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Will keinen Cent für meinen Vater ausgeben

dfarzkw(ater hat die Diskussion gestartet


Der Threadtitel ist bewusst provokant gewählt, weil es mir wirklich ernst ist und ich nicht weiß, wie ich mich fühlen und was ich machen soll.

Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich im Kleinkindalter war.

Für teures Elektrospielzeug und Partys hatte mein Vater immer Geld, Eintritt für den Zoo hatte er nie über..

Zu Weihnachten und zum Geburtstag hat er mir nur Ramsch geschenkt, wenn er mal daran gedacht hat.

Mein Vater hat sich wo es ging um seine Verantwortung gedrückt.. Er hat mich permanent versetzt, kam manchmal Stunden zu spät um mich abzuholen, ist mit mir statt in den Park in die Kneipe (!) gegangen, hat nach der Scheidung niemals Unterhalt gezahlt, aber schwarz gearbeitet..

Als ich ihm das ein mal nachweisen konnte, habe ich ihn gleich verklagt und ein paar hundert Euro "gewonnen".

Meiner Mutter und mir ging es finanziell immer schlecht, da der Unterhalt gefehlt hat.. Sie wollte aber nicht auf Sozialleistungen angewiesen sein und hat immer viel gearbeitet (zum Teil 3 Jobs gleichzeitig), was uns viel gemeinsame Zeit gekostet hat.

Mein Vater war nie wirklich für mich da, kennt mich nicht und heute, mit Mitte zwanzig, kann ich ihn einfach nicht mehr ernst nehmen.

Klar, er ist mein Erzeuger und an sich auch ein netter Mensch, aber als Vater hat er auf ganzer Linie versagt und wird das auch niemals wieder gutmachen können.

Als wir uns mal aussprachen, sagte er, er habe sich nie ein Bild von mir in die Wohnung gestellt, weil ihn das an seine Pflichten erinnert hätte :-|

Im Verwandtenkreis erlebe ich gerade, wie ein Elternteil zum Pflegefall wurde und dessen Kinder nun für seine Heimunterbringung aufkommen sollen. Da ist mir bewusst geworden, dass mir das ja auch drohen könnte.

Der Gedanke macht mich stinksauer. Er hat es nicht verdient, dass ich auch nur einen Cent für sein Wohlbefinden etc. ausgebe. Wenn er sich nicht wie ein Vater verhält, spiele ich sicher nicht die pflichtbewusste Tochter.

Kann ich das später irgendwie umgehen?

Es ist mir ernst.

Antworten
PGrinzoess84


Liebe darkwater,

dein Vater ist so ein ähnliches Exemplar wie meiner... Ich habe eine ähnliche Geschichte mit ihm erlebt.

Ich meine, bin mir da aber nicht zu 100% sicher, dass man als Kind nicht für seinen pflegebedürftigen Elternteil aufkommen muss, wenn dieser nachweislich sich ebenfalls nicht/kaum um dich gekümmert hat.

Hast du eine Rechtsschutzversicherung oder geringes Einkommen? Dann kannst du dir (bei geringem Einkommen) einen Beratungshilfeschein beim Amtsgericht holen und dich dann für 10 Euro beim Anwalt beraten lassen.

Du brauchst auch deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben. Man kann sich seine Eltern leider nicht aussuchen und manchmal ist es besser, wenn man keinen Kontakt mehr hat. Das schont die Nerven. Den einzigen Kontakt, den ich noch zu meinem Vater habe, ist der Brief mit den Bafög-Unterlagen, den er einmal im Jahr bekommt.

Und ganz ehrlich: "nur" weil er dein biologischer Vater ist, muss du dich nicht später abschuften, damit er Pflege bekommt. So wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus.

S/aPnj/a-


Schei...

Beim lesen kam es mir alles sehr bekannt vor, aber an den Sachverhalt, das ich vielleicht mal für ihn zahlen muss, habe ich noch gar nicht gedacht. (Als ich noch nicht verheiratet war und keine Kinder hatte habe ich mir mehr Gedanken gemacht wie ich es verhindern kann, dass er meine Ersparnisse erbt!) Deshalb habe ich keinen Ratschlag, kann dich aber gut verstehen und hoffe auch auf einige Antworter hier mit Ideen oder Ahnung.

Lieben Gruß,

FzallenNAngwel4xu


rein rechtlich ist es so, dass man nicht für ein pflegebedürftiges elternteil zahlen muß wenn man selber keinen unterhalt bekommen hat.

das weis ich vom jugendamt, denn ich will auch nicht das mein sohn mal für seinen erzeuger zahlen muß.

P$rin&zewss8x4


Mein Vater hat jahrelang immer viel zu wenig bezahlt, ich hoffe, dass gilt auch...

Asulgustxus


Das kenne ich irgendwo her, einige Sachen sehr ähnlich, andere wiederum etwas anders aber auch scheisse...

Er hat wieder geheiratet, ich hoffe das hilft mir im Fall der Fälle. Ansonsten muss ich mir was einfallen lassen, dass ich Pleite bin :D.

n=anexK


Hey,..

deine Geschichte ist fast haargenau so wie meine...

Mein Vater hat die gleiche Scheiße gebaut und nie Unterhalt gezahlt und dann auch noch eine hinterlistige Frau geheiratet, die alles getan hat um uns beide auseinander zu bringen..

Naja...

Im endeffeckt habe ich Ihn dann 2 Jahre nicht gesehn...Er ist mir total fremd geworden und ich habe Ihn verflucht...Ich konnte Ihn einfach nicht ab...weil er sich von seiner Frau so um den Finger wickelns ließ..

Jetzt ist er Tot...Ich hasse diesen Satz...: Ich war 15 als mein Vater gestorben ist..

Im Februar ists passiert...und ich würde alles dafür tun um die Zeit zurück zu drehen und mit Ihm zusammen zu sein...

So wirds bei dir bestimmt auch sein... :)z

a_lleLi/eben.EPs


er ist mein Erzeuger und an sich auch ein netter Mensch, aber als Vater hat er auf ganzer Linie versagt und wird das auch niemals wieder gutmachen können.

Als wir uns mal aussprachen, sagte er, er habe sich nie ein Bild von mir in die Wohnung gestellt, weil ihn das an seine Pflichten erinnert hätte

"...auch ein netter mensch..."

find ich dann schon ne bemerkenswerte aussage, und dass ihr euch aussprechen konntet auch... wenns auch scheinbar ne ergebnisoffene aussprache war..

vielleicht gibts nochmal eine oder mehrere solcher aussprachen?!

s:usanxni


Die Pflegekassen sind krasser als das Finanzamt. Die greifen sogar zu Lebenspartnern durch, auch wenn man nicht verheiratet ist. Wenn Du keinen Kontakt mehr zu ihm hast lässt sich da evt. was machen (aber optimiisch wär ich da auch nicht). Wenn er verantwortungsvoll wäre, dann würde eine priv. Pflegeversicherung für sich abschließen. Wenn Du nichts hast, dann kann man nicht holen, aber wenn Du was hast, dann ist Erbe weg, Besitz weg, Einkommen weg.

So ist es leider. Und auch wenn man ein gutes Verhältnis hat zu seinen Eltern, monatlich ca 2 Mille abdrücken fürs Pflegeheim das tut jedem weh.

Zeebi


Naja, damit man überhaupt was zahlen muß, müßte man schon recht gut verdienen. Für den Elternunterhalt (das wäre auch das Stichwort, unter dem Ihr Euch mal begoogeln könntet) sind die Selbstbehaltgrenzen wesentlich höher, als die für den Kindesunterhalt.

Daß man auch auf Lebenspartner sollte durchgreifen können, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Meiner Meinung gibt es da juristisch keinerlei Anspruch, da es zwischen dem Lebenspartner des Kindes und dem Elternteil ja per se keine rechtliche Verbindung gibt. Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, daß irgendwelche Ämter es erstmal versuchen - die Bescheide der Argen sind ja schließlich auch oft falsch.. :=o

J<asmiGnda7x5


Eine Freundin von mir hat sich von ihrem Stiefvater adoptieren lassen, damit sie nicht für ihren leiblichen Vater aufkommen muss. Kein Witz.

Egal ob sich eure Väter um euch gekümmert haben oder nicht, wird er zum Pflegefall oder stirbt er, belangt man euch für die Kosten. So war es noch vor einigen Jahren, es sei denn, es hat sich zwischenzeitlich geändert.

Wenn ihr allerdings selbst Schulden und/oder ein geringes Einkommen habt, kann man euch für die Kosten, z. B. Pflegeheim, nicht belangen.

d5arkwXaJter


Danke für eure Antworten :)z

Ich dachte mir schon, dass ich mit meiner Geschichte nicht ganz alleine bin.

Ich hatte nach meiner Unterhaltsklage den Kontakt nach ca. 5 Jahren wieder aufgenommen, da er krank war und ich mir dachte, dass es blöd wäre, wenn mein Vater irgendwann stirbt und ich ihn gar nicht mehr gesehen habe.

In besagtem klärenden Gespräch hat er zugegeben, dass er alles falsch gemacht hat, meinte aber auch "das man jetzt eben nichts mehr ändern kann". Da mag er recht haben, das entschädigt mich aber nicht für 20 Jahre Nichtbeachtung..

@ FallenAngel4u:

Hm, Jugendamt.. Stimmt, es liegt nahe, da zu fragen.. Die haben in meinem Fall ja auch jahrelang versucht, den Unterhaltsvorschuss vom meinem Vater zurückzuholen. Er hat aber bewusst nie offiziell gearbeitet, damit das nicht passiert :|N

@ naneK:

Ich wünschte, ich hätte solche "tocherlichen" Gefühle, aber so nett er auch ist, unterschwellig bin ich einfach nur wütend über seine Verantwortungslosigkeit und Unreife. Da sind noch so viele Dinge vorgefallen, die hier nicht herpassen.. Meine Mutter wird heute noch wütend, wenn sie seinen Namen hört.

@ alleLiebenEs:

Mittlerweile sehen wir uns alle paar Monate. Aber es wird niemals "gut für mich" werden. Ich nehme das so hin, gucke was kommt, aber er wird für mich immer ein "abschreckendes Beispiel" sein und keine Vaterfigur.

@ susanni:

Er hat zehntausende Euro Schulden und arbeitet seit über 20 Jahren nicht mehr.. Der hat garantiert null vorgesorgt. Das Erbe werde ich auch ausschlagen, bin ja nicht wahnsinnig..

s^ucsanxni


@ Zebi

Meinst du mit recht gut verdienen die 1200 bis 1400 € Selbstbehalt (je nach Kommune), und alles darüber hinaus entbehrt man dann gerne? 1700 und ca 500 gibt man ab.

Was einen eingetragenen Lebenspartner angeht, bin ich nicht Deiner Meinung.

Außerdem: Wenn der Partner gut verdient und sie bleibt zuhause und versorgt die Kinder, so hat die Hausfrau doch eine Art Einkommen durch den Versorger, oder?

Aber das muss man dann wohl mit den Pflegekassen direkt klären , um sicher zu sein. Anwaltliche Hilfe ist wohl ratsam wenn ein solcher Brief kommt.

s^usannxi


@ Darkwater

Tut mir leid für Dich, meine Mutter war nicht besser. Ich habe da auch immer gedacht, für die bazhl ich keinen Cent, da sie nicht mehr lebt ,wird das auch nicht mehr passieren.

tiobMfiscxh


Man kann sich von seinem Elternteil unter gewissen Umständen "lossagen", dass würde dich vor Unterhaltszahlungen ihm gegenüber bewahren. Woran du aber nicht vorbei kommen würdest, wären Bestattungskosten, sollte er versterben und sonst niemand für seine Beerdigung aufkommen.

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