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Alzheimer: künstliche Ernährung ja oder nein?

SLchn`eemman2n6x4


Hat Schneemanns Mutter noch Lebensqualität

Ist das überhaupt noch "leben"? Ist das überhaupt noch ein Leben?

kOl,eineBer*ta83


Ich versteh das schon und es ist tatsächlich wie du, Schneemann, schreibst:

Das ist, wie die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

Ich hab selbst mal ein einem Pflegeheim für Alzheimer- und Demenzkranke gearbeitet und auch da viele gesehen, die nur vor sich hinstarrten.

Auf der anderen Seite haben sich die alten Leute viel miteinander (und der Ergotherapeutin) beschäftigt und spiele gespielt und erzählt. Denkst du nicht, dass sich deine Oma da irgendwie mit einfinden kann? Mitte 60 ist doch weiß Gott noch kein Alter. :-o

Man weiß halt leider nicht, was in solchen Menschen vorgeht. :-/

D ieKrxuemi


Denkst du nicht, dass sich deine Oma da irgendwie mit einfinden kann? Mitte 60 ist doch weiß Gott noch kein Alter. :-o

meine schwer Alzheimerkranke Mutter ist auch noch keine 70 Jahre alt- und ich nenne es immer den Fluch des jungen Alters. Denn zum einen wurde ihr viel Lebenszeit, die sie bewußt wahrnehemn kann, durch die Krankheit geraubt, aber zum anderen sind zum teil Ärzte und Pflegende aufgrund ihres jungen Alters übermotiviert, ihr Leiden unnötig zu verlängern.

Sie hat seit 6 Monaten nicht mehr gelächelt

Sie sagt nur: ich will sterben, ich habe Angst, es ist zu dunkel7laut etc--also hat sie nur noch negative Emotionen

sie sieht immer unendlich traurig aus

sie erkennt niemanden mehr

nun will sie seit Monaten nichts mehr essen

Soll ich sie zum Leben zwingen, weil sie so jung ist??

S5chneem+anxn64


@ kleineBerta83

Nein, sie beteiligt sich an nichts, an keinen Spielen und schon gar nicht an Gruppenaktivitäten. Sie zieht sich nicht einmal allein an oder steht allein auf. Auch wäscht sie sich nicht allein oder selbstständig. Sie hat nahezu komplett alles eingestellt. Sie würde sicher von allein nur noch im Bett liegen und darauf warten, für immer einzuschlafen.

Und das soll ich verlängern ???

k:leinjeBerxta83


Soll ich sie zum Leben zwingen, weil sie so jung ist??

Find ich nicht :-/ soweit sie noch selbst ihren Wunsch äußern kann.

zum anderen sind zum teil Ärzte und Pflegende aufgrund ihres jungen Alters übermotiviert, ihr Leiden unnötig zu verlängern.

Da versteh ich beide Seiten. Deine als Tochter und die der Pfleger/Ärzte. Für dich ist es schlimm sie leiden zu sehen, für die anderen wäre es psychisch vielleicht nicht tragbar, eine Person zum Sterben "zu helfen". Schwieriges Thema und leider wird das Thema "aktive Sterbehilfe" noch viel unter vorgehaltener Hand diskutiert.

Und das soll ich verlängern ???

Ja und nein. Wie gesagt, in so einem Fall würde ich es evtl. versuchen. Aber wenn der Arzt schon die Medis abgesetzt hat... :|N Ich hätte immer die Hoffnung, dass man den Menschen vielleicht wieder etwas motivieren kann. Haben damals auch solche gehabt, die sich total haben hängen lassen aber nach ein bißchen Gesellschaft unter den anderen Leuten haben sich so einige wieder etwas aufgerappelt. Aber jeder ist anders. :)*

S\ün txje


schneemann

wäre ich an deiner Stelle, ich würde mir den Mut wünschen, die PEG abzulehnen.

Ich sehe als Krankenschwester wie lange Menschen damit leben, körperlich gut ernährt werden, Diabetes ist im Griff (so vorhanden), Wundliegen durch Mangelernährung scheidet aus......

kurz, die Menschen sind fit damit. Der Körper wird mit allem versorgt was er braucht. Und weniger Zeit seitens des Pflegepersonals braucht es auch, mal eben zack die Tüte anhängen, kein aufwändiges Essen anreichen, keine Ansprache dabei......

nein, ich würde so ein Leben für meine Eltern nicht wollen und so schwer die Entscheidung fiele, ich würde mir den Mut dazu wünschen und sie ablehnen.

@ Pflegetussi,

die plötzliche Unruhe der Patientin kann schon sehr gut durch den Apo entstanden sein, nicht wahr?

SspiLnatwa{chtel


Hallo Schneemann,

ich habe einen Buchtip für Dich

"Ich hab Alzheimer" von Stella Brahm.

Meine Schwiegermutter und mein Schwiegervater sind daran gestorben. Sie hatten eine Patientenverfügung. Keine Sonde.

Meine Schwiegermutter hat das Essen eingestellt. Trotzdem haben wir kleinste Mengen Fruchtbrei u.Ä. gefüttert. Einfach für den Geschmack. Schlucken konnte sie nicht mehr. Sie ist friedlich gestorben. Einfach verlöscht.

Ich habe in meiner Patientenverfügung: Keine Magensonde. Früher hat ein Sterbender das Essen eingestellt und ist gestorben. Wichtig ist so lange es geht die Versorgung mit Flüssigkeit durch die Vene. Und durch die häufige Benetzung des Mundes. Der Durst ist noch lange da. Da kann man helfen.

Und gegen Schmerzen ebenfalls. Demenzkranke haben Schmerzen. Sie können sich nur nicht mehr äussern.

Lies das Buch!

Was würdest Du Dir wünschen in so einer Lage?

Alles Gute!

SMchneePmannx64


Danke für den Buchtipp und auch an alle Anderen: Danke für's Äußern. :)*

Was ich mir wünschen würde? Wäre ich in der Situation und könnte (von außerhalb) entscheiden, würde ich nicht mehr leben wollen und endlich meinen Freiden machen (dürfen). Denke ich. :-/

FQroLttee\furxie


Bei uns im Pflegeheim wird es so gehandhabt,dass wenn eine PEG abgelehnt wurde,die Bewohner noch so lange wie "möglich" oral ernährt werden.Ist keine Nahrungs-/Flüssigkeitsaufnahme mehr möglich,bekommen sie subcutan Infusionen (also unter die Haut).Das ist keine Lebensverlängerung,der Körper erhält nur kleine Mengen Flüssigkeit.ICH habe damals gelernt (wenn ein Mensch im sterben liegt und dies mental noch aktiv mitbekommt) ihm zu sagen,das Trinken (auch nur in kleinen Mengen) sein Leben nicht verlängert,sondern "das Sterben einfacher macht",da kein starkes (sehr unangenehmes) Durstgefühl aufkommt.

Bewohner die im Sterben liegen erhalten meist(je nach Hausarzt) Morphinpflaster.Sterben darf jeder,leiden muß niemand.

Wie schon jemand sagte "wie sind früher die Menschen gestorben"?Kein Essen mehr,kein Trinken mehr,sterben.In Frieden,Selbstbestimmt und in WÜRDE.

Wir haben als Beispiel eine Bewohnerin die seit SECHS Jahren unbeweglich im Bett liegt.Sie kann sich nicht mehr bewegen,nicht mehr artikulieren.Und der Körper wird am Leben erhalten....durch eine PEG.

Weder meine Großeltern noch meine Eltern möchten später (falls es so kommen sollte) eine PEG.Und dieser Wunsch ist quasi der Letzte,den ich ihnen noch erfüllen kann.

DxieK/ruxemi


ch sehe als Krankenschwester wie lange Menschen damit leben, körperlich gut ernährt werden, Diabetes ist im Griff (so vorhanden), Wundliegen durch Mangelernährung scheidet aus......

kurz, die Menschen sind fit damit. Der Körper wird mit allem versorgt was er braucht. Und weniger Zeit seitens des Pflegepersonals braucht es auch, mal eben zack die Tüte anhängen, kein aufwändiges Essen anreichen, keine Ansprache dabei......

Das ist ein wichtiger Punkt! Ich arbeite in einem Großklinikumm und ich WEISS, dass PEG-Sonden viel zu schnell gelegt werden, nur damit das zeitaufwändige Nahrung-Anreichen incl. ständige Ermunterung zum Essen entfällt. Gleiches findet man in vielen Heimen. Das kann man auch kaum zum Vorwurf machen, da die Personaldecke einfach so dünn ist, dass die Zeit fehlt, dass sich eine Schwester mit einer Patientin 1 Std. hinsetzt, um ihr Nahrung anzureichen. Bei meiner Mutter hatten wir für einige Zeit (solange sie wenigstens mit Ermunterung etwas gegessen hat) einen Ring aus Freunden und Familie organisiert, zu den Mahlzeiten kamen immer Leute vorbei, die Mutti zum Essen ermuntert haben.

AJmyDgdaJlxla


Eine schwere Entscheidung :°_

Ich habe diesen Artikel aus dem Jahr 2008 im Deutschen Ärzteblatt gefunden. Vielleicht helfen Dir die dort vorgestellten Studienergebnisse bei Deiner Entscheidungsfindung?

[[http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=59132]]

Viel Kraft :)*

S!chXnee(manOn64


Flüssigkeit wird wohl sowieso gereicht. Darüber kann man nicht entscheiden. Wir haben mit dem "Verhungern lassen" ein probem. Wobei es mir zumindest jetzt schon hilft zu hören, daß man da mit Medikamenten (Morphinpflaster) zumindest den Schmerzen/Leiden entgegenwirken kann.

Wir haben als Beispiel eine Bewohnerin die seit SECHS Jahren unbeweglich im Bett liegt.Sie kann sich nicht mehr bewegen,nicht mehr artikulieren.Und der Körper wird am Leben erhalten....durch eine PEG.

Das will ich ihr ganz sicher nicht antun. Dann bin ich lieber an ihrem Tod schuld!

AFmypgdallxa


Wir haben mit dem "Verhungern lassen" ein probem.

In dem von mir geposteten Artikel steht etwas darüber, wie das "Verhungern" von den Betroffenen wahrscheinlich wahrgenommen wird. Nachdem ich das gelesen habe, ist meine Entscheidung, ein Nein zur PEG in meine geplante Patientenverfügung aufzunehmen, noch sicherer geworden.

spmile-B4-me


Eine PEG bei fortgeschrittener Demenz, das ist schon eine schwierige Frage. Ich habe in meinem Beruf schon einige gesehen, denen die PEG das Leben gerettet hat, die dadurch wieder auf die Beine kamen und dann auch ohne Sonde wieder ganz normal weiterleben konnten. Bei Demenz in einem fortgeschrittenen Stadium stehe ich rein vom Bauchgefühl her auch auf einem anderen Standpunkt:

Die Krankheit schreitet ja permanent weiter voran und ein Demenzkranker im Endstadium ist letztlich wieder wie ein Säugling. Für meine Diplomarbeit war ich in der Schweiz in einer Einrichtung, die demente Menschen im Endstadium nach einem besonderen Konzept pflegen und betreuen und es hat mich sehr mitgenommen...es war im Grunde eine Kinderstation für Erwachsene und ich hab mich gefragt, ob das noch viel mit Würde zu tun. Nicht von seiten der Pflege, die Pflege und Betreuung war optimal, ebenso die Umgebung. Aber der Mensch an sich, völlig hilflos und die meisten nur noch Laute von sich gebend in einem Gitterbett. Sie wirkten so abseits dieser Welt, man konnte teilweise nicht mal mehr erahnen was in ihnen vor sich geht.

Wirklich Sinn macht eine PEG bei dieser Erkrankung meiner Meinung nach nicht. Denn die Chance auf Besserung des Gesundheitszustandes ist nicht gegeben. Andererseits muss man sich fragen, ob man dabei zusehen kann und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, wie ein geliebter Mensch verhungert und verdurstet. Das kann auch wirklich unschön sein dabei zusehen zu müssen. Und es kann auch eine große Qual für den Angehörigen bedeuten, ebenso für den Pflegebedürftigen.

Ich würde mich darüber informieren, was mich und meinen Angehörigen erwartet, wenn ich mich gegen die PEG entscheide.

DhieK,ruexmi


Ich würde mich darüber informieren, was mich und meinen Angehörigen erwartet, wenn ich mich gegen die PEG entscheide.

Der Punkt ist doch aber: man entscheidet nicht für den Angehörigen, sondern man sollte in seinem Sinne entscheiden. Also sich die Frage stellen: Was hätte meine Mutter/mein vater für sich gewollt?

Ist man bei der Frage unsicher, sollte man mit Freunden der Betroffenen Person reden, denn oft sprechen Menschen über dieses Thema nicht mit den Kindern, sondern mit Gleichaltrigen.

es geht nicht darum, ob man selbst loslassen kann/will oder nicht oder was man selbst will!

Und das macht die Entscheidung oft leichter, manchmal aber auch schwerer.....

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