder arbeiten. Mit dem Effekt, dass ich spätestens nach 6 Wochen in einem noch desolateren Zustand wieder bei meiner Ärtzin auf der Matte stehe, weil ich nur noch mit Schlaftabletten und Kaffee funktioniere... :|N

Awuriacne


Dann lass dich zu einem guten Psychologen schicken. Manchmal helfen die einem wirklich, ich ritze seit 2 Jahren nicht mehr.

L7acEhmxöwe


Geselle mich mal dazu, bin seit Dezember krank und warte auf einen Therapieplatz. Ich kann einfach nicht mehr, ist mir alles zuviel, nicht nur die Arbeit....

HManna-^Marxia


Neuester Stand:

Bin immernoch krankgeschrieben. War inzwischen beim Psychiater. Bekomme Opipramol und Citalopram. Schreckliche Nebenwirkungen... {:( Soll eine Psychotherapie machen und ne Reha bekommen. Aber immer wieder langes warten auf Termine... :-(

Beim Bluttest waren meine Schilddrüsenwerte total verändert. Nun kämpfe ich mit meiner HÄ, dass sie einen kompletten SD-Check machen läßt, weil evtl. Erschöpfung und Depressionen auch daher kommen... ???

L]acGhmöwxe


Ich bin jetzt seit 2 Tagen in einer Tagesklinik, habe unerwartet schnell einen Platz bekommen.

Opipramol und Citalopram

gibt es da nicht was besseres? SD gucken lassen ist wichtig, kann aber auch ein Psychater checken, oder? Bei mir wurden die Werte heute kontrolliert.

Eine Psychotherapie zu machen halte ich für sehr sinnvoll, denn meist ist man schon lange krank, bis man sich endlich dazu durchringt.

K&ali4AxRH+


Hallo Hanna-Maria,

ich bin 48 und hatte es auch mal, das war vor ca. 10 Jahren.

Es geht mir inzwischen wieder sehr gut, drum sag ich dir als erstes:

du kommst aus der Krise wieder raus! :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Ich bin Sozialarbeiterin und hab in der offenen Drogenarbeit gearbeitet, also ein ziemlich hartes Programm!

Ich war auf dem Trip: Hoho, so ein knallharter Job, aber ich schaff es! Darauf war ich sehr stolz und bins auch heute noch. Nur weiss ich heute, ich war über- engagiert! Klarer Fall von Helfersyndrom.

Wenn man so stressig arbeitet, braucht man ein absolut stabiles Privatleben.

Aber wer hat das schon, wer ist vor Schicksalsschlägen gefeit?

Als erstes wurde meine Mutter krank (Brustkrebs), und mein damaliger Partner hat mich null unterstützt, was anderthalb Jahre später zur Trennung führte.

Das war wie eine schreckliche Scheidung für mich, weil ich mich für diesen Mann wirklich entschieden hatte.

Der Umzug in eine neue Wohnung war für mich verdammt teuer, ich war komplett abgebrannt und- wurde noch dazu arbeitslos. Ich ging putzen und meine Mutter wurde immer kränker.

Mit meinen Geschwistern kam ich damals nicht gut klar, ewig gabs Zoff wegen der Mutter.

Eigentlich war mein ganzes Leben im Eimer, der reinste Trümmerhaufen. Frisch getrennt, pleite, die kranke Mutter und die streitbaren Geschwister, ich war toal erschöpft! Es lief einfach gar nichts mehr, das irgendwie erfreulich für mich war!

Irgendwann konnte ich wieder in der wenn auch sehr unerfreulichen Drobs anfangen und nahm das Angebot an, allein schon wegen meiner Schulden. Dort hatte ich mitmal nen neuen Kollegen, mit dem ich sehr eng zusammenarbeiten musste.

Der war aber seinerseits sehr labil und hat mich ewig mit seinen privaten Problemen belastet, die ich nicht hören wollte. Den musste ich erstmal betutteln, bevor er in der Lage war, auf die Junkies zuzugehen!

Da kam ich total auf den Turbo- Trip und dachte, ich wuppe den Laden auch alleine, wenns der Kerl da nicht schafft! Aber dann kriegte ich grässliche Panikattacken und Angstzustände, die ich mir nicht erklären konnte, ich kriegte kein Essen mehr runter, nahm 15 kg ab und klappte zusammen.

Eine Freundin hat mich zum Psychiater geschleppt. Der hat mir erstmal Tabletten (Insidon, ein leichtes Antidepressivum, das angstlösend und schlaffördernd wirkt) verschrieben und mir eine Verhaltenstherapie empfohlen.

Das hab ich auch angeleiert und eine sehr nette Therapeutin gefunden, die wissenschaftlich ziemlich auf der Höhe war mit sowas.

Die Therapie hat anderthalb Jahre gedauert, und obwohl der Doc wollte, dass ich die Tabletten noch länger nehmen sollte, hab ich die nach einem halben Jahr runterdosiert- immer mal eine weniger genommen.

Die Therapie hat mir SEHR gut getan.

Psychotherapie zu machen halte ich für sehr sinnvoll, denn meist ist man schon lange krank

ja, da hat Lachmöve wirklich recht!

Also ich kann dir eine Therapie jedenfalls bestens empfehlen.

In meinem Leben haben sich viele Sachen wioeder sehr gut entwickelt, wenn auch erst nach einiger Zeit:

Erstmal muss man sich erholen und dann wieder zu sich selber finden.

Da ist mir endlich mal klar geworden, wie ich über bestimmte Sachen tatsächlich denke!

Ich glaub du bist auf dem richtigen Weg.

Du hast dich ja schon mal von einer unpassenden Beziehung getrennt, und den Rest bekommst du auch noch hin. Nach und nach wird sich bestimmt alles wieder positiv für dich entwickeln.

Ich will dir Mut machen!

Meinen Soz- Job hab ich übrigens an den Nagel gehängt, damit ich in diese Mühle nicht wieder reinkomme. Ich jobbe mich so durch, mal hier, mal da, was ich persönlich aber viel besser finde, echt!

Und die anderen Kollegen von damals?

Die kommen na logo ohne mich klar *:) *:).

Denn meinen Dreck-Job wollte doch da eh keiner machen. Wer ausser mir Idiotin hat sich schon in ein schmuddeliges Café gestellt, wo nur vollgedröhnte, bis an die Zähne bewaffnete Junkies rumfallen und ihre Kampfköter aufeinander los lassen? Mannometer!

Tja das Warten auf die Termine kann man auch für sich persönlich nutzen.

1.Lass dich weiter schön krankschreiben. Nach 5 Wochen, geh mal paar Tage hin, und dann gehts wieder zum Doc, auf diese Art schindest zu schon mal Zeit.

2.Such dir möglichst bald deine Therapie.

Da gibts Wartezeit. Aber diese kannste halt nutzen, um dich einfach erstmal auszuruhen.

Das heisst: Regelmässig essen, regelmässig schlafen und etwas leichten Sport machen, z. B. mal schwimmen gehen, etwas laufen, Spaziergänge machen oder radeln!

Wenn der Burnout so akut ist, ist man u. U. kaum therapiefähig.

Ich konnte mich die meiste Zeit, als es mir so schlecht ging, kaum konzentrieren.

Eine Therapie kann phasenweise geistig sehr anstrengend sein, wenn man grade bewusst versucht, was im Seelenhaushalt zu verändern.

Ich hatte 4 Monate Wartezeit, und die fand ich sehr gut, da war dan ein günstiger Zeitpunkt, um mit der Therapie anzufangen.

Naja und das mit den SD- Werten ist auch abzuklären, sonst bringt die Therapie ja nichts, und die Beruhigungspillen auch nicht.

Ich glaube, bei dir ists ein Mix aus SD und Burnout, was ich aus deinen Schuldgefühlen ableite.

Mit ner guten Therapie kannst du damit mal aufräumen, dann geht es dir bald besser, wenn du dich nur mal traust.

du schaffst das! @:) @:) @:) @:) :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Die Daumen drückt dir

L<achmöpwxe


So, ich habe jetzt letzte Woche einen Therapieplatz in einer Tagesklinik bekommen. Bin ich froh, dass ich dort bin. Außerdem bin ich nun wild entschlossen, beruflich etwas zu verändern, hoffentlich wird mir das auch gelingen, ich habe ja seit 16 Jahren keine Bewerbung mehr geschrieben :-/

Ich werde mir aber Zeit lassen.

KaliARH* Helfersyndrom, tja, wer in einem sozialen Beruf kann da nicht ein Lied von singen. Dabei wird schon in der Ausbildung auf die Gefarhen hingewiesen, z.B. dass man sich nicht selber überschätzen darf. Auch der Irrglauben, ich reiß mich zusammen und ich schaff das schon sind nicht die besten Begleiter. Aber das in der Luft hängen ist etwas, was ich nicht so gut aushalten kann. :-/

pshilkip10


Hallo,

ich hatte schon mehrere Burnouts,bin Krankenschwester und auch nicht totzukriegen.Ich mach auch solang bis gar nichts mehr geht. :-/ Kann dich gut verstehen,aber kann dir keinen Rat geben. :-/

L.G.

Kdali%ARH+


@ Lachmöve

Jaja, vorm Helfersyndrom wird man im Studium gewarnt, aber es ist nicht so einfach, die Grenzen auszuloten, ab wann es bei einem selber dazu kommt. Da hat ja jeder unterschiedliche Kapazitäten.

Meine waren nicht grade unerheblich, aber irgendwann sind mir die Relais durchgeschmurgelt!

Seitdem hab ich keine mehr in Sachen Helferlein:

Ich werd nie mehr als bezahlter Helfer losziehen, sondern nur noch freiwillig und aus echtem Erbarmen mit der Kreatur was für andere tun, ob für Tier oder Mensch.

Und zwar, ohne dafür etwas zu erwarten bzs. erwarten zu müssen. Das versetzt mich in die Lage, mir und auch anderen (!!!) Grenzen zu setzen.

das in der Luft hängen ist etwas, was ich nicht so gut aushalten kann.

.. ich vermute, mit "in der Luft hängen" meintest du die Wartezeit, bis zur Therapie?

Dass du entschlossen bist, deine berufliche Situation zu verändern, finde ich toll, ich drück dir total die Daumen, dass es klappt.

Das kann total helfen, wenn man in einem Job für sich hin pluckst, wo viel gemobbt wird.

Ich hatte auch Jobs mit netten Teams, leider wurden die Verträge nicht verlängert, sonst wär ich da geblieben.

Bevor ich wieder in einer Einrichtung anfange, die einem nur wieder die Soz- Mühle bietet, jobbe ich mich lieber so durch.

Muss ich ehrlich sagen- ich bin kuriert! Auf einen weiteren Burnout würde ich nicht noch mal sehenden Auges zurauschen.

Ich wünsch dir alles Gute und dass deine Therapie dir so gut tut, so wie mir meine!

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

LG

LDachQmöwe


Danke für deine Wünsche :-)

Ich bin zur Zeit in einer Tagesklinik. Mit dem in der Luft hängen meine ich sowohl das Bangen um einen nahtlosen Anschluss an eine ambulante Therapie als auch die Angst ohne Job in der Luft zu hängen. Normalerweise ticke ich so, dass ich mich mehrfach absichere. Naja und das mit dem Job muss ich noch abwarten, bis meine Therapie abgeschlossen ist. Erst dann werde ich dahingehend aktiv. Ich muss erstmal wieder lernen, Bewerbungen zu schreiben oder ein Vorstellungsgespräch üben. Ich spiele schon mit dem Gedanken mich irgendwo zu bewerben mit dem Hintergedanken, nur das Vorstellungsgespräch zu üben und gar nicht den Job anzunehmen. Ich habe nämlich eine ziemlich genaue Vorstellung, wo ich in ein paar Monaten arbeiten möchte. Ich weiß, das ist nicht gut, sich auf eine Sache zu versteifen aber ich will es weigstens versuchen.

K]aliAfRxH+


Hallo Lachmöve!

Vorstellungsgespräche üben ist keine so schlechte Sache, das hab ich auch schon mal gemacht: allerdings, um mich elegant rauszuwinden, wenns eng wird ;-) denn ich will ja in meinem Job nicht mehr arbeiten und die meisten Bewerbungen als Soz schreib ich einzig, weils Arbeitsamt mich dazu verpflichtet.

habe nämlich eine ziemlich genaue Vorstellung, wo ich in ein paar Monaten arbeiten möchte

... das ist doch sehr gut :)^! Ich drücke dir die Daumen, dass du es so hinbiegen kannst, wie du es dir vorstellst.

Denn wer hat schon einen Job, wo er auch genau hin will?

das ist nicht gut, sich auf eine Sache zu versteifen

... nur weil man etwas gern will, hat man sich doch noch lange nicht absolut drauf versteift?

Ist doch besser, als was x- beliebiges anzunehmen und es dann zu bereuen, ne.

Job und Therapie zusammen wär ein ziemlicher Kraftakt- daher find ichs auch sinnvoll, dass du erstmal deine Therapie machen willst.

Naja, und der Zeitraum, bis du nen Therapieplatz hast, den kannste ja auch sicherlich mit dem Üben der Sachen nutzen, die du evtl. in der Tagesklinik schon lernen kannst. Verhaltensänderungen brauchen ihre Zeit- weil man ja mitunter auf die spezielle Gelegenheit dazu warten muss, bis sich mal eine dazu passende Situation ergibt, in der man mal was Neues probieren kann!

Und wenn man sich dann anders verhalten hat, findet man das sehr anstrengend, und dann brauchts wieder Zeit, um die Ergebnisse auch sacken zu lassen.

Find ich jedenfalls. Ich hab meine Therapiephase intensiv genutzt für solche Sachen.

die Angst ohne Job in der Luft zu hängen

... hm, ich leb sehr bescheiden und na logo hab ich meine Finanzlücken, auch Hartz IV- Phasen sind dabei. Aber meine letzten Fest-Jobs als Soz habe ich als sehr beengend, erschöpfend und fast bedrohlich empfunden, (schon aufgrund der Klientel) so dass ich es persönlich eher als befreiend empfinde, keinen festen Job zu haben, vor allem, keinen festen Soz- Job. Gibts mal keinen kleinen Job mal hier, mal da, dann gibts eben keinen. Das fand ich früher ganz scheusslich, aber mittlerweile hat es für mich auch Qualitäten. Seit ich nicht mehr so in der festvertraglichen Arbeitsmühle hänge, geht es mir persönlich viel besser. Ich brauch eh öfter mal eine Pause, damit ich nicht wieder anfange, an der Orgel zu drehen!

Drum schick ich dir wieder ein Büddel :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

damit du deine Pläne auch umsetzen kannst und- damit dir für den Fall aller Fälle auch ein Plan B einfällt ;-), der akzeptabel für dich ist.

LG *:) @:)

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