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Vom Gericht angeordnete Betreuung meiner Mutter

T?apxs


Nachdem nun der MDK meine Mutter begutachtet und der Betreuer sie (immer in meiner Anwesenheit) mehrfach gesehen hat, wurden weitere Maßnahmen eingeleitet. Vor einer Woche wurde meine Mutter auf richterliche Anordnung in die Gerontopsychiatrie zwangseingewiesen. Daran führte kein Weg mehr vorbei.

Niemand der an dem Tag anwesenden Personen (Richter, Betreuer, Arzt …) konnte ihr die Einweisung auch nur annährend erklären. Da sie nicht bereit war, freiwillig in den Krankenwagen zu steigen, wurde die Polizei gerufen. Gern hätte ich uns allen diesen Schritt erspart. Die letzten Worte bevor man sie "abgeführt" hat, waren "Ich habe doch nichts verbrochen". Sie wurde aus der Wohnung geführt und wird nie wieder dorthin zurückkehren. :°( :°( :°(

Nun sitze ich in der Wohnung, in der meine Mutter gewohnt, ihre Ehe geführt hat und wir Kinder aufgewachsen sind und muss ein ganzes Leben entsorgen. Anhand ihrer Unterlagen kann ich genau mitverfolgen, wann der geistige Verfall eingesetzte. Früher als Kind hätte ich gern mal in ihren Schränken gewühlt, aber so? :|N

Ösndurr,s


:-o

Ach man, Taps, es tut mir so lied.

Ich kann mir nur ungefähr vorstellen, wie du dich jetzt fühlst, aber fühl dich von mir mal gedrückt.

Es tut mir so leid, dass es soweit kommen musste!

:°_

D)ieKrXuemxi


Das ist gruselig, ich kann das nachvollziehen, denn ich habe das auch hinter mir.......

Darf ich fragen, wieso du nicht zum Betreuer bestellt wurdest?

Ich bin inzwischen bestellte Betreuerin meiner beiden Elternteile und es wäre für mich unvorstellbar, wenn dies ein anderer tut würde. Durch meinen Job bin ich zwar nicht ständig vor Ort, aber wenn Entscheidungen anstehen, sind sie durch mich zu fällen. Und glaube mir, wenn es hart auf hart kommt, werden Entscheidungen anstehen, die man nur selbst treffen kann....

DAieKNrHuemxi


Ergänzung: vergiß meine Frage, wieso nicht du die Betreuerin bisher gewesen bist- ichhatte zu flüchtig gelesen, das würde ja schon besprochen. Für die Zukunft kann ich dir nur empfehlen, nochmal darüber nachzudenken. Hat deine Mutter Alzheimer? wenn ja, kann ich dir gerne meine Erfahrungen mit meiner Mutter und dem Thema Betreuung mitteilen.

E@mSilixeA


Nun sitze ich in der Wohnung, in der meine Mutter gewohnt, ihre Ehe geführt hat und wir Kinder aufgewachsen sind und muss ein ganzes Leben entsorgen.

Das Gefühl kenn ich. Bleib stark :°_

T$aUps


Ich danke Euch für den Zuspruch.

@ Die Kruemi

Ja meine Mutter hat laut Gutachten vermutlich Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium. Aber ob dies oder eine andere Demenz, ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher akademisch.

Danke Kruemi! Was getan werden muss, das sehe ich an meinem Mann, der aus der Ferne seine ebenfalls demente Mutter betreut. Inzwischen kann ich das Verhalten auch ganz anders bewerten, als noch vor 1/2 Jahr. Unser ganzes Leben und unsere Gespräche drehen sich ja momentan um Demenz. Und langsam entwickeln wir uns zu Experten in Punkto Umgang.

Der Betreuer müsste mich jetzt nicht einbeziehen, aber zum Glück tut er es. Aber ich hätte (moralisch und rechtlich) niemals die notwendige Zwangseinweisung in die Wege leiten können. Wenn meine Mutter in ein Pflegeheim an meinem Wohnort kommt, wird ein Betreuerwechsel stattfinden.

Syti[chlinxg


Den Artikel über Alzheimer/Demenz auf den Rut in diesem Forum hinweist, hast Du bestimmt gelesen. Wenn nicht – lies ihn.

Für mich und unsere Mutter wären diese Hinweise in diesem Artikel sehr hilfreich gewesen.

Alles gute für Euch

SqunfZlow5er_x73


@ Taps:

Kann mir vorstellen, wie übel das Gefühl ist. *tröst*

Aber... hier gibt's irgendwie nur "Pest" und "Cholera". So bleibt für Dich die traurige Aussage Deiner Mutter (in einem lichten Moment!), die Dir (verständlicherweise!!!) zu schaffen macht. Aber hättest Du Dich nicht weiter gekümmert, hätte passieren können, dass sie die Wohnung abfackelt oder was auch immer. Auch dann stündest Du mit Schuldgefühlen da!

Du hast eine schwere, aber nachvollziehbare und sinnvolle Entscheidung getroffen. Und vielleicht hat die Zwangseinweisung noch was gutes, z.B. die langfristige Unterbringung in einem geeigneten Heim.

Mir graut es davor, eines Tages diese Entscheidung treffen zu müssen. Mein Vater ist 68, baut zusehends ab. Demenz-Verdacht seit 4 Jahren, er verweigert die empfohlenen jährlichen Untersuchungen.

Hatte vor 10 Tagen eine Wirbelsäulen-OP – und abseits des alltäglichen Ablaufs merkt man, welche Schwierigkeiten er hat. Wie sehr man hinterher sein muss (falsche Medikamenteneinnahme, falsches Verhalten nach OP, obwohl ihm alles mehrfach erklärt wurde!). Mir wird klar, worauf es hinausläuft... Das ist bitter, aber: Die Betroffenen sind nun mal nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte!

Kopf hoch!

D(ieKr@uemxi


Der Betreuer müsste mich jetzt nicht einbeziehen, aber zum Glück tut er es. Aber ich hätte (moralisch und rechtlich) niemals die notwendige Zwangseinweisung in die Wege leiten können.

Ok, dann bereichte ich mal, was bei meiner Mutter Stand der Dinge ist. Sie lebt in einem gerontopsych. Pflegeheim, hat nicht nur ihre Erinnerung an uns als Angehörige, sondern inzwischen auch ihre eigene Identität verloren und auch ihre Sprache. Will sie was sagen, kommt mur ein "da-da-da" heraus. Sie kann zum Teil nicht mehr schlucken, eigentlich kann sie garnichts mehr, sie ist einfach nur da. Sie wiegt inzwischen nur 43 Kg.

Nun wurde an mich als Betreuerin die Entscheidung einer PEG-Sonde herangetragen. Das ist ein Zugang im Bauch, über den sie Nahrung direkt in den Magen gepumpt bekommen würde. ich habe mir im Heim andere mit dieser Sonde angesehen. Menschen, die regungslos im Bett liegen, nichts wahrnehmen und nur deshalb leben, weil diese Sonde sie ernährt. ( über Jahre!!!) Meine Mutter hätte das so nie für sich gewollt, da sind wir uns alle sicher. Und daher haben wir uns dagegen entschieden.

Hätte meine Mutter einen gerichtlich bestellten Betreuer, würde es für sie anders aussehen, denn diese entscheiden immer für die Sonde-einfach weil sie den Willen des Betreuten ja nicht eruieren können, da sie ihn nicht kannten.

So schwer die Entscheidung auch ist, ich bin froh, dass ich sie fällen kann. Denn so muss ich es meiner Mutter nicht antun, wie eine lebende Tote zu enden.....

Um die Entscheidung der "Zwangseinweisung" kam ich irgendwie drum rum. Denn mein vater hatte sie lange gepflegt, bis er eine Hirnblutung bekam. Und ich musste sie dann ins Heim bringen, aber da war sie schon in einem Zustand mit keiner Gegenwehr.

T2apxs


Ja den Artikel aus der WELT hatte ich gelesen. Weiß nicht recht, was ich davon halten soll.

Meine Mutter hat bisher nie Medikamente genommen. Sie bekommt jetzt erstmalig welche, worauf ich ja keinen Einfluss habe. Doch wenn es ihr hilft, mit der gegenwärtigen Situation klar zu kommen, soll es mir recht sein. Aber es geht auch jetzt nicht darum, sie damit vollzustopfen, um aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist.

Auch ich werde mich(zumindest aus heutiger Sicht) gegen eine PEG-Sonde aussprechen, wenn die Entscheidung mal ansteht und ich dann die Betreuung habe. Was der Betreuer machen würde, weiß ich nicht. Aber auch die Meinung der Ärzte hat sich in letzter Zeit grundlegend geändert. Viele sprechen sich insgeheim dagegen aus.

Meine Mutter weiß weder wo sie ist, noch wie sie dort hinkam und erkundet immer wieder neu ihre Umgebung. Aber wie es scheint ist sie froh, dass sie rundum versorgt wird. Ihr scheint die Last genommen zu sein, den Alltag meistern und irgendwelche Entscheidungen treffen zu müssen. Und das ist erst mal die Hauptsache.

Jetzt geht es darum, einen geeigneten Pflegeheimplatz zu finden. Aber die Wartelisten sind lang.

@ DieKruemi

Auch Dir viel Kraft!

n?ic}ewom-an


Hätte meine Mutter einen gerichtlich bestellten Betreuer, würde es für sie anders aussehen, denn diese entscheiden immer für die Sonde-einfach weil sie den Willen des Betreuten ja nicht eruieren können, da sie ihn nicht kannten.

dem widerspreche ich als Berufsbetreuerin – fallt ruhig über mich her ;-D – in einer solchen Situation versuche ich, den Pflegedienst oder das Pflegeheim beratend mit ins Boot zu nehmen, erst kürzlich habe ich einen Heimbewohner zusammen mit einer Altenpflegerin des Heimes im KH besucht und mich gegen eine PEG ausgesprochen.

Das hier der Betreuer von Taps' Mutter zunächst keinen Kontakt zur Mutter aufgenommen hat, kann ich nun gar nicht nachvollziehen, der 1.Weg bei einer gerichtlichen Bestellung muss doch der sein, die Betreute schnellstmöglich persönlich aufzusuchen um sich ein eigenes Bild vor Ort zu verschaffen.??solche Kollegen liebe ich ??

Aber hier scheint sich das doch zum Guten gewendet zu haben.

@:)

M&inIimama8x0


Sorry aber um einen Betreuer würde ich mich nicht bemühen die kümmern sich doch nich ob die Person gewaschen is und Essen hat ... das kann ich auch allein und dafür is ein Betreuer auch nich da ... die kümmern sich eher um entscheidungen die der jenige zu betreuende nicht mehr selber treffen kann ... das kann ich auch allein... und wenn du meinst sie muss in ein heim weils nimma anders geht und du sie nicht aufnehmen kannst dann hättest dich auch ohne den betreuer drum kümmern können... wozu soll sich ein fremder mensch um geld und sonstiges kümmern ... wenn ich der meinung bin meine ma allein geht nimma dann nehm ich sie mit zu mir oder suche ein schönes heim was mich überzeugt

Tzap^s


@ Minimama80

Falls Du mich meinst, hast Du meine anderen Beiträge überhaupt gelesen?

... das kann ich auch allein

Du kannst für deine Mutter tun wollen, was Du willst, aber ohne ihre Kooperation kommst Du nicht weit.

Kümmere dich mal ohne die entsprechenden Verfügungsberechtigungen um Bankangelegenheiten. Die husten dir was, selbst wenn Du mit einer Betreuungsverfügung kommst, die vom einen Notar ausgestellt wurde. Mein Mann hat es durch. Kündige mal für deine Mutter sinnlos gewordene Verträge, oder stelle auch nur den Antrag auf Pflegestufe. Wenn sie nicht unterschreibt, wirst Du gegen Wände laufen. Ohne den vom Betreuungsgericht ausgestellten Betreuerausweis (ob für einen Angehörigen oder eine Fremdperson) läuft bei all diesen Dingen gar nichts.

@ nicewomen

Aber hier scheint sich das doch zum Guten gewendet zu haben

Zum Glück.

Ich habe immer wieder mündlich und schriftlich auf die Missstände aufmerksam gemacht.

Wenn du Berufsbetreuer bist, lass dich vom ersten Eindruck nicht täuschen, denn das ist bei meiner Mutter geschehen, immer und immer wieder. Versuche zu erkunden, wie die Betreuten ihren Alltag wirklich meistern.

Die Wohnung meiner Mutter war immer aufgeräumt, es standen sogar Blumen auf dem Tisch. Aber es waren eben alles nur noch stereotype Handlungen. Erst bei näherem Hinsehen wurde dem Betreuer klar, dass sie mit einem selbständigen Leben inzwischen völlig überfordert ist. Sie konnte auf keine der Fragen, die den Haushalt betrafen, eine Antwort geben…

Man hat mir lange nicht zugehört. Das hat wahnsinnig viele Nerven gekostet.

T8acps


Das hier der Betreuer von Taps' Mutter zunächst keinen Kontakt zur Mutter aufgenommen hat,

Im Nachhinein hat sich ja herausgestellt, dass er es versucht hat und ihn wurde natürlich nicht geöffnet. Man hat mir nicht geglaubt.

DSieK;ruexmi


dem widerspreche ich als Berufsbetreuerin – fallt ruhig über mich her – in einer solchen Situation versuche ich, den Pflegedienst oder das Pflegeheim beratend mit ins Boot zu nehmen, erst kürzlich habe ich einen Heimbewohner zusammen mit einer Altenpflegerin des Heimes im KH besucht und mich gegen eine PEG ausgesprochen.

Danke für diese Info!! Das beruhigt mich sehr und läßt hoffen. Die Bewohner in dem Pflegeheim, in dem meine Mutter lebt, die eine PEG-Sonde haben, haben alle Berufsbetreuer (bis auf eine Dame, die hat das Pech, 2 egoistische Töchter zu haben.......)

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