» »

Krankenschwestern: zur Hilfe verpflichtet?

LUimb/oni4c Hedarxt hat die Diskussion gestartet


hallo zusammen.

ich hätte eine frage an die krankenschwestern unter euch, die das hier lesen oder andere, die sich mit sowas auskennen:

sind krankenschwestern, wenn sie fertig ausgebildet sind, dazu verpflichtet zu helfen, wenn sie außerhalb ihres dienstes oder einer festen vertraglich geregelten anstellung an eine unfallstelle kommen? müssen sie sich als krankenschwestern zu erkennen geben und nachfragen, ob sie was machen müssen?

falls ja, besteht diese verpflichtung ein leben lang? wird zuwiderhandeln strafrechtlich verfolgt? kann sich eine krankenschwester von dieser pflicht entbinden lassen oder ist sie immer sklave ihrer ausbildung?

für fundierte antworten wäre ich sehr dankbar.

limbonic

Antworten
Soeanet67oxr


Jeder Mensch ist durch das Gesetzt verpflichtet, nach dem ihm Möglichen Hilfe zu leisten.

Das an eine fertig ausgebildete Krankenschwester erhöhte Anforderungen augrund ihres Wissens bestehen, versteht sich dann von selber.

Eine Entbindung von der verpflichtung zur Hilfeleistung gibt es nicht, ausser z.B. Aufsichtsflichten bzw. momentan ausgeübte Tätigkeit, von der sie z.B. nicht weg kann.

Jeder Mensch muss, egal welche Ausbildung er hat, nach allem ihm Möglichen Hilfe leisten. Strafverfolgung wegen unterlassener Hilfeleistung könenn unter umständen empfindliche Strafen mit sich führen.

LUimboni"c* Hedart


oje, das ist leider ziemlich das, was ich nicht hören wollte :-(

trotzdem vielen dank.

ich finde es schade, dass eine solche regelung gesetlich verankert wird und noch schlimmer, dass sich niemand dagegen wehrt.

naja, spätestens nach dem auswandern sollte sich dieses problem dann gelöst haben.

nochmals danke.

limbonic

mCasteXn-baxer


Garantenstellung

NAch § 13 StGB gilt für medizinisch ausgebildetes Personal (vom Rettungssanitäter bis zum Arzt) die Garantenstellung. Diese verpflichtet dazu im Rahmen des möglichen die erforderlichen Hilfeleistungen am Patienten durchzuführen. Wird die nicht getan, dann kommt eine Bestrafung gemäß §13, 212 ff., 223ff., StGB in Betracht. So handelt es sich nicht mehr um unterlassene Hilfeleistung sondern, je nach Schaden am Patienten, um Körperverletzung oder gar Tötung durch Unterlassen. Rein Theoretisch gilt diese Verpflichtung ein Leben lang, wenn aber ein Rettsan, der in seinen Zivildienst vor 30 Jahren mal die Ausbildung gemacht hat, keine Hilfe leistet, weil er es einfach nicht mehr kann, dann werden die meisten Richter Milde walten lassen.

Also helfen MUSS jeder, lässt man es ist man als Krankenschwester besonders dran.

LG

BTanatxo


Hallo,

und was wenn ich an eine unfallstelle komme, der jenige dort einen herz-kreislauf-stillstand hat (schon einige minuten da erst aus dem fahrzeug befreit werden musste) und ich beginne die Reanimation mit einem anderen Helfer, die Person verstirbt aber trotzdem...könnte man einen gelernten Krankenpfleger dann dafür verantwortlich machen ? Versucht wurde es ja aber wahr wohl schon zu spät...

Gruß

T ine


@ Banato,

also das denke ich nicht, denn in dem Fall kann man ja erst mal nix tun außer reanimieren, und das hat eben nicht immer Erfolg. Hätte es auch nicht unbedingt gehabt wenn ein Notarzt gleich Elektro verpaßt hätte.

T\ine


@ Limbonic

Warum findest Du es denn so schlimm dass Du helfen mußt dass Du (deswegen?) auswandern willst ???

SCean%et7o,r


@ Banato

Die Personen haben das Mögliche der Situation ergriffen und sind ihrer verpflichtung zur Hilfeleistung nachgekommen. In diesem Falle sind sie nicht straffällig geworden.

Allerdings irritiert mich der Thread hier ein bisschen, ansich wird man ja im medizinischen Bereich tätig weil man helfen will oder es einfach gerne macht.

Wieso will jemand dann keine erste Hilfe leisten ?! (Wo doch die EH der absolut wichtigste Grundstein für eine Genesung ist, wenn ein akutfall vorliegt.)

L$imbxonic3 Hexart


@ tine

nein nein, das ist nicht der grund dafür, diesem land irgendwann den rücken zu kehren.

dass mich ein gesetz, das ich weder will noch akzeptiere dazu verpflichtet, selbst tätig zu werden sehe ich als einen massiven eingriff in meine privatsphäre und in mein selbstbestimmungsrecht. darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass in vielen situationen die hilfe ein nicht zu unterschätzendes gesundheitsrisiko für den helfer darstellt. so jemand einen beruf aus freien stücken ausgewählt hat, bei dem das zum berufsrisiko gehört, dann kann derjenige das machen. ich für meinen teil habe aber ja niemals irgendeine affinität dem austausch von körperflüssigkeiten mit anderen gegenüber empfunden. da dieses risiko stets gegeben ist sehe ich mich und mein leben dadurch bedroht und finde vielmehr, dass letztendlich das strafrechtlich verfolgt werden sollte, nicht der selbstschutz des individuums.

den teriminus "tötung durch unterlassung" finde ich haarsträubend und seine widerspruchslose akzeptanz in einer liberalen gesellschaft untragbar. würde ich irgendwann in meinem leben einmal in eine solche situation kommen und das tun, was gemäß meines verstand als für mich moralisch vertretbar und richtig gilt, würde mir dieses recht auf selbstbestimmung plötzlich nicht mehr zustehen. ich stünde auf einer ebene mit mördern und anderen subversiven elementen.

darüber hinaus wäre zu beachten, dass ich rein technisch nicht dazu fähig bin, gebrochene, blutende und mit erbrochenem überzogene körper aus autowracks o.ä. zu ziehen. ersthilfe ist sache von leuten, die sich bewusst dazu entschlossen haben, dass es wichtig sei, sich mit sowas auszukennen. da ich nicht zu diesen personen gehöre verfüge ich auch nicht über das wissen über erfolgreiche ersthilfe, was das risiko für den geschädigten gar noch erhöhen kann. lege ich hand an und der andere stirbt bin ich vielleicht noch daran schuld. und dann kommt auch irgendwer und kommt mir mit anderen unmöglichen begriffen wie "tötung durch unterlassen".

res versa würde ich auch nicht wollen, dass mich irgendein stümper aus dem auto zieht. dinge kommen und gehen, so ist das leben. und über die lebenszeit, die ich noch habe, würde ich doch ganz gern selbst entscheiden.

Limbonic

Bjanat=o


Das blättet mich jetzt......

T\ine


@ Limbonic

Hm, ja, also in manchen Punkten muß ich Dir Recht geben. Ich selber habe mir auch schon oft gedacht, dass es mir lieber wäre man läßt mich sterben als dass man mich übereifrig wiederbelebt, meinen Halswirbeln den letzten Knacks gibt und ich anschließend gelähmt sein muß. Ich empfinde sterben auch nicht als schlimm und ganz ehrlich, wenn ich jemand vollgekotztes beatmen müßte, also, wenn es keine Zeugen gäbe, ich denke nicht dass ich es tun würde.

In meinem letzten Erste Hilfe Kurs bekam ich erzählt, dass der Wegschlepp-Handgriff zum Beispiel auch nicht mehr unterrichtet wird, weil ein Ersthelfer so jemandem den Arm gebrochen hätte und wegen Körperverletzung verurteilt wurde. Auch heiß.

Es gibt so eine Maske, die man dem Verunfallten auf's Gesicht setzen kann und durch die man beatmen kann ohne Siff abzukriegen. Solltest Du Dir vielleicht auch holen. Es beruhigt Dich bestimmt sowas zu haben.

Lgimbonic yHearxt


*hmpf* das bekämpft doch höchstens symptome aber keine ursachen.

F2inc(hen23


Hallo!

Ich bin Kinderkrankenschwester und meines Wissen nachs kann unterlassene Hilfeleistung zur Aberkennung des Examens führen! So hat man uns das beigebracht und ich denke auch dann wenn man auch nicht gerade als Krankenschwester arbeitet!

SPeanbet7or


Erste Hlife heisst nicht jemanden ausm Autwowrack ziehen, du hast irgendwie total verquere Vorstellungen.

Erste Hilfe heisst:

-Unfallstelle adäquat sichern (man glaubt nicht wie oft man das vergisst)

-Nen suffizienten Notruf abzusetzen (man glaubt auch hier net wie oft da scheisse gebaut wird)

-psychische Betreuung des Patienten (sofern ansprechbar)

-Stark Blutende Wunden so gut es geht versorgen (Was net geht geht als ersthelfer nun mal nicht)

-Patienten, bei denen es indiziert ist und bei denen es ohne weiteres Möglich ist entsprechend zu lagern

-Wärmeerhalt

-ggf CPR wenn gesichert indiziert.

Man muss nichts machen was man nicht kann oder wozu einem das Werkzeug fehlt. Erste Hilfe beschränkt sich auf das, was "im Ersten Moment" möglich ist. Man muss sich selbst keinem Risiko aussetzen.

Man würde von einem EH niemals erwarten die Person die eingeklemmt ist ausm auto zu zuiehen, aber die UNfallstelle sollte beim eintreffen gesichert sein, der Patient sollte nicht mehr mit stark blutenden wunden im Auto sitzen (sofern deren Versorgung möglich ist) und eine Decke für den Wärmeerhalt sollte da sein.

Mehr kann man ansich nicht machen als "normaler" EH.

Mehr wird auch nicht erwartet, aber naja, bei deiner Einstellung glaub ich, dass du entweder Angst hat was falsch zu machen oder deine Grundeinstellung zum Helfen falsch ist.

B+anaRt?o


Hallo !

Klar würde ich allein auch keinen ansprechbaren Verletzten aus dem Auto zerren aus Angst er hat eine Wirbelsäulenverletztung oder irgendwas anderes was durch die Bewegung nur noch schlimmer werden kann, aber ich denke das muss immer auf die Situation angepasst sein, wenn er zum Beispiel hinterm Lenkrad nicht mehr atmet und ich keinen Puls mehr fühle muss er doch da raus, ich mein man muss abwägen was primär wichtiger ist. Und klar, Eigenschutz finde ich auch wichtig aber es gibt ja Handschuhe im Verbandskasten und Masken zur Beatmung (kann man im Internet bestellen- echt empfehlenswert !!!) .

Ich hatte nach einem Unfall auch wahnsinnige Gewissensbisse da der Verunfallte doch noch verstorben ist und ich mich schuldig gefühlt habe... darf echt nicht daran denken ...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH