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Verwirrtheit nach Krankenhaus

eklZphabxa80 hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich bin ganz neu hier und vielleicht kann mir hier jemand ein paar Tips geben.

Mein Vater ist heute nach drei wöchigem Krankenhausaufenthalt nach hause gekommen. Er lag wegen einer Lungenembolie in der Klinik, außerdem war sein Puls zu hoch und auch seine Nierenwerte schlecht.

Mein Vater nimmt seit Jahren starke Schmerzmittel (Wirbelsäulenschaden nach Autounfall), die Ärzte in der Klinik haben diese Schmerzmittel reduziert, da ihre Dosis viel zu hoch war. Nach einer Woche im Krankenhaus war mein Vater völlig verwirrt, er hat zusammenhangsloses Zeug vor sich hingejammert und stand völlig neben sich. Dieser Zustand hat sich nach drei Tagen wieder verbessert, er wußte wo er war und konnte sich normal ausdrücken. Da war ich eigentlich wieder beruhigt. Die letzte Woche hat sich sein geistiger Zustand aber wieder verschlechtert, er ist total unkonzentriert und vergisst mitten im Satz was er sagen will. Er war jetzt übers Wochendende zuhause, musste aber für eine Nacht wieder in die Klinik. Das hat ihm solche Sorgen gemacht, dass er den ganzen Tag über immer verwirrter wurde und von nichts anderem gesprochen hat. Abends hat er sich dann geweigert und wurde sogar aggressiv. Nur mit Mühe konnten wir ihn dann doch noch ins Krankenhaus bringen. Nach den Untersuchungen heute wurde er entlassen.

Jetzt ist er total unkonzentriert, vergisst was er sagen will und spricht sinnlosen Kram.

Hat jemand Erfahrung mit sowas? Legt sich das wieder? Vor der Klinik war er in einem körperlich schlechten, aber geistig eigentlich seinem Alter entsprechend (70) normalen Zustand. Ich mache mir Sorgen, weil ich ja auch arbeiten muss und nicht rund um die Uhr auf ihn aufpassen kann.

Kann mir jemand einen Rat geben?

Antworten
dvaniflxex


Was haben denn die Untersuchungen ergeben? Eigentlich ist es Sache des Krankenhauses, möglichen organischen Ursachen auf den Grund zu gehen und eine entsprechende Diagnose zu stellen.

Ursachen kann es viele geben. Teilweise so einfache Dinge wie Flüssigkeitsmangel (Austrocknung, Exsikkose), der sich auch auf die geistigen Funktionen auswirkt. Oder natürlich die Medikamentenumstellung. Nur kann man das aus der Ferne kaum verläßlich sagen. Du solltest umgehend mit dem Hausarzt oder ggf. dem Krankenhausarzt sprechen.

eplpDhabHa8x0


Also im Krankenhaus haben sie ihn als "geistig unauffällig" eingestuft. Seine Werte was die Lungenembolie, das Herz und die Nieren angeht, sind im Normalbereich.

Zu der Verwirrtheit im Krankenhaus meinten die Ärzte, es sei das sogenannte Durchgangssyndrom. Das bessert sich wieder. Es hat sich ja auch schon gebessert, aber im Vergleich zu seinem Zustand vor der Klinik ist er eben nicht mehr der Gleiche. Die Ärzte meinen, dass sich das in seiner gewohnten Umgebung wieder bessert, aber ich mache mir einfach Sorgen, dass er sich nicht mehr alleine versorgen kann und wollte einfach ein paar Erfahrungen von anderen hören.

d~anixflex


Das kann sein, daß sich das nach einiger Zeit wieder bessert, muß aber nicht so sein. Bei meiner Mutter war es leider nicht so. Aber jeder Fall ist verschieden, da kann man schlecht was Allgemeingültiges sagen.

Hat dein Vater eine Pflegestufe? Falls nein, dann beantrage umgehend eine solche bei der Krankenkasse/Pflegekasse (würde bei Bewilligung rückwirkend ab 1. September gelten). Dann hättest du beispielsweise - falls sich das nicht bessert - die Möglichkeit, tagsüber eine teilstationäre Betreuung in einer geeigneten Einrichtung zu veranlassen, so daß du deiner Arbeit nachgehen könntest. Es gibt dann auch noch Zusatzmittel nach § 45b SGB XI für Personen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf, wodurch eine zusätzliche Betreuung durch geeignete Kräfte ermöglicht würde.

Mehr als ablehnen können die den Antrag nicht. Rückwirkend bekommst du aber nichts (abgesehen von der Rückwirkung innerhalb des Antragsmonats), so daß man nicht unnötig warten sollte.

ePlpha|bxa80


Wenn der Zustand weiterhin so bleibt, wird er um Pflege nicht herum kommen. Es ist die Frage, ob er dann überhaupt in seiner Wohnung bleiben kann.

Jetzt besteht vielleicht die Möglichkeit die Reha früher zu beginnen. Ich habe ihn gefragt und er will das auch, ich bin mir aber unsicher, ob das seinen Verwirrtheitszustand nicht noch verstärkt. Er ist ja dann wieder in einer anderen Umgebung. Ich weiß halt nicht, in wiefern sein geistiger Zustand mit seinem körperlichen Zustand zusammen hängt. Kann es sein, dass durch die Verbesserung seiner körperlichen Schäden auch sein geistiger Zustand wieder besser wird? Ich weiß echt nicht, was ich noch machen soll.

Ich kann auch nicht einschätzen wie verwirrt er wirklich ist. Er weiß wo er ist, wer er ist und dass er krank ist, er kann sich einfach absolut nicht konzentrieren , hat Schwierigkeiten Wörter zu äußern und ist total unruhig. Er kann kaum mal ein Viertelstunde ruhig sitzen bleiben, ständig humpelt er durch die Wohnung, setzt sich hin, legt sich ins Bett und steht eigentlich sofort wieder auf. Woher kommt diese Unruhe? Kann so ein Krankenhausaufenthalt eine bleibende Demenz auslösen wenn vorher alles im Großen und Ganzen in Ordnung war?

enlphaVba80


Hab gerade festgestellt, dass ich die Reha gar nicht vorher erwähnt habe. Er hat nach langem hin und her einen Reha (Anschlussheilbehandlung) Aufenthalt von seiner Krankenkasse bewilligt bekommen. Allerdings eine Maßnahme, die wahrscheinlich nur auf seine körperlichen Befunde zugeschnitten ist. Der eigentliche Termin ist der 21.09., jetzt besteht aber evtl. die Möglichkeit schon Ende der Woche zu beginnen. Die Klinik ist 400 km von hier weg, d.h. er ist da ganz alleine...

dXani6flxex


Ohne deinen Vater näher zu kennen: ich kann mir kaum vorstellen, daß eine nur auf seinen körperlichen Zustand zugeschnittene Reha-Behandlung derzeit sinnvoll ist, noch dazu in einem weit entfernten Ort, wo du selbst im Notfall nicht helfen kannst. Jedenfalls nicht schon Ende dieser Woche, wenn er im Moment noch so durcheinander ist.

Du wirst jetzt einfach abwarten müssen, wie sich die Sache weiter entwickelt. Eventuell haben sich Unruhe und Verwirrtheit Ende des Monats wieder gelegt, so daß die Reha dann sinnvoll sein kann.

Denke trotzdem an eine vorsorgliche Antragstellung hinsichtlich der Pflegestufe.

mIusikaxngel


Ich erlebe derzeit ähnliches mit meiner Mutter (77). Sie kam ins Krankenhaus, weil sie schlechte Blutwerte hat. Ihr war oft schwindlg, sie war blass und fasste sich kalt an. Mehrere Besuche des kassenärztlichen Notfalldienstes wurden mit alt und müde abgetan. Die Hausärztin hat sie schließlich eingewiesen, aber auch nur zum Routinecheck. Schon in der Notfallaufnahme wurde festgestelt, dass der HB-Wert sehr schlecht ist. Meine Mutter bekommt seit 2 Tagen Infussionen und Blutübertragungen. Ich habe eine völlig geistig gut für ihr Alter orientierte Frau im Krankenhaus zurückgelassen, die jetzt mit jedem Tag verwirrter wird. Sie ist um Jahre zurückgeworfen geistig, denkt sie ist zu Hause und schimpft bei den Schwestern über mich, wie ich fremde Leute in ihr Wohnzimmer lassen kann. Am Telefon erkennt sie mich aber sofort und kann mir auch folgen, wenn ich Grüße ausrichte. Sie stellt dann gleich Verbindungen zu den jeweiligen Personen her, die stimmen. Sowas habe ich schon einmal erlebt, als sie vor 3,5 Jahren im Krankenhaus war. Dort verschlimmerte sich die Verwirrtheit von Tag zu Tag. Kaum wieder zuhause, stellte sich eine totale Verbesserung ein. Ich muss dazu sagen, dass mein Vater vor 14 Jahren verstorben ist und sich meine Mutter quasi seit dem zu Hause eingeigelt hat. Sie kommt noch raus z.B. zu Arztbesuchen, Familienfeiern oder wenn sie spazieren geht, aber der große Umgang mit der "weiten" Welt fehlt total. Alles kreist hauptsächlich um ihre 4 Wände.

m$usibkan<gexl


War heute Mittag bis Nachmittag bei meiner Mutter im Krankenhaus. Wie gesagt, erzählten mir Schwestern und behandelnte Ärztin, dass sie recht verwirrt wäre. Ich kam zu ihr ins Zimmer, sie erkannte mich sofort. Ich hatte Bilder mit von unserem Hund und unserer Katze. Auch die konnte sie sofort mit Namen benennen. Wir haben über vieles geredet und ich habe ihr das Neueste von zu Hause erzählt. Alles konnte sie ohne Probleme erfassen und einordnen. Zwischendurch kam zwar immer mal wieder etwas die Verwirrtheit durch, aber es hielt sich in Grenzen. Die Ärztin und Schwestern waren ein wenig erstaunt und meinten es wäre wohl dass Durchgangssyndrom, was sie bei vielen älteren Menschen erleben. Auf meine Frage früh schon per Telefon, ob sie genug zu trinken bekäme, hieß es ja und sie bekäme ja auch diesbezüglich Infussionen, auch heute. Ich fand sie ohne Infussion gegen Mittag vor. Ich fragte nochmal nach, ob sie genug getrunken hätte heute. Wieder ja und sie bekäme ja auch Infussionen. Kurz bevor ich gehen wollte, kam nochmals eine Schwester und erklärte der Bettnachbarin, dass sie viel mehr trinken müsse, denn in der Tabelle heute, stehe ja sogut wie garnichts. Die Haut ließ sich einfach hochziehen. Ich fragte daraufhin nochmals, wie das bei meiner Mutter ist (eine Tabelle für sie, gab es nicht) und, was soll ich sagen, man stellte fest, dass sie heute garkeine Infussion hatte und auch viel zu wenig getrunken. Auch bei ihr machte die Schwester den Hauttest und war erschhrocken. Somit erklärt sich auch die Verwirrtheit, denn in der Zeit, als ich dort war, gab es Mittag und auch Kaffee. Überall war ja Flüssigkeit dabei, so dass sich nicht nur durch mein Dasein, die Verwirrtheit meiner Mutter besserte. Ich habe dann, bis ich gegangen bin dafür gesorgt, dass sie noch mindestens einen halben Liter getrunken hat. Meine Enttäuschung über das mir immer wieder gesagte, bezügl. der Flüssigkeitszufuhr und dem Ist-Stand dann, kann man sich sicher vorstellen. Aber ich muss auch das Pflegepersonal in Schutz nehmen. Supernett, aber total überfordert. Ich ziehe meinen Hut davor, was sie leisten und leisten müssen!

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