» »

Habt Ihr Erfahrungen mit Magensonde bei Pflegefall?

G_esucxa hat die Diskussion gestartet


ich habe schon etliche Seiten hier durchgesucht aber für mein Problem habe ich noch nichts gefunden:

mein Schwiegervater ist seit etlichen Jahren Pflegefall (Schlaganfall) und wird zuhause von der Schwiegermama gepflegt. Nun hatte er im Sommer 2009 zwei weitere Schlaganfälle, welche seine Situation stark verschlechtert haben. Er muss voll gepflegt werden, also auch gewindelt und gefüttert. Vorallem das Schlucken ist ein großes Problem, besonders Flüssigkeiten. Häufig verschluckt er sich und bekommt starke Hustenanfälle und daraus hat sich Ende Dez. 2009 eine Lungenentzündung entwickelt. (Es kamen wohl winzige Teilchen der Nahrung oder der Flüssigkeit in die Lunge). Die Ärzte raten uns schon leit längerem zur Ernährung über eine Magensonde, aber von anderen Seiten (Hausärzte, Pflegepersonal) wurde uns gesagt, daß Magensonden sehr oft Probleme verursachen (Entzündungen usw.). Eine Nasensonde geht wohl nicht, da eben das Schlucken nicht mehr so klappt und er diese evtl. versehentlich rauszieht. Dadurch kann dann auch wieder was in die Lunge geraten.

Wir sind also ziemlich ratlos.

Wenn möglich möchte meine Schwiegermutter ihn auch Zuhause weiterpflegen und nicht in ein Heim abschieben.

Wer hat zu diesem Thema Erfahrungen? Ist es mit Magensonde überhaupt möglich, den Patienten zuhause weiter zu pflegen oder geht das nur im Heim?

Und wie ist das mit den Problemen?

Wir sind über jeden Erfahrungsbericht froh!

Danke schon mal!

Antworten
sNunnyx80


Hallo

Also erstmal grundsätzlich finde ich es super von DEiner Mutti das sie deinen Vater weiter pflegen möchte und möchte Ihr hiermit meinen grössten Respekt mitteilen.

Also es gibt wie bei allen Sachen ein für und wider bei der Magensonde.Für wäre bequeme Ernährung und vor allen Dingen genaue Kontrolle darüber was der Patient zu sich nimmt oder auch nicht.

Dagegen spricht aber tatsächlich auch die Entzündungsgefahr und was ich auch immer wieder beobachtet habe die Patienten nehmen langsam aber sicher ab.

Viel wichtiger finde ich bei dieser Frage eher was sagt Dein Vater dazu?Kann er noch seine Meinung mitteilen ?

Denn wenn er es tatsächlich nicht wollen würde könnte das auch zwangsläufig zu Problemen führen.

Ich bin immer Der Meinung das man es ertsmal weiter mit der Nahrunsreichung versuchen sollte und erst wenn dann gar nix mehr geht auf die Magensonde umzusteigen.

Wie habt Ihr das eigentlich gemacht als er die Lungenentzündung hatte?

Man sollte auch nicht vergessen das das legen einer Magensonde immer ein operativer Eingriff ist.

Liebe Grüsse Sunny

-

sXunn{y8x0


Sorry die Hälfte habe ich vergessen.

Natürlich ist eine Pflege auch mit einer Magensonde durchaus zu Hause möglich!!!!

Rein theoretisch müsste euch auch ein Pflegedienst wenigstens einmal am Tag zustehen. :-/

D\erBSchon#Wiyedxer


was ich auch immer wieder beobachtet habe die Patienten nehmen langsam aber sicher ab.

Doch nur wenn die Kalorienmenge zu gering berechnet wird. Ich erinnere mich allerdings an einen Artikel, in dem genau das als "legale Sterbehilfe" bezeichnet wurde.

Infos zur Magensonde:

[[http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=10369]]

D5erSch_onWiOedexr


Hier das angesprochene:

[[http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,297235,00.html]]

Mitten in Deutschland verhungern pflegebedürftige Menschen, weil ihnen Ärzte und Pflegepersonal aus Unwissen oder Sparzwängen zu wenig Nahrung verschreiben. Das behauptet das ARD-Magazin "Report aus Mainz". Einige Mediziner ließen ihre schwerkranken Patienten auch verhungern, um Sterbehilfe zu leisten.

j_ungve Katzxe


Für eine Magensonde (PEG) gibt es Vor- und Nachteile. Bei Schluckstörungen finde ich das aber sehr sinnvoll, weil eine Pneumonie (Lungenendzündung) durch Aspiration (Einatmen) der Nahrung auch schnell lebensbedrohlich werden kann und den Allgemeinzustand verschlechtert. Entzündungen an der Eintrittsstelle der PEG können vermieden werden.

Ich persönlich würde die Nahrung weitgehend noch normal anreichen, außer an Tagen, an denen die Schluckstörungen besonders stark sind. Das Trinken würde ich aber weitgehend über die PEG geben, weil da die Gefahr der Aspiration größer ist.

G3esuHca


Hallo guten Morgen und erst mal vielen Dank für Eure Zuschriften. Ihr sprecht genau die Probleme an, die uns auch Kopfzerbrechen bereiten. Zuhause bei der Schwiegermutter wird er natürlich super gepflegt, er hat Ansprache und ist z.b. auch nicht wundgelegen, was den Arzt im Klinikum sehr gewundert hat (er kam mit der Lungenentzündung natürlich in die Klinik, bekommt dort gerade Antibiotika und er muss wohl noch einige Tage bleiben bis diese wieder auskuriert ist). Und gerade deshalb ist das Problem neu aufgetaucht, weil die Klinikärzte halt lieber heute als morgen eine PEG legen möchten. Momentan fahren meine Schwiegermutter , mein Mann und sein Bruder jeden Tag mind. 2x rein und füttern ihn mit dem Essen, daß dem Patienten hingestellt wird. Gestern wurden sie deswegen von einem Pfleger ziemlich zusammengestaucht, sie sollten sofort aufhören ihn zu füttern, sie würden ihn ja umbringen damit. Aber mit viel zeit und Geduld (momentan ca. 45 Min.) bringen Sie die Breinahrung ganz gut in ihn rein. Schließlich bekommt er im Klinikum zur Zeit per Infusion nur Flüssigkeit zugeführt. Sollen wir ihn verhungern lassen?

Wir tendieren weiterhin dazu, ihn nach Abklingen der Lungenentzündung schnellstmöglich aus dem Klinikum zu nehmen und zuhause weiter zu pflegen und zu füttern.

Es ist verdammt anstrengend, vorallem für die Schwiegermama, und ich habe auch großen Respekt davor, was Sie leistet. Auch mein Mann und sein Bruder sind sehr engagiert und helfen wo sie können. Die Schwiegermama kann den Ppatienten ja nicht mehr hochziehen im Bett (z.b.) da fehlt die Kraft.

Falls noch jemand Erfahrungen mit der Magensonde hat, bitte ruhig noch weiter berichten!

Danke!

F=roBtteefxurie


Wenn dein Schwiegervater sich "nur" bei Getränken verschluckt,gibt es die Möglichkeit,diese anzudicken,bis sie eine "breiige" Konsistenz haben.

GLesucxa


sunny80:

Es handelt sich um meinen Schwiegervater. Er kann sich nicht mehr verständlich äußern und wir sind auch nicht sicher, ob er manchmal noch klar da ist oder nicht, das läßt sich schwer sagen. Was er aber früher immer gesagt hat : daß er nicht ins Krankenhaus oder ins Pflegeheim will. Und er ist auch total fixiert auf sein Zuhause und seine Frau. Sie pflegt ihn immerhin schon über 13 Jahre, aber bis zum Sommer 2009 konnte er sich noch einigermassen verständlich machen, konnte noch mit der linken Hand essen (wenn man es ihm kleingeschnitten hat) und auch selber trinken und sogar einige wenige Schritte mit Stütze laufen (vom Sofa zum Eßtisch usw.). Aber seit den 2 weiteren Schlaganfällen hat es sich eben total verschlechtert.

Wir haben auch das mit der Lungenentzündung nicht selber gemerkt, da er nur ganz leichtes Fieber hatte, aber apathisch war und eben keinerlei Nahrung und Flüssigkeit mehr aufnehmen konnte. Daraufhin hat ihn der Hausarzt ins KH einweisen lassen und dort wurde die Lungenentzündung festgestellt.

Frotteefurie:

Wie meinst Du das, mit was würdest Du das Getränk anreichern?

Ist generell das trinken gefährlicher für die Lunge?

PXfleg+etusHsi


Beim Trinken verschlucken sich Schlaganfallpatienten meistens schneller, weil die Flüssigkeit zu schnell in den Rachen läuft und der Schluckreflex zu spät oder gar nicht ausgelöst wird (ganz einfach mal erklärt). Wenn man Flüssigkeit andickt (bsp. Thick&easy - oder einfach mal in der Apotheke erkundigen nach Andickungsmittel) dann fließt sie langsamer in den Rachen und der Schluckreflex wird besser ausgelöst. Deshalb kann breiiges oftmals geschluckt werden, wobei bei Getränken die Aspirationsgefahr extrem hoch ist.

F`rot6teeofurxie


Wir benutzen bei Bewohnern mit Schluckstörungen Thicken Up.Je nachdem wie viel man in das Getränkt rührt,je dicker wird es.Je nach Bewohner dicken wir nur leicht an und lassen trinken,bei anderen dicken wir mehr an und reichen mit dem Löffel.Ist im Übrigen Geschmacksneutral.

jdu;nge{ Kaxtze


Das mit dem Eindicken kenne ich auch. Nur hat die Flüssigkeit dadurch mehr Volumen und füllt den Magen. Ich meine, wenn ein Patient satt ist und geistig nicht mehre ganz da ist, kann es eher dazu kommen, dass er von der eingedickten Flüssigkeit auch nicht mehr so viel möchte. Soweit ich weiß, verringert sich auch bei älteren Menschen das Durstgefühl, daher trocknen sie auch immer wieder aus und kommen daher in einen schlechteren Allgemeinzustand.

SjünLtjxe


Aber mit viel zeit und Geduld (momentan ca. 45 Min.) bringen Sie die Breinahrung ganz gut in ihn rein. Schließlich bekommt er im Klinikum zur Zeit per Infusion nur Flüssigkeit zugeführt. Sollen wir ihn verhungern lassen?

na, da gibst du dir die Antwort doch schon.

Das wollt ihr nicht, also ist eine PEG die logische Alternative.

Ihr solltet euch nur auch im Klaren sein, dass dein Schwiegervater da unter Umständen mit über Jahre fit und kräftig bleibt, jedenfalls was den Ernärungszustand angeht, alles andere ja wohl eher nicht.

c!la;u/diax07


Liebe Gesuca,

ich habe diese Diskussion auch live miterlebt bei meiner Freundin, sie hat einen mittlerweile 19jährigen schwerstbehinderten Jungen.

Er hat diverse Zusatzerkrankungen und das Essen geben war viele Jahre sehr schwierig und nahm bei ihm viele Stunden am Tag in Anspruch.

Sie hat dies viele Jahre gemacht, obwohldie Ärzte ihr immer wieder zu einer PEG geraten haben.

Der Junge war auch immer extrem klein und superdünn.

Als der Junge 16 war hat sie sich nach dem er sehr krank war zu der PEG entschieden.

Heute sagt sie - das war die Beste Entscheidung meines Lebens.

1. Der Junge ist deutlich besser drauf, er ist den ganzen Tag gut gelaunt und lacht sehr viel.-er ist ja endlich mal richtig satt.

2. Der Junge ist viel weniger krank, da ihm jetzt die richtigen Vitamine und Spurenelemente etc in richtiger Höhe zhur Verfügung stehen,

3. Der Junge schläft nun fast die ganze Nacht durch- wahrscheinlich auch weil er immrer satt ist.

4. Das Familienleben ist einfach nur schön,- es dreht sich am Tisch nicht mehr nur darum wer füttert den Jungen, hat er genug, wer hat noch die Geduld- manches mal dauerte es 2 Stunden bis er die ausreichende Menge bekam.Dann musste alles neu gewärmt werden. die Anderen waren fertig , der Fütterer saß dann mit ihm alleine am Tisch.

Also rückblendend ist es für diese Familie die richtige Entscheidung, und wenn die PEG-Öffnung sorgfältig behandelt wird entsteht auch kaum eine Entzündung, er hat in fast 4,5 Jahren keine gehabt.

Meine Freundin ist seitdem deutlich ruhiger und entspannter, also auch an die Pflegenden denken, die sind doch sehr belastet, vielleicht ist in manchen Fällen die PEG doch eine richtig gute Entscheidung

Claudia !!

F/r"ot~teOefuyrie


Nunja,ein Kind hat aber auch noch sein ganzes Leben vor sich.

Der Schwiegervater von Gesuca wird aber sicher nach 3 Schlaganfällen nicht mehr fit....

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH