» »

Reha nach Oberschenkelhalsbruch

Kurok)o.fantxa hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe schon viel in diesem spannenden Forum gelesen, mich jetzt aus aktuellem Anlass angemeldet, in der Hoffnung, von eurem Wissen und eurer Hilfsbereitschaft profitieren zu können.

Meine Schwiegermutter (71 Jahre alt, ca. 30-40 kg Übergewicht, Osteoporose) hat sich vor 3 Wochen einen Oberschenkelhalsbruch eingestolpert, wurde operiert (genagelt? geschraubt?). Die OP hat sie einigermaßen gut überstanden, allerdings sind am Oberschenkel und auf dem Bauch noch dicke fette Blutergüsse, die im Krankenhaus auch nicht behandelt wurden. Seit Montag ist sie in der Reha.

Dort sitzt sie – bislang – nur im Rollstuhl und muss für alles Hilfe haben. Es gibt ein bisschen Krankengymnastik, aber größere Gehversuche hat sie noch nicht gemacht. Bewegungsbad wäre sicher toll, aber die Narbe ist noch nicht 100 % verheilt, da fällt das wohl aus.

Jetzt frage ich mich, ob das so normal ist, ob wirklich alles getan wird, damit sie so schnell wie möglich wieder so fit wie möglich wird. Wenn die Fortschritte nämlich so klein bleiben wie bisher, kann sie nach der Reha (3 Wochen sind bewilligt) nicht zurück nach Hause. Und was dann?

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Reha nach einem OSHB gemacht? Welche Aktivitäten wurden mit den Patienten wann gemacht? Welche Fortschritte sind im normalen Bereich? (Erwarten wir etwa zu viel?). Wer muss wann aktiv werden, damit es ggf. eine Verlängerung der Reha gibt? Was müssen wir wann machen, wenn es keine Verlängerung der Reha gibt? Wo gibt es Unterstützung?

Schwiegermutter war auch vorher sehr wackelig auf den Beinen ... und ist vielleicht auch deshalb gestoplert.

Ich freue mich auf eure Antworten und sage dafür – und für's Lesen – schon mal Danke!

Herzliche Grüße aus Ostwestfalen,

Krokofanta

Antworten
E1hemal=iger Nu tzer3 (#39l3910)


Dürfte sie das Bein denn schon voll belasten? Wenn ja, hat sie eher ein künstliches einzementiertes Hüftgelenk bekommen. Hat sie einen Rollator der ihr Sicherheit beim laufen gibt? Was sagen denn die Ärzte in der Reha zu dieser Sache? Als mein Opa sich mit 90 Jahren den Schenkelhals gebrochen hatte bekam er auch eine zementierte TEP. Da er sich aber im Krankenhaus eine Lungenentzündung und auch noch das Norovirus eingefangen hatte, dauerte es sehr lange bis er mal auf die Beine kam. In der Reha ging es aber zügig voran. Jeden Tag Krankengymnastik einzeln und in der Gruppe, natürlich auch Bewegungsbad was man bei ihm zum Glück machen konnte. Nach diesen 4 Wochen Reha, er bekam Verlängerung, ging es ihm recht gut. OK er muss den Rollator benutzen, da er einfach die Kraft nicht mehr so hat, aber er kommt ganz gut zurecht. Inzwischen wird er im August 95.

Wie sieht es denn mit der Motivation bei Deiner Schwiegermutter aus? Will sie auf die Beine kommen oder ist sie der Meinung das würde eh nicht klappen?

Kfroko7faxnta


Hallo Devil,

danke für deine Antwort.

Nein, das Bein hat sie noch nicht voll belastet, und von einer TEP war auch nie die Rede (wäre aufgefallen, weil mein Vater zwei künstliche Hüftgelenke hat ...).

Von einem Rollator ist auch noch nicht die Rede – jedenfalls noch nicht, aber irgendwann muss das doch auch kommen. Aber wann?

Weißt du noch, wer wann aktiv werden musste, damit die Reha-Verlängerung bewilligt wurde?

Mit den Ärzten haben wir noch nicht gesprochen – wäre ja eher Sache vom Schwiegervater, der sieht aber keine Veranlassung dazu. >:(

Und die Motivation von Schwiegermutter ist schwankend ... Sie wohl wieder auf die Beine kommen, aber sich am liebsten dafür nicht anstrengen ....

Viele Grüße,

Krokofanta

Eyhemalig;er NyutzerH (#393910)


Also die Verlängerung wurde Ende der zweiten Woche durch die Klinik beantragt. Der Arzt empfahl meinem Opa die Verlängerung, er hat zugestimmt und den Rest hat die Klinik geregelt.

Hat sie noch nicht voll belastet oder darf sie noch nicht voll belasten? Gerade wegen der Belastung macht man bei Schenkelhalsbrüchen in diesem Alter ja die zementierte TEP. Eben damit die Patienten sofort voll belasten dürfen. Mit Nägeln und/oder Schrauben darf der Patient mindestens 4 Wochen überhaupt nicht belasten und dann darf die Belastung nur langsam gesteigert werden. Sowas schaffen die meisten Leutchen in diesem Alter nicht. Vorallem dann nicht, wenn der Patient vor dem Unfall schon nicht mehr so wirklich sicher auf den Beinen war. Ich versteh da manchmal die Ärzte echt nicht.

Mal der Schwiegermutter klar machen dass sie entweder wieder auf die Beine kommt oder sie ins Pflegeheim muss. Auch wenn für Euch ein Pflegeheim nicht in Frage kommen sollte, würde ich ihr das einfach mal so klar machen. Sowas motiviert manchmal ungemein.

Mein Opa hatte im Dezember eine Gallenblasen Notoperation. Das Ding war kurz vor dem Platzen. Darum auch großer Bauchschnitt. Die Narkose hat ihn da schon heftig mitgenommen. Aber er wollte unbedingt wieder nach Hause in seine Wohnung und somit kam er mit Hilfe der Physiotherapeuten auch wieder auf die Beine und zurück in seine Wohnung.

B0aNnkarxt


Hallo Krokofanta, hallo devil_w!

Das ist leider nicht ganz korrekt. Zunächst mal wird bei einem Schenkelhalsbruch keineswegs "normalerweise" eine zementierte TEP eingebaut. Welche Operationsmethode bzw. welches Implantat gewählt wird, hängt neben dem Alter und der Rüstigkeit des Patienten entscheidend von der Art des Bruches ab (Schenkelhalsbruch ist nicht gleich Schenkelhalsbruch!!!). Mindestens so häufig wie eine Hüftprothese werden Marknägel ("PFN, Gammanagel"), die dynamische Hüftschraube ("DHS") oder die sog. "Böhler-Verschraubung" gewählt. Je nach Beschaffenheit des Bruches sind diese Implantate eben SEHR WOHL belastungsstabil und erlauben eine vollständige Belastung des betroffenen Beines unmittelbar im Anschluß an die Operation. Dies wiederum ist essentiell wichtig, um den Patienten frühzeitig wieder mobilisieren zu können und so einer dauerhaften Bettlägrigkeit vorzubeugen.

Wie devil_w bereits gesagt hat, ist es zur Beurteilung der Situation daher zunächst notwendig zu wissen, ob Deine Schwiegermutter im Anschluss an die OP das Bein belasten durfte. Da sie nun aber ja anscheinend im Anschluss an den stationären Aufenthalt direkt in die Reha gekommen ist, wird dies wohl der Fall gewesen sein – die Reha nimmt einen Patienten nämlich nomalerweise nur an, wenn er das Bein voll belasten darf, da die Übungen sonst nicht richtig durchgeführt werden können und der Effekt der Reha dann fragwürdig ist. Andernfalls geht der Patient meist für die Zeit, in der das Bein nicht belastet werden darf (bis zu 6 Wochen) in eine Kurzzeitpflege und ANSCHLIESSEND (wenn er wieder belasten darf) in die Reha.

Wenn jetzt im Fall Deiner Schwiegermutter 3 Wochen nach der Operation noch nicht einmal ein Gehversuch gemacht wurde (warum? Schmerzen? Koordinationsprobleme der Patientin?), entspricht das auf jeden Fall tatsächlich nicht einem optimalen Heilungsverlauf (vorausgesetzt, es wurde wirklich ein belastungsstabiles OP-Ergebnis erzielt). Normalerweise sollte vor Verlegung in die Reha das Ziel sein, daß der Patient zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus (d.h. ca 10-14 Tage nach OP) MINDESTENS im Zimmer am Rollator mobil ist.

Allerdings läßt sich "per Ferndiagnose" kein sicheres Urteil fällen, wenn man Deine Schwiegermutter nicht kennt. Wenn sie – wie Du schreibst – bereits vor dem Sturz "sehr wacklig" auf den Beinen war, ist es für sie auch viel schwieriger, nach einer solchen OP wieder auf die Beine zu kommen. Leider endet die ganze Geschichte in solchen Fällen oftmals mit einer massiven Verschlechterung des Allgemeinzustands des Patienten, sprich der-/diejenige erreicht anschließend gar nicht mehr sein vorheriges "Aktivitätsniveau" und wird u. U. sogar zum Pflegefall. In solch einem Fall könnte es sein, daß die Ärzte bei Deiner Schwiegermutter zumindest versucht haben, eine belastungsstabile Situation herzustellen (d.h. ihr überhaupt die Möglichkeit zu verschaffen, in die Reha verlegt werden zu können!), in der Hoffnung, daß sie danach wieder auf die Beine kommt. Übrigens aber sollte Deine Mutter UNBEDINGT vom Krankenhaus einen Rollator organisiert bekommen!!!

Auf jeden Fall solltest Du (!!!) (Du nimmst dabei sicher mehr mit als Dein Schwiegervater!) mit den Ärzten (sowohl im Krankenhaus als auch in der Reha) sprechen, Dir die Situation erläutern lassen und um eine Einschätzung bitten, "wie die Aktien stehen". Frag dazu am besten auf Station nach einem Termin für ein Gespräch mit dem Stationsarzt. Frag auch nach dem Rollator!

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen!

Übrigens: die "dicken fetten Blutergüsse" an Oberschenkel und Bauch sind nach einem solchen Sturz und einer solchen OP ganz normal. Sie müssen (und können) auch nicht speziell behandelt werden, sondern werden nach einiger Zeit von selbst vom Körper abgebaut... :-)

Grüße, Bankart

EZhemJaligewr Ngutzer (x#39f3910)


Dass man einem 50 oder 60 jährigen Patienten keine zementierte TEP einbaut ist ja klar. Da gibt es eben diese DHS, Teilzementierte TEP oder Nägel. Dass es inzwischen auch vollbelastbare Hüftschrauben, Nagelungen ect gibt wusste ich nicht. Naja, bin ja auch schon ein Weilchen aus der Pflege raus und war eigentlich immer in Anästhesie oder Intensiv eingesetzt. Gerade die letzten 6 Jahre vor meinem Unfall war ich auf Neurointensiv. Da hatten wir solche Fälle eben nicht.

Aber danke für die Belehrung. Werds mir auf jeden Fall merken damit mir so ein Irrtum nicht nochmal unterläuft.

Krroko$fanxta


Hallo Devil, Hallo Bankart!

Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Jetzt wissen wir wenigstens, dass die riesigen blauen Flecken normal sind ... und dass sie schmerzhaft (aber nicht weiter gefährlich) sind, kennt ja jeder von uns, der schon mal welche hatte. Kann es sein, dass der Abbau von den Blutergüssen bei Marcumar-Patienen noch länger dauert?

Das schon vorher bestehende geringe Aktiviätsniveau und die Wackeligkeit auf den Beinen hat mit Sicherheit auch mit dem Übergewicht zu tun, gegen das sie auch nie wirklich und mit dem entsprechend notwendigen Biss angekämpft hat. Und was ihr jetzt noch mehr zu schaffen macht, wenn z.B. die Sitzbreite des Rollstuhls fast zu gering für sie ist ...

Dass man sich dann bei diesen Temperaturen noch weniger bewegt / bewegen möchte, ist auch verständlich.

Mein Mann (unter der Woche auswärts berufstätig) wird versuchen, den Arzt wenigstens am Telefon zu erreichen, um seine Einschätzung und Prognose zu hören ... und um ggf. weiter planen zu können. Was kommt auf uns zu, wenn sie ein Pflegefall bleibt / wird? Wie stehen die Chancen, dass sie nach einer Verlängerung der Reha wenigstens im eigenen Haus weiter leben kann, die Treppen zur Wohnung rauf kommt etc.?

Schwiegermutter und Schwiegervater sind da eher von der passiven Seite. Warum bei Ärzten nachfragen? Die haben doch was anderes zu tun und werden schon alles richtig machen. – Stimmt, aber hier geht es nicht um ein harmlosen Schnupfen! Oder scheuen sie das Gespräch, weil sie Angst vor schlechten Nachrichten haben?

Lieben Dank

und herzliche Grüße,

Krokofanta

EIhemalige r Nutzer h(#39:391x0)


Jede Klinik, auch die Rehakliniken, haben einen Sozialdienst. Mach Dir da mal einen Termin und rede mit denen, was für Optionen bestehen, wenn es bei der Schwiegermutter nicht besser wird. Ich sage mal, wenn sie innerhalb der Wohnung gehen könnte, wäre ja ok. Aber wenn sie Vollpflege braucht muss man sich überlegen ob man es selbst übernehmen will, was eine enorme körperliche und psychische Belastung bedeutet oder ob ein Pflegeheim in Frage kommt. Erkundige Dich auch ruhig mal nach betreutem Wohnen. Wird immer mehr von Senioren in Anspruch genommen und ist, solange man keine Hilfe benötigt auch nicht so arg teuer.

Ephemalig,er NutQzer (#3x93910)


Hab mal wieder die Hälfte vergessen. Die Chancen auf ein Leben im eigenen Haus/Wohnung hängen halt auch enorm von ihrer Motivation ab. Ja, die Resorption der Hämatome kann bei Marcumarpatienten etwas länger dauern. Wichtig ist erstmal rauszufinden, ob sie denn voll belasten darf, wovon ich eigentlich ausgehe. Wenn sie das darf, ihr klar machen, dass sie genau zwei Möglichkeiten hat.

1. den Hintern hochkriegen und nach Hause kommen

oder

2. das Pflegeheim

K]r&okowfantxa


Hallo Devil,

vielen Dank für deine weiteren Gedanken!

Wenn Schwiegervater ein bisschen mehr Energie aufwenden würde, hätte er ja schon die entsprechenden Informationen einholen können, aber ...

Ja, wenn Schwiegermutter innerhalb der eigenen Wohnung gehen könnte, wäre schon etwas gewonnen. Dummerweise muss sie zur Wohnung eine Treppe rauf ...

Vollpflege selber zu leisten, ist für mich keine Option. Das würde ich mir selbst bei meinen eigenen Eltern sehr gut überlegen.

Betreutes Wohnen ... das soll bei ihr in der Nachbarschaft gebaut werden, aber noch ist da kein Bagger in Sicht.

Gut zu wissen, dass der Abbau von blauen Flecken bei Marcumarpatienten länger dauern kann...

Voll belasten? Sie ist im Krankenhaus ja schon dazu gezwungen worden, aufzustehen, um das halbe Bett herumzuhumpeln. Von daher gehe ich schon davon aus, dass sie eigentlich voll belasten darf.

Angeblich will mal bei ihr erst in der 3. Rehawoche mit Übungen mit dem Rollator anfangen, heißt es jetzt. Das wäre dann 4 Wochen nach der OP. Das scheint mir eine verflixt lange Zeit zu sein.

Wie lange bekommt man eigentlich maximal Reha?

Der Überbringer der Nachricht "Entweder du kriegst deinen Hintern hoch und kämpfst (auch wenn du Schmerzen hast) oder es bleibt das Pflegeheim" wäre – wie das üblich ist – der große Buhmann. Schwiegervater würde ihr das nicht sagen, und der andere Sohn auch nicht....

Viele Grüße,

Krokofanta

R\ut


Krokofanta,

meine Schwiegermutter kam nach 3 Operationen (Auswechseln von Hüftgelenken und eine Bauch Op) zu uns ins Haus. Es war eine sehr, sehr schwierige Zeit für mich. Begann, dass sie verlangte, dass unsere Schlafzimmertür offen bleibt und ich jederzeit auf ihr Rufen flitzen musste. Laufen, Gym – alles wurde abgelehnt und Mitarbeit verweigert. Und ich war ja nur die Schwiegertochter. Allerdings bekam ich Hilfe von einer Pflegekraft, die sehr resolut mit ihr umging. Ihr wurde gesagt, dass sie, wenn sie nicht läuft und auf die Toilette gehen kann, bald Windeln bekommt.

Und ich begann mit Hilfe er Pflegerin sie aus dem Bett zu kriegen, wir machten dann Spaziergänge, die immer länger wurden. Sie sagte dann später, ich hätte ja so Recht gehabt. Sie konnte jedes mal wieder in ihre Wohnung zurück.

Allerdings kam sie später nie mehr zu uns zu Besuch, wir fuhren immer zu ihr. Schwägerin sagte mir später einmal den Grund: weil sie immer bei uns laufen muss.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft und Geduld

Kqrokodfanxta


Hallo Rut,

vielen Dank für deinen Beitrag!

Mein Mann wird in der nächsten Woche versuchen, den zuständigen Arzt zu erreichen ... vielleicht wird es ja nicht so schlimm, wie wir befürchten...

Ich denke, dass ein sehr resolutes Umgehen mit dem Patienten schon wichtig ist, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass sie sich hängen lässt. Und von daher ist es auch gut, ihr zu sagen, dass sie Windeln bekommen wird, wenn sie nicht den Allerwertesten hoch kriegt und sich an's Laufen quält.

Ich kann auch die Lethargie von Schwiemu und Schwiegervater nicht ganz nachvollziehen. Mein Pa hatte 2007 das absolute Sch...jahr, war mehr im Krhs und in der Reha als zuhause (Hüft-OP ist daneben gegangen, musste wiederholt werden, dann kam auch noch ein Schlaganfall), aber er ist seit langem wieder zuhause und kann – mit Einschränkungen – alles machen, ist nicht nennenswert auf Hilfe angewiesen (naja, auf eine Leiter sollte er nicht steigen und Getränkekisten auch nicht schleppen – jedenfalls nicht mehr als eine auf einmal ...) Mein Mann hat sich vor Jahren nach einer doppelseitigen Lungenentzündung, tagelangem künstlichen Koma etc (das volle Programm also) wieder hochgekämpft, dass er jetzt 150 KM lange Fahrradtouren macht.

Und wenn es doch so kommt, dass sie keine Treppen mehr steigen kann, dass sie Pflege braucht – gibt es irgendwo im i-Net einen Ratgeber, was wo wie beachtet werden muss? Wie sieht das mit Treppenlifts aus? Kann man die auch in gebraucht kaufen, irgendwo abbauen (lassen) und zuhause einbauen (lassen)? Wie breit müssen die Türen sein, damit man mit einem Rollator durch kommt?

Aber im Grunde genommen machen wir – mein Mann und ich – uns eh zu viele Gedanken. Mein Mann hat noch einen Bruder, der wohnt mit Familie ca. 40 Minuten Autofahrt entfernt. Für den Bruder und seine Frau ist das alles ja soooo weit weg. Und wir werden schon Schwierigkeiten haben, dass der Bruder wenn wir demnächst 2 Wochen im Urlaub sind, mal ein oder zwei Säcke Wäsche mit nach Hause nimmt und schön ordentlich gewaschen wieder abliefert... Ich denke, man muss rechtzeitig anfangen, die Verantwortung, die man übernehmen kann und will, zu definieren ... und andere Bereiche dann eben auch abzugeben – sei es an den Bruder mit Frau oder an professionelle Kräfte.

Schönen Sonntag noch,

Krokofanta

RUut


Du siehst es richtig. Hilfe jederzeit, wo es notwendig. Vor allen Dingen braucht wahrscheinlich Dein Schwiegervater Beistand. Aber Deine Familie – Du und Dein Mann – stehen an 1. Stelle.

Ich habe im Umfeld einige Frauen erlebt, die an der Pflege regelrecht kaputt gegangen sind. Sie waren teilweise durch jahrelange Pflege kränker als die, die sie pflegten. Und in den Ehen krachte es auch. Von der Verwandtschaft kann man kaum Hilfe erwarten, jedenfalls war es bei vielen so. Ausgerechnet heute.... und von Überbetreuung war die Rede.... Ausreden, Ausreden.

Beantragt Pflegegeld und bezahlt davon die Hilfen wie Pflegeleistungen , Putzfrau u.a. Meistens sparen die alten Leute dieses Geld für die Erben.

Treppenlifter -so weit würde ich noch nicht denken – gibt es auch gebraucht, jedenfalls wurde der von einer Freundin (saß im Rollstuhl) verkauft, als die aus dem Haus in eine Wohnung zog. Rollator geht durch jede genormte Tür.

Mobilisierung – muss der Arzt beurteilen – ist wohl jetzt das Wichtigste. Und wenn es nicht machbar ist, muss man es hinnehmen.

Ich habe meinen Vater mit meiner Mutter gepflegt, dann meine Mutter und meine Schwiegermutter. Teils daheim, aber auch nach dem Umzug ins Seniorenheim vor Ort. Jeden Tag besuche gemacht, zu uns geholt.

Vater ist mit 90, Mutter mit 86, Schwiegermutter mit 94 gestorben.

Du bekommst auf Deine evtl. Fragen Hilfe in diesem Forum, Du bist nicht allein.

Alles Gute

K(rokofYantxa


So, mittlerweile ist einige Zeit verstrichen.

Schwiegermutter ist seit gut 2 Wochen nach 4 Wochen Reha zuhause, es geht so eher schlecht als recht.

Zu ihrer Wohnung muss sie die Treppe rauf (bzw. auch wieder runter). Wir haben ihr gesagt, dass sie das täglich trainieren muss. Macht sie aber nicht.

Sie sagt, sie hätte immer noch große Schmerzen – mag ja sein, aber warum sie dann die Schmerzmedikamente eigenmächtig niedriger dosiert (aus Angst vor den Nebenwirkungen?), weiß ich auch nicht.

Wir haben Schwiegervater rechtzeitig gesagt, dass man sich um Hilfsmittel rechtzeitig besser selber kümmert, anstatt sich auf andere zu verlassen ... hat er nicht gemacht, und dann warn natürlich nicht rechtzeitig alle Dinge an Bord.

Beim Hausarzt war sie noch nicht, der hatte den Bericht aus der Reha und die Medikamente, die im Bericht standen, einfach weiter verschrieben. (Na, das ist vielleicht auch mal ein Vorteil, denn zu der Hausarzt ... also, ich würd zu dem nicht mal gehen, wenn ich gesund bin ... Wir hatten gehofft, der Hausarzt würde zu der Zeit Urlaub machen und sie hätte zu einem Arzt gemusst ...)

Die Krankengymnastin war 2 mal da, ist ein ganz liebes junges Mädel, aber vielleicht nicht resolut genug, um Schwiemu mal – im übertragenen Sinne – in den Hintern zu treten. Vielleicht mag Schwiemu auch nicht kapieren, dass sie die Übungen, die sie gelernt hat, regelmäßig machen muss.

Sie beschwert sich, dass sie nicht vernünftig aus dem Bett kommt ... aber es mal aus Schwiegervaters Bett zu versuchen (Dann müssten sie ja nach 45 Jahren die Seiten im Bett tauschen!!!), macht sie auch nicht.

Schiegervater entwickelt sich mehr und mehr zum Hausmann – wird er auch nicht dümmer durch, und unter Anleitung kriegt er 'ne Menge hin.

Aber alles andere ... ist irgendwie sinnlos, weil der eigene Antrieb fehlt ... und medizinisch möglicherweise sinnvolle Maßnahmen (z.B. Schmerzmittel) torpediert werden.

Naja, vermutlich müssen wir uns einfach ein dickes Fell zulegen ...

LG,

Krokofanta

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH