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Mutter ausgezehrt von Betreuung meiner Oma, wie helfen?

DRijarxa hat die Diskussion gestartet


Hallo

Es geht um meine Mutter und meine Oma.

Und zwar hat meine Oma bis letztes Jahr bei meinem Onkel im gleichen Haus gelebt. Da er aber ein problematischer Mensch ist, hat er nie nach ihr geschaut.

Sie ist mittlerweile 81 Jahre alt und wird immer vergesslicher. So war es zb so, dass ihr Kühlschrank leer war als meine Mutter zu ihrem 80. zu Besuch war, da immer vergisst einzukaufen. Zu Essen vergisst sie oft auch, mann muss ihr etwas vorsetzen.

Nachdem meine Oma letzte Weihnachten zu besuch war, hat meine Mutter sie einfach dabehalten.

Das sieht jetzt so aus: eine 3 Zimmer Wohnung, meine Oma schläft in meinem alten Zimmer.

Meine Mutter kocht nach 9 Stunden Arbeit für meine Oma, unterhält sie, "weil sie ja den ganzen Tag alleine ist" achtet darauf, dass sie saubere Wäsche anzieht (das vergisst sie mittlerweile auch.

Meine Mutter hat mittlerweile kaum noch Ruhe, da meine Oma natürlich auch abends mit im Wohnzimmer sitzt, wo dann immer diskutiert wird, ob heute Volksmusik geschaut wird oder nicht.

Meine Mutter macht das garne, ist ja ganz klar, da es ihre Mutter ist, aber ich mache mir langsam Sorgen um meine Mutter, weil das alles schon sehr an ihren Kräften zehrt.

Sie hat ja nach einem Vollzeitjob von 9 Stunden nochmal meine Oma, und einfach mal zu sagen "dann guck doch deine Volksmusik in deinem Zimmer (da ist auch ein Fernseher), oder "ich will heut mal einen Abend, einen Tag für mich", macht sie nicht, da meine Oma wiegesagt "ja den ganzen Tag alleine ist"....

Meine Mutter und ihr Mann leben zu dritt in einer 3 Zimmer Wohnung, man kann sich also gar nicht aus dem Weg gehen.

In ein Altenheim möchte meine Mutter meine Oma nicht schicken, da meine Oma nur 500 Euro Rente bekommt, und die Angehörigen auch eher wenig verdienen, sodass laut meiner Mutter "allerhöchstens ein Doppelzimmer in einem Abfertigungsbunker" rauskommt.

Nun wollte ich fragen, was gibt es für Optionen, meine Mutter zu entlasten? Gibt es so etwas wie Tagesbetreuung für alte Leute (kein Bastelverein oder so, so dement ist meine Oma noch nicht), würde bei der finanziellen Situation meiner Oma und ihren Kindern wirklich nur ein Doppelzimmer im Altenheim herausspringen?

Gibt es im Internet Plattformen für Leute, die ihre Eltern betreuen, wer informiert über solche Angelegenheiten (vielleicht weiß jemand konkret eine Stelle in Göttingen?)

-Gibt es Literaturempfelhungen?

Über Hilfe wäre ich sehr dankbar. Falls der beitrag zu wirr ist, einfach nochmal nachfragen @:)

Antworten
B]lTues"pirixt


hi,es gibt die tagespflege,wo die Senioren je nach wunsch mehrmals in der woche versort und beschäftigt werden.die Pflegekasse kann teils die kosten übernehmen.wär ne Möglichkeit.

dranisflexx


Hallo,

es ist sehr lobenswert, wenn deine Mutter sich so intensiv um die Pflege und Betreuung deiner Oma kümmert. Das kann aber auf Dauer äußerst arbeitsintensiv und nervenzehrend sein, wie du selbst schon festgestellt hast. Wichtigste Grundregel für den Pflegenden ist es da, sich selbst nicht zu vernachlässigen. Nur wenn man selbst gesund und leistungsfähig bleibt, kann man anderen helfen.

Du hast die finanzielle Situation angesprochen. Da wäre meine Frage: besitzt deine Oma eine Pflegestufe? Wenn nein, würde ich eine solche beantragen. Beihilfen der Pflegekasse können dann das Budget schon merklich entlasten. Weiterhin gibt es (neuerdings auch wenn keine Pflegestufe bewilligt wird) die Möglichkeit, Geldmittel für die Betreuung von Personen mit "erheblich verminderter Alltagskompetenz" in Höhe von 100 oder 200 Euro monatlich zu bekommen. Das läuft ebenfalls über die Pflegekasse bzw. einen Antrag auf Pflegestufe.

Von der Sache her wurden einige Dinge schon angesprochen: die Tagespflege beispielsweise, wo jemand nur tagsüber betreut wird. Genauso auch etwa stundenweise Betreuungsprogramme, die aus den angesprochenen Sondermitteln finanziert werden. Ich würde mich an deinem Wohnort einfach mal an einen Sozialverband, Seniorenverband oder auch Pflegedienst wenden, da diese eigentlich den Überblick über örtliche Angebote haben sollten. Auch das Internet durchsuchen. Eine Pflegedienst kann unter Umständen auch Hilfestellung bei der Antragstellung auf eine Pflegestufe leisten, damit man fachlich nicht "überfahren" wird.

CDlar/aHi$mmel


zu der pflegestufe, dei dann vllt diese tagesbetreuung ermöglicht, kann man auch noch einen anderen zuschuss beantragen. nämlich ein demenzgeld, dazu muss der hausarzt ihr die demenz bescheinigen - wenn es nötig is, erkundige ich mich nochmals gena, wie dieser zuschuss heißt.

abgesehen davon,w enn mutti 8 std aus haus is

kann gegen mittag evtl ne hauskrankenpflege mal mit reinschauen,

und man kann auch essen auf rädern kommen lassen, da sis soo teuer nich, oma kriegt ja schließlich auch rente.

natürlich muss mutti erstmal bereit sein, so ein stück betreuung in die hände anderer zu geben, das is oft der knackpunkt.

jammern tun die angehörigen aber loslassen wollen sie auch nich

aber in sonem ruhigen gespräch kann man solche dinge klären :)*

ÄIpfelchyen82


Bei meiner Mutti und meiner Oma war es genauso. Sie lebten in einem Haus. Meine Mutti mit Mann und und die Oma hatte oben eine Wohnung. Irgendwann wurde es meiner Mutter aber einfach alles zu viel. Meine Oma litt an Altersdemenz und irgendwann war es auch schlichtweg unmöglich unbesorgt arbeiten zu gehen. Meine Mutti litt wirklich sehr schlimm deswegen, weil sie die Oma auch nicht "weggeben" wollte. Psychisch und auch körperlich war sie völlig am Ende. Und irgendwann hat sie dann meine Oma in ein Pflegeheim gegeben. Das war nur ca. 2 km von uns entfernt und sie war jeden Tag kurz da. Das klingt jetzt auch anstrengend und zeitraubend aber wenn man dann nach Hause geht, dann kann man auch wirklich abschalten und muss sich nicht fragen, was die Oma gerade als nächstes anstellt.

d;anifxlex


Das angesprochene "Demenzgeld" ist offenbar die von mir erwähnte Leistung der Pflegeversicherung für "Personen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf bzw. eingeschränkter Altagskompetenz". Rechtsgrundlage sind hier §§ 45a und 45b SGB XI. Man kann - je nach Schwere des Falles - 100 oder 200 Euro monatlich bekommen, die allerdings nur für entsprechende Betreuungsleistungen verwendet werden dürfen.

Es reicht allerdings nicht aus, wenn das der Hausarzt bescheinigt. Es muß hier eine Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung nach bestimmten Begutachtungskriterien erfolgen. In der Regel wird das im Zusammenhang mit einem Antrag auf Zuerkennung einer Pflegestufe geprüft. Selbstverständlich kann ein entsprechendes Attest des Hausarztes hierbei hilfreich sein. Unbedingt vorher beraten lassen, damit man weiß, worauf es dabei ankommt, und beim Besuch der Gutachterin unbedingt dabeisein.

ÄSpfelschen82


Ich denke um ein Pflegegeld geht es hier ganz sicher nicht sondern eher darum, dass die Mutter entlastet werden soll.

CrlartaHitmmel


daniflex, danke, ebensolches meinte ich

äpfelchen, es geht auch ums geld, in erster linie um entlastung aber die will bezahlt werden ;-)

ÄfpfelchWen82


Und von dem Geld kann sie sich dann ihre Freizeit und Zeit für sich kaufen oder wie?

C6larraHimxmel


nu nich gleich so negativ-

von dem geld kann sie ne gute betreuung bezahlen um sich dann mal paar stunden freizuschaufeln

DIijarxa


erst einmal vielen Lieben Dank für die Antworten.

Mir geht es sowohl um Pflegegeld, als auch um Entlastung. Ob meine Oma eine Pflegestufe beziehen kann, ist allerdings fraglich. Ich denke, sie steht genau dazwischen. Sie braucht noch keine rundum-Betreuung, kann aber den Alltag ganz alleine nicht mehr meistern.

Da ja Entlastung mit Kosten verbunden ist, geht das wohl nur über eine Pflegestufe.

Ich werde die vorgeschlagenen Adressen auf jeden Fall kontaktieren

Mit dem Loslassen ist das echt auch so eine Sache, habt ihr gut erwähnt. Meine Mutter ist eine Löwenmama und kann nichts aus der Hand geben. Naja, ich hoffe, irgendwann lernt sies.

CTlarTaH/imm8exl


dijara, deine omma hat anspruch auf pflegegeld, sobald sie bestimmte dinge nich mehr allein kann.

die pflegekasse hat da einen bestimmten satz, mit dem sie ausrechnet, wie viele minuten pro tag an pflege für oma aufgebracht werden. kommt sie auf die minuten, kriegt sie die 1- kommt sie auf die minuten für die 2, dann eben die 2.

ich stell gard fest, ich hab so voel evrgessen- ich wusste die zahlen alle mal ...

na is egal, auf jeden fall muss sie nich erst ebttlägerich sein, um anspruch zu haben

S=tic,hling


Du bzw. die Familie kann Deine Mutter entlasten, in dem Ihr ihr Freiräume verschafft - vielleicht nur einen Nachmittag - indem einer im Hause ist, in der Nähe der Oma für alle Fälle. So kann Deine Mutter ruhigen Gewissens zu Freundinnen, zum Frisör oder zum Einkaufen gehen.

Im "Hinterkopf" sind bei allen Tätigkeiten Deiner Mutter die Gedanken immer bei der Oma. Und irgendwann kann Deine Mutter nicht, zumal sie berufstätig ist.

Ich war in der gleichen Situation, habe meine Mutter betreut. Sie lebte in ihrer Wohnung, ich fuhr jeden Tag hin, schaute nach dem Rechten, ging mit ihr spazieren, einkaufen, zum Arzt. Ihr Zustand verschlechterte sich. Sie versteckte alles, fand es nicht wieder, vergaß den Herd auszumachen (kann übrigens jedem passieren) lehnte Hausnotruf ab ebenso den Gehwagen. Ich war immer die 14 jährige Tochter. Kurzum - wir konnten nicht mehr in Urlaub fahren. Hilfe von der Familie? Nur gute Ratschläge: ist wohl nicht so schlimm, Überbetreuung. Langsam ging ich vor die Hunde: keinerlei Kontakte zu Freunden, nachts keinen Schlaf. Als sie nach einem schweren Sturz (lag lange auf der Terrase, keiner hörte sie, ins Krankenkaus musste, riet mir ein Arzt, die Betreuung zu beantragen, sie könne nicht mehr allein bleiben. Tat ich nicht, brachte es nicht übers Herz. Sie zog aber dann in ein Altenheim und da wurde ich ruhiger, fand zu meinem alten Leben zurück. Ich wußte, dass Pfleger nach ihr sahen, aufs Essen geachtet wurde u.a. Machte jeden Tag Besuche, holte sie zum Kaffee zu uns. Ich kenne einige Frauen in meinem Alter, die regelrecht zusammengebrochen sind. Eltern, dann Schwiegereltern gepflegt, teilweise im Hause. Den Alten ging es gut. Die Freundin und deren Ehe ging kaputt. Eine Schwiegermutter terrorisierte die ganze Familie. Schließlich sind wir Frauen, wenn wir 85, 90 jährige pflegen meistens auch schon über 70 und oftmals haben gesundheitliche Probleme.

Versucht also Deiner Mutter und Deinem Vater etwas Freizeit zu verschaffen.

Ich wünsche Euch viel Kraft

S7i"lkeK.


Hallo,

ich kann absolut nachvollziehen, wie sich Deine Mutter fühlt, denn wir wohnen im Haus meiner Großmutter (wird in 2 Wochen 85 Jahre alt). Sie ist noch nicht wirklich dement....im Gegenteil -- sie ist berechnet und weiß genau, wie sie mich als Enkelin z. B. gegen meine Mutter (ihre Tochter) und meinen Onkel (ihr Sohn) ausspielt.

Als mein Großvater 2002 verstarb war sie sehr froh, dass wir 1 Jahr später zu ihr ins Haus gezogen sind. So war sie nicht mehr alleine und wusste, dass immer jemand für sie da ist. Tja, leider nimmt sie das seitdem etwas zu genau und so stand meine Ehe schon mehrmals "auf der Kippe". Im Juli 2007 wurde dann unsere Tochter geboren und ab dem Tag war es total rum mit der Ruhe. Wir haben eine Dachgeschosswohnung, meine Oma bewohnt das Erdgeschoss und wir müssen uns aufgrund des Platzmangels ein Bad teilen. Das wird nun zusehends schwieriger, weil die hygienischen Verhältnisse, die meine Oma an den Tag legt für unsere Kleine absolute Krankmacher sind.

Für meinen Mann und mich ist die Situation inzwischen zu einer solchen Belastung geworden, dass wir uns fast nur noch in unser Dachgeschoss zurückziehen und uns z. B. nur noch im Garten aufhalten, wenn es darum geht, unsere Tochter bei schönem Wetter an der frischen Luft zu beschäftigen. Gemütlich draußen sitzen, die Sonne genießen und z. B. abends ein Glas Wein trinken ist nicht drin. Meine Oma beobachtet alles, sobald sich im Treppenhaus was bewegt und sobald jemand in den Garten geht, sucht sie sich irgendeinen Grund, damit sie auch nochmal in den Garten gehen muss (ob das nun Bio-Müll wegbringen ist oder einfach nur Kräuter für nen Quark oder was weiß ich). An Ausreden gehen ihr die Ideen nie aus und wenn wir dann mal was sagen, dann ist sie eingeschnappt und macht gleich klar, dass wir nur als Mieter in ihrem Haus sind.

Ich kann verstehen, dass Deine Mutter total fertig ist, da die Forderungen, die die älteren Menschen stellen, teilweise so beherrschend oder vorwurfsvoll rüberkommen, dass man teilweise nur funktioniert, um seine Ruhe zu haben. Aber man selbst geht dabei "vor die Hunde" und das ist nicht nur fatal, sondern auch gefährlich und auch gesundheitsschädigend. Mag sich jetzt ein wenig blöd anhören, aber auf Dauer sind solche Situationen und Umstände eigentlich nicht auszuhalten. Das hat nichts damit zu tun, dass man die älteren Menschen, für die man gerne da ist, nicht mag. Nein, es ist vielmehr rein die Situation, dass sie versuchen, alle Zeit für sich zu haben. Sie sind die meiste Zeit des Tages alleine, wollen Aufmerksamkeit, Gespräche oder einfach nicht alleine sein. Ich bin seit Sommer 2007 in Elternzeit. Seitdem dachte meine Oma, dass ich - wo ich ja sowieso für unsere Tochter zu Hause bin - auch für sie täglich ein paar Stunden übrig habe. Oder wie sie so schön sagte "Du hast ja Elternzeit. Morgens kannste Dich dann um die Kleine kümmern und mittags um mich." Denn mittags ist dann mein Mann von der Arbeit zu Hause und der sollte sich dann um die Kleine kümmern.

Auch versuchte sie immer wieder einen Keil zwischen mich und meinen Mann zu treiben, damit ich mehr Zeit mit ihr verbringe. Letztes Jahr hat sie sogar teilweise mal angefangen zu sagen "oh, heute war´s mir ned wirklich gut....usw.", damit ich bloß bei ihr sitzenbleibe. Die ersten 2 Tage bin ich drauf reingefallen. Als ich dann am nächsten Tag mitbekommen hat, wie sie zu ihrer Cousine am Telefon sagte, dass sie mich jetzt mal so weit hat, dass ich ihr abends endlich mal 2 Stunden Zeit am Tag widme, bin ich vor Wut geplatzt.

Bzgl. Betreuungshilfe etc. wäre es wirklich sinnvoll, dass sich Deine Mutter z. B. mit einer fachbezogenen Betreuungsgruppe in Verbindung setzt. Viele Gruppen (bei uns gibts z. B. auch Gesprächskreise für pflegende Angehörige bzw. Angehörige von Demenzkranken) werden ehrenamtlich von ausgebildetem Fachpersonal geleitet und dort kann man sich mit anderen Angehörigen austauschen, sich über Betreuungsmöglichkeiten informieren oder sich Kontaktadressen geben lassen. Viele helfen einem auch bei einer nötigen Bearbeitung von Anträgen weiter, wenn dies erforderlich ist.

Und natürlich wäre es schön, wenn Ihr vielleicht Eurer Mama ab und an mal einen "freien Abend" verschaffen könntet, in dem ihr vielleicht mal die Betreuung der Oma übernehmt. Keine wirklich interessante Aufgabe, aber eine Möglichkeit, Deine Mama ein wenig zu entlasten.

Alles Gute!

D/ilj|arxa


ich kann meiner Mutter leider nur durch "wohlgemeinte Ratschläge" helfen, da ich 250 km weit weg wohne, und so dementsprechend selten kommen kann.

Sie hat aber schon einmal zugestimmt, mit ihr zum Arzt zu gehen und dann zu versuchen eine Pflegestufe zu beantragen :-)

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