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Palliativpflege für alte Menschen?

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Wie Sie sicher wissen, ist Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe gestellt.

Ja, das ist mir schon klar. Muß sagen, ich hab mir ohne groß nachzudenken wohl erhofft, daß Hospize bei entsprechend hoffnungslosen Fällen ohne großen Aufhebens (und mit einem Mindestmaß an gesellschaftlichem Konsens) das Lebenslicht auch mal verlöschen lassen. Aber ich sehe schon, daß das wohl alles nicht so einfach zu entscheiden ist.

Es tut mir halt nur leid für meine Großmutter, die bis ins hohe Alter, von Ärzten und Krankheit verschont (sie hatte schon immer ein übertriebenes Mißtrauen gegenüber der Medizinerzunft), ein bescheidenes aber zufriedenes Leben führte.

SZüontje


ich würde das wirklich gerne verstehen.

Was meinst du denn damit?

Muß sagen, ich hab mir ohne groß nachzudenken wohl erhofft, daß Hospize bei entsprechend hoffnungslosen Fällen ohne großen Aufhebens (und mit einem Mindestmaß an gesellschaftlichem Konsens) das Lebenslicht auch mal verlöschen lassen. Aber ich sehe schon, daß das wohl alles nicht so einfach zu entscheiden ist.

natürlich lassen Hospize "Lebenslichter verlöschen", ebenso wie Krankenhäuseer und Alteneinrichtungen.

Nur eben nicht auf Wunsch der Angehörigen. Ich hätte wirklich gern gewusst, was der Oma so lebensverlängerndes denn gegeben wird? Gibt es da ein Wundermittel?

Vielleicht ist sie einfach noch nicht dran.

d`anifMlex


Ich würde anhand der bisherigen Schilderung vermuten, daß hier vor allem so etwas wie eine künstliche Ernährung gemeint ist, eventuell auch andere Intensivmaßnahmen der "Apparatemedizin". Dazu müßte Toni sich aber etwas näher äußern.

Im übrigen: wenn jemand ohne Arzt fast 100 Jahre alt wird, kann man wohl kaum von einem "übertriebenen" Mißtrauen gegen Ärzte sprechen. Vielleicht war dies eher eine durch die Lebenserfahrung begründete Skepsis gegenüber manchen Entwicklungen der modernen Medizin.

TGo nix876


natürlich lassen Hospize "Lebenslichter verlöschen", ebenso wie Krankenhäuseer und Alteneinrichtungen.

Nur eben nicht auf Wunsch der Angehörigen.

Ich meinte nicht auf Wunsch der Angehörigen, sondern im Gegenteil daß das im kleinen Kreis der Verantwortlichen im Hospiz entschieden wird, vielleicht sogar ohne das den Angehörigen zu sagen. Ich selbst möchte in so eine Entscheidung ehrlich gesagt gar nicht einbezogen werden (und im Nachhinein auch gar nicht davon wissen)

Ich hätte wirklich gern gewusst, was der Oma so lebensverlängerndes denn gegeben wird?

Es gibt nichts direkt Lebensverlängerndes wie künstliche Ernährung. Halt nur die Blut- und Stuhl-Medikamente und ein paar andere, die ich im Detail jetz aber nicht weiß.

Im übrigen: wenn jemand ohne Arzt fast 100 Jahre alt wird, kann man wohl kaum von einem "übertriebenen" Mißtrauen gegen Ärzte sprechen.

Das war von mir nicht deutlich genug formuliert: Sie hat die Konsultierung von Ärzten immer (mit einem gewissen Stolz) abgelehnt, und wo es unvermeidlich war (zB bei einem Unfall) Therapievorschläge, in dem Fall Operation, als unsinnig abgelehnt (mit entsprechenden Seitenhieben auf die "Quacksalber").

Sie ist halt noch von altem Schrot und Korn, und hat wohl noch die Zeit miterlebt, wo ihre Meinung zT wohl noch berechtigt gewesen sein mag.

dsa&niflxex


Hallo Toni, ein Pflegeheim, eine Krankenanstalt oder ein Arzt darf auf gar keinen Fall eigenmächtig handeln, erst recht nicht in so existentiellen Dingen. Bevollmächtigter, Betreuer oder Angehörige müssen auf jeden Fall einbezogen werden, wenn sich der Kranke nicht klar äußern kann.

Zulässige Pallativpflege heißt ja, daß das Schwergewicht der Pflege auf die Linderung von Beschwerden gelegt wird und Maßnahmen, die letztlich nur eine Verlängerung des Leidens darstellen, unterlassen werden. Klassische Beispiele sind künstliche Ernährung, künstliche Beatmung und ähnliches. Medikamente, die zu einer Linderung von Beschwerden da sind, müssen auch weiterhin verabreicht werden, z.B. Schmerzmittel oder vielleicht auch Mittel zur Förderung des Stuhlgangs. Wenn es hingegen um Medikamente geht, die starke Nebenwirkungen verursachen oder sonstwie stark belasten, wird man es sicher überdenken müssen.

Diese Punkte solltet ihr vielleicht mit dem Arzt absprechen, falls noch nicht geschehen.

Keine einfache Situation, vorsichtig ausgedrückt. Alles Gute trotzdem.

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