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Alzheimer: künstliche Ernährung ja oder nein?

T6apxs


Hallo jerin,

leider wird Dir hier niemand helfen können.

Du kannst nur versuchen so zu handeln, wie deine Mutter es gewollt hätte.

Aber die Entscheidung musst Du ganz allein treffen, so wie Du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst.

Alles Gute!

TFa]ps


@ lina60101

Du schreibst

Ich verstehe nicht, warum Du eine Entscheidung treffen musst. Du hast keine Patientenverfügung

Wenn ich jerin richtig verstanden habe, ist sie doch die vom Gericht eingesetzte Betreuerin?

LHina600101


Eine Betreuerin hat nur eine Generalvollmacht Geschäftsprozesse abzuwickeln.

Das beinhaltet aber nicht die Entescheidung, die medizinische Versorgung angeht.

Eine Patientenverfügung kann nur die betroffene Person verfügen und das muss sie zu einem Zeitpunkt tun, an dem man ihr 100% geistige Zurechnungsfähigkeit testieren kann.

Leider ist das so und wenn man Lehren daraus ziehen soll. Wer auch immer das liest.

Leute, auch wenn ihr noch jung seid.....Macht eine Patientenverfügung! Das kann man für relativ viel Geld beim Notar machen oder aber kostenfrei aus dem Internet downloaden (z.b. von wiso.de)

dann eigenhändig unterschreiben und vom Hausarzt bestätigen lassen.

Ich bin keine Rechtsexpertin!!! aber ich bin ziemlich sicher, dass es korrekt ist was ich schreibe, lasse mich aber gern in dem einen oder anderen Punkt belehren. Wir haben diese Situation hier auch durchlebt und deswegen verstehe ich die Verzweiflung hier sehr, sehr gut.

Mensch ist das ein trauriges Thema am Morgen....puhhh

dKanifIlex


@ Lina60101

1) Was du zur angeblichen Verpflichtung von Ärzten schreibst, "alles" zu tun, ist nicht richtig. Ein Arzt ist zunächst einmal an den Willen des Patienten gebunden und darf nichts unternehmen, was diesem zuwiderläuft, auch wenn er selbst es für falsch hält. Eine künstliche Ernährung gegen den Willen des Patienten stellt juristisch eine Körperverletzung dar und ist strafbar.

Das Problem ist nun, den Willen des Patienten herauszufinden, wenn dieser sich nicht mehr äußern kann. Hier muß der Arzt, sofern nicht eine Situation (z.B. akute Lebensgefahr nach einem Unfall) sofortiges Handeln erfordert, den mutmaßlichen Willen des Patienten zusammen mit Bevollmächtigten, Betreuern oder Angehörigen herauszufinden versuchen und danach handeln. Eine zu gesunden Tagen erstellte Patientenverfügung kann hier äußerst hilfreich sein, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Besteht Übereinstimmung zwischen Arzt und Bevollmächtigem/Betreuer/Angehörigen, daß eine bestimmte Maßnahme vom Patienten wahrscheinlich gewünscht/nicht gewünscht worden wäre, ist die Einschaltung des Vormundschaftsgerichts nicht mehr erforderlich. Das Vormundschaftsgericht kommt nur dann ins Spiel, wenn diesbezüglich keine Einigkeit hergestellt werden kann.

Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre von §§ 1901a und 1901b BGB, die erst im September 2009 neu gefaßt worden sind.

Allerdings ist es in der Praxis auch nicht selten so, daß große Unsicherheit in den Kliniken besteht und Ärzte oftmals dazu neigen, Maßnahmen unter rein medizinischen Gesichtspunkten (unter Vernachlässigung der angesprochenen ethischen Fragen) durchzuführen. Teilweise verständlich, weil auf der anderen Seite wieder eine unterlassene Hilfeleistung vorliegen kann. Hier muß dann doch wieder das Vormundschaftsgericht entscheiden, indem es den mutmaßlichen Willen des Patienten anhand früherer Äußerungen usw. ermittelt.

2) Was eine Betreuerin darf, ergibt sich aus der gerichtlichen Bestellung. Das kann die Regelung von Vermögensfragen sein, es kann aber auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht (also Aufnahme in Pflegeheimen etc.) und das Einwilligungsrecht in medizinische Behandlungsmaßnahmen umfassen.

d8anixflex


@ jerin

Das ist für dich eine sehr, sehr schwierige Entscheidung. Denke bitte immer daran, daß hier letztendlich der Wille deiner Mutter, wie sie ihn zu gesunden Tagen geäußert hat, entscheidend ist. Aus der Ferne wird dir hier leider keiner die Entscheidung abnehmen können. Versuche diesen Willen zu erforschen und handele dann danach. Laß dich von Ärzten beraten, aber dir nichts einreden oder aufdrängen. Da hier ethische Fragen ins Spiel kommen, kann vielleicht auch das Gespräch mit einem Seelsorger oder jemandem vom Sozialdienst des Krankenhauses sinnvoll sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß hier eine solche Zeitnot besteht, daß eine Entscheidung unbedingt innerhalb von ein bis zwei Tagen getroffen werden muß.

Alles Gute!

jOerxin


Danke an Euch allen,es hilft schon wenn man wenigstens einpaar Meinungen hört,da man ja hin und her gerissen ist.Ja bin als Betreuer Gerichtlich eingesezt und bin für alle Sachen ob Finaziell,Aufenthaltsbestimmung u.s.w.ebend komplett für alle Regelungen bestimmt.Der Arzt hat mir durch die Blume mitgeteilt,daß er im Prinzip bei ihr auch keine PEG-Sonde mehr hätte legen lassen,da ich ihr Leiden und das Sterben nur herauszögern würde und ihr trotzallem nicht mehr helfen kann.Meine Mutti hätte niemals Lebenserhaltende Maßnahmen gewollt das weiß ich,da sie früher öfter daqrüber gesprochen hat.Ich denke das es einem so und so richtig fertig macht egal wie man entscheidet da man immer die Angst hat das man vielleicht das falsche entschieden hat.Es ist alles so traurig,wenn man diesen geliebten Menschen vor sich liegen hat und mit ansehen muß wie er sich quält und man einfach nicht helfen kann.Ich werde ja morgen mit dem Arzt wieder ein Gespräch haben und ich denke das ich sie morgen ohne Sonde aus dem Krankenhaus holen werde das sie bei mir zu Hause ihre Ruhe findet.Der Arzt sagte das man ihr zu Hause am Tropf Flüssigkeit geben würde,sowie Morphiumpflaster u.s.w.Habe mehrere Personen in meiner Familie die im Pflegeberuf tätig sind die uns wohl unterstützen wollen sowiet es geht.Ich hoffe das ich das richtige tue.Liebe Grüße an Euch alle von Jerin

LFina6x0101


@ Jerin

egal wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, Deine Mutter wird die Liebe spüren und Du machst das alles richtig!!! Auf dem letzten Weg für sie da zu sein, das ist sowohl für Deine Mutter wie auch für Dich selber wichtig. Freu Dich an den guten Momenten und wenn Dir danach ist, dann weine einfach. Der Tod gehört untrennbar zum Leben und einen geliebten Menschen begleiten zu können, müssen, dürfen und ihn nicht der Anonymität eines Karankenhauses oder Pflegeheims zu überlassen....... Was ich sagen möchte liebe Jerin....ich wünsch Dir Kraft und Stärke!

Folge Deinen Gefühlen und Instinkten, dann machst Du alles richtig. Stelle Dein Handeln nicht in Frage und entscheide alles aus dem Gefühl heraus, dass Du Deine Mutter auf diesem unausweichlichen Weg begleitest und für sie da bist.

Ich drück Dich einfach nochmal

Lina

cfhicsco4x6


Leider wird die palliativ Medizin noch zu wenig angewendet, bekannt ist sie schon. Das Leben unnötig/unmenschlich zu verlängern ist auch nicht richtig. In der palliativ Medizin wird das Sterben so erträglich wie möglich gestaltet und keine lebensverlängernden Massnahmen ergriffen. Das mit dem schmerzvollen verhungern scheint mir falsch und unwürdig, wenn es dies war das diese Reaktionen auslöste. Eine Patientenverfügung würde hier und bei anderen Problemen den "Hinterbliebene" viel nützen. (habe auch noch keine gemacht, auch wenn alles auf dem Internet ersichtlich ist). Das Leben nicht verlängern heisst nicht töten sondern erlösen, auch das Sterben ist ein Menschenrecht (sagte mir einmal mein Arzt). Stellt euch vor es würden alle sterben die sterben möchten und dank der Medizin leben müssen, die operiert werden ohne dass sie etwas zu sagen haben oder können, das sind einige. In der Ärzteschaft hat sich auch einiges getan dass msn nichz mehr alles macht was möglich wäre.

HCopjpo


Hallo,

wohnst du in Österreich? Weil soweit ich weiß gibt es (zumindestens gab es bis letztes Jahr) keine Pflegestufe vier in Deutschland.

Nimmt deine Mutter denn überhaupt keine Nahrung mehr zu sich? (Passiertes oder gemixte Nahrung?) Wenn nicht würde ich auf alle Fälle der Sonde zustimmen, habe selbst mal in einem Altenheim gearbeitet und die Frau die wir da hatten war schon 99 Jahre alt, hat dann die Sonde bekommen und nach zwei Jahren konnte sie langsam anfangen wieder "normales " zu essen und zu trinken!

Denn wenn keine Sonde gelegt wird, dann würde sie verhungern und das kann doch kein Ziel sein,oder?

Schließlich kann man auch nie genau sagen wie sie ihren Zustand selbst erlebt, ob es ihr vllt. gut geht. Natürlich ist auch das Gegenteil möglich. Allerdingst würde ich erstmal den Eingriff genehmigen, denn man kann es später immer noch rückgängig machen, aber nicht wenn sie verhungert ist.

aYff*enko1tse


Ich glaube persönlich, dass ein Tod durch Verhungern leider nichts mit Würde zu tun hat. Sorry.

FWreottTeefuxrie


Hat ein Leben welches nicht mehr selbstbestimmt ist und bedeutet,als "sich nicht mehr bewegen,nicht mehr kommunizieren,NICHTS mehr tun zu können" etwas mit Würde zu tun?

AZmira_SnunfWlowxer


Die Frage ist, ob sich dieses Heim ausreichend um derartig Erkrankte kümmert.

Mittlerweile ist bekannt, dass derartige Heimbewohner besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Normalerweise muss eine Pflegeperson zu den Mahlzeiten behilflich sein, die Nahrung anzureichen. Das ergibt sich aus dem Sinn wie Aufgabenstellung eines Heimes, das ja auch - nebenbei bemerkt - fürstlich daran verdient. Wenn das Heim dies allerdings nicht für nötig hält, würde ich eher das Heim wechseln. Es gibt eben Heime, die sich speziell auf Demenz- oder Alzheimerkranke spezialisiert haben, da diese Thematik immer öfter auftritt.

Der Arzt wird ohnehin eine PEG nur legen, wenn massive Schluckstörungen vorliegen.

F;rotteaefurie


Wir haben aktuell seit ein paar Tagen eine neue Bewohnerin.Stark fortgeschrittene Demenz (quasi von 100 auf 0 in 3 Monaten).Kam wegen stark reduziertem AZ ins Krankenhaus,dort Nahrung und Getränke verweigert.Ärzte rieten PEG an,Patientenverfügung sprach dagegen.

Diese Bewohnerin ist jetzt bei uns,trinkt pro Tag 3-5 Schlucke,läßt Nahrung aus dem Mund laufen und verweigert Medikamente.Sie bewegt sich nicht spricht nicht,starrt nur an die Decke.

Angeboten wird jede Mahlzeit und auch Getränke.

Verhungern lassen im Sinne der Patientenverfügung oder auf Teufel komm raus das Leben verlängern?

Ich persönlich biete an,respektiere aber die Entscheidung der Bewohnerin.

Afmirav_S$unflmower


100 auf 0 in 3 Monaten

Das ist völlig unmöglich, das sich eine Demenz in dem ZeitUmfang verschlechtert. ]:D

Die Frage ist auch:

wurden alle anderen Erkrankungen überhaupt ausgeschlossen?

Wer hat denn die entsprechenden Diagnosen gestellt?

Leider läuft in manchen Altenheimen so einiges schief, weil manche sinnlos ihre Kompetenzen überschreiten.

Aomir(a_Su9nflowxer


Das Problem bei Demenz ist, das vom frühen Stadium an natürlich eine ständige Förderung einen schnellen Fortschritt der Erkrankung verzögert. Nicht umsonst haben sich einige Häuser heute diesem Problem gestellt und fangen an, spezielle Alltagsbegleitungen für solche Leute zusätzlich bereitzustellen, die nichts anderes tun, als sie intensiv ganztägig zu beschäftigen und zu fördern. Wenn dies allerdings in schlechten Häusern wegfällt und Erkankte nur noch zum Dahinvegetieren verdammt sind, ist das sprichwörtliche Ende damit eingeleitet. %-|

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