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Körperpflege/ Hygiene früher?

szchnQupfxen08


ich bin Altenpflegerin und wir haben ein Biographieblatt für demenzerkrankte erstellt.

mein vorschlag war es, die früheren waschezeiten der bewohner zu erfassen, denn viele haben sich früh etwas wasser ins gesicht gespritzt, sind dann in die arbeit und eine gründliche körperpflege gab es erst am abend.

so braucht man sich nicht wundern, wenn ein demenzerkrankter mensch sich früh wehemennt gegen die GP wehrt.

Wasser war kostbar und früh vor der arbeit einfach verschwendung

sSchJnupfKenx08


ach ja...mein vorschlag...wurde übergangen :(%-| %-| %-|

Mnond.häscxhen91


doofe frage aber : was ist GP? ":/

GhänsKeblüxmleixn


Gabzkörperpflege würde ich vermuten

s ch\nupfdexn08


oder grundpflege ;-)

ja manchmal bin ich faul :=o

Rrut


Womit soll ich anfangen.

Viel weiß ich aus Erzählungen meiner Großeltern, die 1877 und 1881 geboren wurden in Ostpreußen, also auf dem Land, und hochbetagt mit 86 und 95 Jahren starben. Dazu das Wissen meiner Eltern und das bewusste Erleben von Krieg, Flucht und Nachkriegszeit.

Es gab immer Reiche und nicht so Reiche. Leute, sich sich pflegten und solche, die es auch heute noch nicht tun.

Ab 1930 gab im Elternhaus meiner Mutter schon eine Art Waschmaschine - ein Kessel wurde mit Holz beheizt und die Wäsche wurde mit einer Art Quirl mit Motor gewegt. Das Waschwasser wurde abgelassen und Frischwasser zugegeben zum Spülen, danach wurde die Wäsche durch Rollen gedreht, die das Wasser ausdrückten. Nach dem Trocknen wurde gemangelt. Meine Großeltern hatten ein Hotel und die Arbeit machten Waschfrauen. Zu dieser Zeit gab es auch schon in vielen Häusern Fließwasser und WC´s. Auf körperliche Sauberkeit wurde viel Wert gelegt. Mit dreckerten Fingernägel in die Schule - da gab es Hiebe auf die Finger. Es gab Sonntagskleidung, auf die man stolz war.

Damit es nicht zu lang wird, stellt Fragen.

Nach 1945 lag ja alles in Trümmern. Einquartiert auf einem Bauernhof erinnerte ich mich noch an ein scheußliches Häuschen mit Herz über dem Misthaufen und Zeitungspapier, wenn vorhanden oder Blättern. Keine Wasserleitungen, alles musste per Eimer von der Pumpe getragen werden. Abwässer flossen auf die Straße in die Gosse. Wir bekamen alle Typhus, eine Infektionskrankheit durch verunreinigtes Trinkwasser und waren mehr tot als lebendig, halb verhungert. Gewaschen wurde mit Kernseife, sowohl die Wäsche auf dem Waschbrett und auch wir Kinder.

Nach 1950 wurde es besser. Wir lebten dann in Berlin in einem wiederaufgebauten Haus. Zahnarztbesuche - mein Onkel war Schulzahnarzt - waren selbstverständlich, genauso das Putzen. (Habe mit 73 Jahren noch all meine Zähne!) Baden wchtl. Das Badewasser wurde in einem großen Boiler erwärmt. Die Wäsche, auch die sogenannte große, wurde noch mit Hand gewaschen. Bettwäsche wurde alle 4 Wochen gewechselt.

1959 hatten Schwiegermutter und meine Eltern die 1. Waschmaschine sich gekauft. Aber dies war ein gewisser Luxus, den sich zu diesem Zeitpunkt wenige leisten konnten. Es gab elektrische Boiler oder schon Heizwasser wie heute in den Bädern. Und dann die vielen Seifen, Waschmittel und Erleichterungen für Haus und Küche, die auch eingesetzt wurden.

1964 wurde unser 1. Kind geboren und ich bekam auch sofort eine Waschmaschine. Statt der heute üblichen Papierwindeln hatten wir Mullwindeln, alle 1 1/2 eine Maschine Kochwäsche nur Windeln. Sehr viele Mütter wuschen die mit der Hand und kochten sie in einem Kessel aus. Die damals noch nicht so hautfreundlichen Waschsubstanzen zerfrasen die Hände. Die Kinder wurden tgl. gebadet.

Ja, unsere Generation ist teilweise nach heutigem Standard in Schmutz und Bakterien groß geworden. Und trotzdem sind wir was geworden. Und die anderen überlebten die vielen, heute unbekannten Krankheiten nicht.

Rümpft nicht die Nasen über die Altvorderen, auch nicht, wenn Ihr im Ausland herumreist, jeder lebt, wie er es kann und weiß und nach den Möglichkeiten, die er hat. Und ich muss sagen, wir hatten trotz allem eine sehr schöne Jugend.

sYchn1upfexn08


@ Rut

:)= :)= :)= :)= :)=

sehr schön geschrieben

sVtrawbxerry1


Ich habe auch interessehalber still mitgelessen. Echt schön geschrieben. Aber ich kann mir das alles gar nicht vorstellen heute. Echt unglaublich, was sich alles in der "Zwischenzeit" verändert hat.

h'one8yb.exe74


Da haben die menschen in Afrika einfacher..Die haben sich im Fluß gewaschen,dann Luftgetrocknet..

Bei viel war es dann so das entweder kamen die sauber raus,oder kammen nicht mehr aus den Fluss raus weil der Croc..war schneller... :-D :-D :-D

Rxut


Danke,

schnupfen und strawbeery - bin selbst erstaunt, wie schnell sich die Zeiten geändert haben und nicht immer zum Guten.

Ich bekam 1969 meinen ersten Geschirrspüler, fast noch ein Prototyp und musste wegen der Reiniger 30 km weit fahren. War eine Sensation im Freundeskreis - eine Firmenspende, naja, heute würde man es Bestechung nennen. (Mein Mann war nie bei einer Behörde beschäftigt und außerdem ist es verjährt)

1958 arbeitete ich bei einer Bank in der Datenverarbeitung, die dort gerade von einer fast manueller Buchung auf IBM umgestellt wurde. Neben den 3 Fachleuten war ich die 1.Mitarbeiterin aus einer Abteilung dieser Bank. Das damalige Wissen - auf heute umgelegt war Stand des 17. Jahrhundert.

@ honeybee

Bestimmt weiß Du, dass das Wasserproblem in vielen Ländern ein ganz großes Problem ist. Ein Stamm in Namibia lief 8 km zur nächsten Wasserstelle. Wir Reisenden hatten Anweisung, nichts zu verschenken und ich lief mit einer Wasserflasche durch die Gegend. Ein kleiner Junge hielt mir einen verbeulten Napf hin und ich gab ihm meine fast volle Flasche. Er zog sich hinter eine Hütte zurück und ich sah, wie er mit einem anderen Kind die Flasche austrank. Ich bekam mächtigen Ärger mit dem "Führer", der um seine Lizenz bangte. Wie sollen solche Menschen eine Hygiene nach unserem Standard pflegen, die haben ganz andere Erkenntnisse und sind trotzdem rein. Von unseren Reisen könnte ich noch viel mehr von dieser Problematik berichten.

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@ Rut

Sorry,erst muß ich :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D

Ich bin selbst Afrikanerin,und als ich Kind war,verbrachte ich die Schulferien bei meine alte Oma,die tief in Busch lebte...

Da war es sehr lustig,im Fluß zu baden..(damals gab es meines achtens kein Wasser mangel).

Die aeltern/Großeltern haben aufgepaßt das wir nicht ins tiefe Wasser gehen,eben wegen die gefahren die im Wasser lauern..

Viele ganz alte Leute liefen auch nur mit Lendenschürzen..War für mich irgendwie peinlich.(Ich war doch bei den nonnen,wo wir alles verstecken mußten..)ging mit meine Kleidung ins Wasser,trocknen war kein problem,in nu waren wir trocken..

Bin über 60j.. ist sehr langher.. *:) *:) @:) @:)

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Hi, meine Mama ist JG 1948 und erzählte mir auch vom Waschtag am Samstag. Man musste schließlich Sonntag sauber in die Kirche! ;-)

Zähnegeputzt wurde mit Asche und dem Zeigefinger (ländliche Gegend). Mein Papa JG 1944 war in der Stadt zuhause und hatte auch scho so ein Schweineborstendings.

LG Bine

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