» »

Begutachtung durch medizischen Dienst - Pflegestufe

v6ivi22006 hat die Diskussion gestartet


Ein allseits beliebtes Thema: Die Begutachtung durch den medizischen Dienst bezgl. der Pflegestufe.

Bei meiner Oma wurde jetzt eine Begutachtung zur Pflegestufe durchgeführt.

Am Ende der Begutachtung wurde natürlich gefragt, was es denn jetzt ergeben hätte.

Genaues mochte der Gutachter nicht sagen. Er verglich beim Höherstufungsantrag die

jetzige Situation mit dem alten Gutachten und meinte nur, die Chancen stünden nicht schlecht.

Was ist davon zu halten? :)^ oder :(v

":/ Meine Oma braucht undbedingt die Pflegestufe II. Ohne die geht gar nichts mehr. Meine

Mutter ist schon fast am Ende ihrer Kräfte und der Pflegedienst naturgemäß teuer.

Antworten
ASndrpea (und LINxA


die Chancen stünden nicht schlecht

das sagt doch alles... das es auf eine Erhöhung der Pfegestufe wohl geben wird. Wenn nicht Wiederspruch einlegen ! Geld wird rückwirkend erstattet.

d>aniflxex


Der Gutachter kann das nach Beendigung der Begutachtung meist auch noch gar nicht sagen, weil er erst zu Hause oder im Büro die Zeiten zusammenrechnet.

Formal besehen entscheidet auch nicht der Gutachter oder der MDK über die Pflegestufe, sondern die Pflegekasse auf der Grundlage des Gutachtens. Die Pflegekasse wird sich aber in praktisch allen Fällen an die Empfehlung des MDK halten.

Bei einer Höherstufung wird der höhere Betrag in der Regel ab dem Ersten des Monats gezahlt, in dem der Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse eingegangen ist.

v{ivi2P00x6


Na super, der Höherstufungsantrag ist abgelehnt worden.

Haben es gerade erfahren. Begründung bzw. Gutachten liegt noch nicht vor.

Gerade habe ich auf die Pflegefachkraft (Gutachterin) solch einen Hals ]:D

Jetzt wird erst einmal Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid eingelegt.

Meine Oma ist aber nah an der Grenze der 120 Minuten. Hoffentlich wird dem

Widerspruch abgeholfen werden. Das Ganze zieht sich jetzt noch länger hin.

Meiner Oma wird es langfristig gesehen nicht besser gehen. Es ist auch im Gespräch,

sie ins Pflegeheim zu geben bzw. der Hausarzt ist der Meinung, sie müsste ins Pflegeheim.

Freiwillig wird hier keiner etwas zu den Kosten beitragen wollen. Die Kosten für einen Pflege-

platz sind bekanntlich hoch. Was da das Sozialamt zu dem ablehnenden Bescheid sagen wird

und dazu, dass das Sozialamt u. U. die Differenz zu den Heimkosten tragen muss.

GFibNichUtAuf


Bei meinem Opa und meiner Oma später wurde auch immer erst abgelehnt. Machen die wohl so. :-/

Bei meinem Opa wurde die Pflegestufe dann nach einem Einspruch und erneuter Begutachtung bewilligt, bei meiner Oma riefen sie ganz nett 2 wochen nach ihrem Tod an, dass unser Einspruch bewilligt wurde.

Nicht locker lassen!!!

R,HW


Hallo,

oft ist es hilfreich ein Pflegetagebuch zu führen, in dem die entscheidenden Tätigkeiten schon vorgegeben sind und nur noch die Minuten und die Tageszeit eingetragen werden.

Wenn man die Kopie des Gutachtens vorliegen hat, kann man den Widerspruch auf die Punkte konzentrieren, in denen die größten Differenzen sind.

Häufig hat ein erneuter Höherstufungsantrag (mit Angabe der genauen Veränderungen) nach z.B. 4-6 Wochen deutlich bessere Chancen als ein Widerspruch. Es gibt dann aber für die Zeit vor dem (2.)Höherstufungsantrag keine höheren Leistungen.

Einige Krankenkassen haben genaue Merkblätter bzw. Broschüren, in denen die einzelnen Pflegetätigkeiten genau beschrieben sind (was gehört dazu und was nicht?).

Gruß

RHW

v0ivip2030x6


Ist ein erneuter Höherstufungsantrag nicht an Fristen gebunden (Wartzeit zwischen 1. Höherstufungsantrag und 2. Höherstufungsantrag)?

Müssen erst einmal das Gutachten abwarten, wo die nette Pflegefachkraft ("Gutachterin") die entscheidenen Minuten versagt hat.

Festzuhalten bleibt, dass man sich keinefalls auf das Geschwätz der "Gutachter" nach der Begutachtung verlassen sollte.

Tut mir leid, falls sich jetzt hier ein "Gutachter" betroffen fühlen sollte, aber es schon nah an der Grenze der Menschenunwürdigkeit, was heutzutage mit (alten) pflegebedürftigen Menschen gemacht wird, nur um Geld einzusparen.

Wo nicht nur den Ärzten (Plural), sondern auch schon Laien klar ist, dass der Patient dringenst eine höhere Pflegestufe benötigt, weil sich der Allgemeinzustand derart verschlechtert hat, muss dies dem "Gutachter" leider noch lange nicht so ersichtlich sein.

dBaniGflexx


Nein, es gibt keinerlei erforderliche Wartefristen für einen Höherstufungsantrag. Allerdings wird bei einem Höherstufungsantrag dann immer die Frage sein, was sich seit der letzten Begutachtung denn verändert hat.

Im Falle einer Bewilligung werden die höheren Leistungen wie üblich ab dem Ersten des Monats gewährt, an dem der Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse eingegangen ist, aber nicht rückwirkend zum Termin des Erstantrages.

Mir erschließt sich allerdings nicht so ganz, wieso ein Höherstufungsantrag bessere Erfolgsaussichten haben soll als ein Widerspruch gegen die Ersteinstufung. Sicher kann man so eventuell schneller eine neue Begutachtung erreichen, aber was rauskommt, braucht nicht unbedingt günstiger zu sein. Ein eingelegter Widerspruch schließt übrigens nicht aus, später während des Widerspruchs- oder Klageverfahrens zusätzlich eine Höherstufung zu beantragen. Man kann also durchweg "zweigleisig fahren".

Du hast das Gutachten richtigerweise ja schon mal angefordert. Das ist sehr wichtig, weil man ohne das Gutachten nichts Konkretes sagen kann. Schaue zum Vergleich auch in die Begutachtungsrichtlinen: [[http://www.mds-ev.org/media/pdf/BRi_Pflege_090608.pdf]]

Laß dich erforderlichenfalls hinsichtlich der Begründung auch vom Pflegedienst beraten. Während der Begutachtung sollte (neben dir als Angehörige) auch unbedingt eine kompetente Kraft des Pflegedienstes zugegen sein.

v(i(vzi2>0x06


Das Gutachten liegt jetzt vor.

Meine Mutter rief mich heute an und meinte, sie müsse dann wohl bei einer anderen Begutachtung dabei gewesen sein, denn die Dinge, die besprochen wurden, finden

sich dort fast nicht wieder bzw. völlig verdreht.

Sachen, die ich z. B. mit Oma mache, sind gar nicht bewertet worden.

Passiert das öfters, dass die "Gutachter" völligen Unsinn in das Gutachten schreiben

bzw. wesentliche Punkte einfach unter den Tisch fallen lassen?

Da kommt mir persönlich nicht nur die Galle hoch, ich werde auch mehr als wütend.

d$ani8flxex


Das wird nicht der Regelfall sein, aber möglich ist es schon.

Du solltest aber zunächst prüfen, ob die "Sachen", die du mit deiner Oma machst, überhaupt zu den auf die Pflegezeit anrechnungsfähigen Zeiten gehören. Manche haben da falsche Vorstellungen. Dazu schaust du in die MDK-Begutachtungsrichtlinien, die ich oben verlinkt habe. Der Gutachter muß sich an diese Richtlinien halten.

Bei der Begutachtung sollte nicht nur eine Vertrauensperson (du und/oder deine Mutter) zugegen sein, sondern auch eine kompetente Person des Pflegedienstes.

Ebenfalls solltest du die Situation vorab ein bißchen mit deiner Oma besprechen. Manchmal erzählten ältere Leute, was sie noch alles selbst machen können, auch wenn sie eigentlich Hilfe brauchen. So etwas ist verständlich, für das Gutachten aber fatal. Hier sollte man konsequent sein: wenn man etwas nicht mehr selber machen kann, dann kann man es nicht.

R?lmxmp


So etwas ist verständlich, für das Gutachten aber fatal.

Was ein guter Gutachter aber Berücksichtigt. Viele Gutachten laufen prima ab(meine Frau ist vom Fach und war oft dabei), allerdings haben wir auch schon selber in der Familie erlebt, dass es Gutachten gibt, wo man das Gefühl hat, die haben sie nicht mehr alle. Aber das ist oft nach einem Widerspruch erledigt.

Der Tip mit, jmd. vom Pflegedienst dabei haben, ist sehr gut. Die kennen sich aus und sind ja auch selber daran interessiert, eine hohe Einstufung zu erreichen, damit sie mehr Aufträge kriegen.

v|ivi%20;0*6


Wir werden sehen, was die Auswertung des Gutachtens ergibt. Widerspruch wird schon allein fristwahrend nebst Begründung eingelegt werden.

Es hat nur einen faden Beigeschmack, wenn bestimmte Dinge, die berücksichtigt werden müssen, weil diese auch in den Richtlinien auftauchen, dort gar nicht im Gutachten stehen.

Für den Pflegedienst ist eine höhere Pflegestufe natürlich auch vom finanziellen Aspekt her lukrativer. Mit höherer Pflegestufe und dementsprechend mehr Sachleistungen wird auch gerne

ein zusätzlicher Auftrag erteilt, der ansonsten wegen der hohen Kosten nicht erteilt werden würde.

Gbries'uh1


vivi2006

Wie komst du auf diese falsche Aussage, dass eine höhere Pflegestufe für einen PD lukrativer sei??

Man muss unterscheiden zwischen Pflegegeld, Kombileistung und Sachleistung.

Bei Pflegegeld pflegen Angehörige den Pflegebedürftigen und der Pflegebedürftige erhält das Pflegegeld. Bei Kombileistung, pflegen Angehörige u. ein Pflegedienst gemeinsam und bei Sachleistung gibt es keine Angehörigen die pflegen und der nicht verbrauchte betrag verfällt.

Nur mal so zur Begriffsbestimmung.

In diesem Fall wird es wohl Kombileistung sein. Das bedeutet, verbraucht der PD nicht den höchstmöglichen Betrag der Pflegestufe, so bekommt prozentual auf das Pflegegeld umgerechnet der Pflegebedürftige den Rest ausbezahlt. Beispiel:

PS II Kombileistung = 1040€ Pflegedienst verbraucht 570€ ( entspricht 50%) so bekommt der Pflegebedürftige vom PFlegegeld der PS II ( 430€) 215 € ausbezahlt.

der Pflegedienst erhält Honorare pro Leistung und nicht nach Höhe der Pflegestufe.

Z. B für eine Große Pflege 19.00€ z.zügl. Anfahrtspauschale von 4,83 = 23,83€.

Das mal 30 Tage ergibt = 714,90€.

Die Höhe der Pflegestufe ist da wurst.

Überstteigt dieser Betrag den Betrag der Pflegestufe, so ist das privat zu bezahlen.

Nur mal so zur Info.

Was die pflegestufenrellevanten Zeiten anbelangt, so werden alle so genannten psychozozialen Tätigkeiten genau so wenig wie die Hauswirtschaft pflegestufenrellevant bewertet.

Pflegerellevante Anerkennung finden nur Tätigkeiten, die in direktem zusammenhang mit der Pflege stehen.

vkivi2x006


Falsche Aussage - nicht im Geringsten.

Ich hatte geschrieben, dass bei höheren Sachleistungen (1.044 €) dem Pflegedienst mehr Aufträge erteilt werden, da die Angehörigen dann nicht viel zuzahlen müssten.

Bei geringeren Sachleistungen wird sich jeder genau überlegen, ob der Pflegedienst zusätzlich

kommen muss oder nicht. Eine kleine Grundpflege täglich zusätzlich geht über den Monat gerechnet schon ins Geld.

Kombileistung liegt nicht vor und darauf wird auch kein Wert gelegt. Die Oma soll bestmöglich

versorgt sein. Die Verwandten möchten sich nicht auf Kosten der Oma in irgendeiner Form bereichern, aber auch nichts zuzahlen müssen. Die Rente der Oma ist auch nicht so umfangreich, dass diese nur für den Pflegedienst ausgegeben werden könnte.

Es werden auch nur solche Tätigkeiten gefordert, die auch wirklich nach den Richtlinien des MDK Berücksichtigung finden müssen. ;-)

dkanikflex


@ vivi2006

Ich weiß jetzt nicht, ob ich dich richtig verstanden habe. Die Sache ist doch so: wenn jemand einen bestimmten Pflegebedarf hat, dann müssen diese Leistungen auch erbracht werden, entweder durch den Pflegedienst oder durch Angehörige. Andernfalls wäre die Pflege unzureichend. Wenn jemand beispielsweise viermal am Tag zur Toilette begleitet werden muß, dann kann man nicht sagen: wir bestellen den Pflegedienst nur einmal, weil kein Geld übrig ist - es sei denn, daß stattdessen Angehörige diese Tätigkeit übernehmen.

Die Bezahlbarkeit ist leider oftmals ein erhebliches Problem. Gerade im häuslichen Bereich können sich schnell beträchtliche Summen zusammenläppern. Wenn der Pflegedienst mehrmals täglich kommen muß, braucht man nur mal die Pauschalen für die Anfahrten zusammenzurechnen, und es kommt ganz schön was zusammen. Das empfindet man natürlich besonders dann als ungerecht, wenn der Pflegedienst sein Büro gleich in der Nähe hat.

Deine Aussage ist wohl so zu verstehen, daß bei einer höheren Pflegestufe meist ein größerer Teil der Pflege von den Angehörigen an den Pflegedienst übertragen wird und von daher dieser von der höheren Pflegestufe profitieren könnte.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Kranken- und Altenpflege oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH