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Frage zu Umgang mit altem Mann (Demenz?)

dToyve8$9 hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

ich habe zwar schon etwas gesucht hier, aber nicht das richtige gefunden.

Ich fange einfach mal an (und entschuldige mich schon einmal für den langen Text):

Ich habe einen Großonkel (folgend vielleicht X genannt, damit es leichter fällt), 85 Jahre alt.

Er lebt allein in seinem Haus; seine Frau ist 2008 gestorben.

Seit letzem Jahr haben wir immer mehr Probleme mit ihm. Er kippte immer öfter um und bekam letztendlich im November einen Herzschrittmacher, da bei ihm Herzaussetzer nachgewiesen wurden (die eben zum Umfallen führten).

Er durfte nach 6 Tagen wieder nach Hause und ein paar Tage ging es gut.

Kurz vor Weihnachten riefen uns dann seine Nachbarn an, dass bei ihm kein Licht brennt. Mein Vater (=sein Neffe) ist daraufhin zu ihm gefahren und hat ihn in der Schlafstube vorgefunden. Er lag da auf dem Fußboden, war aber sofort ansprechbar. In der Küche standen Töpfe mit Essen auf dem Herd, die vor sich hin schmorten. Er hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls eingebildet, dass jemand bei ihm einbrechen wollte (Er dachte auch es wäre abends 12Uhr, es war aber morgens um 7 oder 8). Er kam daraufhin ins Krankenhaus und von dort aus in ein Fachkrankenhaus in die Abteilung "Gerontopsychiologie" (geschlossene Abteilung). Die ersten Tage konnte er kaum selbst laufen und stand nachts immerwieder auf.

Die DIagnose lautete erstmal "Delir".

Nun ist er seit Anfang Februar wieder zu Hause. Er hat einen Hausnotruf bekommen und eine Pflegekraft vom ASB kommt 3 mal tägllich um ihm Tabletten zu geben (das vergisst er sonst). Nun ist es so: als er wieder heim kam haben wir ihm 600 vom Konto abgehoben und ihm gegeben (ich habe es mit ihm zusammen auch gezählt). Außerdem haben wir ihm seine EC-Karte übergeben. Nach nichtmal 14 Tagen war das Geld weg (übrigens fehlt auch seine EC-Karte, die wir nicht haben). Letze Woche Mittwoch bekam er von uns wieder 100€ ausgehändigt (wir teilen ihm das Geld ein seit dem die 600 Euro verschwunden sind). Diese sind heute wieder alle (bzw. Freitag schon).

Nun war mein Vater heute dort und es war schlimm wie noch nie. Er war schon oft der Meinung wir hätten sein Geld, EC-Karte, usw – hat uns dann aber geglaubt, dass wir es wirklich nicht haben. Heute hat er uns aber richtig schlimm beschuldigt. WIr hätten ihm das Geld geklaut und auch EC-Karte und Sparbuch. Und es könne nicht sein, dass wir ihm das Geld einteilen. Er war richtig böse.

Kann man denn da irgendwas machen? Wir wissen nicht, was er mit dem ganzen Geld macht (so viel einkaufen kann er doch garnicht) und er hat auch nicht so viel. Wir müssen ihm das einfach einteilen. Hat hier jemand Erfahrung damit? So kann das ja nicht weitergehen... Vor allem muss mindestens die EC-Karte ja irgendwo da sein, er findet sie nur nicht (war schon oft so, er hat sie dann aber spätestens nach ein paar Tagen gefunden)...

Antworten
fVederswexiße


@ dove89

Hat man Euch denn noch nicht empfohlen, dass Dein Onkel eine 24-Stunden Betreuung benötigt bzw. einen Heimplatz?

Erkennt er Euch denn noch, heißt Eure Namen, Zuordnung usw. Heilbar ist Demenz nicht und es wird immer schlimmer werden. Was er mit dem Geld gemacht hat, weiß er wirklich nicht mehr, da sein Kurzzeitgedächtnis stark beeinträchtigt ist. Und da er es nicht mehr weiß beschuldigt er Euch (können genausogut auch andere sein) das Geld oder die Karte genommen zu haben.

Man sollte sich wirklich Gedanken machen, ob man den Onkel noch alleine lassen kann – es bestehen ja erhebliche Gefahren für ihn und seine Umwelt.

f*epderlwxeixße


Übrigens finde ich es sehr bemerkenswert für Dein Alter, dass Du Dir Gedanken um Deinen Onkel machst :)^

R<ut


Hat man Euch nicht im Krankenhaus ein Heimunterbringung empfohlen?

Wahrscheinlich versteckt Dein Onkel das Geld, weil er Angst hat bestohlen zu werden. Das Versteck vergisst er und dann werden andere beschuldigt.

Das Verhalten Deines Onkel kommt mir sehr bekannt vor.

Man hat mir seinerzeit im Krankenhaus geraten, die Betreuung meiner Mutter zu beantragen, weil sie nicht mehr geschäftsfähig war und die Zustimmung zu einer OP geben konnte.

Ich wünsche Euch viel Kraft und Geduld

dTove8x9


Danke :)z (ist sogar nur mein Großonkel ;-) )

Naja er hat keine Kinder und sein Bruder lebt 300 km enfernt. Mehr angehörige hat er nicht und für mich bzw. uns ist das eigentlich selbstverständlich.

Wegen Heim wurde uns nichts gesagt. Letzte Woche war der MDK da wegen Pflegestufe. Aber seine Hausärztin hat gemeint, dass er maximal die Stufe I bekommt.

Naja außerdem will er auch nicht ins Heim...EIgentlich haben wir ihm verboten zu kochen (eben wegen dem VOrfall im Dezember), aber er hält sich nicht dran.

Momentan erkennt er uns noch und weiß auch unsere Namen.

WIr fragen uns eben, was er mit dem Geld macht? In der geschlossenen Psychiatrie hat er eine Frau kennengelernt (ca. 65 Jahre alt), die er jetztn ab und zu besuchen fährt. WIr haben schon Angst, dass sie ihm vielleicht das Geld abnimmt. Ist zwar eine böse Unterstellung, aber die is im Kopf auch ein wenig "gaga" (sorry für den Ausdruck).

Nunja, das schärfste heute war ja, dass er uns bzw. unbekannt anzeigen will wegen dem geklauten Geld :(v

d"ovTe89


Wahrscheinlich versteckt Dein Onkel das Geld, weil er Angst hat bestohlen zu werden. Das Versteck vergisst er und dann werden andere beschuldigt.

WIr haben mit ihm zusammen alles durchsucht (auch unterm Bett/in den Bettbezügen) – wir finden es ja auch nicht.

Übrigens hat mein Vater die Vorsorgevollmacht für ihn. Diese wurde auch vom Gericht anerkannt und gelobt, dass sie so ausführlich ist, als es darum ging ihn in der Psychiatrie nachts zu fixieren.

dEotvxe89


Da fällt mir gleich nochwas ein.

Er meinte ja er hätte kein Geld mehr. Auf einmal holt er sein Portemonaie raus und holt 5 Euro raus und legt die auf den Tisch neben sein Portemonaie (er wollte noch Brot kaufen gehen). Daraufhin wir "na da hast du ja noch 5 Euro" und er guckt, und sagt "nee, das glaub ich nicht". Er öffnet sein Kleingeldfach und kippt es aus. Zählt 3Euro und paar Cent. "Hier, das sind keine 5 Euro".

Naja er meinte dann wir würden ihn für dumm verkaufen und hat sich total aufgeregt. :°(

fxed1erAweHiße


Demenz

Dr. med. Alexander Reinshagen, Facharzt für Neurologie

Beschreibung

Der Begriff Demenz fasst verschiedenen Erkrankungen zusammen, die alle mit einem Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit und einer Persönlichkeitsveränderung einhergehen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit.

Bei einer Demenz nehmen vor allem die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen ab. Betroffene haben Schwierigkeiten, neue gedankliche Inhalte aufzunehmen und wiederzugeben. Allerdings bedeutet eine Vergesslichkeit allein noch keine Demenz.

Beeinträchtigt werden die Orientierung (Wo bin ich? Was passiert gerade?) und Urteilsfähigkeit. Später lassen das Sprach- und Rechenvermögen nach und auch die Persönlichkeit verändert sich. Alltagsaktivitäten wie Waschen, Kochen oder Einkaufen gelingen nur eingeschränkt und im weiteren Verlauf oft gar nicht mehr. Die Betroffenen werden aggressiv oder enthemmt, depressiv oder in ihrer Stimmung sprunghaft, was für Angehörige und Pfleger erhebliche Probleme aufwirft.

An Eurer Stelle würde ich mich noch einmal beraten lassen, was eine Heimunterbringung betrifft. Dort werden die Leute auch entsprechend betreut, beschäftigt usw.

Wurde er denn auf Medikamente eingestellt?

CNla&raHQimm~el


zur not müsst ihr das geld noch weiter kürzen, ihm nur n taschengeld geben und mit ihm oder für ihn einkaufen

es gibt auch die möglichkeit zum betreuten wohnen, dann hatter zwar sein reich, is aber annen heim oder sowas angegliedert, würde essen kriegen etc

was das selbst kochen betrifft- stecker ziehen?

fxededrwe'xe


@ dove89

Die Beispiele, die Du hier anbringst, passen alle in das Krankheitsbild. Er macht das doch alles nicht bewusst und mit Absicht. Es ist seine Krankheit. :)z Und je eher Ihr das erkennt und handelt, um so besser. Ihr solltet Euch wirklich mal mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen und was da noch alles auf Euch zukommt... Ohne Hilfe von außen wird die Bewältigung der Probleme fast nicht möglich sein.

f*edXerxweiße


es gibt auch die möglichkeit zum betreuten wohnen, dann hatter zwar sein reich, is aber annen heim oder sowas angegliedert, würde essen kriegen etc

Das wäre auch eine sehr gute Möglichkeit. :)z

dAove8a9


An Eurer Stelle würde ich mich noch einmal beraten lassen, was eine Heimunterbringung betrifft. Dort werden die Leute auch entsprechend betreut, beschäftigt usw.

Wurde er denn auf Medikamente eingestellt?

1. Das Problem ist ja, dass er jetzt noch nicht in ein Heim will bzw. später nur in ein bestimmtes. Das ist gleich um die Ecke (dort geht er bereits Mittagessen damit er nicht kocht). Er wohnt nämlich genau am Friedhof (da liegt eben seine Frau) und hat dort in der Nähe noch einen Garten.

2. Medikamente hat er sofort von seiner Hausärztin bekommen. Ich weiß nur nicht genau welche.

3. Stecker ziehen ist blöd wegen Tee kochen, da er mit Wasserkocher nicht klarkommt.

4. Wir gehen für ihn einkaufen, aber er geht trotzdem ständig und kauft selbst noch ein. WIr können das nicht unterbinden...

C5laraH+immxel


Das Problem ist ja, dass er jetzt noch nicht in ein Heim will

kennick. wollt meine omma auch nich- dann hats ihr aber doch echt gut gefallen da im betreuten wohnen

manchmal, wenn die nich mehr in der lage sind, was zu entscheiden, müssen das die tun, die das können. weisste, die werden wie kleine kinder wieder... und ihr tut ihm ja keinen gefallen, wenn ihr alles so bekasst, wie es is ":/

f8ede%rjweißxe


@ ClaraHimmel

Unterschreib ick jezte mal voll :)^ :)^ :)^

fFede&rweZiße


@ dove89

Dafür hat ja Dein Vater die Vorsorgevollmacht, um Dinge zu entscheiden, die Euer Onkel nicht mehr entscheiden kann...

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