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Habt Ihr Erfahrungen mit Magensonde bei Pflegefall?

GpesNuca


Hallo und erst mal Danke für Eure verschiedenen Erfahrungen, Ideen und Vorschläge! @:)

Weil wir eben so verschiedene Meinungen gehört haben, wollte ich mal von "Betroffenen" hören, wie Sie damit zurecht kommen. Wir sind ja nicht gegen PEG sondern nur verunsichert.

Allerdings stellt sich momentan leider die Frage, obs noch nötig wird, da es ihm im KH nach einer kurzen Besserung wieder schlechter geht und er fast nur schläft und nichts mehr um sich mitbekommt. Und eine PEG kann man wohl nur setzen wenn die Blutwerte bzw. die Werte o.k. sind. Also wir müssen momentan abwarten, wie sich alles entwickelt.

Ja, Frotteefurie - er wird sicher nicht mehr fit. Und ob das alles ein menschenwürdiges Leben ist und ob er das gewollt hat - also ich bin mir nicht sicher. Aber es ist ja nicht mein Vater und ich möchte meinem Mann und der Schwiegermutter da nicht drein reden, das müssen sie entscheiden, wie es weitergeht.

Süntje - ja , dieses evtl. jahrelange Dahinsiechen mit einer PEG (denn Herz und Lunge sind soweit fit , also kann er ja im Pprinzip noch jahrelang so leben), das ist uns auch bewußt.

Wer möchte schon leber so leben, wenns mal "soweit" ist. Und mit knapp 80 hatte er ja ein erfülltes Leben.

Übrigens Danke für den TIP mit dem Flüssigkeiten eindicken! Sollten wir jemals nochmal soweit kommen, dann werden wir das sicher anwenden.

DUuff


Ich würde auch zu einer PEG-Anlage raten. Ihr könnt trotzdem weiterhin versuchen, ihm oral Nahrung zuzuführen und mit der PEG nur zusätzlich Sondenkost geben. Mit der PEG seid ihr und auch Dein Schwiegervater auf Dauer besser bedient. Die Vorteile einer PEG überwiegen die Nachteile bei weitem. Du musst überlegen, dass das Essen auch für Deinen Schwiegervater unheimlicher Stress ist, nicht nur, weil es sehr lange dauert, sondern auch, weil er aspiriert. Wenn er eine PEG hat, könnt ihr ihm alle Nährstoffe darüber zuführen (v.a. auch Flüssigkeit!), aber trotzdem noch seinen Geschmackssinn anregen, indem ihr ihm immer mal ein paar Löffel Nahrung zufüttert. Der Umgang mit der Ernährungspumpe ist einfach zu lernen und Deine Schwiegermutter hat selbst auch weniger Stress und mehr Zeit, sich anderweitig um ihren Mann zu kümmern (Vorlesen, Erzählen, Bilder anschauen, alles, was seine Sinne anregt) oder auch um sich um sich selbst zu kümmern.

Ich empfehle euch dringend, diesen Schritt zu wagen!

GDesXuca


Hallo Duff,

danke für Deinen Beitrag! Da es meinem Schwiegervater langsam wieder besser geht, hat die Familie entschieden, eine PEG legen zu lassen. Das wird wohl nächste Woche irgendwann sein. Und ich denke sie werden es auch so machen, daß Sie ihm immer wieder mal was oral geben. Jetzt im KH verlangt er immer wieder danach und er wäre auch beruhigter wenn er was zusätzlich gefüttert kriegt. Er checkt es wahrscheinlich nicht mehr, daß er z.Zt. über Infusion was kriegt.

Naja und dann kommt er wieder heim und wir schauen mal, wie sich das so einspielt, ob es insgesamt weniger stressig wird für die Familie. Mein Schwiegervater kann nämlich sehr dickköpfig sein, und wenn er meint, daß er jetzt was haben will, dann fordert er das stundenlang, ähnlich wie ein kleines Kind. Er versteht ja auch nicht mehr die einfachsten, vernünftigen Erklärungen. Und das ist für meine Schwiegermutter auch Streß pur. Wenn er die Sachen nicht kriegt wird er richtig sauer und brüllt das ganze Viertel zusammen. Wir warten schon immer drauf, daß mal die Polizei auftaucht, weil ein verunsicherter Nachbar sie gerufen hat :=o...

Jedenfalls Euch allen vielen Dank für Eure Beiträge!

rJyaQn2<3dxe


Hallo Gesuca,

auch ich wollte mal meine Meinung zum Thema PEG äussern. Ich bin Krenkenpfleger in einer Gastroenterologie, einer Abteilung in der viele ältere Patienten mit einer PEG Anlage liegen und unsere Ärzte legen auch häufig PEG´s. Es kommt immer wieder vor, dass Angehörige sich mit diesem Dillemma auseinandersetzen müssen. Unsere Ärtze raten den Angehörigen fast immer dazu, weil es ganz einfach gesehen dazu dient das Leben der Patienten zu verlängern bzw. das Überleben zu ermöglichen. Aber es ist nicht bei jedem Menschen gleich, deshalb habe ich da keine so simple Meinung wie unsere Ärzte. Man muss schon abwägen was man mit einer PEG bewirkt. Bei dem Beispiel mit dem Behinderten Jungen ist es eindeutig. Bei deinem Schwiegervater ist es jedoch schwieriger.

Die Kontras mit den Komplikationen sind meiner Meinung nach praktisch nahezu unbegründet. Entzündungen in der Einstichstelle treten bei unsachgemäßen Verbandswechseln auf. Vor allem aber verwächst die Einstichstelle nach einer Zeit auch und die Patienten haben keine offene Wunde in diesem Bereich. D.h. man braucht noch nicht mal einen Verband anzulegen. Die PEG wird auch nicht transplaniert oder so, d.h. man kann sie auch jederzeit wieder entfernen. Also ist die Entscheidung auch nicht eine Entscheidung für immer. Die Sonde wird auch nicht operativ in einer Vollnarkose angelegt sondern endoskopisch. Also wie bei einer Magenspiegelung. Wie auch viele meiner Vorgänger geschrieben haben ist eine PEG auch kein Grund nicht weiter auf normalem wege zu essen.

Was aber passieren kann ist, wenn man die Sondenkost nicht sachgemäß( zu schnell, in Oberkörpertieflage etc.) verabreicht, dass der Patient auch aspireren kann.

Meiner Meinung nach ist das einzige was gegen eine PEG spricht, dass die Menschen nach einer Zeit nur noch so dahinwegitieren. Man kann das dann kaum noch Leben nennen. Sie werden künstlich ernährtund somit auch künstlich am leben gehalten.

Da ihr euch nun für die Anlage einer PEG entschieden habt will ich euch noch ein paar Tipps geben.

1. Achtet auf regelmässige sterile Verbandswechel durch eine Fachkraft

2. Sondenkostgabe immer in Oberkörperhochlage

3. Sondenkost nicht zu schnell laufen lassen, am besten via Sondenkostpumpe

4. Bei Unverträglichkeit der Sondenkost (Durchfälle) andere Marken oder Sondenkosttypen verwenden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Glucerna sehr gut verträglich ist

5. Nach Sondenkostgabe sollte die PEG grundsätzlich mit Wasser durchgespült werden.

6.Ganz wichtig: wenn möglich noch weiter normal (oral) was zu Essen geben. Richtig gut bei Schluckstörungen sind meist Pudding , Joghurt Weissbrot mit Leberwurst oder Schmierkäse etc.

Ich glaub ich hab zu viel geschrieben, ich könnte noch viel mehr aber ich lass es mal für jetzt. wenn Du noch spezielle Fragen hast kannst du mir mailen, ich antworte dir gerne.

dfsch,o-ds6chxo


Hallo gesuca

Also ich arbeite da , wo es menschen mit magensonde gibt . Ich kann dir aus erfahrung sagen , das in einem zeitraum von ca 3 jahren keinen Fall von entzündündng erlebt habe . Wenn man auf die PEG achtet und dürfte nix passieren .

Lg :)^

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